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Remember

KurzgeschichteSchmerz/Trost, Liebesgeschichte / P12 Slash
Yuki Sakurai Zess (Luka Crosszeria)
30.12.2014
30.12.2014
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Remeber

„Luca? Was hast du denn? Was ist los?“, fragte ich meinen Liebsten. Gerade noch hatte er mich in seinen Armen gehalten, dann hatte er mich plötzlich, sanft aber bestimmend, von sich weggeschoben. Nun hatte er sich Schützend vor mir aufgebaut, das schwarze Schwert kampfbereit in der Hand, während seine silbernen Augen die Nacht absuchten.
Ein Schauder durchlief mich, als ein kalter Wind um uns herum blies. Das kleine Lagerfeuer, welches vor mir flackerte, konnte mich kaum wärmen. Zu sehr hatte ich mich an die Wärme seines Körpers gewöhnt, welche nun plötzlich weg war.
„Luca?“, er hatte mir noch keine Antwort gegeben, was mich nervös machte. War ein Feind in der Nähe?
„Mach dir keine Sorgen. Ich habe eben geglaubt, eine andere Anwesenheit zu fühlen. Doch wer immer es auch war, ist nun wieder weg“, sagte er. Seine sanfte Stimme, liess mich sofort ruhiger werden, und die aufkommende Furcht, wurde im Keim erstick.
„Dann komm wieder her, zu mir. Es ist so kalt ohne deine Arme“, bat ich, als er dennoch vor mir stehen blieb. Doch meine Worte zeigten Wirkung, endlich drehte er sich wieder mir zu. Seine wundervollen Augen glänzen selbst  in diesem schwachen Licht liebevoll. Eine Welle des Glücks durchfuhr mich, als mir klar wurde, dass dieser Mann nur mich so ansah und wurde dadurch noch verstärkt, als er sich wieder neben mir nieder liess und mich an sich zog. Mit einem zufriedenen Seufzen schmiegte ich mich fester an den Duras. Ja hier gehörte ich hin.
Nach einer Weile begann es leise zu prasseln und wurde rasch immer wie lauter. Verwirrt löste ich mich etwas von Luca und sah mich um, allerdings konnte ich ausser den Bäumen, welche uns am nächsten waren, kaum etwas erkennen.
„Hat es zu regnen begonnen?“, fragte ich und hob meinen Blick, zum Blätterdach hoch, welches so dicht war, das er Nachthimmel nicht zu erkennen war. Oder war er einfach so Wolken verhangen?
„Ja und es wird noch heftiger werden“, Lucas Stimme hatte einen nervösen Unterton angenommen, dieser war zwar kaum zu hören, doch ich kannte ihn gut genug um dies zu bemerken. „Lass uns von hier verschwinden“.
„Aber warum denn? Der Wald hier ist so dicht, dass er selbst heftigeren Regen abhält. Hier würden wir im trockenen sein und hätten es warm“, fragte ich verwirrt. Doch er Duras hatte sich bereits erhoben und mich mit gezogen. Sehsüchtig starrte ich zum kleinen Feuer hinüber.  Da faste er mich sanft am Kinn und drehte mein Gesicht zu sich.
„Vertrau mir, es ist besser wenn wir von hier verschwinden. Keine Angst vor der Dunkelheit, ich werde dich führen“, dabei leuchteten seine Augen beschwörend. Seufzend löste ich seine langen Finger von meinem Kinn und verschränkte sie mit meinen. Als ob ich ihm nicht vertrauen würde.
Das Feuer war zwischen den Bäumen verschwunden und die Finsternis wurde so dicht, dass ich nicht mal meine Hand vor Augen sehen konnte. Doch dies breitete mir keine Angst. Wenn er bei mir war, dann würde nicht einmal die tiefste Dunkelheit mir Angst bereiten, denn ich wusste, dass er mich sicher hindurch führen würde. In dieser tiefen Dunkelheit, war er mein Augenlicht.
„Na gut, wenn du meinst“, gab ich nach. So lange er bei mir war, wäre es egal wo wir hingingen.
Luca verschränkte unsere Finger noch etwas fester, ehe er los ging und mich sanft mit sich zog. Er schien es eilig zu haben, was mich leichte beunruhigte. Sonst brachte beinahe nichts Luca ausser Fassung. Was war denn nur los?
Gerade als ich Fragen wollte, da wurde der finstere Wald für einige Sekunden grell erleuchtete, ehe wir wieder in tiefes Schwarz getaucht wurden. Beinahe sofort zerriss ein lauter Knall die Stille.
Als es wieder Blitze wurde mir Lucas Hand  plötzlich entrissen, als er herumwirbelte und zurück zur Stelle, von wo wir gekommen waren, blickte. Ich folgte seinem Blick, als ein ohrenbetäubender Knall die Nacht zerfetzte. Und plötzlich konnte ich es aus der Ferne rot leuchten sehen. Mir wurde übel.
„Das ist zu früh“, hörte ich Luca murmeln, ehe er sich wieder mir zu drehte und mich auf seine Arme lud. „Wir müssen hier sofort weg!“.
Panisch klammerte ich mich an meinen Liebsten fest, während er durch den Wald schoss, weg vor dem Feuer, welches sich rasch ausbreite. Doch dann plötzlich,  durchschnitt wieder ein Blitz den Himmel und tauchte die Bäume direkt vor uns in lodernde Flammen.


Erschrocken fuhr ich hoch und blickte mich hektisch um. Ich sass in meinem Bett in meinem Zimmer vom Tasogarekan, kein Feuer oder sonst was gefährliches.
Der Blitzeinschlag und das Feuer welches darauf ausbrach war das einzige vom Traum, an was ich mich noch erinnern konnte und es kam mir so vor, als ob ich den gleichen Traum schon mal gehabt hatte. Auch hatte ich das vertraute Gefühl irgendetwas, sehr wichtiges, vergessen zu haben.
Ich grübelte angestrengt vor mich hin, um endlich heraus zu finden, weshalb diese Träume, welche mir doch so wichtig erschienen, immer sofort vergessen wurden. Als das Zimmer plötzlich hell erleuchtet wurde, sofort gefolgt von einem Donner, der das gesamte riesige Gebäude bis in seine Grundfesten erzittern liess.
Ich schrie auf und presste mich ängstlich an die Rücklehne des Himmelbettes, die Decke bis zur Nase hochgezogen. Seit ich denken konnte fürchtete ich mich vor Gewitter. Das Gewitter schien also nichtbloss ein Traum gewesen zu sein.
Da flog die Tür auf und eine grossgewachsene Gestalt kam ihn mein Zimmer gestürmt. Luca.
„Yuki? Was ist los? Ist irgendetwas passiert? Hast du schlecht geträumt?“, seine Worte waren voller Sorge, so wie immer, wenn es mir nicht gut ging und dies gefiel mir nicht. Niemand sollte sich um mich Sorgen, vor allem Luca nicht. Er tat sowieso schon so viel für mich. Er war immer für mich da, schenkte mir immer wieder neuen Mut und tröstete mich wenn es mir schlecht ging. Er gab sich für mich völlig auf. Da sollte er sich auch noch Sorgen um mich machen.
„Mir geht es gut, bitte mach dir keine Sorgen um mich“, sagte ich und hoffte das er mir glauben würde, zur Bestärkung meiner Worte versuchte ich zu lächeln, was mir jedoch kaum gelang.
Zu allem Überfluss wurde das Zimmer wieder hell erleuchte und fast zeitgleich folgte ein gewaltiger Donner, welcher noch hefiger war, als der gerade eben.  Ich zuckte heftig zusammen, und zog mir die Decke vors Gesicht.
Plötzlich fühlte ich, wie sich meine Matratze leicht bewegte und mir wurde sanft die Bettdecke entwendetet. Luca hatte sich auf meinem Bett niedergelassen und sah mich sanft an.
„Fürchtest dich noch immer vor Gewittern?“, fragt er leise und rutschte etwas näher zu mir heran. Sanft wischt er mir mit einem Finger über die Wange und erst jetzt bemerkte ich, dass meine Augen feucht waren.
„ Es tut mir leid, ich weiss dass das kindisch ist. Du hältst mich bestimmt für eine Angsthasen“, meinte ich leise und wandte meinen Blick ab. Ich getraute mich nicht ihn an zu blicken, dafür war mir das ganze viel zu peinlich. Welcher Sechzehnjähriger fürchtete sich schon vor Gewitter?
„Das würde ich niemals tun. Ich weiss, wie mutig du sein kannst. Und hör auf dich für solche Dinge zu entschuldigen oder dich schlecht zu machen, jeder Mensch fürchtet sich vor irgendetwas. Selbst wir Duras können Furcht empfinden, es ist also nichts für was du dich zu schämen brauchst“, wie immer hatten Lucas Worte eine unglaubliche Auswirkung auf mich und ich fühlte wie ich ruhiger wurde.
„Was Wirklich? Duras können Angst haben? Heisst das auch du Fürchtest dich vor etwas?“, fragte ich und war völlig verwundert. Bisher war mir Luca immer so furchtlos erschienen. Ich konnte kaum glauben, dass er die Angst kannte.
„Ja das tut ich. Allerdings kann ich dir nicht sagen vor was. Es würde dich bloss erschrecken“, sagte er leise und ich glaubte einen leichten Wehklang darin zu erkennen.
Doch ehe ich nachfragen konnte, liess ein erneuter Donner das Tasogarekan erzittern und ich presste fest meine Augen zusammen und spannte mich an.
„Doch für fast alle Ängste gibt es Mittel um sie zu nehmen oder zumindest zu Stillen“, hörte ich Luca sagen und fühlte wie er mich sanft an den Armen fasste und ehe ich mich versah, zog er mich an sich und legte seine Arme um mich. Sofort wurde ich ruhiger.
Ein neuer Donner grollte und ich drückte mich noch etwas enger an Luca, auch wenn mich das laute Grollen auf einmal kaum noch ängstigte. Hier in den Armen des Duras fühlte ich mich sicher und geborgen und mir war, als ob mir hier nichts geschehen würde.
Ich wurde allmählich immer wie ruhiger und je ruhiger ich wurde desto mehr wurde mir Lucas Nähe bewusst. Hatte er immer schon so unglaublich gut gerochen?
Mein Herz schlug noch immer einiges schneller als sonst, doch nun war es nicht mehr aus Angst, sondern hatte viel mehr mit der Nähe von Luca zu tun. Noch nie war ich  ihm so nahe gewesen wie jetzt. Und dennoch..
Und dennoch, kam es mir so vertraut vor. So als ob, dies nicht das erste Mal wäre, dass er mich festhielt. Auch sein Geruch kam mir bekannt vor, obwohl ich hätte schwören können, das ich diesen noch nie so intensiv war genommen hatte wie jetzt.
Plötzlich verschwamm mein Sichtfeld und ein Bild schob sich vor mein Inneres Auge. Luca sass mir gegen über und musterte mich mit seinen silbernen Augen. Sonnenstahlen, schimmerten in seinem Haar. Sonnenstrahlen? Dann streckte er plötzlich eine Hand nah mir aus und schob mir eine Lange Strähne hinter das Ohr. Moment, lange Strähne?
„Du brauchst dich nicht zu fürchten, ich werde dich beschützen Immer“, sagte Luca sanft und zog mich dann fest an sich.

