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Aran nin namárië

GeschichteAllgemein / P12 / Gen
02.01.2015
21.03.2015
2
4.474
 
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21.03.2015 2.504
 
Kapitel 2.

                                             Der Elfenpalast

Kühler Wind bließ den Reitern entgegen, während die Umgebung an ihnen vorbei zog. Der junge Mann öffnete vorsichtig die Augen und blickte erschrocken auf den Laubboden der blitzschnell davon raste. Bei dem Anblick und dem dazu hin und her Geschaukel wurde ihm übel weshalb er seine Augen wieder schloss und in tiefe Dunkelheit fiel. Die Elfe trieb ihren Hengst immer weiter. Bäche waren kein Hindernis für ihn. Er sprang mit Leichtigkeit darüber hinweg. Mittlerweile tauchte die Morgendämmerung den Wald in ein gold-rot. Rehe und andere Waldbewohner erwachten und streiften stolz umher. Die Umgebung veränderte sich nicht. Der Wald blieb dicht, ließ jedoch noch genügend Sonnenlicht hindurch. Von weitem erblickte die Elfe die Tore der Wächter. Diese öffneten sie schnell damit die Frau passieren konnte. Die Tore waren in einem großen Baum. Der Torbogen war nur eine Wurzel von diesem. Die Elfe ritt durch den kleinen Tunnel.

Als sie auf der anderen Seite herauskam, konnte man etwa 50 Meter weiter eine Lichtung erkennen. Auf dieser war regelrechtes Treiben. Männer und Frauen verkauften viele verschiedene Dinge wie Schmuck, Taschen, Waffen und Spielsachen. Die Kinder tollten umher und spielten. Manche übten mit Holzschwertern den Nahkampf oder versuchten sich in Bogenschießen. Die Elfe trabte durch die Menge und blickte sich fröhlich um. Die Kinder jubelten ihr zu und die Alten hinter ihren Ständen wanken glücklich. Ihr Hengst erhöhte seine Geschwindigkeit bedacht und lief durch den Markt, weiter den Hauptweg entlang. Am Wegesrand wuchsen Feilchen, Stiefmütterchen und andere schöne Blumen, die sie jedoch nicht beachtete. Dazu hatte sie keine Zeit. Die Bewohner hatten ihre Häuser in den Aurelja-Bäumen gebaut. Das waren große mächtige Bäume. Ihre Rinde war golden und schimmerte. Keine Familie musste hungern. Der König sorgte für sein Volk wie ein Vater für seine Kinder.

Auch der Palast war so ein Baum. Er war noch größer und prächtiger. Vor den Stufen des Eingangs, hielt die Frau ihr Pferd und stieg elegant ab. Sofort eilten fünf Soldaten auf sie zu, legten ihre Rechte Hand auf die Brust und neigten den Kopf. Die Elfe erwiderte die Begrüßung und nahm die Zügel des Hengstes. "Bringt diese Reisenden zu den Heilern. Sie werden als Gäste hier verweilen. Sorgt um sie, Svenjas!" Die Elfen neigten ihren Kopf erneut und trugen die Verletzten in den Palast. Die Elfe ging leichtfüßig den Weg etwas zurück und bog rechts ab, um ihr Pferd in den Stall zu bringen. Jedoch stellte sie es nicht hinein sondern sattelte und zäumte es ab, gab ihm einen leichten Klaps auf den Hals und ließ es laufen. Lächelnd rannte sie wieder zum Palast und stürmte durch das Eingangstor. Ihr Weg führte sich an dem Wasserfall, der in der Mitte des Raumes plätscherte, vorbei und zu der linken Tür. Hinter der schweren Tür konnte man eine laute Diskussion verfolgen. Aber da die Elfe nicht unhöflich sein wollte und diese unterbrach, trat sie leise ein und stellte sich am Rand des Geschehens.

