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THUNDER

von Cree
GeschichteFreundschaft, Liebesgeschichte / P18 / Gen
Ashton Irwin Calum Hood Luke Hemmings Michael Clifford
27.12.2014
08.09.2015
77
227.737
57
Alle Kapitel
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Dieses Kapitel
4 Reviews
 
27.12.2014 3.435
 

Uhiii! Da seh ich doch 5 Favoeinträge und einer von euch Schnuckis hat doch tatsächlich ein Sternchen verteilt. ICH SEH ALLES, MUHAHA. Okay. :D
Also hier geht es erst mal weiter, ich hoffe es gefällt euch und ein paar Leser kommen noch hinzu. ;)
(Ich muss jetzt für die Uni lernen, fugg :( :D) ♥







„You are my people, you are my crowd this is our music, we love it loud; Yeah, and nobody's gonna change me'cos that's who I am; these are crazy, crazy, crazy, crazy nights, oh yeah..“
(Kiss – Crazy nights)





Nicht zu fassen. Ich schwänzte die Schule, hatte meine Eltern hintergangen, Becky belogen und saß nun allen Ernstes in der Bahn in Richtung der Adresse auf dem kleinen Zettel.
Ich knabberte an meinen Fingernägeln herum und fuhr mir immer wieder durch die Haare, während Axl Rose in meine Ohren brüllte wie sehr er nach Hause wollte.
Oh Gott, nach Hause wollte ich auch gerade.
Das war die größte Schnapsidee des Jahrhunderts, ich war so bescheuert es würde mir schon recht geschehen wenn dort ein Frauenmörder warten würde, der mich erst vergewaltigen und dann essen wollte. Fuck!
Es war immer noch nicht so das ich da – bei was auch immer – mitmachen würde, ich war nur wahnsinnig neugierig.
Natürlich hatte ich letzte Nacht diesen ominösen Bandnamen gegoogelt und auch mittlerweile verstanden was dieser Kerl damit meinte, jetzt hatte ich noch vor herauszufinden welche Irren sich diese Geschichte ausgedacht hatten.
Das waren doch im Leben nicht die wirklichen Mitglieder dieser Band!
Meine Haltestelle wurde angesagt und ich erhob mich schwerfällig, schnappte mir meine Tasche und lief zum Ausgang. Heute war ein warmer Tag, Australien zeigte sich von seiner schönsten Seite und ich genoss den warmen Wind durch meine offenen Haare wehen.
Kaum draußen, sah ich mich suchend um, versuchte mich zu orientieren, um zu wissen wo ich dann als nächstes hin musste.
Ich hatte mir in weiser Voraussicht und noch weiseren Wissens meiner nichtvorhandenen Orientierungskünste den Weg auf einer kleinen Karte markiert und huschte nun durch Gassen und Straßen, unterquerte die große Hauptstraße und lief am Meer entlang, bis ich endlich vor einem großen gläsernen Gebäude stand.
Das Sonnenlicht spiegelte sich darin und ich kam mir vor wie eine kleine gottverdammte Ameise.
Wahnsinn dort hinein zu gehen, ich sollte es lassen, ich wusste es. Aber trotzdem ging ich langsam näher heran. Nicht so recht wissend was ich tun sollte, sah ich noch einmal auf den kleinen Zettel, die Adresse war aber richtig.
Es war amtlich: Ich hatte mich mal wieder in einen Haufen Scheiße geritten und wenn ihr mir eins glauben könnt, das konnte ich wunderbar.
Seufzend setzte ich mich auf einen der großen runden Steine die hier so dekorativ verteilt waren und starrte das Haus an, als würde ich erwarten das sonst was herauskommen würde.
So eine Scheiße aber auch.
Es war so dumm gewesen hier überhaupt her zu kommen.
Was hatte ich geglaubt hier zu finden? Ich sollte eigentlich in der Schule sitzen und nicht hier, irgendwo im Businessviertel der Stadt auf einem Stein, der vermutlich wertvoller war als er aussah.
„Ey! Drummergirl!“ rief eine tiefe Stimme mit einem Mal und ich wirbelte so erschrocken herum, das ich das Gleichgewicht verlor und halb im Matsch landete.
Der Verrückte aus dem Zoundhouse, der der mir die Adresse zugesteckt hatte, kam langsam auf mich zugelaufen und grinste über beide Backen. „Du bist tatsächlich hier.“
„Willst du mich aufschlitzen und essen, oder warum freust du dich so darüber?“
Er verdrehte die Augen, etwas das ich gar nicht lustig fand. „Quatsch. Ich bin übrigens Calum, ich weiß nicht mal deinen Namen.“
„Sheryl.“
„Sheryl? Cool. Ich hab nicht geglaubt das du tatsächlich kommst.“
