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Vorspiel ist das schönste Spiel

von Sithy
GeschichteHumor / P18 / MaleSlash
Jean Pierre Polnareff Mohammed Abdul
25.12.2014
25.12.2014
1
1.848
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25.12.2014 1.848
 
Disclaimer: JoJo’s Bizarre Adventure und alle darin vorkommenden Personen und Orte (c) Hirohiko Araki. Mit dieser Geschichte wird kein Geld verdient.

Vorspiel ist das schönste Spiel


„Lass mich mal deine Zunge sehen.“

Polnareff blickte Abdul an, als wäre diesem soeben ein zweiter Kopf gewachsen. Es war zu früh für solche Scherze! Er hatte die ganze Nacht über kein Auge zugetan, weil ihn Iggy als Kopfkissen missbraucht und ein Rattennest aus seinen Haaren gemacht hatte. Gerade stand der aufbrausende Franzose im Bad und war damit beschäftigt, die Unordnung zu beseitigen. Wie konnte ihn Abdul in einer solch schweren Zeit nach seiner Zunge fragen?!

„Bei dir piept‘s wohl!“ Er machte sich gar nicht erst die Mühe, seinen Missmut zu verbergen. Genervt stapfte er aus dem Bad, die Bürste in der Hand, mit der er jetzt wild in der Luft herumfuchtelte.

„Ich hab Wichtigeres zu tun, als dir meine Zunge zu zeigen. Der geht es ausgezeichnet und wieso willst du sie überhaupt sehen?!“

Abdul ließ die Tirade ruhig über sich ergehen. Jeder, der länger als eine Woche mit Polnareff in der Weltgeschichte herumgegondelt war, wusste, dass der Franzose empfindlich darauf reagiert, wenn jemand seine Haare in Unordnung brachte. Davon bekam er schlechte Laune.

„Mr. Joestar hat mir von deinem Zusammenstoß mit Enya und ihrem Stand erzählt.“ Ein Lächeln blitzte auf dem Gesicht des Ägypters auf. „Und dem Zusammenstoß deiner Zunge mit einer dreckigen Kloschüssel.“

Polnareff wurde kreideweiß und dann puterrot.

„Was… was… was…“, stotterte er. „Kloschüssel, dass ich nicht lache. Joestar übertreibt! Da war nichts mit einer Kloschüssel. Schon gar nicht mit einer dreckigen!“ Heftig kämmte sich Polnareff die Haare nach oben und riss sie sich dabei büschelweise aus. Sanft nahm ihm Abdul den Kamm aus der Hand.

„Komm, komm. Du tust dir noch weh. Es reicht, wenn dir Iggy alle Haare ausreißt und auffrisst.“

Er zupfte einzelne Haarknäuel aus dem Rattennest und fuhr mit den Fingern durch die hellen Strähnen, bis Polnareffs Frisur wieder einigermaßen ihre übliche, allen physikalischen Gesetzen trotzende, Form angenommen hatte.

„Bist du dann fertig, Abdul?“, maulte der Franzose. „Schlimm genug, dass mir Iggy ständig in den Haaren hängt, jetzt fängst du auch noch damit an!“

„Es sind sehr schöne Haare.“

War das Sarkasmus? Polnareff war sich nicht ganz sicher. Schließlich, und das musste er sich leider selbst eingestehen, zählte Sarkasmus nicht gerade zu seinen Stärken. Für einen Moment war er der festen Überzeugung, dass ihn Abdul tatsächlich nur auf den Arm nehmen wollte, aber etwas am Lächeln des Ägypters und die Art und Weise, wie er ihm die letzten widerspenstigen Strähnen hinter die Ohren strich, ließ Polnareff daran zweifeln.

„Danke“, sagte er zögernd. „Denke ich.“

Abdul lachte.

„Und? Zeigst du mir jetzt deine Zunge? Ich will nur sichergehen, ob auch alles gut verheilt ist.“

Polnareff sparte sich die Bemerkung, dass Justices Angriff bereits Wochen zurücklag und, falls die alte Hexe Enya ihm noch in ihrem Tod etwas anhexen wollte, es jetzt sowieso schon zu spät für alles war. Gehorsam sperrte er den Mund auf und streckte die Zunge heraus.

„Bäh!“

Natürlich war Polnareff auch bei so einfachen Dingen wie dem Zungerausstrecken viel zu zappelig, also packte ihn Abdul kurzerhand am Kinn und drehte und wendete Polnareffs Kopf von einer Seite zur anderen, um einen guten Blick auf das Körperorgan werfen zu können, dass sich ihm da pink und weich und feucht entgegenreckte.

„Allasch ua vahail?“

Abdul konnte nur erahnen, was das Gelalle heißen sollte.

„Ja, alles gut verheilt. Nicht mal eine Narbe.“

Damit wäre es das eigentlich gewesen. Abdul hätte sich, beruhigt, dass es Polnareff gut ging, wieder wichtigeren Dingen zuwenden können und Polnareff … was auch immer Polnareff getan hatte, bevor ihn seine zerstörte Haarpracht an den Rand eines Nervenzusammenbruchs geführt hatte.

