Wie Puck Meghan's bester Freund wurde

GeschichteFantasy, Freundschaft / P12
Meghan Chase Robin "Puck" Goodfellow
29.12.2014
29.12.2014
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Hi. Das ist meine 1. FF, weswegen ich hoffe, dass sie nicht allzu schlecht ist:D! Über Reviews, Verbesserungsvorschläge und Kritik würde ich mich unheimlich freuen!
PS: Ich schreibe aus Pucks Sicht.
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Kapitel 1

Ich hielt mich gerade im Hofgarten des Sommereiches auf, als eine zierliche Stimme mich aus meinen Gedanken riss. Ich lehnte mit dem Rücken an einem prächtigen Brunnen, aus dem kristallklares Wasser spritzte. „R-Robin Goodfellow? Sind Sie hier irgendwo?“,suchte eine Púca, die seit Neuestem die Angestellte von Oberon, meinem König,war, nach mir. Ich drehte mich langsam um und sah sie mit einem lässigen Grinsen an. Sie stand ängstlich an der Tür, die den Schlossgarten mit dem eigentlichen Aufenthaltsort der Sommerfeen verband, und lies schroff die Schultern hängen. „Hier bin ich“, entgegnete ich und kam langsam auf sie zu. Die Púca sah zu mir auf und lächelte. „Schön, dass ich Sie endlich gefunden habe“, bemerkte sie immer noch lächelnd. „Seine Majestät König Oberon schickt ausdrücklich nach Ihnen. Er hatte betont, dass es äußerst wichtig wäre“ „Du musst mich wirklich nicht siezen, Schätzchen. Wie heißt du denn?“ Daraufhin wurde die Púca rot und ich musste mir in die Zunge beißen, um nicht laut los zu kichern. „Können Sie...“, sie räusperte sich. „Ähm, kannst du jetzt bitte mit mir kommen? König Oberon hat sehr deutlich gemacht, dass es wichtig ist“ Ich nickte und ließ mich von ihr in den Thronsaal ziehen, der direkt an den Garten grenzte. Vor dem Thron, auf dem Oberon mit ausdruckloser Miene saß, machte die Púca Halt. Sie sah mich noch ein letztes Mal an, verbeugte sich rasch vor dem großen Erlkönig, murmelte etwas unverständliches und zischte davon. Stirnrunzelnd sah ich ihr nach, bevor ich mich Oberon zuwandt, der mich nun mit gelangweiltem Gesichtsausdruck musterte. „Ihr habt nach mir geschickt?“, hackte ich nach, da er nichts erwiderte, sondern mich nur weiter streng musterte. „Ja, Robin Goodfellow. Ich habe einen wichtigen Auftrag für dich und würde dir im Gegenzug sogar etwas geben“, erklärte der König. Ihm ging der letzte Teil des Satzes nicht leicht über die Lippen. Ein König gab seinem Hofnarr etwas, wenn der Hofnarr einen seiner Aufträge ausführte? Ich spitzte die Ohren, ab jetzt wurde es interessant. „Einen Handel, meint Ihr?“ Ich versuchte, mir nicht anmerken zu lassen, wie sehr mich das amüsierte, doch scheiterte völlig. Oberon seufzte. „Es geht um meine leibliche Tochter“, fing er an, mir die Lage seines Problems zu schildern. „Sie lebt in der Welt der Sterblichen. Dein Auftrag, Robin Goodfellow, wird es sein, sie zu suchen und...“ Weiter kam er nicht, da ich aus vollem Hals anfing zu lachen. „Welch eine Ironie, wo Ihr die Menschen doch so hasst. Wie kommt es, dass ausgerechnet Eure Tochter sich in der Menschenwelt aufhält?“ Oberon sah herablassend auf mich herab und ich entschied mich dazu, endlich den Mund zu halten. Nach einigen Sekunden des Schweigens schloss Oberon die Augen und atmete tief durch. Dann fing er erneut an, zu sprechen. „Sie weiß nichts, von all dem hier. Sie weiß nichts über Feen, über die Wesen die hier leben und über das Nimmernie weiß sie auch nichts. Ihre Mutter hatte sich mit ihr in die weite Welt geflüchtet. Ich will, dass du sie strengstens vom Nimmernie fernhälst. Sie soll niemals etwas von unserer Existenz erfahren. Dir ist strengstens verboten, Schein in ihrer Gegenwart einzusetzen, das würde nur unnötig Fragen bringen. Du wirst sie beschützen, dich als Mensch tarnen, ihr auf Schritt und Tritt folgen und alles, was in deiner Macht steht, tun, damit sie sicher ein normales Leben führen kann. Um sie noch besser vor all dem hier zu schützen, werde ich dir eine Flasche Nebelwein mitgeben.