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am Abgrund

KurzgeschichteDrama, Schmerz/Trost / P12 / MaleSlash
Bilbo Beutlin Thorin Eichenschild
02.01.2015
14.01.2015
5
3.410
3
Alle Kapitel
10 Reviews
Dieses Kapitel
2 Reviews
 
 
02.01.2015 435
 
Hallöchen :)
hier gleich ein weiteres "was-wäre-wenn-Szenario", das ich nicht aus meinem Kopf bekomme.
Da mein Hirn aber anscheinend nicht müde wird, sich andere Ausgänge zu überlegen, habe ich mich entschieden hier kapitelweise jeweils eine andere Möglichkeit dieses Szenarios zu schreiben... mal schaun :)
Auf jeden Fall schon mal viel Spaß mit dem ersten Szenario und über Rückmeldungen würde ich mich sehr freuen :)



Du fällst.
Mit einem Schlag sind meine Gedanken wieder klar, doch ich kann nichts weiter tun, als in deine panisch aufgerissenen Augen zu blicken.

Du fällst.
Aber trotz deiner Angst zeigt dein Blick keine Spur von Hass.

Du fällst.
Doch du siehst mich an und lächelst, erkennst, dass ich wieder ich bin.
Du hättest alles gegeben, um mich von der Drachenkrankheit zu befreien – du hast alles gegeben.

Du fällst...
und schlägst auf – es ist zu spät, vorbei, für immer.

In dem Moment, in dem ich den Aufprall höre und die Blutlache sich unter deinem Kopf ausbreiten sehe, bricht mein Herz, zersplittert geradezu.

Um mich herum wird es laut, alle rufen und schreien durcheinander. Irgendjemand stößt mich grob gegen die Barrikade. Es ist mir egal. Nichts ist mehr wichtig.
Mit deinem Bild vor Augen sacke ich in mich zusammen und lasse den heißen Tränen ihren Lauf. Wozu die Mühe machen und sie verbergen?

Du hast mich angesehen, mit deinen warmen, treuen Augen, hast mich angesehen und mir verziehen.
Wie konntest du? Nach allem, was ich dir angetan habe.
Wie konntest du? Nachdem ich und ich allein es war, der dich in den Tod gestoßen hat.
Niemals werde ich diesen Blick vergessen können.

Seit dem Beginn unserer Reise hattest du nur die besten Absichten und hast dich stets bemüht, alles richtig zu machen. Du hast immer loyal hinter mir gestanden, egal wie abweisend und unnachgiebig ich mich gab.

Vielleicht hast du bereits damals verstanden, dass es eine Maske war, nichts weiter als ein Schutzmechanismus, weil ich nicht wusste, wie ich mit all meinen neuen Gefühlen dir gegenüber umgehen sollte.

Vielleicht...
während weitere Tränen mir die Sicht nehmen, reift in mir die bittere Erkenntnis, dass ich es niemals erfahren werde...
genauso wenig, wie du jemals erfahren wirst, was du mir bedeutet hast – bei Mahal, noch immer bedeutest.
Wie soll ich mit dieser Schuld leben?
Du hast mir verziehen, aber wie soll ich mir selbst vergeben? Vergeben, dass ich meinen Einen umgebracht habe, umgebracht, weil er das Beste für mich wollte.

Die anderen brüllen noch immer, aber es kümmert mich nicht. Nichts, was sie oder ich tun können, bringt dich wieder zurück.
Es ist zu spät.
Es ist vorbei.
Für immer...
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