Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Lege deine Maske ab

GeschichteFreundschaft, Liebesgeschichte / P12 / Gen
Aomine Daiki Momoi Satsuki
21.12.2014
05.05.2016
47
65.958
41
Alle Kapitel
103 Reviews
Dieses Kapitel
noch keine Reviews
 
05.05.2016 1.664
 
Kapitel 45


Abschlussabend…

Ich starrte für einige Momente meine Mutter ungläubig an. Umziehen? Nach Osaka?´, wiederholte ich ihre Worte, ehe sich die Wut in mir regte. Spinnt sie denn? Und wie konnte sie von mir einfach so verlangen, mein Date mit Shoichi abzusagen, nur weil zweieinhalb Wochen vor dem eigentlichen Umzug eingefallen war, dass sie mit mir darüber reden musste?
Verzweifelt schüttelte ich den Kopf, während ich rückwärts aus unserem Wohnzimmer herausging und dadurch beinahe stolperte. Blind hielt ich mich am Türrahmen fest, bis ich meinen Halt wieder gefunden hatte und zu ihr hinüber sah.
Erwartungsvoll blickte sie mich an, wartete offensichtlich auf eine Antwort meinerseits. Ihr Gesichtsausdruck zeigte mir, dass sie sich ihrer Sache relativ sicher war. Das sie wirklich glaubte, ich würde…
„Ich…“, begann ich leise, unterbrach mich jedoch und versuchte den Kloß runter zu schlucken, der sich überraschenderweise in meinen Hals gebildet hatte. Nochmals schüttelte ich den Kopf und versuchte mich minimal zu entspannen, ehe mit festen Blick, den meiner Mutter erwiderte. „Es tut mir leid, aber ich werde weder das Date mit demjenigen absagen, nach dessen Namen du noch nicht einmal gefragt hast; noch werde ich mit dir nach Osaka ziehen.“
Meine Mutter erstarrte zu einer Salzsäule, nachdem mich diese Worte verlassen hatten. Ich blinzelte, verwirrt über mich selbst. Eigentlich hatte ich nicht vorgehabt, diese Wort so rüberzubringen.
Ehe meine Mutter zu Wort kommen konnte, fuhr ich auch schon fort: „Wenn du mich für einen Moment entschuldigst, ich gehe in mein Zimmer und kümmere mich für eine Bleibe für das nächste Jahr.“
Ohne auf ihre Antwort zu warten, stürmte ich nach oben und riss meine Zimmertür auf. Meine Hände zitterten, als ich die Tür hinter mir schloss – jedoch ließ ich sie nicht zufallen. Das würde nichts Gutes in dieser Situation bringen. Zumal ich kaum glaube, dass meine Mutter mir dieses Verhalten einfach so durchgehen lässt´, schoss es mir durch den Kopf, während ich mein Handy vom Nachttisch fischte.
Ein Blick auf das Display sagte mir, dass in genau fünf Minuten Shoichi da sein würde. Und bis dahin sollte ich mich einigermaßen im Griff haben, sonst ist der Abend für uns beide gelaufen…
Ich biss mir auf die Unterlippe, ehe ich meine Kontaktdaten öffnete und eine schnelle Nachricht an Emi schickte: Kaa-san möchte mit mir umziehen – kann ich stattdessen bei dir wohnen?