“ Als er das sagte, fing ich an wie ein Idiot zu grinsen. „Ihr wollt, dass ich mich, während ich auf das Halbblut aufpasse, betrinke? Eure Majestät, Eure Großzügigkeit ist zu groß“, säuselte ich. Er stand ruckartig auf und zügelloser Zorn loderte in seinen Augen. Ich wich erschrocken einen Schritt zurück und fing unsicher an zu lachen. „Ich fürchte, der Nebelwein ist nicht für mich bestimmt, nicht wahr?“ Oberon setzte sich schnaubend wieder hin. „Natürlich nicht, du Narr“, zischte er zornig. „Jedes Jahr, an ihrem Geburtstag, wirst du ihr eine Tasse des Nebelweins geben, damit sie vergisst und es ihr schwerer fällt durch den Schein zu sehen. Sie ist sehr stark, Robin Goodfellow. Es wird kein Leichtes sein, ihren Blick zu vernebeln.“ Ich wurde langsam ernster. Er schien sich tatsächlich um seine Tochter zu sorgen. Ich nickte und fing selbstsicher an zu sprechen „Hiermit verspreche ich Euch, eure Halbbluttochter mit meinem Leben zu beschützen, solange sie sich in der Welt der Sterblichen aufhält und sie für immer vom Nimmernie fernzuhalten. Sie wird nie etwas von der Existenz der Feen erfahren. Ich werde mich als Mensch tarnen, sie aufsuchen, ihre Gefühle so manipulieren, dass sie mich als ihren schon immer dagewesen Freund sieht und ihr jedes Jahr den Nebelwein verabreichen. Ich werde nicht von ihrer Seite weichen...wenn Ihr Euren Teil des Handels einhaltet und ich im Gegenzug etwas von Euch verlangen darf“ Ich schlug feierlich mit meiner Faust auf meine Brust und ging auf ein Knie. Das machte man so, wenn man einen Handel ableistete. Es galt als Zeichen der Ehre und der Treue. „Nun denn, Robin Goodfellow. Was wünscht du dir im Gegenzug?“, fragte er mich. Seine Stimme war wie immer ausdrucklos, doch seine Gesichtszüge waren angespannt. Ich konnte alles von ihm verlangen. Er stand nun in meiner Schuld. Ich musste mir ein höhnisches Grinsen verkneifen, als ich daran dachte, Oberon zu befehlen, Titania die Haare im Schlaf abzuschneiden. Aber ich wusste, dass ich sowas unter keinen Umständen verlangen konnte. Nicht jetzt, wo es so ernst war. Ich dachte darüber nach, was mir fehlte oder was ich gerne hätte, aber mir fiel nichts ein, was ich von dem Erlkönig hätte verlangen können. „Ich werde Eure Lebensschuld ein ander Mal fordern, bis dahin wird dieser Handel wohl zwischen uns stehen. Was ich zu dem Zeitpunkt will, in dem ich ihre Schuld fordern werde, steht noch in den Sternen“, erklärte ich verträumt und legte den Kopf in den Nacken. Oberons Augen blitzten für einen kurzen Moment nervös auf, doch im selben Moment blickte er wieder ausdrucklos drein. „Ich akzeptiere deinen Vertrag, Robin Goodfellow. Möge deine Reise gut ausgehen und deine Mission erfolgreich werden. Der Nebelwein wird dich vor dem Steig erwarten, der dich direkt in die Stadt, in der meine Tochter leben soll, führen wird. Geh den Gang herunter und in das Gemach, in dem die Púca haust, welche dich hierherführte. In dem Schrank ist der Steig...Und Goodfellow. Sollte sich die Prinzessin jemals in unser Reich begeben, wirst du es sein, der bestraft wird. Ich werde den Handel, den wir haben, mit den Füßen treten und dich in irgendwas verwandeln, was für dich unangenehm wie Eisen sein wird. Vertrau mir“ Ich war schon auf dem Weg nach draußen, als ich mich nochmal zu Oberon umdrehte und ihn schelmisch angrinste. „Schon verstanden“, sagte ich wie beiläufig und machte mich auf den Weg zu der reizenden Púca.
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