Die Nachtpatrouille war mit dem Zauberer angekommen. Die Elfe wunderte sich nicht einmal warum sie schon eingetroffen waren, denn zu Fuß konnte man weiter dem Elfenpad folgen. Und da dieser ungefähr die Hälfte des Umweges war konnte es gut möglich sein das sie nun schon hier waren. Der Raum war groß. Es war wohl eher eine Halle als ein Raum. Der Boden war aus Stein währenddessen waren die Wände angrenzende Felsen an denen dichtes Moos wuchs. Von dem Gestein ensprang auch der Wasserfall. Links von der Frau stand der Thron ihres Vaters. Er war aus einer großen Wurzel gebaut worden und sah sehr edel aus. Die Wurzeln spreizten über des Königs Kopf in alle Richtungen. Der König hatte schwarzes langes Haar, seine Gesichtszüge zeigten kein Anzeichen auf Alter und auf seinem Kopf war eine Art Diadem. Es war golden, schön geschwungen und spielte somit perfekt mit seinem Haar. In dem Schmuckstück waren mehrere kleine grüne Diamanten eingraviert. Seine Augen hatten das selbe Moosgrün wie die der Elfe. Der Mann war in eine dunkelgrüne Tunika und einen schwarzen Mantel gekleidet. Seine Hose war braun genau wie seine Stiefel. Neben ihm stand eine schöne Frau. Auch sie besaß so ein Diadem. Sie steckte in einem langen edlen Kleid und hatte braunes leicht gewelltes Haar. Ihre Augen waren strahlend blau.

In der Halle stand eine lange Tafel mit vielen Stühlen aus Eichenholz vor dem Thron. An diesem Tisch saßen zwölf Männer und der König. Der Zauberer stand hilflos vor der Tafel und versuchte mit Händen und Füßen zu erklären warum er und seine Gefährten hier sei. Die Männer an der Tafel waren schon älter als der König, bei ihnen konnte man bereits ein paar Fältchen erkennen. Drei dieser Herren waren jedoch schon sehr alt und sahen weise aus.

"Ihr seid in das Reich der Waldelfen eingedrungen, habt die Nachtkrieger fast zu unserer neuen Bleibe geführt und habt zugelassen das eine ganze Patrouille wegen Euch in Gefahr kam!", warf dem Alten einer der Herrschaften vor. Dieser wollte gerade zu einer kläglichen Erklärung ansetzten als der Hauptmann der Patrouille, der den Alten festhielt, eingriff: "Die ersten beiden Anschuldigungen mögen stimmen Sir Éréso. Die dritte jedoch nicht. Meine Männer und ich bringen uns jedesmal in Gefahr wenn wir schon die Tore passieren. Da macht es keinen Unterschied einem alten Herrn zu helfen."

Der König fasste sich an das Kinn und musterte den Zauberer gründlich und fasste schließlich einen Entschluss indem er aufstand: "Ihr könnt hier bleiben. Solange Ihr wollt. Eure Gefährten werden versorgt werden und bald wieder reisen können. Ein ernstes Gespräch hat bis heute Abend Zeit. Meine Gemahlin und ich würden uns geehrt fühlen wenn ihr zu dem heutigen Fest kommt u...." "Euer Hoheit das ist glaube ich keine gute Idee. Es sprechen zwei Aussagen gegen ihn. Wir sollten dieses Pack auf die Straße werfen und davon jagen!", mischte sich Éréso ein. "Und ich glaube das es keine gute Idee ist, dem König erstens zu widersprechen und zweitens zu unterbrechen. Das wisst ihr, Sir!", die Elfe schritt erhobenen Hauptes aus dem Schatten auf den vorlauten Sprecher zu und blieb dicht vor ihm stehen. Sie spürte seinen Atem auf ihrer Haut als er seine Stimme erneut erhob: "Oh Prinzessin! Wie war euer Ausflug im Grünen! Ich schätze ihr habt eine Menge verpasst." "Lasst das nur meine Sorge sein, Sir Éréso!", meinte die Prinzessin und ging leichtfüßig zu ihrem Vater hinüber, der sie mit offenen Armen begrüßte. Die Umarmung dauerte nicht lange. "Ada. Ím tûres dárìn aslen. Toleré éc naslár gersad." "Tário dì serlos?"
"Ja. Ja ich habe sie hergebracht. Sokrates hat den Alten geführt." "Du zeigst Reue?", fragte der König sanft. Die Elfe nickte und sah ihm in die Augen. "Es bleibt wie beschlossen. Der Zauberer wird unser Gast sein.", verkündete der Vater laut. Murrend erhob sich der Sir und verließ die Halle. Die anderen Gentleman stimmten zu und redeten miteinander. "Dûré Lalaíth?", fragte die Stimme der Königin. "Bálé!", lächelte die Elfe. "Lalaíth! Kommt Ihr mit? Der Zauberer will seine Freunde besuchen.", rief der Hauptmann freundlich. Lalaíth sah ihre Eltern fragend an und als diese lächelnd zustimmten sprang die Elfe die drei Stufen herunter die den Thron erhöhten. Der Hauptmann fing sie lachend auf und drehte sie einmal im Kreis. Lalaíth lachte, nahm die Hand des Zauberers und die des Elfes und zog sie Richtung Tür. Dieses Mal nahmen sie jedoch die rechte und standen nun in einem Raum mit fünf Türen in den Wänden. In der Mitte des Raumes stand ein großer Brunnen mit plätscherndem Wasser. Die Brunnenfigur war ein Reh das aus dem Brunnenbecken trank. Lalaíth steuerte zielstrebig auf die zweite Tür von links zu und hielt sie ihren zwei Begleitern auf.