Dann verschwamm das Bild wieder und plötzlich, befand ich mich wieder im dunklen Zimmer und wurde von Luca fest gehalten. Völlig verwirrt schüttelte ich meinen Kopf. Was war das denn gewesen? Eine Vision oder ein Blitztraum? Gab es so was überhaupt?
„Yuki? Alles okay mit dir? Du warst so angespannt“, Luca klang besorgt, schon wieder. Ich unterdrückte einen Seufzer, warum musste ich den Menschen, welche mir am wichtigsten waren nur immer wieder Sorge breiten?
„Ja mir geht es gut, ich muss wohl rasch eingeschlummert sein. Anscheinend bin ich müder als ich gedacht hatte“, meinte ich.  Dies war nicht gelogen, denn ich wusste noch immer nicht, was die Bilder von vorhin zu bedeuten hatte, daher schob ich es lieber auf einen Traum. Es reichte, wenn ich mir bereits den Kopf drüber zerbrach. Und vielleicht war es wirklich nichts anders gewesen, da wollte ich nicht noch unnötige Sorgen verbreiten.
„Dann solltest du schlafen“, gab Luca zur Antwort und wollte mich von sich wegschieben, doch in dem Moment krachte es wieder, ich vergrub meine Finger an seinem Hemd und presste mein Gesicht an seine Brust.
„Keine Angs, Yuki“, sagte Luca sanft und  seine langen Finger lösten die Meinen vorsichtig von seinem Hemd. „Ich werde nicht weggehen. Du kannst ruhig schlafen. Keine Angst“.
Ich löste mein Gesicht von seiner Brust und betrachtete ihn. Seine Augen funkelten mit einer unglaublichen Überzeugungskraft, so dass ich einfach nicht anders konnte, als ihm zu vertrauen.
Diesmal liess ich es zu, als er mich von sich schob und mich sanft auf das Bett zurück drückte. Liebevoll deckte der Duras mich zu und streckte sich dann neben mir aus.  Sanft strich er mit seinen Fingern über meine Wagen. „Schlafe“.
„Ich danke dir Luca. Danke, dass du immer für mich da bist“, flüsterte ich gerührt und sah zu ihm hoch. Sanft bedeckte ich seine Hand, welche noch immer auf meiner Wange ruhte, mit meiner.
„Du brauchst dich dafür nicht zu bedanken Yuki. Ich tue dies weil ich es will. Ich werde dich nicht verraten“, antwortete er.
„Luca...“, murmelte ich doch meine Stimme verlor sich im Nichts, als mich die Müdigkeit übermannte.  Wie ungewöhnlich. In einer Gewitternacht sass ich meistens wach im Bett und wartete drauf dass es vorüber zog. Doch wenn Luca bei mir war, fürchtete ich mich kaum noch davor, stattdessen fühlte ich mich so unglaublich sicher.  Luca konnte wirklich wahre Wunder vollbringen.
„Schlafe“, flüsterte er wieder und ein Arm schob sich unter meinen Körper, sanft wurde ich wieder an den Körper des Duras gezogen. Ich seufzte zufrieden.
Ein leises regelmässiges Trommeln, drang an mein Ohr und ein glückliches Lächeln schlich sich auf mein Gesicht. Es war mir schon immer klar, dass Luca ein Herz besass, ganz so wie ein Mensch, daran hatte ich niemals gezweifelt.
Auch Hotsumas verächtliche Bemerkungen das Duras, dämonenähnliche Wesen, so was nicht besitzen konnten, egal wie sie nun waren, konnte mich davon abbringen. Denn nur ein Wesen mit Herz konnte so liebevoll sein wie Luca. Duras waren uns also gar nicht mal so unähnlich, zumindest Luca nicht.
Mit diesem Trommeln im Ohr und in starken Armen liegend, schlief ich schliesslich endlich wieder ein.

Ich befand mich auf einer Sonnenbeschienen Wiese, welche mit bunten Blumen übersäht war. Um mich herum Befand sich Wald und in der Ferne konnte ich einen Bach rauschen hören. Vögel zwitscherten fröhlich vor sich hin.
Ich hatte mich in der Mitte der Wiese gesetzt, einen Haufen gepflückter Blumen vor mir und flechtete daraus vorsichtig einen Blumenkranz.  Ich liebte Blumen und steckte sie mir auch gerne einzeln ins Haar, doch heute wollte ich mal etwas anders versuchen.
Ein sanfter Wind stieg auf und blies über die Wiese. Ein paar der gepflückten Blumen wurden hoch gewirbelt und tanzen um mich herum wieder zu Boden. Lächelnd sammelte ich sie wieder ein, als ich aus den Augenwinkeln eine Bewegung wahrnahm und erschrocken herumfuhr.
Zwischen den Bäumen trat eine hohe Gestalt hervor und betrat die Wiese. Ich atmete erleichtert auf, aber dennoch begann mein Herz zu rasen.
„Habe ich dich erschreckt? Tut mir leid, dass wollte ich nicht. Ich habe mich angekündigt bevor ich die Wiese betreten hatte“, Luca kam zu mir hinüber und liess sich neben mich in das Gras sinken. Ich grinste verlegen.
„Oh, das habe ich nicht gehört, ich war voll zu sehr in den Blumenkranz vertieft. Und keine Sorge, du hast mich nicht erschreckt, zumindest nicht fest“, sagte ich und blickte hoch in sein schönes Gesicht. Er lächelte.
„Dann bin ich ja froh“, meint er und sein Blick blieb an meinem Haar haften. „Ich dachte du wolltest einen Kranz weben“.
Verwirrt blickte ich zu ihm auf, was hatte er denn? „Ja wollte ich. Was ist denn?“.  Stimmte was nicht?
„Deswegen. Das  war in deinem Haar“, sanft zog mir Luca was aus meinem langen Haar und legte mir ein kleines Gänseblümchen in die Hände.
„Oh, das muss wohl in meinem Haar hängen geblieben sein, als der Wind, vorhin, die Blumen aufgewirbelt hatte“, meinte ich und fuhr mit dem Finger ganz vorsichtig über die zarte Blume.
„Sind sie nicht Hübsch, die Gänseblümchen?“, murmelte ich gedankenverloren, während ich die Blume Vorsicht umher drehte.
Da legte ich Lucas Hand in meine. Er nahm mir die Blume aus der Hand und legte sie zu den andern, dann faste er sanft mein Kinn und zog es hoch, so dass ich ihn an blickte
„Bei weitem nicht so schön wie du“, meint er und seine silbernen Auge leuchteten. Ich spürte wie ich rot wurde und wollte mein Gesicht anwenden, doch Lucas Griff hielt mich sanft zurück.
„Du übertreibst masslos“, meinte ich und wandte meinen Blick ab. Luca schüttelte seinen Kopf.
„Nein tue ich nicht. Du musst dringend lehren, dich zu anerkennen. Du bist wunderschön“.
„Nicht so schön wie du“, wollte ich gerade erwidern, als Luca mein Gesicht noch etwas näher an seines zog, vorsichtig kam er mir noch etwas entgegen. Meine Augen schlossen sich flatternd und dann verschlossen seine Lippen sanft die Meinen.


