Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Bad Boy

GeschichteDrama, Romance / P16
Cana Alberona Laxus Dreyar
01.01.2015
05.03.2015
10
45.274
17
Alle Kapitel
15 Reviews
Dieses Kapitel
4 Reviews
 
 
01.01.2015 5.095
 
Pünktlich zum Neuen Jahr das erste Kapitel der ersten Story, die ich geschafft habe fertig zu schreiben. Die Story ist lagert komplett auf meinem Rechner, wird also auf jeden Fall abgeschlossen werden. DIe Kapitel werden nach und nach hochgeladen, ich schätze im Abstand von jeweils einer Woche zwischen den einzelnen Kapiteln. Verspätungen können auftreten, da die Uni nächste Woche wieder anfängt.
Das Hauptpairing sind Cana und Laxus, aus dem einfachen Grund, dass das mein absolutes Lieblingspaar ist. Andere Pairings werden angedeutet bzw. ebenfalls kurz beschrieben.
So, genug geschrieben, falls wer Fragen hat, beantworte ich diese natürlich.


________________________________________________________________________________________________
Cana knallte ihren halb leeren Bierkrug auf den Tisch und zückte genervt ihre Karten. In der großen Gildenhalle ging es mal wieder drunter und drüber, Tische, Stühle, und Magier flogen wild durch die Gegend.
„Noch nicht einmal in Ruhe trinken kann man hier!“, brüllte sie, stand auf und zielte in Richtung des kämpfenden Haufens mitten in der Gildenhalle. Nicht dass sie beachtet wurde, aber das würde sich nach dem ersten Angriff ändern. Und genau deshalb würde sie mit diesem möglichst viele Magier ausschalten. Familie hin oder her, wenn sie nervten, bekamen sie es mehr als deutlich zu spüren. Mit purer Gewalt.
„STOPP!“ Die dunkle, grollende Stimme des Masters ließ sie und alle anderen innehalten. Er war aufgestanden und blitzte bedrohlich in die Menge. Immerhin hatte er sich nicht zum Riesen gemacht, das war ein gutes Zeichen. Denn dann war er wirklich wütend. Achselzuckend ließ sich die Kartenmagierin wieder auf ihren Stammplatz an der Theke sinken und packte ihre Karten zurück in ihre blaue Umhängetasche.
„Verschwendet eure Energie nicht immer mit Kämpfen untereinander! Verbraucht sie während euren Aufträgen und bringt Geld für den Gildenaufbau zurück! Ihr wisst genau, dass wir gerade erst angefangen haben! Und wenn ihr in dem Tempo weitermacht, werden wir Jahre brauchen anstatt Wochen! Fairy Tail braucht sein altes Gildengebäude wieder, und zwar in voller Pracht, sonst wird unsere Familie nie zu ihrer alten Stärke zurückfinden!“
Die Meute schaute betreten zu Boden, auch Cana war etwas unwohl zu Mute. Ja, Fairy Tail brauchte dringend Geld, um das neu erworbene alte Gildengebäude wieder in Stand zu setzen und eigentlich sollten alle Mitglieder nonstop Aufträge erledigen. Doch im Gegensatz zu den andern in der Gilde hatte sie seit der Rückkehr von Tenroujima  keinen Fuß auch nur in die Nähe des Request Board gesetzt. Zur Hälfte lag es an Gildarts, ihrem Vater: Seit er von seiner Tochter wusste, wollte er sie für keine Sekunde aus den Augen lassen und alle Aufträge mit ihr erledigen- als ‚Vater-Tochter-Gespann‘, wie er immer sagte.  Doch so sehr sie sich erleichtert gefühlt hatte, als sie es ihm offenbart hatte: Die ganze Zeit wollte sie mit ihrem ‚Daddy‘ nicht zusammenkleben. Vor allem nicht, wenn sie ihren Job erledigen sollte und es nun einmal in ihrem Gewerbe schnell brenzlig werden konnte. Sobald auch nur der Hauch einer Gefahr aufkam, war Gildarts in Sachen Sachbeschädigung noch viel schlimmer als Natsu, der Feuer Dragon Slayer und der größte Zerstörer der Gilde.  Das war jedoch nicht der Grund, weshalb sie nicht mit ihrem Vater Aufträge erfüllte. Es lag an der Macht der Gewohnheit, sie war die letzten Jahre immer allein ihrem Job nachgegangen und es gefiel ihr so. Teampartner war sie nicht gewohnt. Und außerdem war sie mit der Beziehung zu ihrem Vater vor den S-Klasse-Prüfungen zufrieden gewesen, bis natürlich auf die Sache mit ihrer Unsicherheit, es ihm zu sagen.  Auf keinen Fall sollte es heißen, dass sie dies und jenes nur mit der Hilfe ihres Daddys hinbekommen und alleine sonst kläglich versagt hätte. Wenn es eines gab, das sie nicht abkonnte, war es ihre Schwäche. Immer in den entscheidenden Momenten versagte sie. Nicht bei den Aufträgen, nur wenn es um etwas ging, was ihr furchtbar wichtig war und das sie unbedingt erreichen wollte - Zack, am Boden. Ohne Ausnahme.  
