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Gemeinsam in der Brandwüste

GeschichteAbenteuer, Liebesgeschichte / P16
Aris Jones Brenda Minho Newt Teresa Agnes Thomas
16.01.2015
22.03.2015
32
23.989
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16.01.2015 985
 
Sie führten Teresa und mich in ein Zimmer, das gegenüber von dem Raum lag, in das die Jungs gebracht wurden. Das Zimmer hatte keine Fenster und in einer Ecke stand ein Stockbett. Auf der anderen Seite war noch eine Türe, die ins Badezimmer führte.
Unsere Retter gingen hinaus und ließen Teresa und mich alleine.
„Was glaubst du was jetzt passiert?“, fragte sie mich.
„Ich weiß es nicht.“ Ich hatte wirklich keine Ahnung; sind wir hier in Sicherheit? Können wir den Menschen hier trauen? „Aber wir können uns einfach einmal heiß duschen gehen und uns dann so richtig ausschlafen… zum ersten Mal seit langem.“

Wir hatten beschlossen, dass sie das obere Bett bekommt und ich das untere. Als ich mich ins Bett legte konnte ich nicht glauben, dass es sich so gut anfühlen würde; es war als würde ich auf einer Wolke liegen. Die Matratze war angenehm weich. Teresa und ich wechselten kaum ein Wort miteinander. Ich schätze das lag daran, dass wir es einfach genossen frisch geduscht und sicher schlafen gehen zu können.
Ich starrte nach oben - an den Lattenrost – und dachte an Newt. Was machten er und die anderen wohl gerade? Liegen sie auch nur da und tun einfach nichts, oder unterhalten sie sich über den morgigen Tag? Bei Minho konnte ich mir das sogar vorstellen; er plante immer den nächsten Tag im Kopf. Ich lag noch eine Weile so da, bis ich kurz vor dem Einschlafen war, als mir plötzlich etwas einfiel: Gally. Was war aus ihn und den anderen geworden, nachdem wir geflohen sind? Wurden sie auch gerettet? Oder sind sie immer noch dort?
„Teresa?“, flüsterte ich leise. Keine Antwort.
Wieder lag ich nur da und dachte dieses Mal an meine Ankunft auf der Lichtung nach. Ich hatte Angst, aber nach dem was im Labyrinth bei unseren Weg nach draußen passiert war würde ich die Angst bei der Ankunft eher als lächerlich beschreiben. Mir kreisten soviel Gedanken durch den Kopf, aber letzten Endes fand ich dann doch endlich Schlaf.

„Lydia? Lydia!“ Ein leises, aber panisches Flüstern weckte mich. Ich wollte antworten, aber es ging nicht. Es war, als würde mich jemand dazu zwingen nicht den Mund, oder sogar die Augen zu öffnen; ich lag vollkommen reglos da. Ich wusste, dass ich munter war, aber ich konnte mich überhaupt nicht bewegen. Ich lag einfach nur so da, als würde ich weiterhin schlafen.
„Komm schon Thomas antworte!“, sagte Teresa. Was meint sie damit? Wie soll er antworten? Er war mindestens dreißig Meter weiter weg von hier.
Warum war sie so panisch und warum konnte ich nicht ‚aufwachen’?
„Was..? Wer seid ihr?“, fragte sie zittrig. War jemand hier, oder träumte sie bloß und redete im Schlaf? Auf einmal spürte ich ein leichtes Pieksen in meinem Oberarm und versank wieder im Schlaf.

In der Früh – zumindest glaube ich, dass es in der Früh war – war das Erste an das ich dachte Teresa. Sofort sprang ich auf, stieg auf die Matratze um in das obere Bett sehen zu können. Es lag keiner drinnen. Auf dem Bett lagen eine zusammengeknüllte Decke und ein zerknittertes Leintuch.
„Verdammt“, sagte ich leise zu mir selber. Wo war Teresa? Ist ihr wirklich etwas passiert? Wieso bin ich nicht aufgewacht? Ich hätte ihr helfen können!
Als ich mich im Zimmer umsah bemerkte ich, dass jemand im Türrahmen vom Badezimmer stand; und es war nicht Teresa. Zuerst blieb ich ganz ruhig stehen und starrte ihn mit großen Augen an. Ich hatte diesen Jungen noch nie gesehen und als wir hier ankamen, war niemand anderes außer uns – den Lichtern – hier. Ich fasste mich schnell wieder und fing einfach einmal an zu schreien. Der Junge erschrak und zuckte zusammen, fing aber sofort an mich zu beruhigen.
„Warte! Ich tu dir doch nichts!“, sagte er. In diesem Moment wünschte ich mir so sehr, dass Teresa und ich bei den Jungs bleiben konnten.
„Lydia!“, hörte ich einen dumpfen Ruf – es war Newt.
„Wer bist du und wo ist Teresa?“
„Teresa? Ich habe keine Ahnung, wer das sein soll. Ich weiß nicht einmal wie du in dieses Zimmer gekommen bist.“
„Ich wurde gestern Abend hier her geführt, aber da warst du noch nicht da.“ Ich war verwirrt. Was war hier los? Ein lauter Knall an der Tür erschrak mich; jemand haute mit etwas metallenen auf die Türschnalle. Erst beim dritten schlag hörte ich, wie etwas zu Boden fiel und dann wurde die Tür so fest aufgeschwungen, das sie gegen die Wand knallte. Newt sah sich um, bis er mich sah und lief – oder humpelte eher – auf mich zu und nahm mich in den Arm. „Was ist passiert?“, fragte er.
„Mir geht es gut, aber…“ ich zeigte auf den Jungen der noch immer am anderen Ende des Raumes stand.
„Was ist den das für ein Strunk?“, fragte Minho. Er sah geschockt aus. Ich sah mir die anderen Jungs auch an und merkte, dass alle so aussahen.
„Wo ist Teresa?“ Thomas war in der Mitte vom Raum und drehte sich noch einmal, um sicher zu sein, dass er sie nicht übersehen hat. Dann sah er mich hoffnungsvoll an. Ich schüttelte den Kopf: „Ich weiß es nicht. In der Nacht habe ich sie gehört, aber ich konnte nicht aufwachen. Jetzt ist sie weg.“
„Draußen vor der Türe war ein Schild, wo drauf stand, dass sie ‚Die Verräterin’ ist“, sagte Newt, der immer noch eine Hand um mich gelegt hatte.
„Getraut habe ich der sowieso nie, aber jetzt wissen wir immer noch nicht, wer das hier ist“, sagte Minho. Thomas verdrehte die Augen und fragte den Jungen: „Wer bist du?“
„Warum sollte ich es euch zuerst sagen? Wer seit ihr?“, fragte er.
„Falls du es nicht bemerkt hast sind wir um die zwanzig und du bist hier alleine. An deiner Stelle würde ich schnell anfangen zu reden!“, sagte Minho drohend.
„Minho“, sagte Newt seufzend und warnend.
„Schon gut, schon gut. Ich bin Aris Jones und mehr weiß ich eigentlich nicht über mich.“
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