Nun in diesem Raum huschten zwei Frauen von Bett zu Bett um zu prüfen ob alles in Ordnung sei. Das Zimmer hatte nur drei Wände. Die vierte war aus Glas um Licht und Luft herein zulassen. Gerade war diese Scheibe offen und man konnte in einen Garten mit Rosen und Eichen gehen. Der Alte sah sich um und entdeckte den Zwerg in einem der Betten. Er eilte zu ihm legte seine Hand auf seine Schulter und sprach mit ihm. Der junge Mann lag ein Bett weiter hinten und schlief noch. Lalaíth wandte sich an den Hauptmann: "Ihr habt heute gut gekämpft Sokrates. Danke." Das letzte Wort war nicht mehr als ein Flüstern. Der Elf lächelte leicht: "Gern Euer Hoheit. Ich würde Euch jede Sekunde von neuem retten." Und verbeugte sich gespielt übertrieben. Die Elfe fing leise an zu lachen, was wie Engelsgesang klang und schlug ihm sanft auf den Rücken: "Wie oft muss ich es Euch noch sagen. Ich bin Lalaíth wenn niemand in unserer Nähe ist und nicht Euer Hoheit." Sokrates nickte lächelnd und zwinkerte ihr zu.

Ein Klopfen ließ die Anwesenden kurz aufsehen, aber sie beachteten es nicht weiter. Keiner bis auf Lalaíth und Sokrates. Ein Mann der Garde kam herein und hielt die Tür auf. Er war in eine goldene Rüstung und einer dunkelgrünen Tunika gekleidet. Seine Haare waren ellenbogenlang und braun. Genau wie seine Hose und seine Stiefel "Euer Hoheit. Der König möchte Euch sprechen.", teilte der Elf mit. Die Rothaarige nickte und ging, blieb in der Tür jedoch stehen und richtete das Wort an den Hauptmann: "Sokrates ich möchte das Ihr hier bleibt und den Zauberer später ein Zimmer zuweist. Er wird sicher erschöpft sein nach seiner langen Reise hierher." "Ja, Prinzessin.", er verneigte sich und schritt zu dem Alten. Die Elfe und der Mann der Garde wandten sich ab und liefen durch den Palast.

Vor dem Schlafsaal des Königspaares blieben sie stehen. Die silbernen Flügeltüren hatten schöne Muster eingraviert. Ranken, Blätter und Blumen. Lalaíth klopfte höflich an und trat ein. Im Raum stand ein dunkles Holzbett mit grünen Bezügen. Ein riesiges Fenster mit weißen durchsichtigen Vorhängen ließ den Raum erhellen und ein ebenfalls dunkler Tisch stand auf einem roten Teppich in der Mitte des Zimmers. An der rechten Wand stand ein Schrank aus dem selben Holz. Das Fenster hatte eine Tür die in den Garten führte. Und auf einem Stuhl auf der Terrasse saß ihre Mutter. Ihr Vater stand hinter der Frau und hatte seine Hände auf ihren Schultern abgelegt.

"Lalaíth. Komm zu uns.", verlangte der König. Seine Tochter tat wie ihr befohlen und stand schließlich neben ihren Eltern. "Ihr habt mich rufen lassen Vater?" "Ja. Du willst sicherlich auf das Fest heute Abend. Das Frühjahr ist wiedergekehrt und alles beginnt wieder zu blühen...", fing der König an. Lalaíth überlegte. Sie wusste das das Frühjahr wieder da war. Warum sagte er ihr das?
"Ich verstehe nicht was Ihr mir damit sagen wollt. Das Fest ist auf dem Marktplatz wie jedes Jahr. Alles ist so wie immer, oder?", fragte sie verwundert. Die Königin stand auf: "Mein liebes Kind. Es wird dieses mal genauso sein wie vor 19 Jahren mit dir. Dein Vater und ich werden einen Sohn bekommen. Verzeih mir."