Ich riss meine Augen auf und setzte mich auf. Sonnenstrahlen schienen durch die grossen Fenster meines Zimmers. Staub tanze darin.
Gedankenverloren, betrachtete ich die glitzernden Partikel, während ich meinen Gedanken nachging. Als erste Mal konnte ich mich an einen Traum erinnern. Luca war bei mir gewesen.
„Hast du gut geschlafen?“, fragte mich eine sanfte Stimme und spürte ich eine leichte Bewegung neben mir, ich blickte erschrocken auf. Luca.
„Ja habe ich. Danke nochmal, dass du hergekommen bist“, bedankte ich mich und versuchte das aufkeimende Kribbeln in mir zu unterdrücken. Was war den los mit mir? Ich kannte dies Kribbeln zwar, doch es war noch nie so heftig gewesen.
„Nichts zu danken. Ich habe es gerne getan“, sagte er und begann dann zu lächeln. „Was hast du den geträumt, du hast so glücklich ausgesehen“.
Bei dieser Frage regte sich etwas in meinem Kopf und mit einem Schlag kamen noch die restlichen Details des Traums in meine Erinnerung zurück, und ich fühlte wie ich rot wurde.
Im Traum hatte Luca mich geküsst, ein sehsüchtiges Kribbeln bereitete sich in meinem Buch aus und ich wandte rasch mein Gesicht ab. Wie peinlich.
„Ähh, tut mir leid, ich kann mich nicht mehr daran erinnern“, wich ich ihm aus. Ich konnte ihm doch unmöglich vom Traum erzählen, was würde den über mich denken. „Ich muss zur Toilette“.
Rasch stand ich auf und eilte aus dem Zimmer hinaus ohne auf eine Antwort von Luca ab zu warten. Hoffentlich würde er nicht misstrauisch werden, doch mir war gerade selbst klar, dass ich mich gerade sehr verdächtigt benahm. Luca würde bestimmt merken das was nicht stimmte und sich wieder Sorge machen.  
„Guten Morgen, Yuki. Hast du gut geschlafen?“, ich zuckte erschrocken zusammen, ich war so in meinen Gedanken versunken gewesen, dass ich die Welt um mich herum gar nicht wahrgenommen hatte.
„Ach, guten Morgen, Tsukumo. Ja hab ich, danke. Und du?“, der weisshaarige Wächter hatte sich an die Wand neben einer Tür gelehnt, welchem wie ich wusste, zu Toukos Zimmer gehörte.
„Ja ich auch. Bist du auch auf dem Weg zum Frühstück?“, er löste sich von der Wand und kam zu mir hinüber.
„Äh ja bin ich“, sagte ich rasch, der Toilettenbesuch war nur eine Ausrede gewesen um möglichst rasch von Luca weg zu kommen. Schlechtes Gewissen nagte an mir, als ich daran dachte, wie er sich nun wohl fühlte. Ich wollte ihn doch nicht verletzen.
„Yuki, alles in Ordnung?“, Tsukumos graue Augen musterten mich leicht besorgt. Wieso machten sich alle hier bloss immer Sorgen um mich? Ich wollte dies nicht!
„Ja mir geht es gut, ich war nur in Gedanken versunken, du brauchst dir keine Sorgen zu machen“, sagte ich rasch um den Zweilt die Sorgen  zu nehmen.
„Du weisst, dass du immer zu Touko und mir kommen kannst, wenn es dir nicht gut geht, oder?“, auch wenn seine Stimme und Gesicht ruhig und gelassen wirkte, wusste ich das er es ernst meinte. Ich nickte.
„Ja, das weiss ich. Danke dafür“, bedankte ich mich  und lächelte. Es war schön zu wissen, dass man jemanden zum Reden hatte. Doch im Moment, wolle ich mir erst selber drüber klar werden.
„Komm lass uns zum Speisesaal gehen, Tooma wird bestimmt bald auftischen. Ausserdem habe ich Hunger. Ich habe heute noch nichts gegessen, noch nicht mal Knapperzeugs, ich habe keine Lust schon wieder einen Vortrag von ihm anhören zu müssen“, bei den letzten Worten verdrehte er seine Augen und ich kicherte.  Tsukumos Vorliebe für Süssigkeiten und Knabbereien, war Tooma, dem Koch des Tasogarekan, ein Dorn im Auge, weshalb er „Das Ohr Gottes“, gerne darauf hinwies, dass dieser sich gesünder ernähren sollte.
„Wolltest du denn nicht auf Touko warten?“, fragt ich wandte mein Blick zu Tür hinüber, doch ihr jüngerer Bruder schüttelte den Kopf.
„Wie ich sie kenne, wird sie wohl noch etwas länger schlafen. Sie ist gestern erst spät in Bett, weil sie noch ein paar Serien schauen wollte. Und sie kennt den Weg zu Speisesaal“.
Ich willigte ein und folgte Tsukumo zum grossen Saal. Dort waren bereits  Hotsuma und Shusei.
Der Blonde hatte sich vor seinem Partner aufgebaut und funkelte diesen wütend an.
„Was heisst hier, du hast keinen Hunger? Fängt das schon wieder an?“,  seine minzfarbenen Augen funkelten geradezu furchterregend, doch Shusei schien dem Getobe keine weitere Beachtung zu schenken.
„Ich habe gesagt, ich habe keinen grossen Hunger. Hör doch mal zu“, erwiderte er bloss und stütze seinem Kopf auf dem Arm ab.  Doch Hotsuma schien noch nicht dran zu denken aufzugeben.
„Du isst was auf den Tisch kommt, kapiert? Sonst bringe ich dir ein Essen wieder in die Schule“.
„Oh man, wird hier schonwieder gestritten? Könnt ihr denn nicht einmal friedlich sein?“, eine weitere Stimme meldete sich. Kuroto. Senshirou, sein Partner folgte ihm.
Hotsuma wirbelte herum und betrachtet den schwarzhaarigen Zweilt mit einem wütend Blick. „Halt dich daraus, Milchgesicht. Das hier geht dich nichts an“.
„Was soll man den tun, wenn man euer Gezeter durch das ganze Tasogarekan hört, hmm? Und wenn nennst du hier Milchgesicht?“. Die Spannung zwischen den beiden Wächtern war geradezu zu fühlen. Beide verfügten über ein starkes Temperament, weshalb die beiden öfters aneinander gerieten.
Senshirou packte Kuroto, am Arm und wollte ihn  zu ihren Plätzen hinüber ziehen, doch der schwarzhaarige entzog sich seinem Griff und funkelte „Gottesstimme“, weiterhin böse an.
„Hört doch bitte auf zu streiten. Wir gehören doch alle zusammen und haben alle das gleiche Ziel“, schaltete ich mich ein. Sofort spannten sich die zwei Streithähne an und ihre Blicke huschte zu mir, dann zischten sie verächtlich, wanden ihren Blick ab und gingen zu ihren Plätzen zurück.
Im Grunde genommen, ähnelten sich die beiden ziemlich fest, doch ich konnte mir denken, dass sie das nicht hören wollten.
„Gut gemacht Yuki, ich dachte schon,  ich müsse den beiden Dummköpfen schonwieder mit Strafarbeiten drohen. Die werden es wohl nie lernen“, Tachibana war zu uns gestossen und klopfte mir nun anerkennend auf die Schultern, während er Hotsuma und Kuroto einen bösen Blick zu warf.
Ich wollte gerad etwas erwidern, als Touko in den Saal gestürmt kam und dann stehen blieb. Sie liess ihren Bick durch den Raum gleiten und blieb dann an ihrem Bruder hängen, der sich bereits gesetzt hatte. Wann war er den zu einem Platz gegangen? Ich hatte es gar nicht bemerkt.
„Ach da bist du. Ich habe ich schon gewundert, wo du sein könntest. Wieso hast du denn nicht gewartet?“, fragte sie. Tsukumo zuckte mit den Schultern.
„Tut mir Leid Touko, ich dachte du würdest noch etwas länger schlafen und bin mit Yuki vorgegangen“, erklärte er, worauf Toukos Blick zu mir huschte.
„Ach wenn das so ist, bin ich dir nicht böse“, lächelte sie ihrem Bruder zu und kam dann zu mir, um mich überschwänglich zu Umarmen. „Guten Morgen Yuki, hast du gut geschlafen?“.
Etwas zögernd erwiderte ich ihre Umarmung. „Ja habe ich, danke dir. Und du auch?“.
„Ja habe ich. Oh, Luca, guten Morgen“, sagte sie plötzlich und löse sich von mir. Gerade rechtzeitig, denn als Lucas Namen fiel, fühlte ich, wie sich mein Körper anspannte. Langsam drehte ich mich um.
Der Duras betrat gerade den Speisesaal und er war nicht alleine. Auf seinen Schultern sass ein kleines schwarzes, hasenähnliches Wesen mit Teufelsschwänzchen und Federmausflügeln. Auf der Stirn trug es eine Art Rubin und hatte gelbe Augen. Sodom, Lucas Schutzgeist oder auch Drache.
Als der Kleine mich erblickte quiekte er erfreut und erhob sich von den Schultern seines Meisters, um zu mir zu fliegen.  Er liess sich auf meiner Schulter sinken und rieb seine Nase an meinem Hals, ich streichelte ihn sanft
„Und du Sodom? Hast du auch gut geschlafen? Gehst dir auch gut?“, fragte ich das geflügelte Wesen, welches ein paar Mal laut Quietschte, was ich als Ja ansah.
„Und dir geht es auch gut?“, eine sanfte Stimme, drang an mein Ohr und ich hob meinen Blick. Luca stand vor mir und musterte mich besorgt.
Er trug sein Ärmelloses Oberteil, weshalb die beiden roten Kreuze, auf seinem linken Oberarm, gut zu erkennen waren. Das Brandzess, es war ein Brandmal mit welchem alle Duras, aus der Sippe der Crosszeria gekennzeichnet wurden, da sie vor vielen tausend Jahren ihre Namen an die Menschen verkauft hatten, was in der Welt der Dämonen als Hochverrat galt. Denn wenn ein Duras einem Menschen seinen wahren Namen verriet, so machte er sich zu dessen Diener.
Lucas Brandmal unterschied sich jedoch von Dem der anderen Crosszeria.  Wegen seiner aussergewöhnlichen Stärke, wurde, vor vielen, vielen Jahren, der Dämonenkönig auf Luca aufmerksam. Und um ihm seine Bewunderung zu zeigen, tränkte er Lucas Brandmal mit seinem eigenen Blut, worauf sich dieses rot färbte. Deshalb wurde es auch das Bloodycross genannt, genau wie Luca selbst hin und wieder. Ausserdem gab es ihm auch seinen Decknamen, Zess. Leider wurde Luca durch dieses Ritual aber auch an den Dämonenkönig gebunden. Doch zum Glück, konnte dieser Bund gebrochen werden, als Luca und ich einen neuen Vertrag schlossen.
„Ja mir geht es gut. Mach dir bitte keine Sorgen“, sagte ich und war froh, dass meine Stimme ganz normal klang. Denn in meinem Innern war ich noch immer total verwirrt.
Plötzlich knurrte mein Magen laut und ich fühlte wie ich rot wurde. Lucas Lippen verzogen sich zu einem Lächeln. „Wollen wir uns nicht auch setzen?“.
Ich nickte stumm und folgte dem Duras zu zwei leeren Stühlen hinüber. Zuvorkommend wie Luca war, zog er mir ein Stuhl zurück und wartete bis ich mich setzte, ehe er sich neben mir nieder lies. Garde reichzeitig den kaum hatten wir beide uns gesetzt, da flog eine weitere Tür auf und Tooma, zusammen, mit ein paar Gehilfen, betraten den  Saal um auf zu tischen.

