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Lege deine Maske ab

GeschichteFreundschaft, Liebesgeschichte / P12 / Gen
Aomine Daiki Momoi Satsuki
21.12.2014
05.05.2016
47
65.958
42
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05.05.2016 1.416
 
Kapitel 44


Eine eigenwillige Überraschung

Neugierige Blicke spürte ich auf mir liegen, als ich mir meinen Weg über den Schulhof bahnte. Seit dem Schulfest vor zwei Wochen ging dies schon so. Nun ja… Es ist ja nicht so, dass sich ständig jemand vor der gesamten Schule küsst – zumal wenn es sich um zwei Personen handelte, die vorher noch nicht zusammen gewesen waren. Zumindest nicht offiziell; Gerüchte von uns beiden als Paar hatte es laut Satsuki schon vorher gegeben.
Auch wenn ich zugeben musste, dass weder Emi, noch die anderen aus meinen Basketballteam große Überraschung gezeigt hatten. Offenbar hatten sie mit so etwas gerechnet; wobei sie alle im Nachhinein zugegeben hatten, dass sie mit solch einer Aktion seitens Imayo- Shoichi, verbesserte ich mich schnell, nicht gerechnet hatten.
Und um ehrlich zu sein… Ich hätte auch niemals im Leben daran gedacht´, ging es mir belustigt durch den Kopf und erwiderte die Musterung der mir fremden Schüler mit einem herausfordernden Blick. Viele wandten daraufhin ihr Gesicht ab.
Allerdings war es auch riskant gewesen: Unsere Schule hatte, was solche Sachen anging ein Verbot ausgehängt gehabt. Aber ich hatte bisher von keinem Paar gehört, das erwischt wurde – deshalb war die Frage nach der Strafe für diesen Regelstoß noch immer nicht beantwortet. Und ich hatte nicht vor, herauszufinden, was die Strafe war´, ging es mir durch den Kopf und versuchte den Gedanken zu vertreiben.
„Fuyu“, meinte plötzlich eine vertraute, fröhliche Stimme hinter mir.
Auf der Stellte drehte ich mich um und sah in Emis grinsendes Gesicht – im Schlepptau hatte sie Yuki. Gemeinsam liefen wir weiter zum Schulgebäude.
Ich runzelte die Stirn, während ich die beiden mit einem skeptischen Blick aus den Augenwinkeln musterte. Wie konnten die beiden so früh so gut gelaunt sein? Zumal wir heute Montag hatten. Kurz um: Kein Tag, über den man sich normalerweise freuen würde.
„Hei“, grüßte ich die beiden ein wenig zu… zögerlich. „Was gibt es?“
Yuki blinzelte leicht überrascht, ehe sie mich breit angrinste. „Was sollte es denn geben?“
Ich stieß nur einen leichten Seufzer aus und wollte schon antworten, als sich plötzlich ein Arm um meine Schulter legte. Unwillkürlich legte sich ein Lächeln auf mein Gesicht, ehe ich mein Kopf leicht zu Shoichi neben mir neigte.
„Morgen“, meinte ich.
Er gab mir einen Kuss auf die Wange, wodurch ich Rot wurde. Himmel reiß dich zusammen´, sagte ich mir. Langsam solltest du dich doch mal daran gewöhnen…
„Guten Morgen“, sagte er mit seinem typischen Grinsen im Gesicht. Seine dunkelgrauen Augen blitzten schalkhaft auf, als er seinen Arm wieder von meiner Schulter nahm und fortfuhr: „Das ist ja ein hübsches Rot auf deinen Wangen. Ist das ein neues Rouge?“
Ich versuchte ihn böse anzufunkeln, während mein Gesicht noch dunkler wurde. Eine Reaktion, die nicht nur ihn breiter Grinsen ließ, sondern auch Emi und Yuki zum Lachen brachte.
„Sho-i-chi“, sagte ich langsam, bedächtig.
Ich sah Überraschung kurz in seinen grauen Augen aufblitzen, ehe er verteidigend seine beiden Hände hoch hob.
„Was ist denn Fuyu-chan?“
Ich schenkte ihm ein strahlendes Lächeln meinerseits. „Wie wäre es, wenn du dich auf den Weg zu deiner Klasse machst – wir sehen uns später.“
Mit diesen Worten wandte ich mich ab und lenkte meine Aufmerksamkeit auf Yuki und Emi, die uns beide amüsiert beobachtet hatten. Aus den Augenwinkeln nahm ich war, wie erstaunt mein Senpai mich anstarrte, ehe er sich tatsächlich abwandte und in die Richtung seines Gebäudes ging.
„Das riecht nach Rache“, kam es von Yuki belustigt.
„Ich weiß nicht von was du redest“, behauptete ich und wandte mein Gesicht ab – wodurch ich meinem Freund hinterherblicken konnte.
Nach einer Weile hörte ich einen Seufzer hinter mir und ich richtete meinen Blick fragend auf Emi.
„Hast du dir eigentlich schon ein Kleid für seinen Abschluss ausgesucht? Oder hast du dich wenigstens für eine Farbe entschieden?“
Ich zögerte einen Moment ehe ich mit dem Kopf schüttelte. Ich wusste, dass mir dafür nicht mehr viel Zeit Blick, wenn man bedachte, dass sein Abschlussball diese Woche Freitag stattfand.

Unbewusst kaute ich mir auf der Unterlippe herum, während ich still auf dem Sofa saß. Besser gesagt: Vor lauter Nervosität wippte ich ständig mit meinem rechten Fuß, ehe ich dann ab und an doch aufstand um zum x-ten Mal meine Frisur – nein, mein komplettes Aussehen zu begutachten.
Meine Haare, die ich entweder in einem Zopf zusammengebunden hatte, oder einfach nur offen trug, hatte ich ausnahmsweise hochgesteckt. Vereinzelte Locken ließ ich heraushängen, während mein Pony beinahe mein linkes Auge verdeckte.
Es wird gut gehen´, sagte ich mir erneut, ehe mein Blick zur Uhr huschte. Es war zehn vor sechs. In zehn Minuten würde mich Shoichi abholen – hatte er gesagt. Wehe er lässt mich sitzen… Ich blinzelte und riss mich vom Anblick der tickenden Zeiger los. Und was ist wenn ich ein bisschen übertrieben habe? Ich meine, ich trage sonst nie Make-Up… Sowieso war das ganze Outfit nicht das, was ich normalerweise trage… Aber ich hatte auch nicht einfach in einem Trainingsanzug aufschlagen können.
Und hoffentlich sagt er nichts Negatives über das Kleid…´, ging es mir durch den Kopf und blickte an mir herab. Ich hatte mich für ein relativ schlichtes, hellgrünes Kleid entschieden. Die Farbe, zumindest behaupteten dies die Mädels aus dem Basketballteam, würde perfekt zu meinen Augen passen.
Ich holte tief Luft und versuchte mich zu beruhigen, als ich überraschenderweise das Klacken des Türschlosses wahrnahm. Ich runzelte die Stirn. Mit meiner Mum hatte ich heute am allerwenigsten gerechnet. Ehrlich gesagt hatte ich vermutete, sie erst am Wochenende wiederzusehen.
Okay, eigentlich hatte ich mich schon daran gewöhnt in der Wohnung allein zu sein´, gestand ich mir ein. Nur einmal zwischen dem Winter Cup und dem Schulfest vor zweieinhalb Wochen hatte ich sie gesehen – und da hatte sie mir nur eine Information gegeben: Sie hatte einen neuen Job. Und dieser Job befand sich zufälligerweise mehrere Wegestunden entfernt; in der Nähe ihrer „Freundin“ bei der sie des Öfteren schon übernachtet hatte. In Osaka… Es ist ja nicht so, dass sie hier in Tokio etwas anderes hätte finden können…
Die Tür fiel hinter meiner Mum ins Schloss und wir starrten uns für einen Augenblick an. Es war wirklich recht lange her, dass wir uns das letzte Mal gesehen hatten. Sie hatte sich ihre langen, silbergrauen Haare bis zur Schulter schneiden lassen und in ihren Augen schien mehr Energie zu sein, als ich in den vergangenen Jahren je gesehen hatte. Wenigstens das hatte sich geändert.
„Kaa-san“, meinte ich nur, woraufhin sie mich nur anlächelte.
„Hallo Fuyu-chan“, erwiderte sie, ehe sie mich von oben bis unten musterte. Kurz glaubte ich, den Schalk aufblitzen zu sehen, als sie hinzufügte: „Du siehst heute Abend gut aus.“
Und sonst etwa nicht?´, wollte ich fragen, beließ es jedoch bei einem „Danke“.
„Was ist denn der Anlass, dass du in einem Kleid herumspazierst?“, wollte sie wissen, ehe sie an mir vorbeiging, um in das Wohnzimmer zu gelangen und ihre Sachen abzustellen.
„Die Drittklässler feiern ihren Abschluss und ich wurde eingeladen“, antwortete ich.
„Aha“, kam es nur von ihr. Doch anstatt mich nach weiteren Informationen zu fragen, wie sie es früher gemacht hätte, sagte sie nur: „Ich hatte eigentlich gehofft, dass wir heute Abend mal wieder einen Frauenabend machen könnten.“
Verwirrt drehte ich mich zu ihr um, ehe ich ruhig entgegnete: „Entschuldigung, aber wie du siehst geht es heute Abend nicht.“ Danach fügte ich gedanklich hinzu: Wenn du öfters daheim gewesen wärst, wüsstest du es sogar…
Ihre Augen schienen für einen Moment aufzublitzen. Habe ich irgendetwas falsches gesagt?´, fragte ich mich augenblicklich. Oder lag es eher an der Art, wie ich es gesagt hatte? Aber ich muss zugeben: Es ist sehr merkwürdig wieder mit ihr zu reden. Es ist fast so, als ob wir uns komplett entfremdet hatten.
„Echt schade… Es wäre mir sehr wichtig gewesen.“
Ich blinzelte perplex. Was sollte denn diese Anspielung? Ich zwang mir ein Lächeln auf die Lippen, als ich vorschlug: „Das können wir ja auch noch nachholen, oder? Wann musst du denn wieder in Osaka sein?“
„Wir müssen in zweieinhalb Wochen in Osaka sein“, antwortete sie.
Meine Augen wurden schmal. „Ähm… Ich glaube, ich habe dich eben falsch verstanden – hast du eben wir gesagt?“
Ihr entfuhr ein Seufzer. „Ich denke, es wäre besser, wenn du dein Date absagst, sodass wir in Ruhe darüber reden können.“
Unwillkürlich weiteten sich meine Augen, sobald ich ihre Worte wirklich registrierte. Bitte was?´, rief ich innerlich aus, versuchte jedoch äußerlich ruhig zu bleiben.
„Worüber willst du mit mir reden?“
„Über die Tatsache, dass wir beide nach Osaka umziehen.“
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