Aber wie das manchmal so ist, der Mensch entscheidet sich Dinge zu tun, die von einem späteren Zeitpunkt aus betrachtet aberwitzig, unverständlich oder schlicht und ergreifend dämlich sind.

Kurzerhand fasste Abdul Polnareff in den Mund und betastete die Zunge eingehend mit Zeige- und Mittelfinger.

Polnareff wurde puterrot.

„He!“, protestierte er und leckte Abdul dabei über die Finger.

Dem dämmert es, dass es eine sehr, sehr dumme Idee gewesen war, Polnareff seine Finger in den Mund zu schieben. Der Anblick der hellen Lippen gegen den dunkleren Ton seiner eigenen Haut, die warme, weiche Feuchtigkeit, die seine Finger umfing, ließ ihm die Kehle staubtrocken werden. Aber anstatt die Finger herauszuziehen und sich unter hunderten von Kniefällen bei Polnareff zu entschuldigen, ließ er sie, wo sie waren. Sanft strich er mit den Fingerkuppen der Zunge entlang. Unterseite, Flanke, Gaumen, das weiche Innere der Wangen.

Polnareff stöhnte.

Ein Lächeln schob sich auf Abduls Gesicht, ehe er die Finger zurückzog, um das Gesicht des Franzosen zwischen die Hände zu nehmen. Er konnte sehen, wie dessen Adamsapfel hüpfte, als er vor Aufregung schluckte. Sanft glitt Abdul mit den Daumen über Polnareffs Lippen, die sich ihm halbgeöffnet entgegenhoben. Schöne Lippen waren das, weich, verschmitzt, immer zum Lachen aufgelegt. Er musste sie nur noch in Empfang nehmen.

Polnareff kam ihm zuvor. Ungestüm, wie er es immer war, schlang er seine Arme um Abduls Nacken und zog den anderen in einen leidenschaftlichen Kuss.

Oh, und wie er küssen konnte!

Klischee hin oder her, der Franzose machte seinen Landsmännern alle Ehre. Abdul öffnete den Mund nur allzu bereitwillig. Da war sie wieder, die Zunge, der Anfang allen Übels.

Unsinn, was redete er denn da?

Der Anfang aller himmlischer Wonnen!

Seine Hände spannten sich um Polnareffs Hintern, vergruben sich in das delikate Fleisch, das sich unter dem rauen Stoff der Hose verbarg und drängte den Jüngeren dichter an sich heran.

Was für ein süßer Hintern, dachte er sich, während er mit langsamen, kräftigen Bewegungen ebendiesen süßen Hintern massierte. Der Franzose hing ihm um den Hals, die Hände in seinen Haaren vergraben, sein Mund ein einziger Hort heißer Leidenschaft.

Unwillkürlich zuckte Polnareffs Hüfte vor und öffneten sich seine Beine weiter, als Abduls Finger tiefer griffen, vordrangen in die Region zwischen seinen Pobacken, gerade soweit hinein, wie es der feste Hosenstoff eben zuließ. Dem Ägypter lief ein wohliger Schauer über den Rücken, als Polnareff wollüstig in seinen Mund stöhnte.

Lippen, Stirn, Hals, Schulter, Schlüsselbein, Abdul bedeckte Polnareff mit Küssen, zerrte kurzerhand dessen Shirt nach unten und nahm die Brustwarzen zwischen die Finger.

Das war mit Abstand sein liebstes, französisches Körperteil. Ach, was redete er denn schon wieder für Unsinn?

Alles an Polnareff gefiel ihm!

Jeder Muskel, jede Sehne, jeder Leberfleck, jedes Härchen formte den Mann, den er liebte und begehrte.

Sanft massierte er die pinke Knospen, ließ mal von ihnen ab, kniff mal stärker zu, legte die ganze Hand darüber und drückte sanft zu, als wären es die Brüste einer Frau und das alles in einem wiederkehrenden, spielerischen Rhythmus, der Polnareff beinahe in die Knie gehen ließ.

„Gefällt dir das?“

Polnareff nickte nur keuchend und biss sich auf die Lippen, als sich Abdul kurzerhand nach unten beugte, um eine der Brustwarzen in den Mund zu nehmen. Er ließ den Franzosen nicht aus den Augen, während er daran zu saugen begann. Er hätte nicht gedacht, dass der andere Mann so darauf anspringen würde, aber genau das war der Fall: Sein ganzer Körper erbebte unter einem Lustschauer, fahrig griffen seine Finger in den Stoff von Abduls Shirt, in den blauen Augen, die seinem Blick nicht auswichen, funkelte eine solche Begierde, dass Abdul kurzerhand von der Brust abließ und Polnareff in eine innige Umarmung zog. Er selbst war mittlerweile so hart, dass die Hose unangenehm spannte.

