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Ich springe...

Kurzbeschreibung
GeschichteSchmerz/Trost / P12 / Gen
John Grimes
01.01.2015
01.01.2015
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1.046
 
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Hi Guys, es folgt ein kleiner trauriger OneShot zum neuen Jahr. Vorerst muss ich noch sagen, das diese Geschichte erfunden ist und das ich ihnen nichts antun will.
Ich hab ja noch eine Geschichte angefangen, aber jetzt hatte ich diese Geschichte schon so lange und will sie jetzt endlich hochlanden XD Ich würde mich über viel Rewiev freuen.
Frohes neues Jahr


Er ist weg.

Verdammte 365 Tage.

48 Wochen.

12 Monate.

Ein verdammtes Jahr.


Ich habe oft seitdem über den Sinn des Lebens nachgedacht, habe aber nie einen einzigen Grund gefunden.

Aber das Schicksal wollte es so.

Ich hasse das Schicksal, seitdem Edward tot ist. Aber das Leben läuft nun mal nicht so wie man es sich wünscht.

Ich meine, es hätte ruhig mit mir passieren können.

Ich hatte oft diesen Albtraum.

Ich war auf dem Weg zurück nach Hause, als plötzlich ein schwarzes Auto auf mich zukam. Ich wollte noch auf die andere Seite der Straße rennen, doch ich war zu langsam. Im nächsten Moment prallte ich mit meinem Kopf auf die vordere Scheibe. Ich starb an Genickbruch.

So war es ziemlich genau auch mit Edward zugegangen. Ich habe gelernt, damit zu leben, aber ich lebe ohne Sinn.

Mein scheiß Leben.

Ich weis nicht, wie lange ich noch so leben könnte. Nicht lange.

Ich habe genug.

Ich streiche sanft über den Grabstein, in dem 'Edward Grimes'  eingraviert ist.

Meine Jackentasche ist schön warm, und ich weiß, dass sich darin etwas Kleingeld befindet.
Damit könnte ich eine kurze Busfahrt bezahlen. Ich greife geradezu danach, denn ich will so nicht leben.

,,Bis gleich, Ed, warte auf mich."

Ich streiche nochmal über den verfluchten Grabstein.

Etwa 50 Meter entfernt ist eine Bushaltestelle und ich mache mich auf den Weg zu ihr.

Der Bus Plan ist dreckig, aber ich erkenne doch, dass ein passender Bus um acht Uhr kommt. Ich setze mich auf die Bank und warte.

Meine Handy Uhr sagt mir, dass ich noch eine Minute warten muss, bis mein Bus kommt. Perfektes Timing.
Ich warte, aber ich will nicht mehr warten.

Nach gefühlten drei Jahren kommt endlich der Bus.

Kein Mensch sitzt im Bus. Ich verkrieche mich in der vorletzten Reihe. Zum Glück hat mich der Busfahrer nicht erkannt, denn dann hätte ich es schon jetzt hinter mich gebracht.
Das was ich gleich tun werde.
Aus dem Fenster sehe ich, dass es dunkel wird.

Es ist der 16 Oktober. Heute bin ich 23 geworden. Edward auch, und ich gehe ihn gleich besuchen. Und zwar für immer.

Edward starb an unserem 22 Geburtstag. Er wollte mir Morgens eine Freude machen, indem er mir Sushi besorgte.
Dann kam um die Ecke dieses Auto. Er ist nur wegen mir gestorben.

Ich setze meine Kopfhörer auf und genieße die Stille der Musik.

Ich steige aus, wie in jedes Fahrzeug, in das ich einsteige.

Ich gehe, wie immer, wenn ich auf einem Gehweg bin.

Ich renne, wie immer,wenn ich genug hab.

Ich renne, um irgendwo hinzukommen.

Eine stille Träne rennt über meine Wange.

Sei stark Jawn, sei stark.

Immer dieses Starksein. Ich hasse mein Leben.
Ich hasse mein Leben.
Ich hasse mein Leben.
Ich hasse mein scheiß verdammtes Leben seid einem Jahr. Ich hasse es.

Ich wiederhole die ganze Zeit denselben Gedanken in meinem Kopf. Ich hasse das, was ich seit meiner Geburt habe und jetzt immer noch.
Mein Leben.

Ich hatte noch etwas, aber jetzt nicht mehr. Eddy.

Endlich habe ich meinen Zielort erreicht.

Eine Klippe. Ich renne zu ihr und gucke nach unten. Schön tief! Ich lächle und schreie. Nicht weil ich traurig bin. Nein, es ist pure Vorfreude. Ich habe so lange auf den Moment gewartet. Ein ganzes Jahr.
Endlich ist es soweit. Niewieder irgendwelche Interviews halten. Ich denke vor allem an ein Interwiev zurück.

,,Hey, heute haben wir endlich mal John Grimes ins Studio gekriegt. Also der John von Jedward."

Junge, es gibt kein Jedward mehr. Ich bin nur noch einer und das Edward kannst du weglassen. Dann bleibt das J. Ein einziges trauriges J.

,,Hallo"
,,Wie geht es ihnen so?"

Wie sollte es mir schon gehen?
Dreckig, vor einer Woche ist mein Zwillingsbruder gestorben.

,,Scheiße??"
Der Interviewer runzelte die Stirn.
,,Na dann, gehen wir in die nächste Frage über: Ist Jedward jetzt für immer zerstört? Also hast du nicht vor selber ein Lied aufzunehmen?"
,,Nein?"
,,Schade. Für die nächste Frage müssen sie mir sagen: Wollen sie über den Tod ihres Bruders reden? Oder lieber nicht?"
,,Ich rede nicht gerne darüber."
,,Oh, das ist aber schade!"
,,Aber tun sie ihre Arbeit. Fragen Sie das was sie fragen wollen."
,,Sicher?"
,,Ja"
,,Na, wenn sie einverstanden sind... Was waren Edwards letzten Worte?"
,,Ich hab dich auch lieb"
,,Das waren also seine letzten Worte?"
,,Wahrscheinlich. Vielleicht hat er mir, während ich geschlafen habe Alles Gute zum Geburtstag gewünscht."
,,Warum ist er gestorben?"
,,Er wurde wortwörtlich überfahren."
,,Wie haben sie darauf reagiert?"
,,Ich habe gedacht, es war nur ein kleiner Scherz."
,,Hätten sie sich geopfert? Also wären sie für ihn gestorben?"
,,Das ist die dümmste Frage meines Lebens. Natürlich ja."
Meine Augen wurden ungewollt feucht.
,,Alles OK?"
,,Ja, alles OK."
,,Sollen wir weitermachen?"
,,Ja"
,,Was war das letzte was sie Edward gesagt haben?"
,,Ich hab dich lieb"
Ich spürte eine Träne auf meiner Wange, die ich aber ziemlich schleunigst wegwischte.
,,Entschuldigung. Liegt es an mir? Habe ich irgendwas falsches gesagt?"
,,Sie brauchen sich nicht zu entschuldigen. Sie tun nur ihre Arbeit."
Er beugte seinen Körper über mich und flüsterte mir ein kaum hörbares 'Herzliches Beileid' ins Ohr. Ich nickte und grub mein Gesicht in meine Hände.
,,Also, ich glaube das war's für heute. Tschüss John!"

Ich ging aus dem Studio und dachte mir, warum ich überhaupt eine Woche nach dem Tod meines Bruders in ein Interwiev eingeladen werde.
Das war das dümmste Interwiev aller Zeiten.

Ich bereue nichts, aber auf dieses Interview wäre ich lieber nicht gegangen.
Doch im Moment juckt mich das überhaupt nicht. Ich gehe ein Stück zurück, atme noch einmal tief durch und nehme Anlauf.

Ich springe.


Gleich bin ich bei dir, Eddy, du musst mich nur auffangen.

Ende
 
 
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