Belustigt starrte ich Shoichi an, der sich mit einem selbstgefälligen Grinsen sich auf den Weg zu mir hinunter begab.
Sobald er bei mir ankam, blickte er mich unverwandt an; die Frage die er mir stellen wollte, war leicht zu erkennen. Ich fing an leicht zu lachen, ehe ich den Kopf schüttelte. Shoichi hatte es tatsächlich geschafft, als Jahrgangsbester die Touou High abzuschließen – wobei so überraschend war es auch wieder nicht…
„Streber“, brach es schließlich aus mir raus.
Sein Grinsen wurde minimal breiter. Ob es nicht langsam wehtut, so zu grinsen; vor allem auf Dauer?´, fragte ich mich. Währenddessen legte er einen Arm um meine Hüften und zog mich zu ihm.
„Und das kommt ausgerechnet von dir“, meinte er und seine grauen Augen blitzten amüsiert auf.
„Haha… Es gibt noch immer einen Unterschied zwischen der Klassenbesten und dem Jahrgangsbesten.“
Seine Gesichtszüge wurden minimal sanfter, als er mir in die Augen sah. Mit einer Hand hob er mein Kinn leicht an, um einen besseren Blick auf mein Gesicht haben zu können. Mich hingegen erinnerte es an etwas anderes… Sofort spürte ich, wie sich die Röte in mein Gesicht schlich.
„Stimmt… Und der Unterschied liegt darin, dass wir beide nur eine Klassenstufe voneinander entfernt sind…“, sagte er leise und blickte mich wissend an.
Verzweifelt versuchte ich mich seinen faszinierenden, grauen Augen zu entziehen und mein schnell schlagendes Herz wieder zu beruhigen.
„Willst du Druck auf mich aufbauen?“
„Hmmh… Eher nicht“, antwortete Shoichi ruhig, woraufhin ich erwartungsvoll zu ihm blickte. „Ich möchte nur, dass wir ab nächstes Jahr zusammen auf die Tokio Universität gehen.“
Überrascht blickte ich ihn, ehe ich meinen Blick von ihm abwandte. Ein ungutes Gefühl breitete sich in meinen Magen aus. Ich kann es ihm nicht sagen…´, stellte ich schuldbewusst fest. Wie würde er es auffassen, wenn ich ihm sagen würde: Meine Mum hat mir gesagt, dass ich in zweieinhalb Wochen nach Osaka umziehen werde…
Aber genauso gut könnte ich versuchen, jemanden in diesen zweieinhalb Wochen zu finden, der mich für das kommende Schuljahr bei sich im Haushalt aufnimmt… Allerdings: Wer würde das machen? Emi hatte sich anscheinend noch nicht auf meine Nachricht vorhin gemeldet.

„Fuyu?“, hörte ich Shoichi besorgt fragen.
Ich drehte mich wieder zu ihm. „Hmmh?“
„Alles in Ordnung?“
„Jep… Ich habe mir nur überlegt, wie es so in Zukunft sein wird“, antwortete ich ihm; etwas was wenigstens der Wahrheit entsprach. Wenn ich Lügen würde, würde er es sofort bemerken – etwas, was ich derzeit bemängelte.
In seinen Augen flackerte es kurz auf; zu kurz um mir überhaupt sicher zu sein, dass das etwas aufgeflackert war. Mit einem unwohlen Gefühl verdrängte ich meine Gedanken daran, während Shoichi mich mit sich zog.
Ungewollt weiteten sich meine Augen, als ich erkannte, wo wir uns befanden. Er will doch wohl nicht…!´, ich unterbrach meinen Gedanken, als ich den spöttischen Zug um seine Mundwinkel wahrnahm. Wir befanden uns ungefähr in der Mitte des Raumes. Meine Wangen röteten sich, sobald er seinen Griff um meine Hüften löste, nur um meine Hand in seine zu nehmen.
Nein… Das wird er nicht wirklich machen´, versuchte ich mich zu beruhigen und biss mir auf die Unterlippe. Unter meinem ungläubigen Blick hob er leicht meine Hand an, und gab dieser einen Kuss auf den Handrücken.
„Wenn die Dame mir den Tanz gestatten darf?“, meinte er mit einem belustigten Unterton.
Die Röte in meinem Gesicht vertiefte sich, während ich dem Drang widerstand, mir die Hände vor dieses zu schlagen. Ob aus Verlegenheit oder Fassungslosigkeit könnte ich noch nicht einmal mehr sagen.
Allerdings schaffte ich es, skeptisch eine Augenbraue zu heben: „Seit wann denn so Charmant? Das ist mal was ganz neues…“
Auf meine Worte hin, schaffte er es, sein Grinsen breiter werden zu lassen. Oder bildete ich es mir nur ein? Meine Augen wurden minimal schmal. Nein, ich bilde es mir nicht nur ein… Sein Grinsen ist tatsächlich breiter geworden.
„Es ist ebenso überraschend und erfrischend, dich in einem hellblauen Kleid zu sehen“, entgegnete er, ehe er mit einem leicht theatralischen Ton hinzufügte: „Ich hatte schon die große Befürchtung gehabt, dass du in einem deiner Trainingsanzüge und mit einem Basketball unterm Arm auftauchst.“
„Tatsächlich war genau das mein ursprünglicher Plan gewesen“, erwiderte ich mit Sarkasmus triefender Stimme. „Nur musste ich zu meinem großen Bedauern feststellen, dass all meine Trainingsanzüge gewaschen werden müssen…“
Seine grauen Augen weiteten sich daraufhin minimal. Ich blickte ihn mit einem zufriedenen Ausdruck im Gesicht an. Na, kannst du noch etwas Schlagfertiges finden? Oder geht die Runde hier an mich?
Plötzlich zog er mich zu sich, seine Lippen waren nahe an meinem Ohr, als er sagte: „Nun, wo wir geklärt hätten, dass du heute atemberaubend aussiehst… Wie wäre es wenn du meine vorherige Frage beantworten würdest?“ Soll ich mich jetzt wenigstens ansatzweise geschmeichelt fühlen, oder sollte ich diesen ganzen schauspielerischen Akt einfach ganz lassen?´, fragte ich mich trocken. Ich entschied mich dagegen. Allerdings… Sollte ich mit ihm tanzen, oder es lieber gleich lassen?
Bevor ich ihm jedoch antworten konnte, fügte er hinzu: „Wobei ich vielleicht noch erwähnen sollte, dass du mir noch einen Tanz schuldest… An Valentinstag hatten wir das ja leider ausfallen lassen müssen.“
Ich verdrehte die Augen. Warum stellt er überhaupt eine Frage, wenn es auf diese sowieso nur eine Antwort geben konnte? Typisch Shoichi.