Nach dem Frühstück erhob ich mich vom Tisch und wollte in mein Zimmergehen um mich für den Tag fertig zu machen. Ich verabschiedete mich von Kuroto und Senshirou, sowie von Dr. Isuzu, welche noch als einzige frühstückten. Alle anderen waren bereits weg. Tsukumo und Touko haben sich schon bald wieder verabschiedet und auch Hotsuma und Shusei waren kurz drauf verschwunden. Auch Luca war bereits weg, da er zu Takashiro gerufen wurde. Und Sairi und Ria waren gar nicht erst aufgetaucht, da sie schon früh am Morgen das Tasogarekan verlassen hatten, wie ich gehört hatte.
Deshalb hatte ich nun, keinen Begleiter welcher mit mir zum Zimmer ging, doch dass störte mich nicht. Ich kannte den Weg und ausserdem hatte ich so endlich Zeit zum Nachdenken. Dieser Traum. Wie konnte ich mich an diesen Traum erinnern, ganz im Gegenteil zu all den anderen? Hatte dies was zu bedeuten? Und was noch wichtiger war, in diesem Traum hatte Luca mich geküsst. Sollte das irgendetwas heissen?
Ich war völlig in meinem Gedanken versunken, das ich gar nicht bemerkte, dass ich gerade an Toukos Zimmer vorbei ging. Erst als ich aufgeregte Stimmen vernahm, horchte ich auf. Die Tür war nicht komplett geschlossen und stand einen Spalt offen, weshalb ich hören konnte wie Touko aufgeregt auf jemanden einredete, wahrscheinlich Tsukumo. Gerade wollte ich weitergehen, immerhin gehöre sich lauschen nicht, als Lucas Namen viel. Ich erstarrte in meiner Bewegung.
„… mir sicher, dass ich mir dies nicht nur eingebildet habe. Luca hatte irgendwie bedrückt gewirkt, findest du nicht auch?“, fragte Touko. Luca, hatte bedrückt gewirkt? Wirklich? Das hatte ich gar nicht bemerkt. Plötzlich keimte schlechtes Gewissen in mir hoch. Ich war viel zu sehr mit meinen eigenen Gefühlen beschäftigt gewesen, so dass ich nicht bemerkt hatte, dass es Luca nicht gut ging. Dabei war er mich doch so wichtig. Was war ich den bloss für ein Freund?
„Tut mir Leid Touko, das weiss ich nicht. Ich schenke ihm nicht solch viel Beachtung wie du“, kam es von Tsukumo und ich hörte seine Schwester empört nach Luft schnappen.
„Ich schenke ihm, doch nicht  viel Beachtung, es ist mir einfach nur aufgefallen“, verteidigte sie sich.
„Natürlich, du hast ihn die ganze Zeit beobachtet“, erwiderte ihr Bruder, seine Stimme klang amüsiert, allerdings glaubte ich auch leichte Missbilligung raus hören zu können.
„Das Stimmt doch gar nicht“, empörte sich Touko lauthals und ich hätte beinahe gekichert, doch ich lieb still.
„Wie auch immer. Wie gesagt, ich weiss nicht, wie Luca heute gelaunt war. Aber ich könnte mir vorstellen, dass du Recht hast. Weisst du was heute für einen Tag ist?“, änderte der Wächter das Thema und ich rutschte unwillkürlich näher an die Tür.
„Ja, jetzt wo du es sagst, ist heute nicht der Tag, an welchem vor…“, Toukos Stimme verlor sich.
„Ja ist es“, sie und ihr Bruder schienen sich auch ohne Worte zu verstehen, was mich bei ihrer Bindung nicht wunderte, “Es ist mir eingefallen als Takashiro Luca zu sich bestellt hatte“.
Dann herrschte für einen Moment schweigen, niemand sagte mehr etwas. Doch irgendetwas hielt mich davon ab weiter zu gehen. Ich musste einfach steh bleiben.
„Oh nein, der arme Luca. An jenem Tag hatte er alles verloren was ihm Lieb und Wichtig war. Und nun, nach so vielen Jahren hat er Yuki endlich wieder zurück. Musste allerdings feststellen, dass dieser sämtliche Erinnerungen an ihn verloren hatte und dazu als Mann wiedergeboren wurde. Wie schrecklich muss das denn für Luca sein? Vor allem, das er vergessen wurde?“, Toukos Stimme war kaum zu hören, doch ich hörte sie und mir war, als würde ich zu Eis erstarren.
„Bitte, denk  nichts Falsches über mich Tsukumo. Ich bin nicht böse auf Yuki, natürlich nicht. Bei dem was er in seinem letzten Leben alles durchmachen musste, kann ich gut verstehen, weshalb er alles vergessen wollte. Wahrscheinlich hätte ich ähnlich gehandelt. Aber Luca tut mir dennoch Leid. Ich würde durchdrehen, wenn du dich nicht mehr an mich erinnern könnest und wir sin bloss Geschwister. Klar ist unser Bindung stärker als bei anderen Geschwistern. Doch du weisst doch auch noch, wie stark die Bindung zwischen Luca und Yuki gewesen war, immerhin haben sich die beiden geliebt…“, ich hatte genug gehört. Meine Erstarrung war wie in Luft aufgelöst und ich wollte nur noch weg von hier. Weg von hier und weg von den Neuigkeiten, welche doch eigentlich gar kein sein sollten. Ich wollte einfach bloss weg.
Ich begann zu laufen, ohne zu wissen wohin, nur knapp bemerkte ich, dass ich wieder umdrehte und in die Richtung zurück lief aus welcher ich gekommen war. Meine Gedanken waren völlig konfus. Ich konnte nichts Klares mehr denken. In meinem Kopf herrschte ein völliges Wirrwarr.
Ich hatte Luca verletzt. Er war wegen mir Traurig. Dies war das Einzige was ganz deutlich aus allem hervor stach. Ich hatte ihn verletzt, obwohl er doch die wichtigste Person in meinem Leben war. Ich hatte nicht mal bemerkt, dass es ich ihm heute schlecht ging und hatte ihn heute Morgen zu allem Überfluss einfach sitzen gelassen und das obwohl ich ihn schon zur Genüge verletzt hatte. Wie konnte ich nur? Er war doch immer für mich da, wie konnte ich ihn denn da verletzen? Wie nur, wie nur wie nur?
Während ich auf mich ein schimpfte trugen mich meine Beine weiter, ich hatte keine Ahnung wohin, doch dies war mir egal, ich bemerkte es nicht einmal.
Nach einer Weil begannen meine Beine zu schmerzen und meine Lungen protestierten, weshalb ich mich an einen Baumstamm lehnte und mich dran hinunter zu Boden gleiten liess. Dann zog ich meine Knie an und legte mein Kinn drauf. Ich starrte auf die Erde vor mir ohne diese wirklich zu sehen. Ich war noch immer völlig in Gedanken versunken und nahm meine Umwelt nach wie vor nicht war.
Ich hoffte, dass es Luca inzwischen besser ging. Was er wohl mit Takashiro zu besprechen hatte? Und was war heute für einen Tag, welcher Touko vorhin erwähnt hatte? Ich zog meine Knie noch mehr an mich heran.
Ja, was war heute geschehen? Irgendetwas in mir regte sich, so als ob ich es eigentlich wissen müsste, es jedoch vergessen hatte. Doch so sehr ich mich auch anstrengte und mein Gehirn durchfrostete, ich kam einfach nicht darauf. Doch aufgeben wollte ich nicht.  Vielleicht würden sich dann Teile unserer gemeinsamen Vergangenheit offenbaren, welche ich ja vergessen hatte. Lucas und meine Vergangenheit. Lucas und meine. Luca.
Unwillkürlich begannen meine  Gedanken abzuschweifen und drehte sich immer mehr um den Duras und ich liess es zu. Irgendwas in mir, sagte mir, dass dies der richtige Weg sei um an mein Ziel zu gelangen.
Schon von Anfang an habe ich Luca blindlings vertraut, fiel mir ein. Und er war mir so bekannt erschienen, vor allem diese silbernen Augen. Ich wusste nach genau wie geborgen ich mich damals gefüllt hatte, damals als er mich vor dem Auto gerettet hatte und dies obwohl ich ihn da noch nie zuvor gesehen hatte. Ich hatte nie Angst vor ihm, auch wenn ich gefühlt habe, dass er anders war. Nicht einmal als sich offenbarte das er kein Mensch, sondern ein Duras war, hatte ich mich gefürchtet. Ich war sogar mit ihm gegangen, als er mich darum gebeten hatte. Schon damals war er mir wichtig gewesen, sehr wichtig sogar.
Ich Schloss meine Augen.  Irgendwie schien ich ihn bereits gekannt zu haben auch wenn ich ihn damals das erste Mal gesehen habe, wurde mir plötzlich klar. Ja, ja genau das war es. Ich habe ihn schon damals gekannt. Zwar nicht Bewusst, jedoch  aber in meinem Unterbewusstsein.
Mein Herz begann zu rasen, konnte es wirklich sein, das ich endlich dran war mich zu erinnern? Moment mal Erinnern?
Meine Gedanken stockten. Erinnern. Natürlich!
Toukos Worte von vorhin, die Illusion von gestern Abend, der Traum  von heute Nacht, auf einmal schien alles irgendwie zusammen zu passen. Auch weshalb ich Luca von Anfang an so vertraut hatte, weshalb er mir so bekannt vorgekommen war. Auf einmal, schien dies alles gar nicht mehr so weit von einander entfernt zu liegen
Konnte es sein? Konnte es sein das diese Illusion, gar keine war? Das diese Träume, gar keine waren? Waren es etwa wirklich Erinnerungen gewesen? Erinnerungen an mein früheres Leben, welches ich doch Vergessen hatte. War es doch nicht so vergessen, wie ich bisher immer angenommen hatte?
Ich konnte mich dran erinnern, dass ich im Traum lange Haar gehabt hatte. Ausserdem hatte sich meine Brust schwerer angefühlt. Meine Hände waren viel zarter gewesen, als jetzt, die Finger schmaler und Länger, genau wie meine Nägel. Auf einmal begannen sich immer mehr kleine Details zu offenbaren. Meine Taille war schlanker gewesen, und meine Beine länger…
Ja, ja! Ich war definitiv eine Frau gewesen.
Und hatten die Anderen nicht mal erwähnt, dass ich im früheren Leben eine Frau gewesen war? Das konnte doch unmöglich bloss Zufall sein. Nein ganz unmöglich.
Ausserdem hatte sich der Traum so unglaublich real angefüllt, bemerkte ich plötzlich. Ich hatte das Gras unter mir gefühlt und den sanften Wind, welcher um mich herum wehte. Ich hatte sogar den Duft des Waldes und der Wiese gerochen. Hatte gefühlt wie die Sonne meine Haut gewärmt hatte, hatte das Rauschen des Baches, das Wispern des Windes, das Summen der Insekten gehört. Und Lucas sanfte Stimme. Seine Berührungen, seinen Kuss. All dies war so unglaublich real gewesen. Zu Real. Viel zu real für einen Traum. Ich konnte dies unmöglich geträumt haben.
Meine Augen flogen auf. Es musste tatsächlich eine Erinnerung gewesen sein, eine  Erinnerungen
an mein letztes Leben.  Doch dies konnte doch nicht die Einzige sein oder? Ich hatte doch noch mehr solche Erinnerungen gehabt? Wieso konnte ich mich denn an diese anderen nicht erinnern?
Wieder schloss ich die Augen, ich liess mich fester an den Baumstamm sinken und streckte meine Beine von mir, entspannte mich. Entspannte mich und dachte nach.
Erst wollte mir nichts Neues in den Sinn kommen, doch ich grübelte noch mehr, dann plötzlich schlich sich etwas in meine Erinnerungen.
Ein rotes Leuchten im Wald, Luca, welcher mich trug, dann ein Knallen und eine lodernde Feuerwand vor uns. Die Hitze welche uns plötzlich umgab und mich die beissende Kälte, welche mich vor kurzem noch schaudern liess, vergessen liess.
Auch dieser Traum war viel realer gewesen, als er hätte sein dürfen.
Und dann klappte es plötzlich wie am Schnürchen. Eine Erinnerung nach der anderen kam in mir hoch. Erinnerungen, welche ich bis vor kurzem noch für Träume, an welche ich mich nicht erinnern konnte, hielt.
Da war ein ganz ähnlicher Traum wie, der erste. Auch in diesem Traum sass ich auf der Blumenwiese im Wald und auch diesmal war Luca da und nah  mich in die Arme.
Dann war da noch einer, in welchem er auf meinem Bett sass. Als er bemerkt, dass ich aufgewacht war, stand er auf und liess sich dann vor mir wieder auf das Bett sinken und fragte mich, ob ich schlecht geträumt hatte, ehe er mich tröstete und seine Hand an meine Wange legte und mich dann sanft küsste.
Meine Augen öffneten sich. Ich hatte also schon einmal eine Erinnerung an einen Kuss. Weshalb ist Diese bloss wieder verschwunden? Diese Erinnerung hatte ich doch damals, als ich zum ersten Mal zum Tasogarekan gebracht wurde. Hätte ich mich damals schon erinnern können, hätte ich Luca vielleicht viel Leid erspart.
„Verdammt, wieso nur?“, zischte ich und schlug mit der Faust gegen den Baumstamm, an welchem ich mich lehnte. Dann schnappte ich nach Luft. „Nein, es bringt nichts sich aufzuregen. Versuche dich lieber an noch mehr zu erinnern“.
Also schloss ich meine Augen wieder.
Der Geruch von Verbranntem lag in der Luft. Um uns herum war ein Schlachtfeld, alles zerstört und niedergebrannt und mittendrin sassen wir. Ich in einem weissen Kleid an und hatte mich an Luca gelehnt. Er trug einen langen Mantel und hatte die Kapuze über.
„Luca“, erklang eine Stimme, von der ich plötzlich kapierte, dass es meine als Frau war. „Bitte sei bis zum Ende für mich da. Wenn es mir vorbestimmt ist zu sterben, dann möchte ich das du derjenige bist der mich befreit. Sei derjenige, er mich tötet“.
Ich konnte fühlen wie verzweifelt ich innerlich war. Zuviel Schmerz und Verluste hatte ich durchlitten.
Aber dennoch konnte ich nun nicht mehr verstehen, wieso ich Luca umso etwas gebeten hatte. Warum ausgerechnet ihn, wo er mich doch beschützen wollte?
„Ich würde niemals etwas tun, was dich verletzen würde“, kam seine Antwort. Er schob mich von sich und erhob sich, zog das Schwert aus dem Boden. „Doch das ist alles rein hypothetisch. Ich werde dich beschützen“, mit diesen Worten wandte er sich von mir ab und ging einige Schritte.
Verzweiflung überkam mich. „Warte“.
Er würde doch nicht weggehen, oder? Er würde doch bei mir bleiben. Oder hatte ich ihn  mit meinen Worten zu sehr verletzt?
Weshalb hatte ich dies getan? Dies wollte mir nicht mehr einfallen.
Doch Luca ging weiter. „Ich werde dich nicht verraten“.
„Luca“, schrie ich und erhob mich, streckte die Hand  nach ihm aus…
dann brachen die Erinnerung ab.
Diese Erinnerung. Hatte ich diese  nicht an jenem Tag, als ich das erste Mal in diesem Leben wieder auf Luca traf?
Nun schob sich noch eine andere Erinnerung in mein Gedächtnis. Luca hielt mich fest und ich starrte mit klagenden Augen zu ihm hoch. Auch wenn bei dieser Erinnerung die Gefühle nicht so deutlich waren, konnte ich tiefe Verzweiflung in mir fühlen. Ich wappnete mich für die Worte, welche ich nun aussprechen würde.
„Tut mir Leid Luca… Ich kann nicht mit dir Glücklich werden… Ich bin nicht die Richtige dafür“. Dann Nichts mehr.
„Nein. Nein! Nein, nein!“, wimmerte ich. „Warum nur? Wieso habe ich dies getan? Warum? Wieso?“, Fragen über Fragen, doch ich konnte sie mir nicht beantworten. Dafür fehlte mir der entscheidende Schlüssel. Doch egal was es auch war. Nichts konnte entschuldigen, das ich so was getan hatte!
Zitternd erhob ich mich auf die Beine und taumelte tiefer in den Wald hinein. Ich musste hier weg. Weg vom Tasogarekan. Weg von den Wächtern und vor allem weg von Luca. Ich hatte es nicht verdient bei ihm zu sein. Ich hatte ihn zu sehr verletzt.
Doch ich kam nicht weit, mein Körper gehorchte mir kaum und meine Beine waren schwer wie Blei, weshalb es kam, wie es kommen musste. Ich stolperte und schlug der Länge nach hin. Ich konnte Schmerz fühlen, welcher sich durch mein Kinn und mein Bein zog, doch das war mir Egal. Ich versuchte noch nicht einmal auf zu stehen. Ich blieb einfach am Boden liegen und liess meinen Tränen freien Lauf. *Warum? Warum hatte ich das getan?*