Ich zuckte mit den Schultern und verzog das Gesicht zu einer scheußlichen Miene. „Ich auch nicht, um ehrlich zu sein.“
Er lachte und ich beobachtete es fasziniert. Der Kerl sah besser aus als es gut für ihn war.
„Magst du mit reinkommen oder noch eine Weile hier hocken? Komm schon, wir fressen dich nicht, wir wollen einfach mal schauen und ein bisschen quatschen.“
Quatschen? Wem wollte er diesen Scheiß erzählen? Ich hüpfte von dem Stein und lief an ihm vorbei.
„Quatschen ja?“
„Quatschen“ grinste Calum.
Er führte mich die Treppen hinauf, geradewegs zu einem der silbernen Fahrstühle. Leise Musik dudelte darin, ich sah mich selbst in den verspiegelten Wänden und kam mir schrecklich dämlich vor.
Das war die dümmste Aktion die ich je geliefert hatte, noch weit vor meiner Idee per Anhalter nach Brisbane zu fahren, weil die Rolling Stones da ein Konzert gespielt hatten.
War cool gewesen, besonders als die Bullen mich dann gesucht und blöderweise auch gefunden hatten.
„Also grundsätzlich sind wir sind vier Jungs. Luke, Michael, ich und Ashton. Luke spielt die Rhythmusgitarre, Michael die Leadgitarre, ich den Bass und Ashton das Schlagzeug.
Wo wir gerade bei Ashton sind… er ist zurzeit ein wenig … nun ja, schwierig. Lass dich nicht von ihm einschüchtern. Er bellt, aber beißt nicht.“
Uhmm, okay? Ich runzelte die Stirn und nickte langsam, beobachtete wie die Situation immer verrückter wurde und mir mehr und mehr aus den Händen glitt.
Ich war die absolute Chaosqueen, hatte mich mal wieder an den Rand des Wahnsinns rangiert und während ich versuchte auf einem Drahtseil Ballett zu tanzen, rutschte ich immer weiter hinaus in die bodenlose Weite.
Calum führte mich einen langen Gang entlang und öffnete am Ende eine Tür, ließ mir netterweise den Vortritt. Nicht das ich da jetzt Wert drauf gelegt hätte. Ich schenkte ihm trotzdem ein Lächeln.
Es sah aus wie ein mit viel Geld ausgebauter Dachboden, hier und da hielten Balken die Decke und stützten so die ganze noble Hütte. Der Boden war ausgelegt mit dunklem Teppich, überall standen Couchen und Sessel und dann war da eine ganze Menge Technik. Und Gitarren, Gitarren, Gitarren und Gitarren.
Ich sah mich mit großen Augen um, zuckte aber aus meinen Beobachtungen als Calum seine Hand auf meinen Rücken legte und mich weiter in den Raum hinein führte.
Da war nur keiner. Er schnaufte.
„Leute!“ rief er laut und mit einem Mal rumpelte es an allen Ecken, ehe zwei junge Männer erschienen. Der eine hatte blonde Haare und strahlte mich an, der andere schmatzte an einem Käsebrötchen und brachte mich dazu ihn unweigerlich zu Tode knuddeln zu wollen.
Oh Gott, wo war ich denn hier hingeraten?
„Du bist dann das Mädchen das Calum aufgegabelt hat?“ fragte der Blonde und streckte mir seine riesige Hand entgegen. „Luke.“
Scheiße hatte der lange Beine.
„Sheryl.“
„Heyho! Michael“ winkte der andere, Käsebrötchenessende und ließ sich auf eine der weichen Ledercouchen fallen. Calum verdrehte neben mir nicht ganz männlich die Augen und deutete mir an, mich hinzusetzen.
„Wo ist Ash?“
„Aufm Klo“ murmelte dieser Michael mit der verrückten Haarfarbe, die mich an ein Einhorn erinnerte. Auf Ecstasy. Geschoren.
„Weißt doch, brauch immer bisschen länger mit seinen Betonfingern.“
Ausgelassenes Lachen begleitete den Witz, den ich nicht mal im Geringsten verstand. Und ganz ehrlich? Das lag nicht an mir.
Stirnrunzelnd sah ich zwischen den Freunden hin und her und versuchte ihn zu checken, aber keine Chance.  
„Ashton, unser Drummer, hat zwei Gipshände“ erlöste dieser Blonde .. Luke? Ja, Luke. Er erlöste mich und mein Unwissen jedenfalls damit.
„Oh.“
„Hört auf zu lachen ihr Divas“ knurrte es dann plötzlich mit tiefer Stimme aus einer anderen Ecke, wo nun ein weiterer dazu kam. Tiefsitzende Jogginghosen saßen auf seinen perfekt geformten Hüften, ein Bandshirt pushte sein Ego in ungeahnte Höhen und seine halblangen braunen Wuschelhaare ließen ihn wie einen Filmstar wirken.
Und er wusste es. Er wusste es ganz genau.

Kennt ihr es, wenn ihr jemanden seht und ihr wisst sofort ihr könnt ihn nicht leiden?
Nun, wenn nicht – nehmt euch ein Beispiel an mir, das hier war das Beste was ich zu bieten hatte.

„Wer bist du denn?“
Arschloch. Oh Gott, Arschloch! Wäre auch zu schön gewesen wenn nicht. Ich schnaufte und sah demonstrativ zu Calum, als ich bockig die Arme verschränkte.
Ich hasste solche Typen.
„Unser neuer Drummer“ verkündete Calum fröhlich und mir schien es eine Spur zu fröhlich für eine normale Reaktion.
„Genau genommen ist sie ja ein Mädchen“ kam es von links, wo Käsebrötchen-Michael aufmerksam drein sah und mich musterte wie eine Zuchtkuh.
„Also ein .. eine .. uhmm..öhh.. uhm.. also..ähh..“
„Michael halt die Klappe.“
Er spitzte seine Lippen zu einem zuckersüßen Schmollmund und biss demonstrativ ab. Okaaaay… freaky. Es wurde immer verrückter.
Mr. Arrogant runzelte die Stirn und deutete mit dem Zeigefinger auf mich, worauf ich ungläubig die Stirn runzelte. Was war denn mit dem falsch?
„Wollt ihr mich verarschen? Bringt sie hier weg, was soll der Müll?“
„Bitte?“ platzte es aus mir raus bevor ich mich zurückhalten konnte. Ich nahm ja viel hin, aber das … nein. Nicht das. Nicht den.
„Verschwinde“ knurrte dieser Schnösel, der anscheinend auf den Namen Ashton hörte einfach nur, schnappte sich ungeschickt seine Schlüssel vom Tisch und stapfte zur Tür, um sie mit gehörigem Schwung hinter sich zu zuknallen.
Autsch.
„Was für eine Stimmungsbombe“ entfuhr es mir dann und ein tiefes Seufzen schob sich gleich von selbst hinterher.
Das hier war eine dumme Idee gewesen, definitiv. „Kann ich jetzt endlich gehen?“
„Nix da!“ Calum sprang auf und deutete auf das aufgebaute Schlagzeug in der Ecke. „Da, zeig mal was du kannst.“
Weil ich mich nicht bewegte, zog er an meinem Arm und drängte mich sanft zu dem dunkelblauen Instrument, das da so unschuldig stand.
Ich war mir nicht ganz sicher in welche Richtung sich das hier entwickelte – noch viel entscheidender, ob mir diese Richtung gefiel.
Ich bezweifelte es nämlich gerade.
„Das ist Ashtons Schlagzeug, Hood“ kam es von Käsebrötchenaltklug. Und trotzdem, er war zu niedlich um ihm böse zu sein. Auch wenn ich wollte, es ging nicht.
„Na und?“ fauchte Calum und schob mich näher zu dem gewaltigen Drumset, als würde sich dadurch irgendwie auch nur annähernd irgendetwas verändern.  
„Los, mach mal.“
Ehrlich jetzt. Das war der wirrste Haufen von Menschen den ich jemals getroffen hatte.
Genervt rupfte ich ihm die Drumsticks aus den Händen und setzte mich auf den kleinen obligatorischen Hocker.
Es war alles ein wenig zu hoch eingestellt, aber ich war ja aber auch kleiner als der Choleriker der hier normalerweise saß.
Ich dachte einen Moment drüber nach was ich spielen wollte und entschied mich dann für ein Solo aus einen meiner Lieblingssongs von Thirty seconds to mars.
Es war nicht ganz einfach zu spielen, aber ich kannte es schon seit einer ganzen Weile, zeitgleich begann ich in meinem schwarzen Hoodie zu schwitzen. In einer kurzen Pause schob ich meine Ärmel nach oben und spielte dann weiter. Es tat gut, fühlte sich gut an.
Schlagzeugspielen war meine Art von Pflaster und es passte auf alle Wunden.
Kaum hatte ich den letzten Ton gespielt und hielt die Becken fest damit sie nicht länger aneinander klirren konnten, klatschte Michael begeistert in die Hände, als wäre ich sonst wer und ich beobachtete ihn mit schräggelegtem Kopf.
„Kann ich jetzt gehen?“
Die Sticks kamen zurück auf ihren Platz und ich schob den Hocker mit dem Fuß näher an die Drums.

