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Don't leave me

OneshotFreundschaft, Schmerz/Trost / P12 / Gen
Rosemarie "Rose" Hathaway Vasilisa "Lissa" Dragomir
01.01.2015
01.01.2015
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Lissas Sicht

Ich saß in meinem Zimmer und fühlte mich schlecht.  Ich war eine schlechte Freundin. Die ganze Zeit habe ich nicht gemerkt was Rose für Wächter Belikov empfand. Und jetzt ist er Tod. Ich konnte ihn aber auch nicht zurück hohlen. Ich konnte es einfach nicht. Heute war Rose 18 Geburtstag und ich hatte das Gefühl sie würde uns verlassen. Mich verlassen. Ich konnte es spüren, obwohl das Band nur in eine Richtung ging. Seit dem Tag an dem Sie sagten, seine Leiche wäre verschwunden, wusste ich es.  Ich verließ mein Wohnheim und machte mich auf den Weg zu, den Toren. Zwischen den Bäumen dort blieb stehen. Ich sah Rose dort vorn. Sie blieb stehen und drehte sich zu mir um. „Hey“, sagte sie. „Hey“, erwiderte ich und schlang meine Arme um sie. Es war kühl, aber ich versuchte es, zu ignorieren. Ich musste Rose davon abhalten zu, gehen. Egal wie. „Ich wusste es“, sagte ich. „Seit dem Tag, an dem sie sagten, seine Leichnam sei verschwunden. Irgendetwas sagte mir, dass du das tun würdest. Ich habe nur gewartet“. Es war die Wahrheit. Denn ich hatte ein Gespräch von ihm und ihr mit gekriegt. Als es um das Thema Strigoi ging. Sie wären beide lieber Tod als, als Strigoi zu leben. Doch nun war er einer. Ein Strigoi. „Kannst du jetzt meine Gedanken lesen?“, fragte Rose kläglich. „Nein, ich kann nur dich lesen. Endlich. Ich kann nicht glauben, wie blind ich war. Ich kann nicht glauben, dass es mir nie aufgefallen ist. Victors Bemerkung … er hatte recht.“ Ich schaute für den Moment in den Sonnenuntergang. Ich hatte wirklich gedacht, dass Victor nun völlig durchdreht und lügt. Ich wandte meinen Blick wieder zu Rose. In mir blitze die Wut auf. Sie ist meine beste Freundin und hatte mir dennoch nichts von ihren Gefühlen erzählt. Wir erzählten uns doch sonst immer alles.



Rose wusste jedes Kleine bisschen über mich. Seit unserer Kindheit sind wir unzertrennlich. Meine Eltern wollten sogar, dass sie meine Wächterin wurde. Und ich wollte es auch. Mehr als alles andre. „Warum hast du es mir nicht gesagt?“, rief ich deshalb. „Warum hast du mir nicht gesagt, dass du Dimitri geliebt hast?“, schrie ich schon förmlich. Sie starrte mich an. „Ich konnte es niemandem erzählen“, war ihre Antwort. Das traf mich und ich spürte einen Stich in meinem Herzen. Ich war doch ihre beste Freundin.  Ich hätte sie doch niemals verraten. „Ich bin deine beste Freundin, Rose. Wir haben alles zusammen durchgestanden. Denkst du wirklich, ich hätte es verraten? Ich hätte es immer geheim gehalten.“  Sie schaute zu Boden. „Das weiß ich doch. Ich habe nur … ich weiß nicht. Ich konnte nicht darüber reden. Nicht mal mit dir. Ich kann es nicht erklären“. In mir stellte sich die Frage, wie ernst ihre Beziehung gewesen war. War nur Rose am Schwärmen oder war er auch verliebt?  „Wie …“, begann ich. Doch ich konnte die Frage nur denken. Ich war zu überfordert mit der Situation. „Wie ernst war es? Warst nur du oder …?“ „Wir waren es beide“, sagte Rose. „Er hat genauso empfunden. Aber wir wussten, dass wir nicht zusammen sein können, nicht mit dem Altersunterschied … und, nun ja, nicht wenn wir dich beschützten sollten“ Das mit dem Altersunterschied war mir bewusst. Aber wie meinte sie denn andren Teil? Ich runzelte die Stirn. „Wie meinst du das?“, fragte ich sie.