„Yuki? Mach bitte endlich dein Augen auf!“, eine verängstigte, geradezu panische Stimme drang an mein Ohr und ich blinzelte verwirrt in die Dunkelheit. Erst konnte ich nichts erkennen. Doch mit der Zeit gewöhnten sich meine Augen an das spärliche Mondlicht, welches durch die Äste, auf den Waldboden fiel.
Luca hatte sich über mich gebeugt und in seinen Augen funkelte Panik, welche sich jedoch langsam zu legen schien, als er bemerkte, dass ich auf gewacht war. Mein Kopf hatte er auf seine Knie gebettet und hatte mich mit seinem langen Mantel zu gedeckt. Neben ihm sass Sodom in Menschengestalt und wischte sich mit dem Ärmel seine Shirts über die Augen, seine Katzenohren hingen traurig herunter.
„Oh Gott sei Dank“, hörte ich Luca seufzen und ich blickte mich verwirrt um. Warum war ich mitten in der Nacht im Wald. Und weshalb war Luca so erleichtert? War irgendetwas passiert?
Und auch Sodom wirkte erleichtert. Er fiel mir um den Hals und flüsterte immer wieder meinen Namen. Verwirrt erwiderte ich seine Umarmung und blickte mich um.
Für einen Moment verstand ich die Welt nicht mehr, doch dann holten mich meine Erinnerungen erbarmungslos auf und ich fuhr keuchend hoch. Sodom zuckte erschrocken zurück. Der Mantel rutschte von meinen Schultern und sofort hüllte mich beissende Kälte ein, doch dies war mir egal.
„Yuki? Was ist los? Was hast du?“, Luca hatte den Mantel hochgehoben und wollte ihn mir wieder umlegen, doch ich fuhr entsetzt zurück und er hielt erschrocken in seiner Bewegung inne. „Yuki?“.
„Was machst du hier?“, entfuhr es mir völlig verblüfft. Warum war er hier? Und warum wirkte e so besorgt? War es etwa wegen mir? Nein, dass durfte nicht sein. Luca hatte doch schon genug wegen mir gelitten, warum tat er es denn immer noch? Ich war es nicht wert!
„Ich habe nach dir gesucht. Als ich von Takashiro zurückkam hörte ich, dass du  verschwunden bist. Und du bist nicht mehr zurückgekommen, weswegen ich und die Zweilt damit begonnen hatten uns Sorgen zu machen. Weder Shusei noch Tsukumo, konnten irgendein Lebenszeichen von dir wahrnehmen.  Weswegen wir uns entschlossen haben nach dir zu suchen. Glücklicherweise, konnte Sodom dich wittern. Anscheinend hast du unbewusst einen Bannkreis heraufbeschworen“, erzählte Luca, die Sorge war in seine Stimme zurückgekehrt. Auch Sodom wirkte verunsichert.
„Ihr habt euch Sorgen um mich gemacht? Du etwa auch?“, ich konnte es nicht verhindern, dass in
meiner Stimme Ungläubigkeit mitschwang.
„Natürlich habe ich das. Du warst weg ohne eine Spur zu hinterlassen. Ich musste meine ganze Selbstbeherrschung aufbringen um nicht völlig den Kopf zu verlieren. Denn dies hätte dir nicht geholfen“, seine Augen musterten mich verwirrt und besorgt, als ob er grade heraus zu finden versuchte, was mit mir los war.
„Warum?“, fragte ich wieder. Auch wenn Luca mir erklärt hatte weshalb er sich gesorgt hatte, konnte ich es nicht verstehen.
„Was meinst du mit warum?“, Luca hatte sich erhoben und wollte wieder auf mich zukommen, wieder wich ich zurück. „Yuki? Was ist los? Ist irgendetwas passiert?“.
In seiner Stimme lag Furcht, genauso wie in seinen Augen. Mir wurde übel, als mir klar wurde, dass ich gerade dabei war, ihn schon wieder zu verletzen. Dabei wollte ich doch genau dies vermeiden. Deshalb wollte ich doch aus seinem Leben verschwinden.
„Warum machst du dir Sorgen um mich? Warum bist du hier? Warum tust du immer so viel für mich?“, begann es aus mir raus zu sprudeln, wenn ich noch weiterhin Schweigen würde, dann würde dies Luca nur noch mehr verletzen. „Warum? Warum, Luca? Warum gibst du dich für mich auf, obwohl ich dich so sehr verletzt habe?“, meine Stimme war gegen Ende beinahe hysterisch geworden und ich schnappte keuchend nach Luft.
„Von was redest du Yuki?“, Luca Stimme klang tonlos. Sorge loderte in seinen Augen.
„Ich kann mich wieder erinnern. An mein letztes Leben. So lange habe ich mir das gewünscht und nun wünschte ich, dies wäre nie passiert.“, die letzten Worte waren eher für mich bestimmt, als für Luca, doch ich war mir sicher, dass auch er sie hören konnte.
Doch er erwiderte nichts. Tiefes Schweigen breitet sich zwischen uns aus. Ein Schweigen, welches mich belastete, so dass ich schliesslich auf sah.
Luca stand noch immer vor mir, doch er schien zur Eisskulptur erstarrt. Seine silbernen Augen waren aufgerissen. Auch sein Mund stand offen, so dass seine langen Fangzähne im Mondlicht schimmerten. Er wirkte völlig entsetzt. Als hätte ihn irgendetwas völlig aus der Bahn geworfen.
„Luca?“, fragte ich, Sorge stieg in mir hoch. Was hatte er?
Dann plötzlich ballten sich seine Hände zu Fäusten und seine Augen verengten sich. „Es ist also geschehen“, meint er und ich war mir sicher, dass er zu sich selber sprach, dann wandte er sich an mich. „Tut mir leid Yuki, natürlich werde ich dich nicht mehr weiterhin belästigen. Komm Sodom“.
Luca hatte sich von mir abgewandt und ging einige Schritte in den Wald. Doch Sodom blieb neben mir sitzen und starrte seinem Meister nach. „Meister?“.
„Ich sagte, komm!“, Lucas Stimme klang schneidend, so das Sodom zusammen zuckte. „Ich weiss du würdest gerne bei Yuki bleiben. Das würde ich auch gern, doch es ist  nun nicht mehr möglich. Yuki würde es nicht mehr wollen, zu viel ist geschehen. Also komm“.
Wie in Trance, beobachtete ich, wie Sodom sich erhob und zu seinem Herren ging, welcher mir den Rücken zu gedreht hatte und sich immer weiter von mir entfernte. Was ging hier gerade vor sich? Irgendwie lief hier alles in die völlig falsche Richtung! Sollte nicht ich es sein, welcher ging, anstatt Luca?
Nein! So durfte das nicht enden! Ich war der Schuldige, nicht Luca. Doch dies war er sich gerade dabei einzureden, dass er Schuld war. Doch dies konnte ich nicht zu lassen. Nein ich durfte es  nicht zu lassen. Ich sprang auf, schnappte den Mantel, welcher er neben mir liegen gelassen hatte und stürmte Luca hinter her. Die Erinnerung, in der er mich verlassen hatte, nachdem ich ihn gebeten hatte mich zu töten, schlich sich wieder in einen Kopf und ich schob sie energisch beiseite. Diesmal würde ich ihn nicht gehen lassen.
„Luca!“, schrie ich und beschleunigte meine Beine, in der Zeit, in welcher ich völlig erstarrt war, hatte dem Duras einen beträchtlichen Vorsprung verschafft, welcher zum Glück aber immer wie kleiner wurde. Er schien es nicht eilig zu haben.
„Luca!“, schrie ich wieder und packte ihn am Arm, klammerte mich daran fest. „Was tust du denn? Wieso gehst du? Und wohin?“.
Lucas Körper hatte sich angespannt, als ich ihn gepackt hatte, nun drehte er sich langsam zu mir um. Seine silbernen Augen funkelten fragend, aber auch verwirrt und traurig. „Yuki“.
„Ich kann es ja verstehen, wenn du nichts mehr mit mir zu tun haben willst, dass du mich nicht mehr sehen willst. Doch dann kann ich doch gehen! Du kannst nirgends mehr hin, noch nicht einmal dorthin wo hergekommen bist! Doch ich kann zurück ins Waisenhaus oder mir eine eigene Wohnung besorgen. Also bleib hier. Du hast schon zu viele Opfer für mich hergegeben, jetzt bin ich an der Reihe. Ich werde noch heute meine Sachen packen und verschwinden. Du wirst nie mehr durch mich leiden müssen“, keuchte ich.
„Von was sprichst du Yuki?“, die Verwirrung in Lucas Augen hatte die überhand gewonnen.
„Davon, dass du deine Familie und die Volk für mich verraten hast. Davon, dass du durch mich, deine Heimat verloren hasst. Davon, dass ich dir viele Feinde gemacht hab. Davon, dass du immer wieder verletzt wurdest, als du mich schützen wolltest. Und davon, dass ich dich dennoch versetzt habe“, sprudelte es aus mir heraus. Noch immer hielt ich ihn am Arm, blickte jedoch zu Boden. Ich getraute ihm nicht mehr ins Gesicht zu blicken. Das hatte ich nicht verdient. „Also hör bitte auf dir Vorwürfe zu machen. Du warst immer für mich da und dennoch habe ich dich immer wieder verletzt. Ich bin es welcher gehen sollte, nicht du“.
Mit diesen Worten liess ich seinen Arm los und ging an ihm vorbei ohne ihn an zu sehen. Tief in mir drin war gerade etwas gestorben. Noch nie hatte ich mich so leer gefühlt, wie in diesem Moment. Noch nicht einmal, als ich mir endgültig eingestanden hatte das Kanata Reiga war.
Ich ignorierte Lucas Rufe und ging weiter.
Am liebsten hätte ich geschrien, doch ich tat es nicht. Luca durfte nicht sehen, wie sehr ich gerade litt, sonst würde er mich nicht gehen lassen und immer wieder aufs Neue verletzt werden. Das durfte nicht geschehen. Ich musste stark sein.
Doch so sehr ich mich auch bemühte mich zusammen zu reissen, ich schaffte es nicht. Bald schon, nach ein paar Schritten, gaben meine Beine nach und ich sackte zu Boden. Tränen rannten mir über die Wangen.
„Yuki!“, hörte ich Luca rufen und beinahe augenblicklich liess er neben mir auf den Boden sinken. Zögernd streckte er eine Hand nach meinem Gesicht aus, doch ehe er mich berühren konnte wandte ich mein Gesicht von ihm ab.
„Nein, nicht. Ich habe es nicht verdient von dir getröstet zu werden“, flüsterte ich und versuchte auf zu stehen, doch ohne Erfolg, mein Körper wollte mir nicht mehr gehorchen.
Lange Finger umfassten sanft mein Kinn und drehten mein Gesicht langsam wieder zurück. Silberne Augen hiessen mich willkommen. Und am liebsten hätte ich meinen Blick wieder abgewandt. Doch diese Augen hielten meinen Blick gefangen, so wie die Finger mein Kinn.
„All diese Dinge“, flüsterte er, „All diese Dinge welche du aufgezählt hast, habe  ich  getan weil ich es so wollte. Zu nichts davon hast du mich gebeten oder geschweige gezwungen. All dies waren ganz alleine meine Entscheidungen. Also hör auf dir deswegen Vorwürfe zu machen“.
„Aber selbst wenn ich das nicht täte, dann gäbe es noch immer genügend Gründe für dich, um mir aus dem Weg zu gehen. Um mich zu hassen“, erwiderte ich. Noch immer spukten unzählige  Gründe in meinem Kopf herum, weshalb Luca mich verlassen könnte. Warum war er dennoch hier?
„Ich würde dich niemals hassen. Egal was tut tust. Das könnte ich nicht“, erwiderte er bloss. Und diese Worte gaben mir den Rest. Sie rissen den letzten schwachen Wiederstand nieder und ich begann hemmungslos zu schluchzen.
„Warum? warum sagst du so was? Ich habe dich so oft verletzt und dir nie was zurückgegeben, für das, was du für mich getan hast. Weshalb stehst du dennoch zu mir? Weshalb tröstet du mich dennoch?“, weinte ich. Der Tränenschleier hatte mir die Sicht geraubt, doch ich wusste, dass Luca mich ansah.
„Weil ich dich niemals verraten werde. Denn du bist mir wichtig Yuki“, erwiderte er und stockte plötzlich. „Nein, ich sollt endlich aufhören mit den Lügen. Ich bin bei dir Yuki weil ich dich noch immer…“.
„Nein!“, rief ich und fiel ihm somit mitten ins Wort. Gerade noch reichzeitig. Ich wusste was Luca sagen wollte und ich wollte sie hören. Doch ich durfte es nicht, nicht mehr. Einmal, da vielleicht noch ja. Doch dann habe ich in verlassen und mir gewünscht ihn zu vergessen. Seither hatte ich kein Recht er auf diese Worte. „Nein, sag es nicht. Ich bin es nicht Wert. Ich habe dich unzählige Male verletzt und dich dennoch abgeschoben. Zu allem Überfluss wollte ich dich vergessen. Und zu dem bin ich jetzt ein Mann. Da kannst du mich doch noch unmöglich Li….“, meine Stimme brach.
Lucas Finger lösten sich von meinem Kinn und ich dachte schon, er würde nun endlich gehen und mich zurück lassen, so wie es das Beste für ihn  gewesen wäre, als sich Arme um mich legten und ich an eine warme Brust gezogen wurde. Sein unbeschreiblicher süsser Duft hüllte mich ein. Und seine Finger begannen zärtlich, meine Tränen von den Wangen zu streichen.
„Auch wenn du es unmöglich findest, ist es so. Ich liebe dich noch immer“, hauchte er mir ins Ohr. Und mir war, als ob mein Herz vor Freude und Glück explodieren würde. Mit was hatte ich dies verdient?
„Warum?“, fragte ich und fühlte wie Luca mit seinen Schultern zuckte, noch immer verschleierten Tränen meine Sicht, doch diesmal waren es keine Tränen der Verzweiflung.
„Weshalb liebt ein Mensch einen anderen? Da könntest du viele Fragen und die meisten werden dir keine Antwort drauf geben können. Es ist nun mal einfach so. Und bei uns Duras ist es genau dasselbe“, gab er mir zur Antwort.
„Wirklich?“, flüsterte ich und zog seinen betörenden Duft ein, „Ihr seid uns Menschen so ähnlich“.
„In bestimmten Faktoren“, stimmt er mir zu, „Doch die Menschen, haben viel weniger negative Anwandlungen, als wir Duras“.
„Wirklich?“, fragte ich wieder und seufzte zufrieden, als Luca mich noch etwas fester an sich zog. „Andere Duras vielleicht. Doch du bestimmt nicht. Du bist besser als viele Menschen… besser als ich“.
Da fasst er mich bei den Schultern und schob mich ein wenig von sich damit er mich ansehen konnte. Ich schiffte noch immer und wischte mir über die Augen um endlich wieder was sehen zu können.
„ Yuki, du solltest dringend lehren dich zu anerkennen. Das habe ich dir doch schon einmal gesagt, erinnerst du dich?“, fragte er und hob seinen langen Mantel auf, welcher ich neben uns zu Boden fallen gelassen habe.
„Ja, ich erinnre mich“, meinte ich leise, als ich mich an die Szene auf der Waldwiese erinnerte. Während ich sprach, fühlte ich, wie mir plötzlich wärmer wurde, Luca hatte mir seinen Mantel um die Schultern gelegt. Es war erstaunlich wie aufmerksam der Duras war, ich hatte noch nicht einmal selbst bemerkt, wie kalt es war, ich war völlig abgelenkt gewesen. Erst jetzt, da ich was Wärmendes trug, wurde mir klar, dass ich gefroren hatte.
„Nein, nicht. Sonst frierst doch du“, werte ich mich leise, doch Luca ignorierte den Einwand zog den Mantel noch etwas fester um mich.
„Mach dir keine Sorgen um mich, ich friere nicht so rasch. Doch du bist völlig unterkühlt“, erwiderte er bloss und begann die Knöpfe des Mantels zu schliessen.
Mein Herz begann zu rasen. Er war mir mit dem Kopf ganz nah, wenn er ihn nur noch etwas senken würde, dann wären unser Gesichter auf derselben Höhe. Ich Schluckte.
Und als ob Luca meine Gedanken gehört hätte, wandte er mir sein Gesicht zu. Auf einmal waren seine silbernen Augen ganz nah und sein Atem streifte mein Gesicht. In meinem Kopf drehte sich alles.
„Sodom!“, rief Luca plötzlich ohne seinen Blick von mir ab zu wenden, „Lass uns bitte alleine“.
Der Drache in Menschengestallt, hatte die ganze Zeit stumm neben uns gestandenen, nun zischt er empört.  „Ich will aber nicht, ich will bei Meister und Yuki bleiben“.
„Das war ein Befehl Sodom! Du wirst Yuki später wieder sehen“, meinte Luca nun etwa strenger. Noch immer hielten seine Augen mich gefangen.
Ich hörte ein leises Knurren und dann Pfotenschritte, welche langsam leiser wurden und schliesslich verstummten. Sodom hatte sich anscheinend in einen Wolf verwandelt und war verschwunden.
„Warum hat du ihn weggeschickt?“, fragte ich leise.
„Weil er nicht alles sehen muss. Sodom ist ein Plappermaul und kann nichts für sich behalten“, erklärte Luca und seine Augen funkelten belustigt. Ich wusste, dass er seinen Schutzgeist gerne hatte, auch wenn dieser ihm immer wieder Probleme machte.  Dann wurde Lucas Blick wieder ernst. „Vor allem so was nicht“.
Mit diesen Worten umfasste er sanft mein Gesicht und zog es etwas näher zu sich heran. Mein Herz begann zu rasen und mein Atem stockte, als mir klar wurde, was gleich geschehen würde.
Langsam zog er mein Gesicht immer näher an Seines und kam mir ebenfalls entgegen, dennoch ging es mir viel zu langsam. Ungeduldig nährte ich mich seinem Gesicht etwas schneller. Lucas Lippen zuckten.
„Endlich alleine“ flüsterte er, als unsere Lippen nur noch ein  paar Millimeter von einander entfernt waren. „Kein Takashiro, kein Sairi und vor allem kein Tachibana, welcher uns stören könnte“.
Mit diesen Worten überbrückte er endlich die letzten Millimeter, welche uns von einander getrennt hatten und legte seine Lippen auf meine. Ich seufzte genüsslich und meine Augen fielen zu.
Sanft begann Luca seine Lippen zu bewegen und zog mein Gesicht noch etwas fester an seines. Seine Hände glitten von meinen Wangen zu meinen Schultern und hielten mich kurz fest, ehe er sie zu meiner Taille gleiten lies und mich sanft noch enger an sich zog.
Ich hatte mich noch nicht getraut, seinen Kuss zu erwidern, doch seine Taten gaben mir neuen Mut. Ich hob meine Arme und legte sie um Lucas Nacken. Vorsichtig begann ich den Kuss zu erwidern, drängte mich noch etwas fester an den Duras.
Und dann, viel zu rasch, löste er seine Lippen wieder von meinen und ich küsste plötzlich nur noch Luft. Verwirrt öffnete ich meine Augen und blickte zu ihm hoch. Er erwiderte meinen Blick zärtlich.
„Tut mir leid Yuki, aber du brauchst dringend Luft“, meinte er und seine Finger streiften meine Wange. Tatsächlich, ich bemerkte, wie sehr meine Lungen nach Sauerstoff schrien und schnappte nach Luft. Luca kicherte. Doch sein Atem war nicht viel ruhiger als der meine.
„Du aber auch“, sagte ich lächelnd und schmiegte mich wieder fester an ihn heran. Barg mein Gesicht an seiner Brust und atmete tief ein. Ich konnte fühlen wie Luca sich nach unten beugte und wie seine Lippen meine Haare berührten. Ich lächelte glücklich.
„Wir müssen zurück, Yuki“, meinte Luca nachdem wir eine Zeitlang so aneinander geschmiegt da gestanden hatten. Ich verzog mein Gesicht.
„Wirklich? Es ist doch gerade so schön“, klagte ich. Ich wollte mich noch nicht von Luca lösen, so lange habe ich mich nicht erinnern können und jetzt durfte ich unsere Zweisamkeit nicht mal geniessen?
„Ich möchte auch nicht gehen. Doch die Anderen warten schon. Ich habe Tsukumo vorhin zwar eine Nachricht zu komme lassen, dass alles okay sei und sie die Suche einstellen können. Doch es würde mich nicht wundern, wenn sie dies Ignoriert hätten. Die Zweilt sind geradezu überbesorgt wenn es um ihr „Gottes Licht“, geht. Doch in diesem Fall kann ich sie, ausnahmsweise mal, verstehen“, erklärte Luca lächelnd. Und ich erhob mich rasch auf die Beine, seit ich zu Boden gesackt war hatten wir uns nicht mehr erhoben.
„Wenn das so ist, dann sollten wir wirklich besser gehen. Ich will nicht, dass sie sich Sorgen um mich machen“, meinte ich bedrückt.
Kühle Finger streiften meine Wangen und liessen mich auf blicken. Luca lächelte zärtlich auf mich hinab und schob ein paar einzelne Strähnen hinter mein Ohr. Ich schloss meine Augen und schmiegte eine Wange in seine Hand.
„Nur eins noch, bevor wir aufbrechen“, hörte ich ihn hauchen. Seine andere Hand legte sich ebenfalls an meine Wange so, dass er wieder mein Gesicht umfasst hatte.
Ich seufzte genüsslich, als sich Lucas Lippen zum zweiten Mal auf meine legten und zu liebkosen begannen. Dieser Kuss war etwas leidenschaftlicher als der erste, da ich nun von Anfang an Initiative ergriff, aber dennoch genauso zärtlich und hingebungsvoll.
Ich hatte meine Hände in Lucas Haaren vergraben und versuchte sein Gesicht noch etwas näher heranzuziehen, was den Duras zum Schmunzeln brachte. Er liess seine Hände zu meinen Hüften gleiten und mit einem sanften Ruck, wurde ich fester an ihn  gezogen. Aber dennoch nicht nahe genug. Schon beinahe verzweifelt, versuchte ich mich noch näher an meinen Geliebten heran zu drängen, was aber unmöglich war.
Schliesslich löste er sich wieder von mir und wieder viel zu rasch, für meinen Geschmack. Ich seufzte leise, am liebsten hätte ich Luca noch weiter geküsst, am besten bis in alle Ewigkeit. Doch die Anderen warteten auf uns und ich wollte ihnen nicht noch mehr Sorgen bereiten.
„Tut mir Leid wegen des Überfalls, doch ich konnte einfach nicht anders. Ich habe viel zu lange auf diesen Moment gewartet“, entschuldigte sich Luca.
„Ähm…“, entwich es mir und ich wusste nicht was ich auf diese Worte antworten sollte, doch Luca schüttelte lachend seinen Kopf.
„Schon gut Yuki, du brauchst darauf keine Antwort zu geben“, meint er lächelnd und löste sich etwa von mir. „Wollen wir jetzt zurückgehen?“.
„Ja. Am besten so schnell wie möglich. Touko, Ria und die Übrigen machen sich bestimmt schon sorgen um mich“, stimmte ich zu und wollte losgehen, als ich von Luca zurück gehalten wurde. Verwirrt blickte ich ihn an.
„Ich denke, so sind wir schneller zurück“, meinte Luca bloss und lud mich auf seine Arme.

„Meinst du, dass sie nicht wütend sein werden, weil ich so lange weggewesen bin?“, wandte ich mich unsicher an Luca. Wir befanden uns vor der Tür zum Versammlungsraum, woraus ich mehrere Stimmen vernehme konnte. Anscheinend hatten alle Wächter sich hier versammelt. Mir wurde mulmig.
„Nein werten sie nicht. Und falls es einer wagen sollte, laut oder anmassend zu werden, dann wird er es mit mir zu tun bekommen“, Lucas silberne Augen wurden hart und ich wusste, dass er seine Worte ernst meinte.
„Das brauchst du nicht. Im Grunde meinen sie es doch bloss gut“, erwiderte ich und holte tief Luft. Ich umfasste Lucas Hand noch etwas fester und stiess dann die grosse Tür zum Raum auf.
Sofort wurde es still und ich konnte  fünfzehn Augenpaare auf mir füllen.
Takashiro und Touko, Tsukumo, Ria, Sairi, Hotsuma, Shusei, Senshirou, Kuroto sowie Tachibana, Dr. Isuzu und Masmune sie alle waren da. Selbst Aya, Touma, Kureha und Ibuki waren hier und natürlich Sodom. Sie alle starrten mich für einige Augenblicke stumm an. Dann sprang Touko auf,  stürmte zu mir und fiel mir um den Hals. Ria auf ihren Fersen.
Irgendwen konnte ich verächtlich schnauben hören und es klang verdächtig nach Hotsuma, „Frauen!“.
„Oh, Yuki, endlich bist du wieder da. Ich habe mir solche Sorgen gemacht. Du weisst gar nicht wie froh ich war, als Tsukumo mir sagte, dass Luca dich gefunden hätte.“, sagte sie und drückte sich an mich. Ich schluckte das aufkeimende schlechte Gewissen rasch hinunter
„Tut mir leid Touko, das wollte ich nicht“, entschuldigte ich mich, worauf sie sich von mir löste. Gerade als Ria mich umschlingen wollte, packte eine Hand sie an der Schulter und sie wurde zurückgezogen.
„Was soll das?“, empörte sie sich, doch Hotsuma ignorierte sie einfach und schob sich an ihr vorbei, seine Augen auf mich gerichtet.
„Was sollte der Quatsch? Verschwindest einfach ohne was zu sagen! Bist du dumm oder was? So was regt mich so was von auf“, begann er zu wettern und ich fühlte, wie sich Luca neben mir an spannte. Sofort erinnert ich mich wieder ein seine Worte von vorhin und drückte seine Hand sanft. Sofort entspannte er sich wieder.
„Tut mir leid Hotsuma. Ich wollte euch keine Sorgen breiten“, meinte ich und lächelte zu dem blonden Wächter hoch, doch dieser zischte nur verächtlich.
„Hast du aber!“, faucht er und es hatte den Anschein als wolle er noch mehr sagen, doch Shusei kam ihm zu vor.
„So gut jetzt, du hast dich ausgesprochen. Nun bin ich an der Reihe“, meint er und schob seinen Partner beiseite, welcher weiter vor sich hin fluchte. „Ich bin auch froh, dass du wieder hier bist“, lächelt der braunhaarige Wächter mir zu, welcher das „Auge Gottes“ besass.
„Aber im Grunde hat Hotsuma doch recht. Er hätte uns wenigstes was sagen können, anstatt einfach zu verschwinden“, meldete sich Kuroto zu Wort und warf mir einen bösen Blick zu. Ich schluckte.
„Nana, Kuroto.  Yuki hatte bestimmt seine Gründe dafür. Nicht wahr Yuki? Schön dass du wieder hier bist“, Senshirou winkte mir lächelnd zu.
Als ich zurück winkte, bemerkte ich wie Luca sich wieder anspannte und leise zischte. Verwirrt wandte ich ihm meinen Blick zu, hatte er etwa was dagegen, dass ich mich mit Senshirou so gut verstand?
Doch als ich seinem Blick folgte, bemerkte ich, das der Duras Sairi fixiert hatte, welcher sich vom Sessel erhoben hatte und zu uns hinüber kam.  
Seid Sairis und meinem, etwas speziellem, Kennenlernen war Luca auf den blonden Zweilt und Schauspieler noch schlechter anzusprechen, als auf Hotsuma.
Rasch trat ich etwas näher zu ihm heran und verschränkte unsere Finger noch etwas fester miteinander.
Da erklang plötzlich ein lautes Quieken und ich zuckte erschrocken zusammen. Auch alle anderen Anwesenden fuhren erschrocken herum. Sairi, blieb stehe und sah seine Partnerin skeptisch an.
„Was war das den gerade Ria?“, fragte er sie. Doch sie schien gar nicht zu hören und packte stattdessen Touko am Arm.
„Schau, schau, schau“, quietschte sie weiter und deutete aufgeregt auf etwas zwischen Luca und mir. Allem Anschein nach, hatte sie unsere verschränkten Hände entdeckt und sogleich denn richtigen Schluss daraus geschlossen
Nun Quickte auch Touko und fiel mir wieder um den Hals. „Seid ihr etwa wieder zusammen? Oh ich freue mich ja so für euch“.
„Ja sind wir“, sagte ich, nachdem mir Luca, mit einem Nicken, sein Einverständnis gegeben hatte. „Und ich kann mich endlich wieder erinnern. Naja zumindest an das Wichtige“. Ich lächelte und warf Luca einen liebevollen Blick zu, welcher die Mädels mit einem weiteren Quieken quittierten.
Schliesslich liess Touko mich wieder los und wollte Luca Umarmen, hielt jedoch inne, als sie seinen warnenden Blick bemerkte und murmelt stattdessen einfach ein paar Glückwünsche. Ich hingegen wurde von zwei neuen Armen gepackt. Ria. Auch sie beglück wünscht erst mich und dann Luca und so ging es weiter. Jeder hier schien uns oder vor allem mich beglückwünschen zu wollen. Entweder dafür dass wir wieder zusammen waren oder dafür, dass  ich meine Erinnerungen wieder zurück hatte.
„Ich wusste, dass dieser Augenblick noch kommen würde. Gratulation Yuki. Für Beides“, Takashiro war an mich heran getreten und hatte mir eine Hand auf die Schultern gelegt. Dann wandte er seinen Blick an Luca, „Und dir auch, Luca“.
Lächelnd dankte ich dem Anführer des Giou-Clans und unterdrückt en Gähnen, ich war müde, brachte es aber nicht über das Herz, mich jetzt von den Anderen zu verabschieden, da sie sich gerade so sehr für mich und Luca freuten.
Ich zuckte zusammen als sich ein weiteres Mal Arme um mich schlangen und ich es leise kichern hörte. Als ich an mir runter sah, erkannte ich Sodom welcher mir umschlungen hielt und mich glücklich angrinse. Seine gelben Augen funkelten und das Teufelschwänzchen zuckt hin und her. Seine Ohren zuckten.
„Ich freue mich so. Endlich sind Yuki und Meister wieder zusammen“, freut er sich. Dann liess er mich los und umarmt freudestrahlend seinen Meister. Dieser wuschelt dem kleinen Jungen durch die Locken, erstarrte aber plötzlich.
„Oh, welch eine Freude, welch eine Freude. Lass dich Umarmen, Yuki“, erklang eine überschwängliche Stimme und ich sah Tachibana auf mich zu stürzen. Ehe er mich jedoch erreichen konnte, zog mich Luca mit einem Ruck an sich. Und der Hausvater, wie Tachibana sich selber nannte, fasste in Leere. Empört drehte er sich um.
„Nicht schon wieder, Zess! Warum darf ich Yuki nie Umarmen? Hast du etwas gegen mich?“, empörte er sich und funkelte Luca böse an. Diesem jedoch schien das ziemlich egal zu sein.
„Du bist nun mal einfach nervig. Und ausserdem ist Yuki müde. Ihr könnt ihm auch noch morgen gratulieren“, Lucas Stimme hatte eine bestimmenden Unterton, weshalb keiner zu widersprechen wagte. Allerdings sahen jene, welche noch nicht zu uns gekommen waren ein wenig betreten aus, weshalb ich auch noch etwas sagen wolle.
„Ob morgen oder heute, macht mir nichts aus. Ihr müsst mir auch gar nicht gratulieren“, verkündete ich, worauf die Gesichter sich etwas aufheiterten.
„Oh doch! Gratulieren müssen wir auf jeden Fall“, erwiderte Senshirou, worauf ein paar Andere heftig nickten. Ich lächelte gerührt, was würde ich den bloss ohne die Menschen tun?