Aber egal wie sehr sie Gildarts im Moment auch nervte: Der wahre Grund dafür, dass sie keine Aufträge mehr erledigte, war ihre miserable Stimmung. Nicht ihre übliche Demotivation, Aufträge zu erledigen, sondern etwas anderes. Etwas, das sie sich nicht eingestehen wollte, und dennoch in ihrem Innern wusste.


Mitten in ihren trübsinnigen Gedanken wurde die Gildentür aufgestoßen und herein kamen die Raijinshuu - mit Laxus. Sie ignorierte das Flattern ihres Magens bei seinem Anblick und griff wieder zu ihrem Krug. Ja, er war der Grund ihrer Stimmung. Der blonde, gutaussehende, bodenlos arrogante Enkel von Makarov. Und wie immer kam er genau im falschen Augenblick. Nämlich in dem, in dem sie sich einmal mehr den Kopf über ihn zerbrach.
Mit einem letzten Schluck leerte sie ihren Krug und griff zum nächsten Weinfass. Wieso hatte sie einen so schlechten Geschmack bei Männern? In ihrem ganzen Leben hatte sie noch nie das Interesse an einem normalen, lieben, anständigen Kerl gefunden. Eigentlich hätte sie es längst besser wissen müssen, doch sie verliebte sich immer wieder in die gleichen Männer: Verdammt gutaussehend, verdammt eingebildet und verdammt überheblich gegenüber allen anderen. Gegenüber ihr dreimal verdammt überheblich. Wegen diesen Kerlen trank sie so verdammt viel, um zumindest zu versuchen, sie zu vergessen, zumindest unter anderem. Die Sache mit ihrem Vater war ebenfalls ein Grund gewesen, der nun aber wegfiel. Nicht dass es irgendetwas bringen würde, mittlerweile war ihre Alkoholtoleranz einfach zu hoch, um sich mal eben bis zum Filmriss zu besaufen.
„Cana!“ Erzas Stimme ließ sie ruckartig das Fass absetzen. „Kannst du nicht irgendwann an deinem Trinkverhalten etwas ändern? Hör auf, wie der letzte Penner so aus dem Fass zu trinken, dass dir der Wein das Kinn herunterläuft! Überhaupt, du trinkst in letzter Zeit selbst für deine Verhältnisse abnormal viel! Reiß dich doch mal zusammen und beweg deinen Hintern auf einen Auftrag, wenn du uns schon mit deinem Alkoholkonsum total auf der Tasche sitzt!“
„Jaa…“ erwiderte sie mürrisch und wischte sich den Mund ab. Warum musste Erza auch immer Recht haben? Und warum musste sie immer alles quer durch die Gildenhalle schreien?
Aus den Augenwinkeln sah sie Laxus, der sich zu Bixlow hinüberbeugte, ihm etwas ins Ohr flüsterte und dabei in ihre Richtung schaute. Beide fingen an zu lachen. Evergreen, die neben Bixlow saß und es anscheinend ebenfalls gehört hatte, funkelte beide wütend an und verpasst Bixlow einen kräftigen Schlag  gegen den Oberarm, den er sich daraufhin mit verzerrtem Gesicht hielt. Auf einmal fühlte sich Cana schlecht. Wenn schon Ever zu ihrer Verteidigung eingriff, musste es wirklich etwas Fieses gewesen sein. Und wahrscheinlich auch nicht allzu weit von der bitteren Wahrheit entfernt, was ihr momentanes Verhalten anging.
Ruckartig stand sie auf und wäre fast vornüber gekippt, wenn sie sich nicht haltsuchend an der Theke festgehalten hätte. ‚Also kann ich doch ab und zu betrunken werden‘, dachte sie leicht überrascht. Hatte sie heute wirklich so viel mehr getrunken als die letzten Tage? Sie versuchte sich zu erinnern… Früh morgens war sie hier gewesen, Mira hatte ihr einige Male die Gläser wegräumen müssen. Dazu das halbe Fass von eben. Verdammt, sie musste wirklich etwas ändern. Als sie ihr Gleichgewicht wieder gewonnen hatte, lief sie leicht schwankend in Richtung Tür, ihre langen braunen Haare über die Schulter werfend. „Ich verschwinde.“
„Pass auf, dass du nicht in den Kanal fällst, Miss Alki! Wobei man diesen Verlust noch nicht einmal merken würde“, rief ihr Laxus hämisch hinterher.  „Laxus!“, zischte Makarov bedrohlich und der blonde Magier schnaubte, hielt aber den Mund.