„Mmhrrr, Abdul …“ Polnareff war es nicht entgangen.

Ein freches Lächeln stahl sich auf sein glühendes Gesicht, während er nach unten griff, um seine Hose zu öffnen. Er ließ den Ägypter dabei nicht aus den Augen, dessen Blick zwischen Polnareffs blauen Augen und der Wölbung in seinen Shorts hin- und hergerissen war. Zu dumm, dass auch Polnareff dieses Spiel wunderbar zu spielen verstand!

Abdul lachte tief in der Brust. Oh, wie er diesen Mann liebte!

Sie küssten sich wieder, aufgeheizt und gierig, völlig offen für den anderen, als das schlimmste Geräusch diesseits und jenseits der Sahara ihr trautes Stelldichein grausam zerstörte.

„KLÄFF! KLÄFF! KLÄFF! KLÄFF! KLÄFF!“ (Verdammt noch mal! Nehmt euch ein Zimmer! Anm.d.A.)

Iggy stand mit gesträubtem Fell mitten im Zimmer und bellte wie rasend. Richtig, sie teilten sich ja das Zimmer mit dem temperamentvollen Boston Terrier. Wie konnten sie das nur vergessen?!

Die beiden Männer brachten schneller einen Meter Abstand zwischen sich, als Joestar „Oh my God!“ schreien konnte.

„Blöder Köter!“, brüllte Polnareff, während er noch den Reißverschluss zumachte und das Shirt wieder an seinen Platz zog. Ihm hingen einzelne Strähnen ins erhitzte Gesicht, die er jetzt fahrig zur Seite wischte. Abdul rückte sich räuspernd den Mantel zurecht, als wäre es ganz alltäglich, dass eine Halbeportion Hund einem die Tour vermasselte. Er suchte in den Taschen nach Kaffee-Kaugummi. Die Stimmung war zwar dahin, aber, so dachte er sich, den Schwierigkeiten nach zu urteilen, mit denen Polnareff eben den Reißverschluss seiner Hose geschlossen hatte, bedurfte es nur eines sanften Lüftchens und das Feuer brannte wieder.

„Polnareff, wo ist der Kaugummi?“

„Woher soll ich das wissen?!“, versuchte der Iggy zu überschreien. Der gedrungene Hund kläffte noch immer, was das Zeug hielt und dachte gar nicht daran, aufzuhören. Jetzt nahm er Anlauf und sprang dem unglücklichen Franzosen mitten ins Gesicht. Genüssliche kaute er auf dessen Haaren herum, während Polnareff schrie wie am Spieß.

Abdul seufzte. Schwer ließ er sich auf die Couch fallen und sah Hund und Franzosen dabei zu, wie sie sich über den Boden wälzten. Das durfte alles nicht wahr sein! Ihm hämmerte das Herz noch immer in der Brust. Von ganz andere Körperteilen einmal abgesehen!

Moment! Was war das? Abdul rückte ein bisschen zur Seite. Tatsächlich! Ein einzelner Streifen Kaugummi war in die Couchritze gefallen. Kaum hatte er das Papier entfernt, verlor Iggy vollkommen das Interesse an Polnareffs Haaren und sprang mit einem Satz auf Abduls Schoß. Schwanzwedelnd schnappte er nach dem Kaugummi und machte es sich kauend gemütlich. Abdul kraulte ihm den Nacken.

„Abdul, du Verräter!“, jammerte ein vollgeschleimter Polnareff, der wie ein Häuflein Elend auf dem Boden lag und nicht wusste, wohin mit dem ganzen Sabber.

„Wenn dir Nackenkraulen genügt, komm her. Ansonsten“, und hier blickte ihn der Ägypter unter dichten Wimpern so unverschämt begehrlich an, dass Polnareff mit einem Schlag verstummte, „geh duschen. Wasche jeden Quadratzentimeter deines Adoniskörpers. Zieh saubere Unterwäsche an. Mach dir deine Haare. Und dann fangen wir noch einmal von vorne an. Ohne Iggy.“

Der Franzose quiekte, stand auf und stolperte aus dem Zimmer.

„Und du, Freundchen“, wandte sich Abdul an Iggy, der selbstvergessen seinen Kaugummi kaute, „kommst mir nicht mehr in die Quere, oder Magician’s Red brennt dir was auf den Pelz, das sich gewaschen hat!“

Iggy wedelte unschuldig mit dem Schwanz und gluckste.

„Ich sehe, wir verstehen uns.“

Abdul schloss die Augen und ließ den Kopf gegen die Lehne der Couch sinken. In ungefähr einer Stunde würde Polnareff fertig sein, schätzte er. Vorausgesetzt, der Franzose beeilte sich, aber daran zweifelte Abdul nicht. Er lachte zufrieden in sich hinein, wenn er an die schönen Stunden dachte, die auf ihn warteten, und kraulte Iggy weiter den Nacken.

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