Abschlussball

von fifilia
GeschichteRomanze / P16
29.12.2014
06.12.2018
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Ty lag bereits eine ganze Weile wach und beobachtete Amy. Sie hatte sich neben ihm zusammen gerollt und ihre Rechte Hand ruhte auf seiner Brust. Er lächelte und schob ihr vorsichtig einige der im morgendlichen Sonnenlicht goldglänzenden Strähnen aus dem Gesicht. Er horchte aufals er die Stimmen von Jack und Lou aus  dem Wohnzimmer vernahm.

"Ich sehe mal nach Amy. Schien ja spät geworden zu sein.", verkündete der ältere Mann und machte die ersten Schritte In Richtung Amys Zimmer.
Lou entglitten ein wenig die Gesichtszüge. Sie war sich mehr als sicher, dass Amy entweder nicht da sein würde oder nicht alleine sein würde und Jack würde beides nicht gefallen. Eilig holte sie zu ihm auf. "Aber warum denn? Lass sie doch noch schlafen. Sie freut sich bestimmt über jede Minute und wird fürchterlich grimmig sein. Du kennst sie doch wenn sie müde ist." versuchte sie ihn leicht außer Atem von seinem Vorhaben abzubringen.
Jack machte vor der Zimmertür von Amy halt und blickte Lou an.
"Ich würde einfach gerne nach ihr sehen.", erklärte er.

Einen kurzen Moment lang überlegte Ty ob er sich die Bettdecke über den Kopf ziehen oder aus dem Fenster zu flüchten versuchen sollte. Dann jedoch Beschloss  er, dass eh keinen Sinn hatte und ihn diese Situation früher oder später eh ereilen würde. Zudem waren Amy und er jetzt schon eine ganze Weile zusammen, warum also durfte er nicht bei seiner Freundin schlafen? Er strich ihr nocheinmal durchs Haar und harrte der Dinge die da kamen.

Amys Zimmertür öffnete sich mit einem leisen Knarren und Jack steckte vorsichtig den Kopf durch den Spalt. Er blickte lächelnd auf Amys Bett, dann trafen sich seine Augen mit denen Tys. Einen Moment lang entwichen dem Cowboy die Gesichtszüge. "Oh nein.", stöhnte Lou leise als die Zimmerer mit einem Ruck komplett auf flog und knallend gegen die Wand krachte während Jack einen großen Schritt in das Zimmer machte und los brüllte.
"Was in drei Teufels Namen tust du im Bett meiner Enkelin?" Seine Augen waren zu schmalen Schlitzen zusammen gezogen und taxierte Ty drohend.
Amy schreckte hoch und blickte verwirrt durch einen Vorhang ihrer zerzausten blonden Haare. "Was? Was ist los?", wollte sie noch schlaftrunken wissen und fasste sich dann leise stöhnend an den Kopf. Ty setzte sich auf und legte schützend seine Arme um Amy.
"Raus! Raus hier, sofort!"Jack stapfte schnaubend vor Wut auf das Bett zu und machte Anstalten nach Ty zu greifen um ihn aus dem Bett zu zerren. Lou hechtete ihrem Großvater hinterher und begann ihn aus dem Zimmer zu zerren und mit einer für eine Frau mit ihrer Größe und Statur ungewöhnliche  Kraft zerrte sie Jack aus dem Raum. "Tut mir echt leid.", warf sie Ty über die Schulter hinweg zu, schubste Jack aus dem Raum und schloss die Zimmertür hinter sich.

Mit verschränkten Armen baute Lou sich vor der Zimmertür ihrer kleinen Schwester auf und funkelte Jack an.
"Geh bei Seite Lou!", herrschte Jack sie an und blickte sie drohend an.
"Oh nein.", erwiderte sie ruhig, aber fest.
"Der Bursche verlässt sofort mein Haus. Er hat nichts, aber auch gar nichts in Amys Bett verloren.", knurrte er und machte Anstalten Lou bei Seite schieben zu wollen.
"Herr Gott, Jack.", seufzte die Dunkelhaarige und blickte ihren Großvater ernst an. "Amy ist alt genug um selbst zu entscheiden wer mit ihr in ihrem Bett liegt." Amy wurde ein bisschen rot als sie Lous Worte gedämpft durch die Tür hörte.
"Sie ist siebzehn Jahre alt." Amy meinte einen leicht flehenden Unterton in Jacks Stimme zu hören.
"Grandma war mit siebzehn bereits verheiratet, falls du das vergessen hast und Amy hätte, verdammt noch eins, eine wesentlich schlechtere Wahl treffen können."
Jack klappte wie ein Fisch der Mund immer wieder auf und zu. "A-aber...", brachte er schließlich hervor.
"Nichts, aber!", bestimmte Lou und zwinkerte ihm zu. "Komm, Grandpa" Jack stöhnte leise als sie ihn so ansprach."wir trinken jetzt erstmal einen Kaffee. Ich hatte erstmal genug Aufregung für den Morgen."

Amy lauschte den sich fortbewegenden Schritten der beiden und blickte schließlich zu Ty auf als die Schritte verklungen waren.
"Tut mir leid.",  murmelte sie immer noch rot um die Nase und schloss die Augen. Ihr Kopf pochte schmerzhaft. Sie spürte wir Ty ihr vorsichtig die Haare aus der Stirn strich und ihr einen federleichten Kuss darauf gabe.
"Alles gut.", murmelte er. "Ich wusste worauf ich mich einlasse." Er ließ seine Finger über ihr Gesicht wandern und hob ihr Kinn an. Amys Stirn war in leichte Falten gelegt, ihre Augen waren wieder geschlossen und ihr Kiefer  zusammen gepresst. "Kopfschmerzen?", wollte er wissen und drückte Amy sanft zurück in die Kissen. Sie nickte, legte sich ihren rechten Arm über das Gesicht und seufzte. Ihr war neben der Sorge der leise Tadel in seiner Tonlage nicht entgangen.
"Keine Sorge.", gluckste er leise als Amy da so mit verstecktem Gesicht vor ihm lag. "Du bist nicht die erste mit einem Kater." Sie spürte wie er sein Gewicht auf der Matratze verlagerte, über sie stieg und  das Bett verließ.
"Ich besorge dir was dagegen.", Er ließ seine Finger kurz über den Halsausschnitt ihres Shirts wandern und schlüpfte dann wieder in seine Anzughose.

Lou hörte Amys Zimmertür und schließlich erschien Ty mit zerstrubbelten Haaren und nacktem Füßen im Türrahmen. Sie konnte Amys Schwäche für diesen jungen Mann nur zu gut nachvollziehen.
"Guten Morgen." brachte er fast schüchtern heraus. Jack brummte, starrte stur an Ty vorbei und klammerte sich an seinem Kaffeebecher fest. Lou verdrehte die Augen und lächelte Ty dann an. "Guten Morgen", wünschte sie ihm ebenso und schenkte ihm Einen Becher Kaffee ein. Ty holte einmal tief Luft und betrat schließlich die Küche. Er nahm Lou den dampfenden Becher dankbar ab, nahm einen Schluck und trat an den Küchenschrank um ein Glas heraus zu nehmen.
"Ähm, Lou, habt ihr Aspirin im Haus?",  wollte Ty wissen während er das Glas mit kaltem Wasser füllte. Jack knurrte, doch Lous strenger Blick ließ ihn verstummen.
Warum nur hatte er ihr von seinen ersten Alkoholexzessen mit vierzehn erzählt?, fragte er sich und begann nun seinem Kaffee nieder zu starren.
"Natürlich Ty.", lächelte sie und bedeutete ihm mit zu kommen. Die beiden verließen die Küche und Lou führte ihn ins Bad, wo sie den Arzneimittelschrank öffnete und einen Tablettenblister herauszog.
"Bitte habe ein bisschen Verständnis für Jack.", sagte sie leise als sie ihm den Blister reichte.
"Ich hatte schlimmeres erwartet.",  gestand Ty und lächelte schief.
"Hm.",  machte Lou nachdenklich. "Wer weiß was da noch kommt." Dann blickte sie ihn auffordernd an. "Na los,  geh dich um Amy kümmern. In ihrem jetzigen Zustand sollte Sie Jack nicht unter die Augen treten." Sie zwinkerte und schob Ty in Richtung Amys Zimmertür.
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