„Dimitri sagte immer, dass wenn wir eine Beziehung hätten, uns mehr darum sorgen würden, einander zu beschützen, als dich zu beschützen. Wir konnten das nicht tun“, antwortete Rose. Ich fühlte mich mit einem Mal, unendlich schuldig. Rose und Dimitri mussten nur wegen mir auf ihre Gefühle verzichten.  Das hatte ich nicht gewollt. Ich wollte immer, dass Rose glücklich ist. Sie war doch wie eine Schwester für mich. „Es ist nicht deine Schuld“, sagt Rose hastig. Aber, mir fiel es schwer das, zu glauben. „Sicher … es hätte eine Möglichkeit gegeben … es wäre kein Problem gewesen …“, fuhr Rose fort und zuckte die Achseln.  „Ich weiß nicht“, murmelte sie.  „Wir haben einfach versucht, uns von einander fernzuhalten. Manchmal hat es funktioniert. Manchmal nicht.“  Ich hatte Mitleid mit Rose aber, ich war auch schrecklich wütend. Sie hätte es mir dennoch erzählen können. Ich wäre für sie da gewesen. Wir hätten bestimmt eine Möglichkeit gefunden. Vertraut sie mir denn gar nicht mehr. Wieso ließ sie mich nicht mehr an ihrem Leben teilhaben?  „Du hättest es mir erzählen sollen“, wiederholte ich deshalb.  „Ich habe das Gefühl, als würdest du mir nicht mehr vertrauen“.  „Natürlich vertraue ich dir“.  „Ist das der Grund, warum du dich davonstiehlst?“ Das war auch etwas, was mich kränkte. Wäre ich dort nicht hingegangen, hätte sie mich ohne ein Wort des Abschieds verlassen. Aber sie darf mich nicht verlassen.

„Das hat nichts mit Vertrauen zu tun“ gestand Rose. „Es geht um mich … nun, ich wollte es dir nicht erzählen. Ich konnte es nicht ertragen, es dir zu sagen, das ich fortgehe, oder zu erklären warum.“  Sie wollte mir nie etwas sagen, das mir Sorgen bereiten könnte. Doch ich machte mir immer Sorgen um sie. Rose zieht Gefahr magisch an. Ich dachte wieder an das Gespräch von ihnen, als wir in Missoula waren. „Ich weiß es bereits“, erwiderte ich. „Ich habe es mir zusammengereimt“. „Wie?“, fragte sie. „Ich war dabei. Im letzten Herbst, als wir mit dem Wagen nach Missoula gefahren sind. Zu diesem Einkaufsbummel. Du und Dimitri, ihr habt über Strigoi gesprochen, dass jemand, der zu einem Strigoi wird, zu etwas Bösem wir … dass es die Person zerstört, die man früher gewesen ist, und einen dazu bringt, furchtbare Dinge zu tun. Und ich habe gehört …“ Ich hatte Mühe es auszusprechen. Da ich mir Rose nicht Tod vorstellen wollte. Denn ich konnte nicht ohne sie Leben. Deswegen hatte ich sie schon einmal unbewusst zurückgeholt. Deswegen ist sie “schattengeküsst“, weil ich nicht ohne sie kann. Ich schluckte und fuhr fort. „Ich habe euch beide Sagen hören, dass ihr lieber sterben würdet, als ein solches Ungeheuer zu werden“.  Nun war es für einen Moment still.  „Ich muss das tun, Liss. Ich muss es für ihn tun“ sagte Rose.



Nein, nein, nein. Sie durfte ihn auf keinen Fall suchen und versuchen ihn, zu töten. Das war Irrsinn. Dabei würde ich sie bloß verlieren. Außerdem konnte sie nicht einfach die Schule hinschmeißen. Wir waren kurz vor unserem Abschluss. Sie musste mich doch, als meine Wächterin, zum College und den Königshof begleiten. „Nein“, sagte ich nun entschieden. „Das brauchst du nicht. Du hast ihm nichts versprochen.“  Das hatte sie nicht. Sie hatten lediglich ihre Wünsche geäußert. Aber, Rose durfte das nicht tun. Sie sollten ihn anders loslassen und nicht ihr eigens Leben aufs Spiel setzten. „Nicht mit Worten, nein. Aber du … du verstehst nicht.“ Ich verstand sie sehr wohl, aber das war der falsche Weg. „Ich verstehe, dass du versuchst, damit fertig zu werden, und dass dies eine ebenso gute Möglichkeit ist wie jede andere. Du musst aber eine andre Möglichkeit finden, ihn loszulassen.“ Doch sie schüttelte den Kopf. „Ich muss das tun“. „Selbst wenn es bedeutet, mich zu verlassen?“, fragte ich sie. Denn das durfte sie auf keinen Fall, mich verlassen.  „Ich muss das tun“, sagte sie noch einmal. „Es tut mir Leid“ Sie wollte mich wirklich verlassen. Ich musste sie, aber aufhalten. Sie würde in ihren eigenen Tod laufen. „Du sollst meine Wächterin werden und mit mir aufs College gehen“, wandte ich ein. „Du bist schattengeküsst. Wir sollen zusammenbleiben. Wenn du mich verlässt ...“ Rose Stimme war gepresst. „Wenn ich dich verlasse, wird man dir einen andren Wächter geben. Zwei Wächter. Du bist die letzte Dragomir. Sie werden dich beschützten.“ Ich wollte, aber nur Rose. Niemand anders sollte meine Wächterin werden.

Wir hatten doch sogar noch die Verbindung. Sie war perfekt und meine beste Freundin. „Aber sie werden nicht du sein, Rose“, sagte ich. Ich sah in ihre Augen. Sie musste doch bei mir bleiben. Ich war nichts ohne Rose ohne sie würde es nicht dasselbe sein. In diesem Moment benutzte ich Zwang. Denn es war meine letzte Chance sie zum bleiben, zu bewegen. Sie wehrte sich und war stärker. „Hör auf damit!“, brüllte Rose und wandte sich ab. „Benutz keinen Zwang gegen mich. Du bist meine Freundin. Freunde benutzen ihre Macht nicht gegeneinander.“  Jetzt reichte es mir. „Freunde verlassen einander nicht“, blaffte ich zurück. „Wenn du meine Freundin wärst, würdest du das nicht tun.“  Doch sie tat es. Was sie tun wollte, war Selbstmord. Purer Selbstmord und ich brauchte sie. Rose. Meine Freundin. Und niemand anderen.  Jetzt wurde auch Rose zorniger. „Es geht nicht um dich okay? Diesmal geht es um mich. Nicht um dich. Mein ganzes Leben lang, Lissa … mein ganzes war immer das Gleiche. Sie kommen zuerst. Ich habe mein Leben für dich gelebt. Ich habe mich dazu ausbilden lassen, dein Schatten zu sein, aber weißt du was? Ich will jetzt zuerst kommen. Ich muss mich ausnahmsweise einmal um mich selbst kümmern. Ich bin es müde, für alle anderen zu sorgen und beiseiteschieben zu müssen, was ich will. Dimitri und ich haben das getan, und schau dir an, was jetzt geschehen ist. Er ist fort. Ich werde ihn nie wieder im Arm halten. Jetzt bin ich es ihm schuldig, das zu tun. Es tut mir leid, wenn es dich verletzt, aber dies ist meine Entscheidung!“ Sie hatte diese Worte geschrien.



Ich war schockiert und starrte sie an. Rose hatte mich sehr verletzt. Ich spürte, wie mir die Tränen über die Wangen liefen. Wieso verstand sie nicht, dass Dimitri tot war. Und da begriff ich es. „Du liebst ihn mehr als mich“, sagte ich kleinlaut.  „Er braucht mich jetzt“, sagte Rose. Nein ich brauche sie. Ich brauche sie bei mir. Als Freundin und Wächterin. „Ich brauche dich. Er ist tot, Rose.“  Doch sie schob ihren Ärmel hoch und machte dann das chotki ab. Dies trug nur der Wächter, der Familie Dragomir. Und sie war doch meine Wächterin. Zögerlich nahm ich es entgegen. „Wofür ist das?“, fragte ich sie. „Ich kann es nicht tragen. Es ist für den Wächter eines Dragomir bestimmt. Ich werde es wieder an mich nehmen, wenn ich …“„Wenn ich zurückkomme.“ Meine Hände schlossen sich um die Perle. Ich versuchte es noch ein letztes Mal. „Bitte, Rose. Bitte, verlass mich nicht “„Es tut mir leid“, sagte Rose. Ich fing an zu weinen. „Es tut mir wirklich leid.“ Das waren die letzten Worte, die sie an mich richtete. Dann ließ sie mich einfach stehen und ging zum Tor. Die Wächter ließen sie durch. Sie hatte mich wirklich verlassen. Die Tränen liefen immer weiter. Sie war gegangen. Meine beste Freundin.  Rose. Meine Wächterin. Sie hatte mich einfach verlassen.

Wie war es?
Ich hoffe es hat euch gefallen.
Ich wünsche euch einen frohes neues Jahr 2015.
Über Reviews mit euer Meinung würde ich mich sehr freuen.
Liebe Grüße Julia
Liebe
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