„DU!“ schnaufte es dann von dem Blonden – Luke. Er hatte ein Lippenpiercing und stechendblaue Augen, gut zu merken. „Gehst nirgends mehr hin.“
„Huh?“ Sie wollten mich doch essen. Fuck, ich hatte es gewusst.
Calum kam mir näher, beugte sich zu mir hinunter und sah mir direkt in die Augen. Hatte ich schon erwähnt dass er wunderschöne Augen hatte?
„Sheryl, wir brauchen einen erstklassigen Drummer. Und du bist“-„Sie ist ein Mädchen!“ rief Käsebrötchenboy Michael dazwischen und erntete böse Blicke von allen beteiligten Seiten.
„Okay. Schluss jetzt Mikey. Sheryl, du bist gut. Echt gut.“
Ich zuckte mit den Schultern und sah hinaus zum Fenster. Wahrscheinlich träumte ich das alles nur und die Drei würden sich in wenigen Minuten zu pinken Einhörnern verwandeln.
„Ashton wird so bald nicht wieder spielen können.“
„Was hat er überhaupt?“ fragte ich ihn nachdenklich und klimperte mit meinen Ringen an dem Heizungskörper hinter mir herum. Schlechte Angewohnheit.
„Er ist vor ein paar Tagen hinter der Bühne von einer Treppe geklatscht. Das linke Handgelenk ist angebrochen und zwei rechte Finger stark verstaucht.“
„Nicht zu vergessen der Stock in seinem Arsch, ist wohl auch gebrochen“ murmelte ich vielleicht ein wenig zu laut.
Michael war der einzige der lachte, der aber mit aller Kraft und ich war mir sicher noch nie ein niedlicheres Gesicht gesehen zu haben. Wie ein verdammtes Kätzchen.
„Also, wir spielen ab nächster Woche Konzerte in ganz Australien, fangen aber mit Sydney an. Wir brauchen jemanden für die Liveauftritte. Dringend.“
„Und wie zum .. was soll ich damit zu tun haben? Ich geh noch aufs College, ich schreib im Herbst meine Prüfungen, ich hab keine Zeit zum Spielen. Sucht euch einen Professionellen und gut.“
„Wir haben keine Zeit mehr. Du wirst auch bezahlt.“
„Ich kann nicht.“ Oh nein, wirklich nicht.
„Ordentlich bezahlt. Und du wirst bekannt.“
Gosh. Ich zuckte mit den Schultern. „Ihr glaubt nicht wie egal mir das ist.“
„Nur für die nächsten beiden Wochen, bis wir jemanden neuen haben. Was willst du damit du mitmachst?“
„Ich mach nicht mit.“
Michael verschränkte die Arme vor der Brust und sah mich mit seinen grünen Augen spöttisch an. Oha, das war der bitchigste Blick den ich bei einem Mann jemals gesehen hatte.
Michael sah zwar aus wie jemand der aus dem Kinderland bei IKEA geflohen war, aber er war hundsclever und sehr intelligent. Da war ich mir zu 100% sicher.
„Was machst du nach dem College?“
Schlechte  Frage, ganz dumme Frage. Ich hasste sie, hasste sie weil ich nicht einmal annähernd eine Ahnung hatte.
„Studieren?“
Er grinste siegessicher. „Nehme ich dir nicht ab.“
Nein, wollte ich auch nicht.
Ich fiel in mich zusammen und zuckte ahnungslos mit den Schultern. „Keine Ahnung? Die Schweiz ausrauben und mir ne Insel im Pazifik kaufen?“
„Dafür musst nicht erst nach Europa, wenn du mit uns mitkommst kannst du dir danach ne Insel kaufen. Ne kleine, aber du kannst es.“
„Ich kann nicht. Ich muss in die Schule, das funktioniert nicht.“
Calum seufzte schwer auf und sah mich mit einem perfekten Welpenblick an.
„Wenigstens für zwei, drei Auftritte? Die sind abends hier in Sydney. Das College wird also nicht drunter leiden.“
Genervt warf ich den Kopf in den Nacken und stöhnte leidvoll auf. „Zwei- drei Mal?“
„Zwei-drei Mal. Sagen wir .. 50 Dollar für einen Abend?“
Ich zeigte ihm den Vogel und grinste. Für wie blöd hielt er mich eigentlich? „Willst du mich verarschen? 200.“
„150.“
„250.“
„200!“
„300.“
„Du Biest!“ lachte er kichernd, nickte aber. „300.“
Muhaha, 300 Dollar für zwei Stunden Schlagzeug spielen? Perfekt. Perfekter als es ging, ich würde wirklich nicht die Schweiz ausrauben müssen.
„Ich will das vertraglich. Ich kenn euch nicht, wenn ihr mich ausraubt, auffresst und nach Vegas fahrt, bleib ich drauf sitzen.“
„Noch nicht gegoogelt?“ kam es von Michael aus der Ecke. Ich verdrehte die Augen über ihr offensichtliches Selbstvertrauen. Jemand der sich so einen dämlichen Namen ausdachte, sollte den Mund nicht so aufreißen.
„So toll seid ihr nun auch nicht.“
Obwohl ich grinste, drehte sich Michael empört weg. Schmunzelnd deutete ich aufs Schlagzeug. „Und was ist mit eurer Bulldogge?“
„Wer?“
Calum grinste. „Wie gesagt. Er bellt, beißt aber nicht. Vertrau uns.“

Ich fuhr am nächsten Morgen direkt nach der Schule auf geradem Weg zu dem riesigen Glaskomplex, beziehungsweise besser gesagt zu den Chaoten.
Becky hatte mich gründlich gelöchert was ich denn gestern den Tag lang gemacht hatte und ich hatte mehr als nur dringend Kreativität beweisen müssen.  
Die bestand passenderweise gleich darin, ihr die gleiche Geschichte wie meiner Familie aufzutischen als rauskam, dass meine Mom mich gestern von der Schule abholen wollte. Das tat sie verfickt noch mal nie. NIE!
Nun ja .. ich hatte meine Tage bekommen und blabla, der übliche Quatsch den man so als pubertierende Zeitbombe von sich gab.

Auf jeden Fall war ich jetzt wieder auf den Weg zu den drei, nein vier Jungs.
Luke, der mit dem Piercing, Calum mit den schönen dunklen Augen, Michael mit der galaktischen Persönlichkeit und Ashton… das Arschloch.
Das war verrückt. Aber volle Kanne.
Ich hab gestern noch stundenlang wach im Bett gelegen und über alles gegrübelt und im Nachhinein – Gott, wie verrückt war das denn alles?  
Ich hatte wirklich nicht gewusst wer oder was 5 seconds of summer sein sollte, ich meine - ihre Musik war nicht wirklich das, was mich so beschäftigte und Fernsehen war auch nicht meins, ich hatte es schlicht und ergreifend verkackt.
Jetzt wusste ich es, aber viel helfen tat es nun auch nicht. Eine Band, okay. Eine erfolgreiche Band, absolut unglaubwürdig und verrückt, aber okay.
Ganz ehrlich? Es war mir eigentlich auch vollkommen egal. 300 Dollar fürs drummen, dann würde ich sie nie wieder sehen und gut war die Geschichte.

Wie schon gestern, stand Calum vor der Tür und spielte auf seinem Handy herum. Er trug schwarze enge Jeans, verdammt enge Jeans, schwarze Vans und ein verblichenes Shirt.
Als ich näher kam, schob er sein Handy weg und kam auf mich zu, um mich spontan zu umarmen. Ich war im ersten Moment ziemlich verwirrt, genoss es aber dann doch.
Er roch wie er aussah – edel, teuer, maskulin und leicht süßlich nach Zuckerwatte. Ich liebte meine Nase.
„Naa?“
„Naa?“ machte ich grinsend zurück und folgte ihm durch die Eingangshalle des großen Gebäudes, wo er mich flink zu den Fahrstühlen schob.
Während wir nach oben fuhren, verkündete er fast entschuldigend dass der Manager der Jungs und Ashton aka Arschloch auch da waren.
Ich nickte und wappnete mich im Inneren schon auf eine weitere Diskussion mit diesem Drummer, aber es war nicht Ashton der mir die Hand entgegen streckte, kaum war die Tür hinter uns zugeschlagen.
„Hier ist sie“ verkündete Calum fröhlich als hätte er ein Wunder vollbracht.
Der Mann vor mir schüttelte meine Hand und lächelte herzlich aus stahlblauen Augen.
„Mathew Remond, Assistent des Managers der Band, freut mich sie kennen zu lernen, Miss.“
Mathew Remond war ein Mann Mitte dreißig in einem perfekt sitzenden Anzug und noch viel perfekterem blonden Haar. Irgendetwas war komisch an diesem Kerl.
„Sheryl Reven.. uhmm.. freut mich ebenfalls.“
Das hier war nicht ausgemacht gewesen!
„Ich hoffe die Jungs haben sie nicht zu sehr getriezt?“ lächelte er beinahe liebevoll zu den Vieren hinüber und sah mich dann interessiert an.
Ich schüttelte den Kopf, obwohl ich eigentlich Nicken wollte und lachte dann plötzlich.
Sie hatten allen Einsatz gezeigt, dass konnte man nicht bestreiten.
„Gut, kommen sie, setzen sie sich. Ich hab in einer Nacht-und-Nebelaktion einen Vertrag ausgearbeitet.“
Ich folgte ihm zu dem großen Glastisch in der Nähe der Couchen und Mr. Remond erklärte mir diesen Vertrag von vorne bis hinten. Ich wusste, dass es ein wenig komisch klang das niederschreiben zu wollen, aber es war wichtig für mich.
Ich war jung, aber nicht dumm.
Im Grunde genommen erklärte ich mit meiner Unterschrift, dass ich die nächsten vier Konzerte in Sydney spielen und mich auch daran halten würde. Meine Bezahlung war festgelegt, sowieso Datenschutzrechtliche Ordnungen und noch andere Versicherungsbedingte Sachen und mit einem unguten Gefühl im Bauch und geschlossenen Augen nahm ich den Kuli in die Hand und unterschrieb schließlich.  
Wahrscheinlich die blödeste Idee des Jahrhunderts, aber fuck! 1200 Dollar für nichts!
„Okay, willkommen an Board“ strahlte Mathew schließlich und gab mir noch einmal ganz geschäftsmäßig die Hand. „Du bist die Rettung in letzter Sekunde.“  
„Ich hoffe es doch“ murmelte ich grinsend und schenkte ihm ein Lächeln. Seriosität bewahren, Seriosität bewahren!
„Dir ist also jetzt absolut bewusst dass du schweigen musst? Du weißt du darfst kein Wort hier rüber verlieren. Kein einziges. Absolute Verschwiegenheit, sonst ist das hier nichtig.“
„Klar“ meinte ich knapp und nickte, während ich rasend schnell drüber nachdachte was ich hier eigentlich überhaupt unterschrieben hatte. Eine geheime Mafiaaktion?
„Glasklar.“
Remond nickte und verschwand eine Weile aus dem Raum, um den Vertrag zu kopieren und ihn mir in die Hand zu drücken, ehe er sich verabschiedete.
Was blieb war ein essender Michael, ein strahlender Luke, ein zufriedener Calum und natürlich Mr. Arrogant.
„Okay und jetzt?“
„Ich würde an deiner Stelle anfangen zu üben, obwohl … das wird sowieso eine Blamage, also kannst du‘s dir auch gleich sparen.“
Gott, war er nicht lieblich? Dieser Kerl war wie ein Haufen Kuhscheiße und am liebsten hätte ich sein Gesicht in eben jenes getaucht.
„Der Drummer der Band fliegt auf die Fresse, bricht sich seine teuren Fingerchen und redet dann über Blamage? Ouhhch.. peinlich.“
Ashton sah mich mit zusammen gekniffenen Augen an und ich musste grinsen, als ich realisierte was ich da in seinen Augen las.
Hass.
Er hasste mich mindestens genauso sehr wie ich ihn – und wir beide hatten keine Ahnung warum das so war.
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