Die Elfe war geschockt. Aber nicht wegen ihrem ungeborenen Bruder. Sondern das ihre Mutter sie um Verzeihung bat, weil sie ein Leben schenkte. "Mutter es gibt nichts zu verzeihen. Ich freue mich für euch. Ich bin glücklich solange ihr es seid. Einen kleinen Bruder zu haben ist mir eine Ehre. Und ich verspreche immer gut auf ihn aufzupassen.", erklärte Lalaíth sanft, "Wisst denn schon einen Namen?" "Nein. Wir haben beschlossen das du ihm einen Namen geben darfst.", antwortete der König und drehte sich um.
"Wirklich? Oh danke. Vielen Dank!", sie fiel ihrem Vater um den Hals der das nur lachend beurteilte. Ihrer Mutter gab sie einen Kuss auf die Wange und eilte aus dem Garten. Sie wollte Sokrates davon berichten. Er war immer ein guter Freund für sie gewesen. Ihr bester Freund.

Gerade bog sie um die Ecke und entdeckte den Alten mit dem Hauptmann. Sie gingen gerade in eines der Gästezimmer. Lalaíth lief ihnen hinterher und kam schlitternd im Raum stehen. Wobei sie über den braunen Teppich am Boden stolperte und auf ihrem Hintern fiel. Der Zauberer und der Elf lachten belustigt, während die Elfe ihr Gesäß rieb. "Aua."

"Ihr habt es ja eilig Prinzessin. Ist etwas vorgefallen?", fragte der Alte besorgt. Lalaíth überlegte kurz. Sie hatte entschlossen es Sokrates nicht zu erzählen. Er würde es heute Abend sowieso erfahren. Der König würde es seinem ganzen Volk preisgeben. "Nein. Nein es ist alles gut. In besster Ordnung. Ich wollte nur sehen ob...ähm...ob es Euch hier gefällt.", schmuggelte die Prinzessin. "Oh ja. Sehr sogar. Ich habe nur ein Frage an den König..." "Welche?", platzte es aus dem Mädchen heraus. Sie war schon immer neugierig gewesen. "Nun. Ob ich mich in seinem Palast frei bewegen darf. Ob ich die Gärten besichtigen und die Wiesen erkunden könnte?"
"Natürlich. Die Gäste des Königs dürfen all das. Mein Vater stellt Euch auch eines seiner Pferde zur Verfügung." "Das ist sehr ehrenswert.", meinte der Alte überrascht. "Die Königsfamilie war schon immer ehrenswert.", pflichtete Sokrates bei, "Euer Hoheit. Solltet ihr euch nicht für das Fest fertig machen? Es fängt bald an. Oder geht ihr nicht hin?"

"Doch. Ihr habt recht. Ich werde mich zurecht machen. Wir sehen uns dann später.", verabschiedete sich Lalaíth und lief zurück in Richtung ihres Schlafsaals. Sie öffnete die Tür und trat ein. Es war wie bei ihren Eltern eingerichtet. Auch sie hatte eine Terrasse zum Garten. Als sie vor ihrem Schrank stand überlegte sie kurz und zog dann ein grün-blau schimmerndes Kleid mit gelben Tupfen heraus. Es war ein fahles gelbes Tuch unter der Brust gebunden. Das Korsett glitzerte dunkelgrün. Es war bodenlang und schleifte beim Gehen darüber. Das Kleid hatte die Farben eines Kolibris. Lalaíth zog sich noch grasgrüne Ballerinas an, die eine silberne Schnalle hatten. Um ihren Hals hing eine Kette mit einem grünen Blatt. Ihre Haare machte sie sich dieses Mal selbst. Sie steckte sie kunstvoll hoch und schmückte sie mit zwei Rosen.

Alles in allem sah sie aus wie eine richtige Elfe, was sie ja auch war. Sie freute sich auf das Fest. Aber auch auf den Zwerg und den Mann, die sie hierher gebracht hatte. Lalaíth mochte es neue Leute kennenzulernen und Freundschaften zu schließen. Die kleine Elfe sah kurz aus der Scheibe und betrachtete den Stand der Sonne. Diese ließ sie wissen das sie nun aufbrechen sollte um rechtzeitig anzukommen. Also machte sich das Mädchen auf den Weg.

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Ada. Ím tûres dárìn aslen. Ím toleré éc naslár gersad. = Vater. Ich sah alles was geschah. Ich half der Patrouille.

Tário dì serlos? = Du hast sie hergeführt?

Dûré Lalaíth? = Magie Lalaíth?
Bálé! = Natürlich!
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