Origins of the Grey Jedi

GeschichteRomanze, Sci-Fi / P16
Obi-Wan Kenobi
27.12.2014
29.12.2016
4
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Dieses Kapitel
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Notiz der Autorin; Die Geschichte ist frei erdacht; das Konzept des Grauen Jedi Ordens, so wie er hier beschrieben wird, gibt es nicht wirklich. Story spielt anfangs noch vor Episode 1 (Prolog und erste Kapitel), später zwischen Episode 2 und 3. Pairings und Romanzen gibt es im späteren Geschichtsverlauf/werden angedeutet.
Viel Spaß beim Lesen! Über ein Review würde sich erwähnte Autorin natürlich sehr freuen! ;)
p.s.: Der Jedi-Kodex, welcher folgt stammt nicht von mir, ich habe ihn nur aus dem Englischen übersetzt.

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,,Es gibt weder die helle, noch eine dunkle Seite.
Da ist nur die Macht.
Ich werde tun was ich muss, um das Gleichgewicht zu wahren.
Es gibt nichts Gutes ohne das Böse, daher muss das Böse exestieren.
Da ist Leidenschaft, gleichzeitig Frieden.
Da ist Gelassenheit, gleichzeitig Emotion.
Chaos, und doch Ordnung.
Ich bin Träger der Flamme, Beschützer des Gleichgewichts.
Ich bin Träger der Fackel, erleuchte den Weg.
Ich bin eine Graue Jedi."


Sola Rekea hielt sich die Hände vor Augen. Ihre kleinen Fingerchen verdeckten das brutale Spektakel, welches sich vor ihr abspielte, zu groß war die Furcht.
,,P-papa...ich hab so angst!"
Ein großer, älterer Mann, muskulös und breit gebaut, dachte nicht daran seinen Blick von der Frontscheibe seines Schiffes abzuwenden. Seine dicken Finger umklammerten das Steuer seines privaten T-Fighters. Er musste sich konzentrieren, den Feind abzuschießen und gleichzeitig ein dutzend anderen Schiffen auszuweichen. Trotzdem versuchte er, seine Tochter irgendwie zu beruhigen.
,,Ganz ruhig, meine süße! Wir sind gleich sicher. Wenn wir es erstmal in den Hyperraum geschafft haben, darfst du später auch das Schiff lenken, einverstanden?"
Sola nickte schweigsam, und auch wenn sie nichts sagte, sah man ihr die  Angst  noch deutlich ins Gesicht geschrieben.
Die kleine Tat dem Vater leid. Sie war erst acht, noch viel zu jung für das Mitansehen der Morde ihres Volkes. Das Imperium kannte keine Gnade. Sie hatten es geschafft, ein ganzes Volk auf dem Planeten Tarikon auszulöschen; Vater und Tochter als einzige Überlebende. Zwei corusant'sche Stunden flogen sie nun durch das Gemetzel der Kriegsschiffe, schlängelten sich durch die Armada des Feindes, doch die Chancen auf eine heile Ankunft im Jedi Tempel auf Coruscant standen schlecht.
Dann -  endlich, als der Feind kurz nicht hinsah - schlängelte sich der alte T-Fighter durch die Grenzen der Flotte und trat in den Hyperraum ein. Ein Triebwerk hatte nach zwei Schüssen schlapp gemacht; mit etwas Glück jedoch müsste man nicht notlanden.
Nach drei Sekunden, welche den Flüchtlingen jedoch wie endlos erschienen, verlies das Schiff den Hyperraum und steuerte auf erwähnten Zielplaneten zu. Die Miene des kleinen Mädchens erhellte sie jedoch trotz kurzer Steuererlaubnis des Vaters nicht.

Das Schiff bekam Landeerlaubnis und setzte mit dröhnenden Triebwerken auf dem großen Landeplatz von Coruscant auf.

___


Mit winzigen Schritten stakste Sola ihrem Vater hinterher. Sie machte große Augen; die Tempelhallen waren riesig und verziert mit allen möglichen Statuen. Die meisten von ihnen stellten große Jedi-Meister da, wie sie auf Fragen ihres Vaters erfuhr. Mit offenem Mund betrachtete sie zwei Gestalten, die etwas Abseits der Halle miteinander zu plaudern schienen. Beide trugen die klassischen Jedi-Roben, ein Twi-lek und ein normaler Mensch, so wie sie einer war. Im Vorübergehen fiel ihr der glänzende Metalzylinder auf, welche beide um die Hüften geschnallt hatten. Waren das die Lichtschwerter der noblen Jedi-Ritter, von denen ihr Vater ihr immer erzählt hatte? Von Konzentration zerfressen hatte sie gar nicht bemerkt, dass sie stehen geblieben war. Ihre Aufmerksamkeit galt dem schillernden Lichtschwertgriff des Jedi-Menschen; sie konzentrierte sich darauf, fühlte die Energie, die es umgab und stellte sich vor, selbst eins mit dem Schwert zu werden.
Augenblicklich begann es zu erzittern.
Leicht, und doch stark genug dass es der Jedi bemerkt hatte und verwirrt auf seine Waffe starrte. Dann sah er sich um, erblickte das kleine Mädchen und starrte zu ihr hinüber, legte dabei den Kopf etwas schief und kniff verwundert die Augen zusammen.
Furcht stieg in ihr auf. Sie wollte diese Ritter nicht ärgern, sie hatten schon genug Ärger am Hals; schnell lief sie ihrem Vater hinterher, verlies die Halle und holte ihn ein.
Zurück blieb ein verwunderter Jedi, der sich langsam seinen Bart entlangstrich.