Schmerzhaft getroffen blieb Cana kurz stehen, drehte sich zu ihm um und blitzte ihn mit ihren braunen Augen an. „Und selbst wenn, wärst du der letzte den das auch nur einen Scheiß angehen würde, Laxus!“ Schnell setzte sie sich wieder in Bewegung, um den anderen zu entfliehen. Ihre Augen brannten verdächtig und sie würde die Tränen nicht lange zurückhalten können. Erbärmlich, schoss ihr durch den Kopf. Kaum sagt er etwas, fängst du an zu heulen, Akzeptiere es endlich: Er ist ein Arsch. Leider schien das ihr Herz noch nicht verstanden zu haben. Und wie sie ihr Glück kannte, würde es auch noch eine halbe Ewigkeit dauern.



Juvia seufzte, als ihre Freundin verschwunden war und gesellte sich zu Mira. Diese hatte den Abgang von Cana ebenfalls sorgenvoll beobachtet. Und wenn sich Mirajane über etwas Gedanken machte, dann war es ernst. Mira mochte zwar immer unbekümmert und fröhlich wirken, doch machte sie sich immer am meisten Sorgen, wenn es einem der Gildenmitglieder nicht gut ging. Die Wassermagierin verbannte alle Gedanken an Gray aus ihrem Kopf und wandte sich an die Take Over Magierin.
„Juvia hat gehofft, dass sich Cana nun besser fühlen und nicht mehr so viel trinken wird, nachdem sie Gildarts alles erzählt hat.“
Mira nickte bedrückt. „Ja. Aber sie scheint immer depressiver zu werden. Bis jetzt hat sie keinen einzigen Auftrag angenommen, stattdessen besäuft sie sich den ganzen Tag. Mittlerweile hat sie es sogar geschafft, an ihre Grenzen zu stoßen und wird betrunken. Das kann so einfach nicht weitergehen, wenn sie in dem Tempo weitermacht, wird sie in ein paar Monaten im Krankenhaus enden - oder Schlimmeres.“
Juvia runzelte die Stirn. „Was genau bedrückt sie denn so?“ Mira schaute sie ratlos an. „Ich weiß es nicht. Um die Wahrheit zu sagen, habe ich gedacht, dass du mehr weißt, immerhin seid Ihr seit dem Fantasia Vorfall gut befreundet.“ Da kam ihr eine Idee. „Hat sie vielleicht Streit mit ihrem Freund? Hat sie momentan überhaupt einen Freund? Früher hat Cana immer alles erzählt, vielleicht sogar zu viel, jetzt hingegen hat sie sich um 180° gewendet. “
Juvia überlegte. „Juvia weiß, dass sie kurz nach Tenroujima mit dem Sohn des Weinhändlers zusammen war. Aber sie hat Juvia letzte Woche erzählt, dass sie Schluss gemacht hat, weil er für ihren Geschmack zu… langweilig war.“ Mira horchte auf. „Langweilig? Inwiefern langweilig?“
Zu ihrer Überraschung lief die andere Magierin knallrot an. „Juvia- … Juvia-… Juvia kann nicht darüber reden!“ Mira lachte kurz auf.
„Also zwischen den Laken. Juvia, langsam solltest du darüber reden können. Wie sollen Gray und du sonst Kinder bekommen?“
Juvia wurde, wenn es denn überhaupt ging, noch röter, und spuckte uneloquente Wortfetzen aus. Kopfschüttelnd setzte Mira ihr ein Glas Wasser vor die Nase, damit sie sich wieder etwas abregen konnte, dann seufzte sie tief. Ein Anhaltspunkt weniger für Canas Verhalten. Wenn sie doch nur wüsste, wer ihr mehr sagen könnte, oder einfach nur eine ungefähre Ahnung hatte, dann -
„Mira!“ Laxus Ruf riss sie aus ihren Gedanken. „Wann bewegst du deinen Hintern zu uns? Ich hab Durst, verdammt nochmal!“ Wie vom Blitz getroffen starrte sie in die Richtung des Blonden, während ihre Gedanken durcheinanderwirbelten. Sie kannte beide seit ihrer Kindheit. Und somit zumindest Cana in- und auswendig, bei Laxus war sie sich nicht immer sicher. Aber auf jeden Fall kannte sie Canas Männergeschmack. Und Laxus‘ Art.
Die Gedanken der weißhaarigen Frau überschlugen sich förmlich in ihrem Kopf, während sie wie eine Statue hinter dem Tresen stand und mit leeren Augen in die Richtung des Blitzmagiers schaute. Seine Verbannung. Seine Rückkehr. Canas Stimmung seit den S-Klasse Prüfungen. Und ihr häufiges Verschwinden, wann immer ein gewisser Blitz Dragon Slayer in der Nähe war. Zufall? Wohl eher nicht. „Laxus“, murmelte sie.
Juvia blickte ihre weißhaarige Freundin ratlos an. Dann drehte sie sich zu Laxus um. „Laxus? Juvia versteht nicht - “ Sie brach ab. Cana hatte vollkommen anders reagiert, als Laxus ihr hinterher gerufen hatte. Normalerweis hätte sie auf jeden, der es auch nur wagte, sie als Alkoholikerin zu bezeichnen, mindestens eine Viertelstunde lang eingeschrien oder zumindest zu einem Trinkwettbewerb herausgefordert. Oder ihn einfach nur trocken ausgelacht, denn Bemerkungen zu ihrem Trinkverhalten nahm sie jeden Tag entgegen. Bei Laxus hingegen… Wenn es eines gab, in was Mira ein perfektes Gespür hatte, dann waren es Herzensangelegenheiten. Egal, wie klein die Schwäche auch sein mochte, egal, wie unauffällig sie sich bemerkbar machte- sie merkte es sofort.
Mit geweiteten Augen sah sie Mira an. „Laxus?“ Mira wusste sofort, dass die Blauhaarige dasselbe dachte wie sie. Bei Juvias blauen Augen erkannte sie dasselbe Entsetzen, das sie bei ihrer Vermutung auch empfunden hatte und immer noch empfand. Selbst Juvia kannte Laxus mittlerweile so gut, um ihn ungefähr einschätzen zu können, wie er auf die Gefühle von Cana reagieren würde. Es würde kein schönes Ende geben. Für Cana. Laxus würde sie im mildesten Fall einfach nur auslachen - eher aber so herunterputzen, dass sie eventuell sogar die Gilde verlassen würde, nur um ihm nicht mehr unter die Augen zu treten. Denn beide Magierinnen wussten: So taff die braunhaarige Kartenschönheit auch war, in Herzensangelegenheiten war sie unsicher und sehr leicht zu verletzen. Wenn man allein an die vielen Jahre dachte, in denen sie über ihren leiblichen Vater geschwiegen hatte…
„Oh nein…Cana….“ Juvia richtete sich auf. „Juvia redet mit Cana, wenn sie wieder in der Gilde ist“, versprach sie. Mira nickte. „Gut. Aber erzähl mir danach alles. Wenn die Dinge so sind, wie wir denken, wird Cana sowieso die Hilfe von uns beiden benötigen. Und die Aufmunterung.“
„Mira!“ Laxus klang nun wirklich sauer. Sie seufzte und setzte sich in Bewegung.



Cana stand vor ihrem bodenlangen Schlafzimmerspiegel und betrachtete sich ausgiebig. Eigentlich war sie mit ihrem Aussehen relativ zufrieden. Sie sah ihrer Mutter wirklich ähnlich, doch heute konnte sie ihrem Spiegelbild einfach nichts abgewinnen. Sie sah aus wie eine… verkaterte junge Frau, die seit Tagen nicht mehr richtig geschlafen hatte. Nun, genau genommen waren es Wochen. Seit sie von Tenroujima zurückgekommen waren, sieben Jahre später, obwohl es für sie nur ein Augenblick gewesen war. Sie stöhnte. Es war immer noch total verwirrend. All ihre Exfreunde waren mindestens verlobt, ein paar hatten sogar schon eine Familie gegründet. Nur zu gut, dass sie während der S-Klasse Prüfungen keinen Freund gehabt hatte. Denn dass auf sie auch nur irgendjemand sieben Jahre lang gewartet hätte, wäre genau so wahrscheinlich wie ein Tag ohne Duell zwischen Natsu Dragneel und Gray Fullbuster.
Wieder ein Seufzen. „Sei ehrlich“, murmelte sie. „Du hattest noch nie einen richtigen Freund, nur Liebhaber ohne Ende. Du benutzt sie für Sex, mehr hast du noch nie von ihnen gewollt.“ Früher. Früher hatte sie sich bei keinem Schwarm auch nur geringste Hoffnungen gemacht. Jetzt... Nun, jetzt wollte sie eine ernsthafte Beziehung, nur leider war das nahezu unmöglich. Laxus war nun einmal Laxus und daran würde sich auch nie etwas ändern. Sie wollte es auch gar nicht. Als sie ihre Gefühle für ihn entdeckt hatte, hatte sie über ihn genauso gut Bescheid gewusst wie über alle anderen, mit denen sie ihre Kindheit verbracht hatte. Genau wie er über sie und all ihre Macken und Probleme Bescheid wusste.
Ihr Blick schwenkte zurück zu ihrem Spiegelbild, das immer noch deprimiert und bemitleidenswert aussah. Ihre braunen Augen hatten ihren sonst so strahlenden Glanz verloren, ihre normalerweise schwungvoll gewellten Haare umrahmten ihr Gesicht in nahezu glatten Zotteln. Ruckartig drehte sie sich von dem Spiegel weg, bevor sie sich nur noch mehr in ihrem Selbstmitleid suhlte. Sie sollte stattdessen etwas unternehmen, um ihr Selbstbewusstsein wieder aufzupolieren. Zu lange schon hatte sie sich ihrem Mitleid ergeben, irgendwann war nun einmal Schluss.
Ein Bad. Ein schönes, ausgiebiges Bad mit viel heißem Wasser und Schaum war genau das Richtige für sie. Volles Programm, mit Gesichtsmaske und Haarspülung. Da sie heute sowieso nichts mehr vorhatte, würde sie diesen Wunsch auch gleich in die Tat umsetzen. Etwas besser gelaunt warf sie ihre Handtasche auf das ungemachte Bett und ließ ihre Kleidungsstücke einfach auf den Boden fallen. Dann verschwand sie im Badezimmer, voll Vorfreude auf die spontane Wellnesseinlage.



Mira brachte Laxus zum wiederholten Male einen Krug Bier, noch immer mit den Gedanken bei Cana.
„Hey“, riss sie Laxus‘ Stimme aus ihren Gedanken und sie bemerkte, dass sie erneut still dastand und mit leeren Augen in die Luft starrte. Noch nicht einmal den Bierkrug hatte sie abgesetzt, stattdessen stand sie mit diesem in der Hand genau neben dem Tisch und wurde von dem Blonden missmutig beäugt. Mit einem entschuldigenden Lächeln stellte sie das Getränk ab, in der Hoffnung, er würde keine Bemerkung machen.
„Was zum Teufel ist eigentlich mit euch allen los?“ „Was?“ Hatte Laxus etwas gemerkt? Nie im Leben, er war in Sachen menschlichen Zwischenbeziehungen kein guter Beobachter…
„Ever schmachtet Elfman an, dieser schmachtet zurück, Gajeel und Levy sind wieder ohne die restlichen zwei Drittel von Team Shadow Gear auf eine Mission verschwunden und Natsu - Natsu, der Kindskopf! - und das Cheerleader Mädchen sitzen schon wieder zusammen auf einem Stuhl. Neben dem starrt Juvia mit besorgtem Gesichtsausdruck Löcher in die Luft und bemerkt noch nicht einmal, dass Gray seit einer Viertelstunde neben ihr sitzt und mit ihr reden will. Du tust exakt das Gleiche, bloß nimmst du deine Umwelt wenigstens noch am Rande wahr und Cana - ist voll!“ Vollkommen perplex starrte Mira ihren Gesprächspartner an. Was hatte sie gerade gedacht? Scheint so, als ob Laxus während seiner Verbannung aus der Gilde nicht nur sein magisches Können trainiert hatte. Er hatte sehr wohl die Veränderungen in der Gilde bemerkt. Und noch viel unglaublicher: Er bemerkte sie nicht nur, sondern sie beschäftigten ihn genug, dass er andere nach ihrer Meinung fragte. Ja, Laxus hatte sich wirklich zumindest in diesem Bereich geändert, ihm schienen die anderen nun nicht mehr völlig egal zu sein.
Sie rang sich ein beruhigendes Lächeln ab und winkte abwehrend mit der Hand. „Juvia und ich haben einfach nur einen schlechten Tag, und alles andere sollte offensichtlich sein. Du wirst dich schnell genug daran gewöhnen, das hier ist relativ normal“, meinte sie betont beiläufig und verschwand wieder hinter dem Tresen, bevor er sie noch weiter ausfragen konnte.
Laxus schaute ihr mit zusammengekniffenen Augen hinterher, bevor er einen tiefen Schluck aus seinem Krug nahm. „Du hast auch schon besser gelogen, Covergirl“, murmelte er zu sich. Nachdenklich starrte er auf die Tischplatte. Sein dringendstes Anliegen hatte sie nicht beantwortet, aber er wusste sehr wohl den Grund von ihrer und Juvias Besorgnis. Er hatte es auch gemerkt, und das nicht erst heute. Eigentlich schon die ganze Zeit über, als Mira und Juvia noch mit anderen Dingen beschäftigt gewesen waren.
Im Gegensatz zu Mira sah Freed Laxus‘ Mienenspiel, das perfekt seine Gedanken widerspiegelte. „Laxus.“
„Hm?“
„Wenn dich das Verhalten einer bestimmten Person  beschäftigt, dann rede mit dieser.“ Laxus lachte kurz und trocken auf, doch der Anführer der Raijinshuu blieb davon unbeeindruckt. Die Jahre mit Laxus zusammen hatten ihn einiges gelehrt, vor allem wie sein Vorbild seine wahren Gefühle versuchte zu unterdrücken. Er kannte ihn durch die gemeinsam verbrachten Jahre wirklich gut, sogar noch besser als Laxus dachte. Zwar mochte er selbst ruhig und unauffällig sein, dieses Verhalten nutzte er jedoch, um jede noch so kleinste Gewohnheit seiner Mitmenschen zu analysieren und zu speichern.
„Ich kenne dich gut, wahrscheinlich besser als die meisten hier im Raum- vom Master einmal abgesehen. Mach mir nichts vor, seit dem Phantom Lord Vorfall weiß ich mit Sicherheit, dass die Person dir nicht so egal ist, wie du immer tust. Sonst wäre deine Forderung nicht so gewesen. Du verlangst nie etwas ohne irgendwelche Hintergedanken. Vor allem nicht, dass sich gewisse Personen… du weißt was ich meine.“
Der Blitz Dragon Slayer grummelte nur.



In ein riesiges Handtuch gewickelt, kam Cana aus dem Badezimmer. Diese Stunde in der Badewanne hatte ihr wirklich gut getan. Und nun würde sie das machen, was sie schon längst hätte machen sollen: Heute Abend würde sie ausgehen, sich ordentlich besaufen und einen Kerl mit in ihre Wohnung schleppen. Zwar war das nicht das, was sie normalerweise machte, wenn sie sich schlecht fühlte, aber heute - wollte sie Sex. Atemberaubenden, ausgiebigen und hoffentlich unvergesslichen Sex. Ohne Gefühle, nur rein zur Befriedigung ihrer Bedürfnisse, sich wieder wie eine attraktive junge Frau zu fühlen. Eben genau das, was sie war. Und sie wusste ganz genau, in welcher Bar sie das alles bekam.
Aus ihrem Kleiderschrank zog sie einen schwarzen, ärmellosen Bolero, den sie über ein pinkfarbenes Bikinioberteil zog. Man sah dieses wunderbar durch das durchsichtige Material und genau das bezweckte sie damit. Immerhin musste man seine Reize zeigen, wenn man nicht alleine nach Hause gehen wollte.
Dazu kam eine lange, cremefarbene Hose, die sich wie eine zweite Haut um ihre Beine, ihre Hüften und am Wichtigsten, um ihren Hintern schmiegte. Den Abschluss bildeten schwarze High Heels. So konnte sie sich sehen und begehren lassen, und würde auf keinen Fall ohne Begleitung bleiben.
In ihre Handtasche packte sie neben ihren Karten noch einen Verhütungstrank zur Sicherheit, immerhin war dieser Teil fest eingeplant und würde nicht an so etwas Lächerlichem scheitern. Sie hatte ihre tägliche Dosis zwar schon genommen, aber vielleicht landete sie heute Abend nicht in ihrem Bett, und vielleicht wollte sie ihre eventuelle Gesellschaft noch um einen Tag verlängern. Auf keinen Fall würde irgendetwas dazwischen kommen, vor allem nicht so etwas Lästiges wie fehlende Verhütungsmittel.
Wimperntusche, Parfüm und ein paar Armreifen als Accessoires und fertig. Nun besser gelaunt als den ganzen Tag- nein, die ganze Woche, trat sie auf die von Laternen erhellten Straßen von Magnolia und schlug zielstrebig den Weg zur „Magic World“ ein. Oh ja, diese Bar war wirklich magisch: Kein Cocktail hatte weniger als fünfzig Prozent Alkohol. Für die meisten ungenießbar, aber für sie genau richtig.  



Als Mira einen Blick auf Laxus‘ Tisch warf, bemerkte sie, dass er verschwunden war. Nur noch die Raijinshuu saßen dort, zusammen mit den beiden jüngeren Strauss- Geschwistern.
Neugierig, da zumindest Freed immer wie ein Schatten an seinem Anführer klebte, setzte sie sich kurzerhand neben den grünhaarigen Magier. Während sich die anderen vier gut unterhielten, saß er grübelnd daneben und beobachtete den Rest der Gilde. Erst als sie ihn ansprach, bemerkte er sie.
„Freed, wo ist Laxus?“ Der Runenmagier zuckte mit den Schultern. „Er meinte, er wolle etwas überprüfen. Alleine.“ An dem letzten Wort erkannte Mira, dass er davon nicht begeistert war. Es lag nicht an der Stärke von Laxus, für den Anführer der Raijinshuu war er einer der stärksten Magier überhaupt und diese Tatsache war auch unbestritten. Nur mochte es Freed nicht, wenn Laxus wieder einen seiner Alleingänge startete, auf denen eigentlich nur Unheil passierte, das er dann wieder geradebiegen durfte.
„Laxus wird schon nichts allzu schlimmes anstellen, du kennst ihn doch. Er ist… etwas ruhiger geworden.“ Ihr Gesprächspartner seufzte.
„Das macht mir auch keine Kopfschmerzen. Nur, diesen Gesichtsausdruck, den er beim Weggehen hatte, verspricht nichts als Ärger. Aber was genau hat er vor? Was ist mit der Person, zu der er gehen will? Er hat irgendetwas über ‚nur kurz über eine Sache nachdenken‘ gemurmelt, und das bedeutet er will zu jemandem, der von seinem Glück noch nichts weiß. Genau das macht mir Sorgen. Das letzte Mal, als er diesen Gesichtsausdruck hatte… Nun, das war kurz vor der Fantasia Parade.“
Mira schluckte. „Oh.“ Wie das ausgegangen war, würde ihr und dem Rest der Gilde nur zu gut in Erinnerung bleiben. Wer vergisst einen ernsthaften Kampf unter den Gildenmitgliedern denn schon? Und das nur, um die Stärksten herauszufiltern und um nebenbei ein paar Mitglieder aus ihrem Steingefängnis zu befreien - sie eingeschlossen. Gott sei Dank hatte Laxus die Stärke der von ihm so belächelten Gildenmitglieder gewaltig unterschätzt, allen voran die von Natsu, Gajeel und Lucy. Und natürlich die Aufgabe von Freed, wobei er mit dieser eigentlich hätte rechnen können, ging es bei diesem seit alle denken konnten immer nur um Gerechtigkeit. Und die Herausforderung von Laxus war alles andere als gerecht und fair gewesen.
