Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

-X- Ein Grund für Gruselgeschichten

von Change
KurzgeschichteDrama, Liebesgeschichte / P12 Slash
EXO
29.12.2014
29.12.2014
1
1.808
1
Alle Kapitel
noch keine Reviews
Dieses Kapitel
noch keine Reviews
 
 
 
29.12.2014 1.808
 
Das erste Mal, dass Han Minseok weinen sah, war an diesem Tag.



Jongdae lachte laut auf, als Tao fluchtartig den Raum verließ.

„Ich hab es geschafft!“, jubelte er und setzte sich neben Minseok auf dessen Bett.

„Wieso wolltest du ihn überhaupt aus dem Zimmer scheuchen?“, fragte Minseok verwirrt, jedoch nicht minder amüsiert über Taos Flucht, „Worüber wolltest du mit mir reden?“

Jongdae nun wieder ernst, blickte zu Minseok und legte seine Hand auf die des verwirrten Baozi’s, Minseoks Augen weiteten sich ein wenig, „Was denn?“

„Wann willst du es ihm endlich sagen?“, fragte Jongdae und ihm wurde gleich danach die kleine Hand seines Gegenübers entzogen, welcher gleichzeitig den Blickkontakt abbrach.

„Was soll das jetzt?“, fragte er genervt, doch Jongdae kannte ihn gut genug um den verletzten Unterton zu erkennen.

„Ich will dich so nicht mehr sehen.“, verteidigte Jongdae sich, meinte es allerdings mehr entschuldigend, „Du leidest, wenn du die ganze Zeit nur so tust, als würdest du ihn nur als Kumpel sehen und der Weile zusehen musst, wie er mit allen möglichen Leuten rumalbert. Gib es doch einfach zu, dass du angst hast, dass er was von Sehun wollen könnte.“

„Yah! Halt den Mund!“, Minseok funkelte ihn böse an, „Es ist mir egal, von wem er was will. Das ist nicht meine Sache. Du solltest das wissen.“

„Ohh Minseok bitte, du wirst noch verrückt wenn du dir das weiter einredest, also wieso sagst du -“ Begann Jongdae erneut, doch sein bester Freund hatte nicht die Absicht ihn ausreden zu lassen.

„Das bin ich doch schon längst, aber ich kann und will es nicht ändern.“, stellte Minseok klar und wischte sich fahrig über die Augen, „Ich könnte es nicht ertragen, wenn…“

Jongdae zog seinen besten Freund in die Arme und strich beruhigend über dessen Haar, als dieser sich selbst unterbrach.

„Lass das!“, forderte Minseok schwach und drückte sich wieder weg.

„Wie kannst du nur so stur sein?“, fragte Jongdae, mehr als ein bisschen verzweifelt.

„Ich muss es so aushalten. Lieber habe ich nur die Vermutung, dass er jemanden anderen mag, als das ich es mit Sicherheit weiß.“, erwiderte Minseok, lehnte sich an die Wand und legte seine Arme um seine angewinkelten Beine.

„Hast du auch lieber die kleine Hoffnung er könnte dich auch mögen, als es zu wissen?“, fragte Jongdae vorsichtig. Minseok legte den Kopf auf seine Arme und konzentrierte sich darauf keine Träne zu vergießen.

„Genau.“, war die kurze Antwort. Mit gewissem Abstand beobachtete Jongdae den traurigen Mann vor sich.

„Bitte, Lüg' dich nicht selbst an.“, wieder streckte er zögerlich seine Hand aus und berührte den leicht bebenden Rücken des Kleineren.

„Ich … I … ich bek.. bekomm‘ es … es aber ni… nicht hin ohne.“, Minseok hob sein Kopf, Jongdae sah trotz der stark stockenden und immer wieder brechenden Stimme keine einzige Träne, nur gerötete Augen.

„Rede mit ihm.“, flüsterte Jongdae, ein wenig eingeschüchtert durch die Kälte, welche Minseok ausstrahlte.

„Ich kann nicht.“, sagte er und stand auf, „Ich geh ... j- jetzt un- ... und ... bitte lass mir meine Zeit.“ Er verließ, ohne auf eine Erwiderung zu warten sein Zimmer und ließ den verzweifelten Jongdae alleine auf seinem Bett sitzend zurück.



Die kalte Nachtluft wehte durch die bereits zerzausten Haare des ältesten Exo-Members, durch welche er immer wieder seine Finger gleiten ließ. Warum musste Jongdae ihn unbedingt jetzt darauf ansprechen? Gerade jetzt, er hatte schon genug Probleme seine Gefühle unter Kontrolle zu halten. Denn es war keineswegs leicht für ihn, den Drang Luhan nah zu sein, ihn zu berühren und in seine Arme zu schließen, zu unterdrücken. Ganz zu schweigen von der Eifersucht die jedes Mal in ihm hoch kroch, wann immer Han einem der anderen zu nah kam oder mehr Spaß mit ihnen zu haben schien als mit ihm.