„Endlich wieder alleine. Ich dachte schon, die würden uns gar nicht mehr gehen lassen“, seufzte Luca als wir in meinem Zimmer ankamen.
„Ach lass sie doch, sie haben sich doch bloss für uns gefreut. Ist doch nichts Schlimmes“, sagte ich und lächelte bei dem Gedanken dran, wie sehr sie sich über die Neuigkeiten gefreut hatten. Was gab es den schöneres? Ausser bei Luca sein natürlich. Lächelnd liess ich mich auf mein Bett sinken.
„Ja, aber dennoch. Sie waren etwas zu Übereilig. Du wärst ja beinahe über den Haufen gerannt worten“, ich bemerkte das er es ernst meinte und klopfte neben mich auf die Matratze. Sofort folgte Luca meiner stummen Aufforderung und setzte sich neben mich. Lächelnd lehnte ich mich an ihn und seufzte zufrieden, als er einen Arm um mich legte.
„Du hättest ja aufgepasst“, meinte ich bloss und musste Herzhaft gähnen, worauf Luca zu schmunzeln begann.
„Ja, da hast du recht. Und ausserdem solltest du schlafen“, meinte er und wollte ich sanft auf das Bett drücken doch ich schüttelte meinen Kopf.
„Nein noch nicht. Ich muss mich doch erst noch bettfertig machen“, verkündete ich und hüpfte rasch wieder vom Bett. Ich kramte meine Sachen zusammen und wandte mich dann wieder an Luca, welcher mich vom Bett aus beobachtete.
„Also ich bin dann mal am Zähne putzen. Wartest du hier auf mich?“, fragte ich nach worauf Luca zu lächeln begann.  „Aber natürlich“, meint er sanft.
Ich lächelte ihm dankend zu und eilte dann rasch in das Bad, wo ich mir meine Zahnbürste schnappte und versuchte meine Zähne schnellstmöglich, aber denn noch gründlich zu putzen.  Ich wollte so schnell wie möglich wieder bei Luca sein.
Während ich meine Zähne putze, betrachte mich im Spiegel. Meine Brauen Augen leuchten und meine Wangen waren rot. Mein Ganzes Gesicht strahlte. Und dies nur wegen drei kleinen Worten, welche jedoch so viel verändern konnten.
Ich spukte aus und spülte meinen Mund, dann sprinte ich in mein Zimmer zurück, wo Luca noch immer auf dem Bett sass und auf mich wartete, rasch ging ich zu ihm hinüber.
„Na fertig jetzt?“, fragt er sanft, worauf ich verneinend meinen Kopf schüttelte.
„Der Pyjama noch“, verkündete ich und schnappte mir meine Schlafkleidung, nur um damit in den Händen zu erstarren. Mein Blick flitze zu Luca hinüber und ich bemerkte, wie ich rot wurde.
„Yuki? Ist was?“, hörte ich Luca fragen und ich schluckte. Um den Pyjama anzuziehen, da musste ich mich erst ausziehen. Doch die getraute ich mich vor Luca noch nicht.
„Ähm…“, begann ich zu stottern und wusste nicht wie ich anfangen sollte, ich wollte Luca ja nicht verletzen „Ähm… ich muss mich noch umziehen“.
Zum Glück verstand Luca mich auch so, denn er erhob sich und ging zu Tür hinüber. „Ich warte so lang draussen. Ruf mich, wen du fertig bist“, sagte er und ich liess meinen Kopf hängen.
„Tut mir leid, ich bin noch nicht so weit für…“, ich liess den Satz in der Luft hängen und betrachtete weiter meine Füsse.
„Hey“, Luca war zu mir gekommen und hatte sanft mein Kinn angehoben, „Das ist doch nicht schlimm. Ich verstehe dich. Also ich warte“. Mit diesen Worten ging er wieder zu Tür hinüber und verliess mein Zimmer, nicht ohne mir davor noch mal einen  liebevollen Blick zu zuwerfen, als ich ein leises „Danke“, murmelte.
Rasch zog ich mich um, setze mich dann auf in die Mitte des grossen Himmelbettes und rief nach ihm. Sogleich wurde die Tür geöffnet und Luca kam zu mir hinüber. Vor dem Bett blieb er stehen.
„Luca? Willst du denn nicht näher kommen?“, fragte ich verwirrt, worauf sich in freches Grinsen auf das Gesicht des Duras stahl.
„Aber natürlich will ich das“, meinte er  und dann ging alles schnell. Plötzlich lag ich auf dem Rücken und Luca über mir. Seine Augen waren nur Zentimeter von meinen entfernt und funkelten amüsiert.
„Na? Nahe genug?“, fragte er und stupste mit seiner Nase meine an.
„Nein, noch etwas näher“, gab ich zur Antwort und legte meine Hände in einen Nacken um sein Gesicht an meines zu ziehen. Sanft berührten sich unsere Lippen. Unsere Augen fielen zu.
Doch ich riss sie erschrocken wieder auf, als ich füllte, wie Lucas Zunge gegen meine Lippen stupste.
„Zu viel?“, fragte er und zog sich von mir zurück. Rasch schüttelte ich den Kopf und versuchte sein Gesicht wieder näher an Meines zu ziehen.
„Nein. Ich war bloss überrascht“ meinte ich und begann ungeduldig an seinem schwarzen Haar herum zu zupfen, worauf Luca mich erneut küsste.
Diesmal zuckte ich nicht zurück, als seine Zunge um Einlass bat und gewährte ihm diesen. Erst getraute ich mich nicht den Zungenkuss zu erwidern. Doch Lucas Zunge stupste Meine immer wieder an, forderte sie auf und lockte sie, bis ich schliesslich meinen gesamten Mut zusammen nahm und vorsichtig seinen Mund zu erkunden begann.
Nach einer kleinen Ewigkeit lösten wir uns keuchend voneinander. Lächelnd schmiegte ich mich an Luca heran und gähnte ein weiteres Mal.
„So und nun wird aber wirklich geschlafen“, verkündete der Duras daraufhin. Gerne hätte ich widersprochen, doch ich war wirklich müde.
„Na gut“, meinte ich daher, „Aber nicht weggehen“.
„Natürlich nicht.. Ich werde für immer bei dir bleiben Yuki. Selbst wenn du mich weg schickst werde ich über dich wachen. Ich werde dich nicht verraten“, schwor Luca.
„Das wird nie geschehen“, murmelte ich undeutlich, ich schlief schon fast, „Und ich werde dich niemals wieder vergessen. Ich liebe dich, Luca“.
„Ich liebe dich auch, Yuki“, haucht Luca sanft und ich lächelte.
Ja, ich würde ihn ab jetzt immer Lieben und niemals wieder vergessen, dass schwor ich mir. Und mit diesem Gedanken schlief ich in den Armen meines Geliebten glücklich ein.

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So das wäre es, die kleine Story ist nun zu ende.
Nein Scherz, die Geschichte ist viel länger geworden, als ich eigentlich gewollt hätte. Allerdings beliess ich es dabei und wollte nichts kürzen. Ich hoffe, dass ihr es dennoch über euch gebracht habt sie zu lesen ;-)

Die Story ist mir eingefallen, als ich die Mangas zu Fesseln des Verrats gelesen habe, wo es ja immer wieder zu sehr innigen Szenen zwischen Luca uns Yuki gekommen ist, es dennoch nie zum Kuss kam. Dies wollte ich hiermit ändern.

Ach ja. Für die welche bloss den Anime gesehen haben. Sairi und Ria, sind ein weiteres Wächterpärchen, welches aber erst später zu den anderen dazu stösst, weshalb sie im Anime nicht auftauchen. Ich wollte sie aber dennoch in die Geschichte einfliessen lassen, da sie halt zu den Zweilt gehören.

Glg
 
 
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