Ein erneutes Seufzen von Freed riss sie aus ihren Gedanken. Sie wandte ihren Blick wieder ihrem Sitznachbarn zu.
„Wahrscheinlich mache ich mir zu viele Gedanken. Laxus ist seitdem um einiges reifer geworden und überdenkt seine Handlungen mehrmals. Meistens jedenfalls“ fügte er halblaut hinzu.
Mira lachte kurz auf. „Laxus und überlegt? Nun, du kennst ihn besser als ich.“
Ihr Lachen schien ihn an etwas zu erinnern. Auf einmal schaute er ihr tief in die Augen.
„Besser kennen? Nun, ich warte immer noch auf eine Antwort.“
Sie errötete. Wie hatte sie das nur vergessen können? Vor ein paar Tagen hatte Freed sie gefragt, ob sie mit ihm ausgehen wollte. Und alles in ihr hatte „Ja!“ geschrien, doch sie hatte keinen Ton herausbekommen. Nur weil sie zu sehr unter Schock gestanden hatte. Wer hätte denn ahnen können, dass Freed mit dem kleinen ‚Unfall‘, mit der er sie hinter die Gilde gelockt hatte, diese Frage gemeint hatte? Und das nach all den Jahren, in denen sie eine kleine Schwäche für seine ruhige, erwachsene Art entwickelt hatte, und selbst miterlebt hatte, wie sehr er an seine Grenzen für die, die ihm wichtig waren, ging?
Sie schluckte nervös, dann lächelte sie ihn an. „Ja, gerne. Tut mir Leid, dass ich dir das nicht früher gesagt habe, ich - “ Beim Anblick seines Lächelns brach sie ab. Es war kein strahlendes ‚Was-kostet-die Welt‘- Grinsen wie das von Natsu, aber dennoch schien sein Gesicht von innen heraus zu leuchten und in seinen blauen Augen konnte sie die Erleichterung und das Glück über ihre Zusage sehen.
„Dann hole ich dich am Freitagabend ab.“ Sie strahlte ihn überglücklich an.  
„Alles klar. Ich würde gerne weiter mit dir reden, aber ich muss zurück zur Bar.“ Er nickte nur.



Cana stürzte ihren x-ten Cocktail in einem Zug hinunter und stieß einmal mehr ein tiefes Seufzen aus. Heute war wirklich nicht ihr Tag. Nun wollte sie einmal einen prickelnden One Night Stand mit einem heißen Kerl und in der Bar saßen nur alte Knacker, die sie begehrlich musterten.
Diese Kerle sind älter als mein Vater, verdammt noch mal, dachte sie. Zumindest soweit ich das noch erkennen kann. Ein Hicksen unterstrich ihre Gedanken. Ja, die Kerle waren alle nicht mehr nüchtern. Und sie war ebenfalls weit davon entfernt. Sie hatte mächtig einen in der Krone hängen, was wirklich so gut wie nie vorkam. Heute war wohl einfach nicht ihr Tag. Was heißt Tag, es war einfach nicht ihr Monat. Oder ihr Jahr.
Sie hob die Hand, um sich noch einen weiteren Cocktail zu bestellen und stürzte diesen wie alle davor in einem Zug hinunter. Mittlerweile begann alles unscharf zu werden und sich zu verdoppeln und verdreifachen, begleitet von einem leicht schummrigen Gefühl in ihrem Magen, das sie schon etliche Jahre nicht mehr so verspürt hatte.
„Wenn niemand hier ist, werde ich mir wohl die Kanne bis zur Bewusstlosigkeit geben müssen, damit sich der Abend lohnt“, murmelte sie zu sich.
Beim nächsten Mal, als sie den Barkeeper zu sich rief - ebenfalls ein älterer Mann -, konnte sie nur noch grob seine Gesichtszüge erkennen. Noch nicht einmal die Augenfarbe konnte sie bestimmen, geschweige denn Narben, Falten und Altersflecken. Nur die Haarfarbe brachte sie gerade noch zusammen, aber alles Weitere zu erkennen war mit einem Hämmern in ihrem Kopf verbunden.
Erst als vor ihr zwei anstatt ein bestellter Cocktail standen, bemerkte sie, dass der Barkeeper mit ihr geredet hatte. Angestrengt runzelte sie die Stirn, um ein einziges Wort zu formen: „Was?“
„Der blonde junge Mann dort“ - er deutete an einen Tisch nahe am Tresen- „hat mich gebeten, Ddir das hier zu bringen.“
‚Jung?‘ Cana drehte sich auf dem Barhocker um und wäre hinuntergefallen, hätten sie zwei muskulöse Arme nicht aufgefangen. Bei dem Gefühl schloss sie genießerisch die Augen (und weil sich alles drehte). Sie liebte muskulöse Arme einfach, sie gaben einen Vorgeschmack auf den Rest des dazugehörigen Körpers.
„Ey Cana, Denkst du nicht, dass es langsam reicht?“ Seine Stimme klang seltsam vertraut. Sie öffnete ihre Augen wieder und schaute ihm angestrengt ins Gesicht. Nun, er hatte blonde Haare und von der Sonne gebräunte Haut, mehr konnte sie bei den drei Typen, die sie sah, nicht erkennen. Bestimmt kannte er sie von ihren Saufeskapaden durch Magnolia, die schon mehr als einmal mehrseitige Artikel im Sorcerer eingenommen hatten, Nun, stolz war sie nicht darauf, aber was sollte sie schon dagegen machen? In Magnolia war sie ebenso bekannt wie jeder andere Magier von Fairy Tail, vielleicht sogar eine der bekanntesten. Genau so bekannt waren ihre Eskapaden, wenn sie etwas zu feiern hatte, oder etwas vergessen musste. Und das kam jeden Monat vor, allerdings öfters ein Grund zum Feiern. Nur im Moment leider nicht.
Sie bemühte sich, wieder aufrecht hinzusetzen. Als ihr das nach einigen Versuchen gelungen war, lächelte sie ihre neue Bekanntschaft mit ihrem strahlendsten Lächeln an.
„Danke fürs Auffangen, Süßer“, schnurrte sie. Oh ja, das konnte sie gut. Und diesen Typen würde sie mit nach Hause nehmen, so viel stand fest!
Ohne Erwiderung ließ er sich auf den Hocker neben ihr sinken und warf einen Blick auf die aufgereihten Cocktailgläser vor ihr.
„Verdammt, du willst dich wirklich abschießen. Was zur Hölle ist eigentlich los mit dir?“
„Glaub mir, ich habe noch nicht einmal richtig angefangen“, meinte sie mit einem bedeutenden Lächeln.
Er zuckte mit den Schultern. „Wenn du meinst… Glaub‘ aber ja nicht, dass ich auf dich aufpasse, wenn du dich an nichts mehr erinnern kannst.“  
Sie lachte nur und stürzte ihr nächstes Glas hinunter. Langsam reicht es mit dem Alkohol, dachte sie. Nicht, dass sie wirklich noch einen Filmriss bekam und sich morgen an nichts mehr erinnern würde. Wobei sie den Tag gerne vergessen würde, natürlich nur bis zu dem Zeitpunkt, als ihr dieser heiße Kerl über den Weg gelaufen war. Und nun würde sie diesen Typen so lange becircen, bis er mit ihr nach Hause ging.
Also los! Sie legte eine Hand auf seine Schulter und beugte sich zu ihm, während ihr Vorbau seinen Arm ‚aus Versehen‘ berührte.
„Mir ist kalt“, hauchte sie in sein Ohr. „Ich glaube, ich gehe nach Hause…“ Ihre andere Hand streichelte währenddessen seinen Oberschenkel. Er spannte die Muskeln an und sie musste ein Kichern unterdrücken: Ihre Taktik schien vollends anzuschlagen.
„Begleitest du mich zu meiner Wohnung? Ein Mädchen sollte um diese Uhrzeit nicht alleine nach Hause laufen, meinst du nicht auch?“ schnurrte sie regelrecht. Seine Muskeln spannten sich nur noch mehr an.
Das reichte ihr als Zustimmung: Sicherer als ihr Zustand vermuten ließ, zog sie ihn auf die Beine, aus der Bar zu ihr nach Hause.



Erst als die Tür hinter ihnen ins Schloss gefallen war, ließ sie seine Hand los. Innerhalb eines Augenblickes war ihre Tasche auf dem Boden gelandet. Sie drehte sich zu ihm um und ließ ihren Zeigefinger langsam, aber sicher über seine Brust zum Bauch hinab gleiten. Seine gut ausgeprägten Muskeln, die sich unter ihrer Berührung anspannten, entlockten ihr ein breites Grinsen.
Sie trat noch einen Schritt näher, brachte mit einiger Mühe ihren Mund an sein Ohr und flüsterte: „Ich mag dich. Und ich will dich.“
Mit diesen Worten schlang sie ihre Arme um seinen Hals und küsste ihn mit all der Leidenschaft, die sie aufwenden konnte.



Viel später  in der Nacht oder besser gesagt, am Morgen, kurz bevor sie einschlief, murmelte sie in ihrem Halbschlaf ein Wort, das ihren Gefährten schlagartig wieder wach werden und sie geschockt anblicken ließ. Doch sie bekam es nicht mehr mit, da sie bereits in ihrer Traumwelt war. Er hingegen starrte sie noch eine ganze Weile mit nachdenklichem Gesichtsausdruck an, ehe ihn ebenfalls die Erschöpfung übermannte und er einschlief.
Das Wort bestand aus fünf Buchstaben. Laxus.
Review schreiben
 
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast