Lilly Löwenherz

GeschichteRomanze / P18
Frankfurt Lions
27.12.2014
06.02.2016
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Meine allererste Löwen-Geschichte. Naja, zumindest die erste, die ich veröffentliche.
Und Ladies (ich gehe einfach mal davon aus, dass wir hier hauptsächlich Ladies sind), wir sind alle Eishockey-Fans, also bitte spread the love. ♥
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Mit zittrigen Händen stand sie vor der Bürotür und überlegte sich, eventuell doch wieder zu gehen.
Vielleicht war das gar keine so gute Idee gewesen, wie sie die ganze Zeit über gedacht hatte.
Natürlich hatte es sich angeboten und kam ihr gelegen, aber so nervös wie sie jetzt war, schien ihr das alles ziemlich bescheuert.
Seit zwei Semestern studierte sie Sportmanagement an der Universität in Frankfurt.
Und seit vielen Jahren war sie Fan der Frankfurter Löwen.
Wo also hätte sie ihr halbjähriges Praktikum sonst machen sollen, als im Management der Löwen?  Das Bewerbungsgespräch hatte sie bereits hinter sich und vor ein paar Tagen kam dann das langersehnte Schreiben mit der Post.
Die Zusage für die Praktikumsstelle.
Eigentlich sollte sie heute nur den Vertrag unterschreiben und nächste Woche beginnen.
Noch immer stand sie unentschlossen vor der Tür und war hin- und hergerissen.
Gerade als sie die Hand nach der Türklinke ausstreckte, ging diese schwungvoll von innen auf. Noch ehe sie einen Schritt zurückgehen konnte, traf sie die Kante der Tür am Kopf und sie taumelte etwas benommen zurück.
„Oh“, hörte sie eine Stimme sagen, „Hast du dir weh getan?“
Sie schüttelte mit dem Kopf und murmelte: „Geht schon.“
Dann sah sie nach oben und schaute direkt in die bläulich-grauen Augen, die sie je gesehen hatte. Sie rieb sich mit einer Hand die Stirn und hoffte, dass sie keine Beule davontragen würde.
„Oh man, das tut mir so leid“, sagte er leise und schaute sie entschuldigend an.
„Ist ja nichts passiert“, antwortete sie und versuchte sich an einem freundlichen Lächeln, war sich aber sicher, dass es mehr gequält als alles andere aussehen musste.
„Ich bin übrigens Nils“, stellte er sich vor und hielt ihr die Hand hin.
„Ich weiß“, dachte sie.
Sie musste grinsen, nahm seine Hand und sagte: „Liliana, aber nenn' mich Lilly.“
„Hi Lilly“, er lachte, schaute dann aber wieder besorgt rein, „Und du hast dir wirklich nicht weh getan?“
„Naja, ein bisschen vielleicht“, gab sie zu, aber der Schmerz war beinahe wieder vergessen. „Oh man“, seufzte er, „Kann ich das irgendwie wieder gut machen?“
„Wir sehen uns in Zukunft bestimmt öfter, dann kannst du vielleicht versuchen mir keine Türen vor den Kopf zu schlagen“, kicherte sie und spürte, dass die Anspannung und Nervosität gänzlich aus ihrem Körper gewichen war.
Auch er grinste und schaute sie dann fragend an: „Warum sehen wir uns öfter, wenn ich fragen darf?“ „Ich studiere Sportmanagement hier in Frankfurt und mache ab nächster Woche mein Praktikum bei euch“, erklärte sie.
„Nicht schlecht“, gab er anerkennend zurück, „Na dann, Lilly, ich freu mich drauf.“
„Ich mich auch“, sagte sie leise und schaute ihm hinterher, als er den langen Gang hinunter ging.

„Du musst Liliana sein“, sagte in diesem Moment eine raue Stimme hinter ihr und riss sie somit aus ihren Gedanken.
„Äh, ja, richtig“, stimmte sie zu und schüttelte dem etwas älteren Mann, der aus dem Büro getreten war, die Hand.
„Du musst ja nur noch deinen Vertrag unterschreiben und dann kann es Montag losgehen, oder?“, erkundigte er sich, während er sie hinein bat und sie sich an den Schreibtisch setzte.
Sie nickte. „Richtig.“
„Sehr gut.“ Er nickte und kramte in einer Schreibtischschublade, bis er einen Kugelschreiber hervor zog, ihr ein Blatt und den Stift hinhielt.
„Einmal da unten auf der Linie unterschreiben bitte.“ Er grinste.
Sie setzte ihre Unterschrift auf das Papier und augenblicklich erfüllte eine tiefe Wärme ihren ganzen Körper.
Das würden geniale 6 Monate werden.
„Gut, Liliana..“ „Lilly“, unterbrach sie und lächelte ihn an.
„Lilly“, er lächelte zurück, „Montag kannst du ausschlafen, ich möchte dich nachmittags beim Training dem gesamten Team vorstellen. Wir wollen nicht, dass du das ganze halbe Jahr nur im Büro verbringst, also wirst du auch viel Zeit mit der Mannschaft verbringen.
Bei uns ist alles sehr familiär und unser Ziel ist es, dir nicht nur das Management nahe zu bringen, sondern dich auch ein Teil dieser Familie werden zu lassen. Wie klingt das für dich?“ „Super!“ Sie strahlte. Besser könnte es wirklich nicht sein.
„Moment“, wieder kramte er in seiner Schublade und zog dann eine Karte heraus, die an einem langen Schlüsselband baumelte, „Das ist deine Eintrittskarte. Hiermit kommst du zu jedem Spiel in die Eishalle, 'backstage', und natürlich, wenn du möchtest, auch in die VIP-Lounge.“
Dankend nahm Lilly die Karte entgegen und verstaute sie sicher in ihrer Handtasche.
„So, das wär's dann für heute. Wir sehen uns Montag um 14.00 Uhr in aller Frische.“
Er schüttelte ihr wieder die Hand und verabschiedete sich.
„Bis Montag dann, schönes Wochenende“, sagte sie, erhob sich und ging zur Tür.
Sie drückte die Türklinke hinab, stieß die Tür auf und traute ihren Augen nicht, als vor der Tür niemand anderes als Nils Liesegang stand, der sich auf die Lippe biss und sich mit einer Hand die Stirn hielt.
„Jetzt sind wir quitt“, lachte er und rieb sich mit der Hand über die Stirn.
„Oh nein“, seufzte Lilly, „Ich hab dich nicht gesehen, sorry.“
„Naja, du hast ja keinen Röntgenblick oder sowas“, er grinste, „Hast du heute noch was vor?“ Sie schluckte kurz, was sollte das werden?“
„Äh, nein?!“, antwortete sie vorsichtig und schaute ihn erwartungsvoll an.
„Ich weiß ja du wirst am Montag allen ganz offiziell vorgestellt und so, aber wir treffen uns heute Abend im Black Bulls, das ist ein Steakhouse, also das ein paar von den Jungs werden kommen und wenn du Lust hast... Naja...“
Er unterbrach sich selbst und schaute sie fragend an.
„Gerne“, gab sie zurück, ihr Herz klopfte wie verrückt, als er sie zuckersüß anlächelte.
„Prima“, er sah erleichtert aus, „Findest du allein hin, oder soll ich dich irgendwo abholen?“
„Ähhh...“
„'Ähhh' hilft mir nicht weiter“, grinste er.
„Ehrlich gesagt wäre es super, wenn du mich einsammeln könntest, ich hab momentan kein Auto und mit der Straßenbahn kenn ich mich nicht so aus“, gab sie leise zu und schaute ihn von unten an.
„Kein Thema, gib mir mal dein Handy.“
Mit Fragezeichen in den Augen hielt sie ihm ihr Mobiltelefon hin und schaute ihm dabei zu, wie er seine Nummer einspeicherte.
„Schreib mir einfach später deine Adresse und dann bin ich so gegen 19.00 Uhr bei dir, ja?“
Er zwinkerte ihr zu, hob die Hand und winkte ihr, während er an ihr vorbei zurück ins Büro ging.
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