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Die Ewigen Kinder

GeschichteAllgemein / P16
13.01.2015
27.02.2015
2
2.780
1
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Dieses Kapitel
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13.01.2015 895
 
Hallo ihr da draußen :)
Willkommen zu dieser Geschichte, schön, dass ihr reinschaut^^
Das hier ist mein Beitrag zu den Mittelaltergeschichten von Smokedust und BlackAngel1.
Der Satz, den wir jede Runde vorgegeben bekommen, soll fettgedruckt im Text stehen und die Geschichte soll in einem annähernd mittelalterlichen Szenarion spielen. Ich hab die Gelegenheit beim Schopf ergriffen und wage mich in die Tiefen von Athel Loren, wo ich eigentlich schon immer mal hin wollte (zum Schreiben).
Ich hoffe, es gefällt euch und ich kann euch ein bisschen unterhalten^^
Ich werde mich an dem zu diesem Zeitpunkt (Januar 2015) aktuellen Fluff der Waldelfen und weitgehend auch an den der Bretonen, auch wenn ich mir da eventuell ein klein wenig Spielraum ergaunere ;) Aber nicht sehr viel, also hoffe ich, dass ihr mir kleine Abweichungen verzeihen könnt^^
Den Endtimes-Fluff lasse ich außer acht.
Außerdem möchte ich noch baronesse fürs Betalesen danken :)
Und bevor mein Vorwort hier länger wird als der Prolog (die anderen Kapitel werden länger sein, keine Sorge):
Viel Spaß beim Lesen!^^









Prolog: Wechselbalg


Die Nacht brach herein und die ersten Sterne zeigten sich am tiefschwarzen Himmel, als ein Schatten über den Lilienhof huschte. Er war für menschliche Augen kaum zu erkennen, nicht etwa, weil er zu schnell gewesen wäre, sondern weil seine schlanke Gestalt so eng mit der Dunkelheit verschmolz, dass kaum auszumachen war, wo er selbst endete und die Nacht begann.
Doch es gab niemanden auf dem ganzen Hof, der zu diesem Zeitpunkt auch nur in die Versuchung gekommen wäre, einen Blick hinaus zu werfen, sodass er den Schemen hätte bemerken können.
Jeanne kauerte neben der Kammer ihrer Schwester an der Wand und hielt sich mit Tränen in den Augen die Ohren zu. Sie wollte die Schreie nicht mehr hören. Sie ertrug es nicht.
Schon seit Stunden litt Cecile Schmerzen, die Jeanne alleine beim Zuhören in schiere Verzweiflung versetzten. Das waren die Wehen, hatte ihre Mutter gesagt. Das Kind kam.
Nun waren fast alle Frauen, die auf dem Gut lebten, bei ihrer Schwester, während die meisten Männer weiterschliefen – wie auch immer sie das anstellten, denn Ceciles Schreie hallten durch das ganze Haus. Nur ihr Vater und ihr Ehemann Albert waren im Nebenraum und warteten angespannt darauf, dass das Kind das Licht der Welt erblickte.
Jeanne zog wimmernd die Knie an und kniff die Augen zusammen.
Sie wollte etwas tun, irgendetwas. Es brachte sie fast um, ihre ältere Schwester so leiden zu hören und keinen Finger rühren zu können, doch ihre Mutter hatte sie weggeschickt.
Damit sie keinen Schaden anrichtete, wenn dieser andere Teil von ihr wieder die Kontrolle übernahm.
Jeanne presste ihr Gesicht auf die Knie und die Hände fester auf die Ohren. Sie versuchte, die Tränen auf ihren Wangen zu ignorieren.
Sie wollte helfen, doch sie verstand auch die Angst ihrer Mutter, dass sich plötzlich irgendetwas von selbst bewegte, in Flammen aufging oder in Stücke gerissen wurde. Sie selbst wollte ja auch nicht, dass sie ihre Schwester dabei vielleicht versehentlich verletzte, aber nur da zu sitzen und gar nichts tun zu können...
Plötzlich griff jemand nach ihrem Haar und zog ihren Kopf zurück.
Jeanne wollte vor Schreck schreien, doch ehe sie auch nur einen Laut hervor gebracht hatte, wurde ihr eine Hand auf den Mund gepresst.
Ein Fremder stand vor ihr, ein junger Mann, schlank, hoch gewachsen und mit unergründlichen Augen, die keine Regung zeigten, während sie ihn entsetzt anstarrte.
Einen Moment lang geschah nichts.
Jeanne zitterte am ganzen Körper, doch sie wagte nicht, sich zu bewegen.
Wie kam ein Fremder ungesehen ins Haus? Warum hatten die Hunde nicht angeschlagen? Warum hatte sie nicht bemerkt, wie er sich genähert hatte?
Und was wollte er?
Er blickte sie nur aus seinen seltsamen, fast ein wenig katzenhaften Augen an. Jeanne rührte sich nicht.
Sie hatte schon häufiger davon gehört, dass Kinder wie sie, denen dunkle Kräfte inne wohnten, von der Herrin des Sees zu sich gerufen wurden. Die meisten von ihnen kehrten nie wieder zurück.
Sie warf einen vorsichtigen Blick auf das lange, blonde Haar des Fremden, das unter seiner dunklen Kapuze heraus über seine Schultern fiel. Seine Erscheinung, die Fähigkeit, sich vollkommen lautlos zu bewegen, selbst an den Hunden vorbei, und die überraschende Kraft, die seiner schlanken Gestalt inne wohnte und sie daran hinderte, zu schreien... Ob er einer ihrer Boten war? Geschah das mit den Kindern, die nicht wieder zurückkehrten? Wurden sie bei Nacht von einem der Ihren geholt und zu ihr gebracht?
Der Mann murmelte etwas in einer Sprache, die Jeanne nicht verstand, doch die Worte ließen sie frieren. Sie spürte plötzlich wie eine seltsame Macht von ihr Besitz ergriff.
Das Murmeln des Fremden wurde zu einem leisen Gesang, der tief in Jeannes Herz einzudringen schien.
Und er berührte diese andere Seite in ihr.
Sie konnte es spüren, ohne es wirklich wahrzunehmen. Es war, als würde er nach einem Teil ihres Geistes greifen und ihn vorsichtig wecken, ganz behutsam, um keinen Schaden anzurichten.
In diesem Augenblick überfiel sie eine bleierne Müdigkeit und ehe sie begriff, was geschah, war sie eingeschlafen.

Im Schutz der Nacht verließ der Fremde den Lilienhof, in seinen Armen die dreizehnjährige Tochter des Hauses. Er schritt zum Tor hinaus, begleitet von schwanzwedelnden, leise winselnden Hunden, die sich wehmütig von dem unerwarteten Besucher verabschiedeten.
In dem Moment, in dem das eine Mädchen über die Schwelle des elterlichen Hauses getragen wurde, kam im Inneren ein anderes zur Welt. Ihr Name war Marie.
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