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Subconscious

von Elaine27
Kurzbeschreibung
GeschichteSchmerz/Trost, Tragödie / P6 / Gen
Ashley Magnus Dr. Helen Magnus John Druitt
28.12.2014
28.12.2014
1
671
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Dieses Kapitel
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28.12.2014 671
 
Übersetzung von Misery Loves Sarah's Geschichte 'Subconscious' (https://www.fanfiction.net/s/6129861/1/Subconscious) - auf Deutsch 'Unterbewusstsein'. Einer meiner Lieblings-OneShots, vor allem da die Story so kurz ist und trotzdem sehr viel Inhalt und Emotionen hat.
Viel Spaß beim Lesen!
Sonea


Subconscious

Helen wollte sich nur für einen kleinen Moment hinlegen. Sie hatte in letzter Zeit so unregelmäßig geschlafen, dass selbst sie anfing die Konsequenzen zu spüren. Zuerst hatte sie die Ablenkung willkommen geheißen. Nach all dem, was sie die letzten Monate durchgemacht hatte, brauchte sie jegliche den Geist beanspruchenden Aktivitäten, die sie finden konnte.

Als sie ihre Augen für einen Bruchteil einer Sekunden geschlossen hatte, war es dunkel vor dem Fenster ihres Büros gewesen. Nun trafen sie beim Öffnen auf helles Licht, welches ihr Zimmer durchflutete. Sie ging zum Fenster um durch das Glas zu blicken.  Der Tag war wunderschön, doch umso grausamer erschien es ihr. Ashleys Tod vor einem Jahr und Johns erst kürzliches Verschwinden markierten das Ende einer Ära für Helen. Sie war nun allein. Und was noch schlimmer war, einsam. Sie schlang ihre Arme um sich selbst, weil es niemanden anderen gab, der es tat.

„Was gäbe ich dafür, deine Gedanken zu kennen“ erklang eine von Erinnerungen schwere Stimme. Helen drehte sich mit einer Geschwindigkeit um, die der unerwartete Besucher nicht erwartet hatte. Da stand er. Groß, stark und gutaussehend wie immer.

„John. Ich dachte du wärst tot.“ Sie schnappte nach Luft. Schmerz vermischte sich kurz mit Erleichterung. Vielleicht war er nicht noch eine weitere Person, die sie loslassen müssen würde.

„Lächerlich,“ sagte er in der Art, wie er es einst immer getan hatte, bevor das Ursprungsblut  sie auseinander gerissen hatte. „ Du solltest besser als jeder andere wissen, dass ich nicht so einfach umgebracht werden kann.“

„Vielleicht,“ erwiderte Helen, immer noch misstrauisch. „Wo warst du?“

„Hier und dort.“ Das er ihr auswich ließ sie wachsam werden, aber als er zu ihr ging, um seine Hände an ihre Wangen zu legen, machte sie keine Bewegung ihn aufzuhalten. „Es ist weg, Helen. Ich bin endlich frei von dem Monster.“

Helen wusste, dass sich ihr Schock auf ihrem Gesicht wiederspiegelte. „Aber wie?“

„Das ist nicht wichtig. Versprich mir einfach, dass du hier mit mir bleiben wirst,“ flehte er. „Bitte, versprich mir, dass du bleibst.“

„John….ich kann nicht…,“ setzte Helen an, nur um von einer Bewegung am Rande ihres Sichtfeldes abgelenkt zu werden. Sie drehte sich schnell um und was sie dann sah, ließ ihr Herz in weitere kleine Stücke zerbrechen.

„Mum…“ flüsterte Ashley, ein Lächeln im Gesicht. Sie strahlte förmlich Licht ab.

Helen drehte sich zurück zu John. „Unser schlafender Verstand versucht uns immer das zu geben, wonach wir uns am meisten sehnen,“ sagte er, bevor er sie sanft küsste.

Helen erwachte nach Luft schnappend und mit Tränen in den Augen. Es war Ashleys Erscheinen, das sie erkennen ließ, dass sie immer noch schlief. Der Gedanke, dass sie einen der Menschen, die sie am meisten liebte eines Tages wiederbekommen würde, war im besten Falle unrealistisch. Sie beide wiederzubekommen, nun ja…es war doch nur ein Traum. Vor ihrem Fenster war es wieder dunkel.

Unser schlafender Verstand versucht uns immer das zu geben, wonach wir uns am meisten sehnen. Sie dachte kurz darüber nach und kam zu dem Schluss, dass ihr eigener Verstand sie zu bestrafen versuchte. Doch vielleicht bestrafte sie sich nicht selbst. Vielleicht wollte sie ausdrücken, dass es nicht verrückt war unmögliche Dinge zu wollen. Vielleicht versuchte sie sich selbst eine andere Option anzubieten. Etwas, das sie im Moment mehr als alles andere brauchte.

Hoffnung.

Sie weinte für sie beide. Das Treffen in ihrem Traum war eins, das sie sich ersehnt und gleichzeitig gefürchtet hatte. Sie hatte gewusst, dass sie letztendlich aufwachen musste und sie wieder weg sein würden. Die Person, die sie all die Jahre gekannt und geliebt hatte und die, die die Welt erblickt und so schnell wieder verlassen hatte. Ihre zwei verlorenen Geliebten.

Verloren, zumindest für den Moment, dachte sie, nicht anders könnend.
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