Etwa eine Stunde später standen wir in einer gemütlichen Stille nebeneinander. Zumindest würde das jede anwesende Person behaupten… Schön wäre es, wenn es eine angenehme Stille wäre´, schoss es mir durch den Kopf und wich dem Blick von Shoichi aus.
Er hatte soeben vorgeschlagen, dass ich ein Auge auf Wakamatsu haben konnte, solange dieser Kapitän von Touou war. Und ich hatte abgelehnt ohne darüber nachzudenken…
Dem Drittklässler entfuhr ein Seufzer, bevor er beide Hände auf meine Schultern legte und mich zu sich drehte. Seine Augen hatte er für einen Moment geschlossen, ehe er sie wieder langsam öffnete. Jeglicher Schalk war aus ihnen verschwunden.
„Hat diese ablehnende Haltung vielleicht mit dem zu tun, was dir deine Mum vorher gesagt hatte?“
Verwirrt starrte ich ihn an, ehe es mir begann zu dämmern. „Du weißt es?“
Auch wenn ich vorgehabt hatte, dies als Frage klingen zu lassen – es war eher eine Aussage; und Shoichi griff es auch als solche auf. Ich biss mir unwillkürlich auf die Unterlippe. Hatte vielleicht vorhin den Absender verwechselt und statt an Emi, Shoichi geschrieben? Normalerweise passierte mir das nicht – aber die Möglichkeit bestand dennoch.
„Das du in zweieinhalb Wochen umziehst? Ja, das weiß ich. Wakamatsu hat es mir erzählt, bevor ich bei dir geklingelt hatte“, sagte Imayoshi. „Offenbar wusste er, dass du nicht vorhattest, mir davon etwas zu sagen.“
Wakamatsu? Wie… Ah stimmt! Emi und er hatten heute ein Date gehabt! Wahrscheinlich war er neben ihr gestanden, als sie meine Nachricht empfangen hatte… ´, schoss es mir durch den Kopf.
„Shoichi… Entschuldigung“, sagte ich und konnte seinem Blick nicht ausweichen. „Aber ich wollte diesen Abend nicht… nicht damit verbringen, darüber-“
Imayoshi legte einen Finger an meine Lippen und brachte mich somit zum Schweigen. Gespannt starrte ich ihn an, wartete nervös auf seine nächsten Worte.
„Das hatte ich auch nicht vorgehabt. Nur hatte ich es wohl doch so heraufbeschworen“, meinte er ruhig. Bei seinem letzten Satz konnte ich es mir kaum verkneifen zu sagen: Als ob du das nicht geplant hattest…
Das Schweigen war noch unangenehmer als das vorherige, jedoch wagte ich es nicht, meinen Blick von ihm abzuwenden.
Seine grauen Augen musterten unerlässlich mein Gesicht, versuchte offenbar herauszufinden, wie ich auf seine nächsten Worte reagieren würde. Ein minimales Zucken seiner Mundwinkel nach unten sagte mir, dass er sich damit überhaupt nicht sicher war; jedoch würde er es dennoch versuchen.
„Fuyu… Ich habe einen Vorschlag für dich: Zieh zu mir.“
Review schreiben
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast