Nothing

von Xuce
GeschichteAllgemein / P16 Slash
Ethan Karamakov Samuel "Sammy" Lieberman
02.01.2015
02.01.2015
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Ja, ich melde mich auch mal wieder :D Es kam ja wirklich lange nichts von mir ;)
Ich weiß auch nicht was ich zu dieser Geschichte sagen soll, es ist irgendwie mal was anderes... Am besten lest ihr selbst :)

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Es war Sommer, der Sommer, den Tara mit Christian auf der Farm verbrachte, Kat mit Miles irgendwo an der Küste, und Ethan und Sammy allein und einsam in Sydney blieben. Sammy, weil seine Eltern sowieso nur selten mit ihren beiden Söhnen in den Urlaub fuhren, und Ethan weil er sich mit seinem Vater gestritten hatte, dieser war immer noch der Meinung, es sei unverzeihlich, einen Vertrag mit der Compagnie einfach so abzulehnen. Doch Ethan war viel zu stolz, um zurückzustecken und zu versuchen, sich wieder mit ihm zu vertragen. Sein Vater sollte selbst verstehen, dass ein Leben in der Compagnie nicht das Richtige für ihn war, dass er unabhängig sein wollte und eigene Dinge kreieren wollte. Aus Protest war er dieses Jahr nicht in den alljährlichen Urlaub seiner Familie mitgefahren, den seine Eltern nun ganz ohne ihre Kinder verbringen mussten.
Sammy hatte zwei Ferienjobs angenommen, da sein Vater seine Schulgebühren für das nächste Schuljahr nicht mehr bezahlen wollte, Sammy wollte aber auf gar keinen Fall aufhören an der Akademie und seinen Vater dadurch siegen lassen. Lieber arbeitete er auch in den Ferien bis zum Umfallen, und konnte dadurch auf der Schule bleiben.
Bei einem dieser Jobs, einem Aushilfsjob in einem Café als Kellner, begegnete er Ethan. Die beiden kannten sich eigentlich nicht gut, eher flüchtig über Kat, aber da sonst niemand da war, nahmen sie auch miteinander vorlieb. Oft saßen sie, nachdem Sammy Feierabend hatte, zusammen auf der Terrasse des Cafés und redeten, über die Akademie, über die Zukunft, über ihre Freunde...
Vor allem Ethan nutzte die Möglichkeit, endlich jemanden zu haben, dem er sein Herz ausschütten konnte. Klar, er hatte nicht besonders viel mit Sammy zu tun, und das würde wahrscheinlich im nächsten Jahr auch so bleiben, aber er war einfach da, hörte zu, gab ab und zu seine Meinung ab und das war’s. Er machte Ethan keine Vorschriften, die ihm das Gefühl gaben, ein dummes kleines Kind zu sein, so wie es sein Vater tat. Er gab ihm auch keine Ratschläge, die er eh nicht gebrauchen konnte, so wie Tara. Und er gab sich auch nicht so desinteressiert für seine Probleme wie Kat.
Es war seltsam, aber auf eine seltsame Art und Weise entwickelte sich eine Verbindung zwischen ihnen. Es war keine richtige Freundschaft, bei weitem nicht, auch wenn das logisch gewesen wäre, da sie inzwischen wirklich sehr viel Zeit miteinander verbrachten, es war eher so als wären sie sich nur flüchtig über den Weg gelaufen, wüssten aber trotzdem bereits so gut wie alles über den jeweils anderen.

Eines Tages, sie waren gerade schwimmen gewesen und saßen nun in Badehose an einem Tisch des Cafés, Sammy hatte schon lange Feierabend, kam das Gespräch auf das Thema Mädchen. Es war bereits spät und dämmerte allmählich, aber es war noch relativ warm und sie froren nicht. Ihre Taschen mit Klamotten und Handtüchern lagen neben ihnen auf dem Boden, ihre Körper waren schon längst getrocknet.
„Und was läuft bei dir so mit Mädchen?“, schnitt Ethan das Thema an. Er hatte in letzter Zeit immer öfter das Gefühl, dass sie eigentlich nur über ihn redeten, und er wollte nicht unfair sein. Schließlich hörte Sammy ihm mit seinen Problemen zu, da wollte er nicht das Gefühl erwecken, er könnte nicht mit Ethan reden.
„Nicht viel“, seufzte Sammy. „Ich weiß nicht, ob Kat es dir vielleicht erzählt hat, sagt dir Muffins für Mauseohr etwas?“ Er lief leicht rot an, was man aber zum Glück nicht sehen konnte in der Dämmerung. Er hoffte bloß, dass Kat das nicht weitererzählt hatte, was er aber ehrlich gesagt nicht glaubte, schließlich gehörte das nicht zu den Dingen, die man ohne Erlaubnis des Betroffenen einfach herumerzählte.
„Nein“, antwortete Ethan verwundert. „Das hört sich ja seltsam an. Was soll das sein?“ Sammy atmete hörbar auf. „Ach, ist ja auch egal. Jedenfalls lief bei mir seit Abigail eigentlich nichts mehr, und das ist schon eine Weile her. Ich hab das Gefühl, ich bin einfach nicht der Typ für eine Freundin.“ Oder einen Freund, fügte er in Gedanken hinzu, auch wenn er sich hüten würde, das laut auszusprechen. Er war vielleicht jetzt mit Ethan schon ein wenig „persönlicher“ geworden, aber das hieß nicht, dass er ihm diese Sache auch erzählen würde.
„Na ja“, sagte Ethan. „Versteh ich schon. Ich denke, du kannst dir vorstellen, dass ich im Moment auch nicht gerade viele Verehrerinnen habe. Lehnt einen Vertrag mit der Compagnie ab, zerstreitet sich mit seinem prominenten Vater… nicht gerade ein Wunschkandidat.“
Und Sammy küsste ihn.
Er beugte sich vor, legte seine Hand in Ethans Nacken, zog ihn zu sich heran und presste seine Lippen auf die des anderen. Es dauerte nicht besonders lange, und als Sammy sich von ihm löste, stand Ethan auf, nahm seine Tasche, bedachte ihn mit einem seltsamen Lächeln und verschwand.
Von keinem von ihnen gab es je romantische Gefühle für den anderen, aber sie trafen sich oft, lagen am Strand oder saßen im Café, und stahlen sich gegenseitig den ein oder anderen Kuss, nur um die Leere und die Einsamkeit zu vertreiben, die sich in ihnen breitgemacht hatten. Es war nicht romantisch oder irgendetwas in der Art, aber es fühlte sich gut an.
Als das neue Schuljahr für Sammy begann, trafen sie sich noch öfters im Geheimen, probierten Dinge aus, obwohl sie sich beide in wechselnden Beziehungen befanden, mit Ethan hatte Sammy auch sein erstes Mal, aber eine Beziehung wollte nie richtig in Gang kommen. Es war so, als seien sie gute Freunde, noch nicht einmal besonders enge, und Küssen und Sex waren für sie so wie eine Umarmung oder ein Händeschütteln. Es war schwer zu erklären.
Einmal lagen sie nackt nebeneinander im Bett, nachdem sie es ein weiteres Mal getan hatten, Sammys Kopf auf Ethans Schulter, und Ethan zeichnete mit seinen Fingern unsichtbare Muster auf seinen Arm. „Wie lange soll das mit uns jetzt eigentlich noch so weitergehen?“, durchbrach Sammy schließlich die schläfrige, friedliche Stille zwischen ihnen.
Ethan seufzte leise. „Was ist das mit uns eigentlich, Sammy?“, antwortete er nach langem Schweigen schließlich mit einer Gegenfrage. Sammy schwieg, betrachtete still die glatte, ebenmäßige Haut von Ethans Brust, die das Mondlicht reflektierte, das durch das Fenster herein schien, und sagte nichts. Er wusste es nicht, ebenso wenig wie Ethan es wusste. Doch es war in Ordnung, und als Ethan wegzog, sah Sammy ihm mit nicht mehr als leichtem Bedauern nach, da er wusste, dass er so etwas niemals mit jemand anderem haben könnte.
Sie telefonierten noch ein paar Male, und einmal fragte Ethan ihn, ob er das zwischen ihnen nicht vermisste. Sammy wusste nicht, was er darauf antworten sollte. Es war schön gewesen, was sie gehabt hatten, auch wenn es nicht wirklich definiert gewesen war, aber er hatte eingesehen, dass es vorbei war, dass es Zeit war nach vorne zu blicken und sich auf andere Dinge zu konzentrieren. Und irgendwie empfand er es auch als Erleichterung, Ollie oder Abigail nicht mehr anlügen zu müssen. Es wäre nicht zu erklären gewesen, und keiner von beiden hätte ihm geglaubt, dass es ihm nichts bedeutet hatte, zumindest nicht auf die Weise, die für sie von Bedeutung war. Keiner von ihnen würde es verstehen.
Er nahm das Geheimnis um seine seltsame Beziehung zu Ethan mit ins Grab, und Ethan war wie erstarrt, als er von dem schrecklichen Ereignis hörte. Er hatte Sammy trotz allem nicht gut gekannt, aber durch ihre „Sache“ hatte er trotzdem eine gewisse Verbindung zu ihm aufgebaut, und er war ihm nicht egal, um Gottes Willen, kein bisschen.
Ethan erzählte es irgendwann ein paar Jahre später Abigail, als sie nebeneinander im Bett lagen, so wie er und Sammy es einst getan hatten. Sie verstand es nicht und konnte es anfangs nicht glauben, aber sie wollte nicht, dass vergangene Dinge ihre Beziehung jetzt belasteten. Sammy hatte damit abgeschlossen, Ethan hatte es getan und Abigail tat es jetzt auch. Es fiel ihr schwer, aber es war schwierig und genauso unfair, eifersüchtig auf einen Toten zu sein.
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