___

,,Lyos! Wie schön dich zu sehen, alter Freund! Wie lange ist es her? Fünf, sechs Jahre?"
Der Vater atmete erleichtert auf: wenigstens ein vertrautes Gesicht kannte er noch.
,,Den Göttern sei Dank, du lebst ja noch. Gut dich wiederzusehen, Qui-Gon!", seufzte er.
Die Beiden umarmten sich und klopften einander dabei auf die Schulter, wie zwei Brüder, welche sich nach einer langen Reise wieder trafen.
Qui-Gon betrachtete Lyos von oben bis unten. Er lächelte über die herzliche Begegnung.
,,Bist du alt geworden! Was ist in der letzten Zeit denn passiert, dass du so aussiehst?"
Die Miene des Vaters veränderte sich schlagartig. Bestürzt wich er dem suchenden Blick Qui-Gons aus und sah automatisch um noch einmal fünf Jahre älter aus.
Qui-Gon erkannte, dass er darüber nicht in Gegenwart seiner Tochter reden konnte. Mit einem herzhaften Lächeln beugte er sich zu ihr hinunter und tappte ihr auf die Schulter.
,,Ich möchte dir jemanden vorstellen. Wenn du mitkommst, zeige ich dir meinen Padawan, der zeigt dir ein paar nette Meditationstechniken. Wie wär das?"
Sola rang sich der Etikette zu liebe ein höfliches Lächeln ab, doch ihr war zu mulmig zumute, um es richtig hinzubekommen. Der Gedanke, ihren Vater aus den Augen zu verlieren, behagte ihr keineswegs. Dennoch folgte sie dem langhaarigen Mann, welcher Lyos anwies, hier kurz zu warten.
Er führte sie in einen wunderschönen, grünen Garten. Sie konnte Vögel im Hintergrund hören und sah die vielen Insekten, welche die paradiesähnlichen Blumen des Gartens bestäubten. Die Wege bestanden aus kleinen, sich windenden Steinwegen, und einer führte geradewegs zu einem Pavillion, unter welchem eine dünne Matte lag. Auf dieser saß ein blonder Junge, wohl etwas älter als sie selbst, und meditierte leise.
,,Sola, das ist mein Padawan, Obi-Wan Kenobi. Obi-Wan, das ist Sola Rekea, die Tochter des Königs  von Tarion."
Der Junge hatte die Augen aufgeschlagen, stand auf und ging auf das kleine Mädchen zu, das sich hinter seinem Meister versteckte. Schüchtern streckte sie ihm die Hand hin, so wie sie es gelernt hatte. Der Junge warf einen fragenden Blick in Richtung seines Meisters, und dieser musste auflachen. Er machte eine Geste, die ihm erklärte, was er zu tun hatte.
Obi-Wan verstand daraufhin und nahm die Hand der Prinzessin und deutete einen Kuss an. Sola kicherte zum ersten mal nach langem.

___

Nachdem Qui-Gon wieder zu Lyos zurückgekehrt war, schlug er vor, das Gespräch in einen anderen Raum zu verlagern. Dort gab es einzelne Sessel mit Marmortischen, ein etwas bequemerer Platz als die großen Flügel des Tempels.
Lyos räusperte sich. Er wusste nicht, wo oder wie er anfangen sollte, also begann er einfach ganz von vorne. Sein Planet war zerstört, seine Frau, sowie sein ganzes Volk ermordet. Das Imperium hatte es auf ihn abgesehen, schon fünf geplante Attentate hatten seine Leibwächter verhindern müssen. Und nun war sein Reich dank ihm zerstört worden, es gab nur noch den einsamen König und seine Prinzessin, Sola.
,,Ich weiß, diese Bitte, die ich dir gleich aufbürge, hat hohe Ansprüche. Ich weiß, dass du beschäftigt bist, dass ihr selbst in diplomatischen und politischen Schwierigkeiten steckt, aber ich muss dich einfach damit konsultieren, Qui. Du bist der letzte Mann, dem ich in diesem Universum noch vertrauen kann. Ich bitte dich, nein ich flehe dich an, alter Freund, nimm Sola in den Jedi-Orden auf. Es ist für sie bei mir nicht mehr sicher. Meine Zeit läuft ab."
Seine Hand wanderte hastig zu seinem Hals und entblößte diesen unter einem Kragen. Eine Androiden-Zecke klebte an ihm.
,,In exakt drei Stunden setzt sie das Gift frei, das mich töten wird."
Qui-Gon starrte ungläubig auf das Metallstück, das in regelmäßigen Abständen immer wieder rot blinkte.
,,Ich habe beschlossen, sie in die Obhut des Ordens zu übergeben, weil ich weiß, dass sie ein Wunder ist. Qui-Gon, dieses Mädchen ist so stark in der Macht, stärker als jeden Jedi, den ich jemals getroffen habe. Sie wird eine Bereicherung für den Orden, wenn ihr sie aufnehmt."
Der Jedi-Meister überlegte nicht lange, seufzte jedoch bevor er zu sprechen begann:
,,Ich weiß, Lyos. Ich habe es gespürt, noch bevor sie den Tempel betreten hat. Es ist wirklich...erstaunlich, wie viel Macht in ihr schlummert. Aber so sehr ich dir und ihr auch helfen möchte, ich bin kein Ratsmitglied. Die entscheiden, was mit wem geschieht. Ich bedaure das sehr, aber ich hege keine Zweifel, dass sie sich vor ihnen beweisen kann."
Der zum Tode verurteilte König nickte langsam.
,,Ich hoffe es so sehr, mein Freund."
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