Ich liebe dich ... aber ich will nicht

GeschichteDrama, Romanze / P18 Slash
Andrew Dennies Biersack Ashley Purdy
29.12.2014
29.12.2017
81
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Nervös öffnete Andy seinen Spind. Seine Finger zitterten zu sehr, als dass er den Schlüssel ruhig halten konnte. Einige Male verfehlte er das Schlüsselloch, bis er endlich dieses verfluchte Schließfach öffnen konnte. Andy wusste genau, dass er beobachtet wurde. Er hatte schon ein paar Mal aus den Augenwinkeln herübergeschielt.
Andy mochte es nicht, wenn er angestarrt wurde, und dieser Idiot schaute schon eine halbe Ewigkeit herüber.
Dieser Junge, der am Ende des Ganges stand, empfand es anscheinend nicht als unhöflich, jemanden anzustarren.
Andy konnte so schon nicht sehr stolz auf sein Aussehen und Charakter sein, jetzt wurde er noch so angesehen, als sei er im Zirkus.
Schnell versteckte er sich hinter der grünen Tür des Schließfaches, um unsichtbar zu werden, wenigstens sein Oberkörper. Seine Beine sahen normal aus, aber er war fett und sein Gesicht einfach nur hässlich. Andy konnte verstehen, warum er deswegen angestarrt wurde. Zum Glück konnte man aus der Entfernung, in der dieser Fremde stand, nicht seine abgekauten Fingernägel sehen.

Diese Pause dauerte noch mindestens fünf Minuten. Sollte er sich die ganze Zeit verstecken? Was sollte er denn denken?
Warum machte sich Andy überhaupt Sorgen darüber, was jemand über ihn denkt? Das hatte er sonst nie und hat sich auch vorgenommen, so etwas nie zu tun.

Mit zittrigen Händen nahm er eines der Bücher, die er scheinbar hineingeschmissen hatte, und legte es auf den Hefter. Geographie. Eigentlich sagt man doch, dass Mathe ein Hassfach ist, Physik könnte auch eines sein, aber für Andy war Geographie ein schlimmes Fach. Man könnte sich fragen, was denn so schlimm an dem Fach war. Man muss nichts rechnen oder schwierige Formeln auswendig lernen. Selbst wusste er nicht, was er mit diesem Fach hatte.
Kopfschüttelnd über seine Gedanken wollte er gerade den Spind schließen, als ihm einfiel, wer ihn gerade beobachten könnte. Er war wie erstarrt. Sollte er es wagen, jetzt in das richtige Zimmer zu gehen? Was fiel ihm denn auf einmal so schwer? Beobachtet und angestarrt wurde er doch oft genug.
Andy kniff die Augen zusammen und zwang sich, jetzt endlich zu gehen, doch wie sooft konnte er nicht. Wollte er nicht. Er entschied sich, kurz nachzusehen. Vielleicht war er gar nicht mehr da oder sah Andy nicht, wenn dieser schnell war.
Schüchtern trat er einen Schritt zurück, den Blick nach rechts gewandt. Als er wieder das Ende des Ganges sehen konnte, musterte dieser Fremde ihn erneut.
Panisch trat er wieder an seinen Spind, dessen Tür sich ein Stück geschlossen hatte, und prallte mit der Schulter dagegen.
Mit aufgerissenen Augen versteckte er sich. Diesmal, ohne sich zu verletzen. Er hielt sich die Schulter und biss auf die Unterlippe. >> Das war peinlich. Schämst du dich nicht?<<
,,Nein! Das war nicht-", flüsterte Andy wütend. Ihm war trotzdem bewusst, dass es peinlich war und er sich soeben blamiert hatte.
,,Jetzt oder nie", spornte er sich an. Es konnte ja wohl nicht so schwer sein, einfach an ihm vorbeizugehen.

Andy war sich unsicher. Wie sah er aus? War er eine Lachnummer? Natürlich war er das, er sah ja auch total dämlich aus. Alle fanden ihn hässlich, zumindest hatte noch nie jemand das Gegenteil behauptet.
Der kleine Handspiegel, der stets in seinem Schließfach lag, zeigte ihm, wie hässlich er war. Seine Haut war blass, was eigentlich auch daran liegen konnte, dass er nie in die Sonne ging. Die Haut des Jungen, der ihn beobachtete, hatte einen schönen Ton.

Entschlossen, weil er es sowieso nicht ändern konnte, griff er nach den Geographiesachen und atmete kurz durch.
Wie lange stand er schon hier?
Andy merkte, dass er Zeit schinden wollte. Was sollte er schon dagegen machen?
Er schloss seine zitternde Hand um die Kante und knallte schon fast den Spind zu, wobei er sich erschreckte und die Finger vor Schreck an ihrem Platz ließ. Schmerz fuhr durch Daumen und Zeigefinger, doch er widmete sich dem gar nicht, denn er war viel zu sehr damit beschäftigt, den Jungen, der genau vor ihm stand, anzustarren.

,,Hi! Ich bin Ashley!"
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