Minseok saß auf einer Schaukel eines kleinen Spielplatzes, welcher nicht gerade als nah zu ihrem Dorm beschrieben werden konnte. Minseok kam oft hier her, wenn er Abstand zur Realität brauchte und momentan war es enorm wichtig nicht mit Han in einem Dorm zu sein, sonst würde er nur irgendetwas Dummes tun. Ihm seine Gefühle gestehen, wollte Minseok nicht, er lebte lieber im Ungewissen, was wahrscheinlich nicht viele verstehen konnten.

Trotz seiner trüben Gedanken breitete sich ein Grinsen auf Minseoks Lippen aus, als er daran dachte, wie Jongdae Tao aus ihrem Zimmer gejagt hatte. Er war nun mal ein wahrer Meister darin Gruselgeschichten zu erzählen. Doch das Grinsen auf dem Gesicht des Ältesten EXO Mitgliedes blieb nicht lange, da er automatisch wieder an das Gespräch und Luhan dachte.

Er musste sich auf andere Gedanken bringen, das war ein Muss und dieser Ort half ihm für gewöhnlich dabei. Tagsüber spielten viele Kinder hier und Minseok dachte gerne an das ausgelassene Kinderlachen, welches dann immer ohne Beschwerden über den Spielplatz hallte. Neben der Schaukel auf der Minseok saß standen Laternen, welche den Blick auf die Sterne durch ihr relativ helles Licht versperrten. Bewusst langsam schloss Minseok seine Augen und atmete tief durch, es war herrlich die kühle Nachtluft einzuatmen und dabei an überhaupt nichts Bedrückendes zu denken. Nach einer Weile hörte er schnelle Schritte, welche sich näherten und er öffnete seine Augen, wollte sie kurz darauf jedoch wieder schließen in der Hoffnung Han würde ihn dann genau so wenig sehen wie er ihn, jedoch behielt er sie offen. Han kam schwer atmend vor Minseok zum Stehen und ein müdes, ausgelaugtes und ein wenig verzweifeltes Lächeln legte sich auf seine Züge.

„Was tust du hier?“, fragte er dann an den Neuankömmling gewandt, welcher lediglich vor ihm stand, jedoch noch nichts gesagt hatte.

„Chen hat mir gesagt, dass ich dich hier finde und … na ja.“, der Chinese kratzte sich am Hinterkopf, „Er meinte ich solle hier her kommen.“

„Komisch.“, flüsterte Minseok eher zu sich selbst, als an Han gewendet. Woher sollte Jongdae wissen wo er war?

„Hast du was gesagt?“, fragte der Jüngere. Minseok schüttelte nur kurz seinen Kopf. Er bildete sich das gerade nicht nur ein oder? Er stand da wirklich. Han stand mitten in der Nacht, völlig außer Atem, vor ihm und das auf einem von Laternen beleuchteten Spielplatz. Wie kitschig.

„Und was machst du hier?“, wurde die Gegenfrage, welche wohl kommen musste gestellt.

„Ich musste meinen Kopf frei bekommen.“, antwortete er ehrlich, dass es nicht gerade förderlich war, wenn Han bei ihm war, während er das versuchte, behielt er aber für sich. Hatte Jongdae ihm wirklich gesagt, dass er ihm nachgehen sollte? Eigentlich wusste sein Freund, dass er niemanden sehen wollte, wenn er extra aus der Wohnung verschwand und ihm sogar sagte er solle ihm seine Zeit lassen.

„Darf man fragen wieso du hier bist, um den Kopf freizubekommen? Oder besser gesagt, von was du den Kopf frei haben möchtest?“, fragte der Chinese leise in die Stille, die sich über sie gelegt hatte.

Sollte er es ihm vielleicht einfach sagen? Es passte doch recht gut. Ein nicht wirklich ernst zu nehmender Ort, eine wunderschöne Nacht, nur sie Beide und das miserabelste Geständnis, das die Welt je gesehen hatte. Würde es schief laufen, könnte Minseok es mit Glück eventuell als schlaftrunkenen Witz verkaufen.

„Ich“, Minseok stand auf und trat ein paar Schritte auf Han heran. Er konnte nicht verhindern, dass sich langsam Tränen in seinen Augen sammelten, bei dem unwillkürlichen Gedanken daran, wie Han ihn abblitzen lässt und sie nicht einmal mehr normal reden konnten, ohne dass dieses Geständnis zwischen ihnen stünde. Es stand so viel auf dem Spiel, mehr als nur ein Korb oder ein gebrochenes Herz. Minseok konnte die vertrauten Züge des Jüngeren im Laternenlicht nur allzu gut erkennen, jedoch wünschte er sich es nicht so einfach zu können. Allerdings musste er nun auch beenden was er begonnen hatte, sonst würde er es nie tun. Han war die ganze Zeit über still gewesen und hatte nur mit unverhohlener Neugier beobachtet, wie Minseok auf ihn zugelaufen war.

„Ich liebe dich.“

Mit diesen drei Worten durchschnitt Minseok die erdrückende Stille. Er hatte Han dabei ins Gesicht gesehen und wartete schweigend auf eine Antwort, eine Regung, irgendetwas, doch Hans Mimik veränderte sich nicht. Was Minseok nur noch verzweifelter versuchen ließ seine Tränen zurück zu halten.

Es verging eine, sich wie eine schreckliche Ewigkeit anfühlende, Weile, die an Minseoks Selbstbeherrschung zerrte, bis sie letztlich brach, da Han einfach nichts tat. Eine Träne nach der anderen bahnten sich ihren Weg über Minseoks kalte Wangen und hinterließen nasse Spuren.  

Plötzlich durchschnitt ein kurzes ungläubiges Lachen die ohrenbetäubende Stille. Nun konnte Minseok es nicht mehr zurück halten und ein lautes Schluchzen ertönte. Allarmiert weitete Han seine Augen.

„Nein, stopp!“, stieß er panisch hervor und hielt Minseok am Arm fest, als dieser an ihm vorbei laufen wollte. Der Ältere blieb zwar stehen, doch starrte stur auf den Boden. Er hatte das nicht gewollt, wegen einer solchen Reaktion, hatte er es ihm nicht sagen wollen. Er hatte es gewusst. Wieso war er eigentlich so dumm und hörte auf Jongdae?

„Lass mich bitte in Ruhe.“, bat Minseok leise, aber dennoch gut hörbar für den anderen.

Mit einer bestimmten Bewegung drehte der Größere Minseok so, dass er in sein traurig verzerrtes Gesicht sehen konnte.

„Was?“, schrie dieser, „kannst es wohl nicht glauben, dass ein Mann so dumm sein kann, nicht wahr? Ja, es tut mir leid, ich habe es mir auch nicht vorstellen können, aber jetzt muss du damit Leben, ich kann es nicht än-“, Minseok wurde unterbrochen, durch ein Finger den Han auf seinen Mund legte. Vorsichtig strich er unter Minseoks Augen entlang und trocknete die Tränenspuren, seine Hand strich sachte über seine Wange.

„Sag es mir bitte noch mal.“, flüsterte er dann leise. Minseok hob seinen Blick und schaute in die leuchtenden Augen Hans, während sich in ihm die alberne Hoffnung bildete, dass das alles nur ein Missverständnis war.

„Wieso?“, hauchte er verständnislos.

„Bitte.“ Mehr brauchte es nicht um Minseok zu überreden. Nur diese großen braunen Augen und Hans melodische, bittende Stimme.

Peinlich berührt senkte Minseok seine Lider, er hatte Han noch nie etwas abschlagen können, „Ich … ich liebe dich.“, er öffnete seine Augen wieder und sah augenblicklich in die von Han, der seinen Blick offenbar gesucht hatte.

„Und du meinst das ernst?“, fragte der Chinese mit einem glücklichen, hoffnungsvollen Schimmer in den Augen.

„Ja.“, bestätigte er erneut.

Da zierte ein erleichtertes Lächeln das Gesicht des Größeren.

„Ich liebe dich auch.“

Nachdem Han diese Worte zärtlich lächelnd gesagt hatte, spürte er auch schon die schmalen Lippen des Koreaners auf den seinen und schloss genießend die Augen.


~~~
Dieser Os wurde überarbeitet (nur Kleinihkeiten): 16.07.2015
weiterer OS von chance (meine sis :D)

so hoffe euch hats gefallen :3 freu mich wie immer über Rückmeldung und Verbesserungsvorschläge ;D

Ach ja und falls einer wissen will wohin Tao geflüchtet ist sollte man http://www.fanfiktion.de/s/5414bedc0003afdc35aa3d83/1/Die-Macht-der-Gruselgeschichten lesen :D obwohl ich weder bei diesem noch bei dem anderen OS die Verantwortung für Übelkeit, aufgrund des Kitsches, übernehme xD

grüßle change :3 und chance ;D
Review schreiben
 
 
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast