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Lege deine Maske ab

GeschichteFreundschaft, Liebesgeschichte / P12 / Gen
Aomine Daiki Momoi Satsuki
21.12.2014
05.05.2016
47
65.958
42
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Dieses Kapitel
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23.09.2015 1.037
 
Kapitel 31


Aussprache?

Ich versuchte den Kloß herunterzuschlucken, der sich in meinem Hals gebildet hatte. Meine zitternden, schweißnassen Hände versuchte ich unauffällig an meiner schwarzen Trainingshose abzuwischen – eine Hand verschwand dabei in der Hosentasche; der letzte Versuch um lässig zu wirken. Meine Finger verkrampften sich leicht, ehe sie sich willkürlich in den Stoff gruben.
Mein Herz raste, während ich versuchte Luft zu holen ohne irgendeine Panikattacke zu bekommen und wegzurennen… Eine Option die ich am liebsten wahrnehmen würde.
Wenn du nervös bist, stell dir deine Gegenüber in ihrer Unterwäsche vor – das wird dir sicherlich helfen´, hatte mein Bruder früher gesagt.
Noch während sich der Gedanke mir in den Kopf schlich, spürte ich meine Wangen heiß werden – Entsetzen und Verlegenheit schienen sich einen Wettkampf zu liefern. Nein! Nicht daran denken…!
Mein Blick streifte meinen Senpai für einen Moment… Vereinzelte Tropfen schienen in seinen Haaren zu glitzern, während einige Strähnen ihm ins Gesicht fielen. Nach und nach tropfte das Wasser von seinen Haaren hinunter, blieben an seiner dunklen Jacke hängen, welche sich schon vollgesaugt hatte. Sein graues Hemd, das darunter sichtbar wurde, sah auch nicht gerade besser aus: Es schien an ihm wie eine zweite Haut zu kleben, wodurch sein trainierter Brustkorb zur Geltung kam.
Meine Augen wanderten wieder zurück zu seinem Gesicht. Seine Brille war minimal beschlagen von dem raschen Kalt-/Warmwechsel, dennoch konnte ich erkennen, dass seine grauen Augen auf mich gerichtet waren. Seine volle Aufmerksamkeit lag nur auf mir.
Zitternd holte ich tief Luft, wollte etwas, irgendetwas, sagen, doch sobald ich den Mund auch nur ansatzweise öffnete, bekam ich keinen Ton heraus. Ich fühlte mich regelrecht wie ein Fisch am Land… Und unter seinem Blick war ich wie eine in die Ecke gedrängte Maus vor einer Katze.
Seine Mundwinkel zuckten minimal nach unten. Ein Zeichen dafür, dass es nicht so lief wie er es sich gewünscht hatte – soweit ich wusste. Zumindest war es die letzten Male so gewesen, wenn ich das Vergnügen gehabt hatte, ihn einfach nur bei Gesprächen mit anderen Leuten zuzuhören und zuzusehen…
„Imayoshi“ wollte ich schon sagen, ehe mir einfiel, wie er das letzte Mal darauf reagierte hatte. Nein, das kannst du nicht machen. „Imayoshi“ klingt viel zu vertraut´, ermahnte ich mich noch immer zitternd. Besser gesagt: Zu vertraut für das, was beim letzten Aufeinandertreffen geschehen ist.
„Senpai“, schaffte ich schließlich heraus zu krächzen, mein Hals fühlte sich danach an wie Schmirgelpapier; mein Mund wurde auf einmal trocken.
In seinen grauen Augen sah ich es plötzlich dunkel aufblitzen. Sein Blick wanderte von oben nach unten, ehe er wieder hochging und an meinen grünen Augen hängenblieb.
Ein unangenehmes Schweigen hing in der Luft, in welchem ich versuchte meinen Blick abzuwenden… Es stellte sich jedoch heraus, dass ich genau das nicht konnte. Stattdessen bebte ich weiterhin wie Espenlaub und hielt seinem Blick stand.
Imayoshi stieß einen leisen Seufzer aus, ehe er schließlich sagte: „Wollen wir uns nicht setzen?“
Unwillkürlich entspannte ich mich ein wenig und ging auf die Bänke am Rande des Spielfelds zu. Er folgte mir und ich spürte seinen Blick auf mir ruhen, während ich in meiner Tasche nach etwas suchen begann. Meine Hand krallte sich für einen Moment in den weißen, weichen Stoff, ehe ich ihm eines meiner Handtücher anbot. Er hob daraufhin nur eine seiner Augenbrauen, ehe er es schließlich entgegennahm.
„Was machst du hier?“, wollte ich wissen. Nicht, dass ich es eigentlich wusste…
„Danke für das Handtuch“, murmelte er, während er seine Haare mit energischen Bewegungen trocknete.
Ich wartete einige Sekunden, bis er fertig war; setzte mich neben ihm mit einem gewissen Abstand.
„Ich wollte mich bei dir Entschuldigungen“, erklärte er ohne Umschweife und sah mir fest in die Augen. Ich blinzelte überrascht, doch ehe ich dazu etwas sagen konnte, fuhr er fort: „Ich habe mich wie ein Idiot benommen…“
„Bist du dir sicher, dass die Bezeichnung Idiot dafür ausreicht?“, wollte ich mit einem spitzen Unterton von ihm wissen. Ich sollte aufhören ihn so an zu zicken… Ich stieß einen Seufzer aus und machte eine wegwerfende Handbewegung. „Ach, vergiss es. Ich war auch nicht gerade besser – auch wenn ich es nicht bereue, dir eine Ohrfeige gegeben zu haben.“
Das zweite Schweigen für heute Abend entstand. Es war zwar nicht so unangenehm wie zuvor, aber auch nicht gerade viel besser. Und noch immer so viele unausgesprochene Sachen...
Ich holte tief Luft, ehe ich fortfuhr: „Wie wäre es, wenn wir alles vergessen, was der jeweils andere gesagt hat? Sonst hängen wir dem ewig hinterher.“ Ich stand langsam auf und nahm meine Trainingssachen in eine Hand. „Wenn du mich entschuldigen würdest: Ich muss mich noch fertig machen…“
„Fuyu“, erwiderte Imayoshi und stand ebenfalls auf. „Wenn es dir nichts ausmacht, würde ich dich gerne nach Hause begleiten? Es ist schon spät, selbst für dich.“
Und er ist nicht einmal ansatzweise auf meinen letzten Satz zu sprechen gekommen…

Der nächste Tag verlief so wie früher: In der Mittagspause saßen Emi, Satsuki und ich beim männlichen Basketballteam von Touou und redeten über den Tag, sowie über das anstehende Schulfest, welches ich irgendwie aus den Augen verloren hatte.
Ausgerechnet das Schulfest… Warum hatte meine Klasse nichts anderes wählen können?´, fragte ich mich im Stillen. Aber ich sollte mich zuvor auf den Winter Cup konzentrieren… Das Schulfest ist wirklich das kleinere von beiden Übeln.
„Fuyu, was macht deine Klasse eigentlich am Schulfest?“, wollte Imayoshi genau in diesem Moment von mir wissen.
Ehe ich antworten konnte, sprang Emi ein: „Ach, das wird dir mit Sicherheit gefallen, Imayoshi-senpai. Unsere Klasse hat sich für…“
Ich verschluckte mich regelrecht an meinem Wasser, und stieß meiner Freundin den Ellbogen zwischen die Rippen. Vor lauter Überraschung hielt sie inne, ehe sie zu mir hinüber sah, Verständnis leuchtete in ihren braunen Augen auf.
Mit einem misstrauischen Blick musterte Imayoshi uns. „Für was hat sich eure Klasse entschieden?“
Ich schenkte ihm ein breites Grinsen. „Für eine Überraschung, die andere Klassen echt umhauen wird…“
Fast wortwörtlich´, schoss es mir durch den Kopf. Hoffentlich sieht Imayoshi mich nicht – das wäre nicht nur peinlich… Er würde die Situation auch noch ausnutzen.

Sorry Leute -.- Erst hatte ich die Connichi in meinem
Zeitplan vergessen, und jetzt ist auch noch das Kapitel
kürzer geworden als geplant... Ich verspreche, dass ich es
mit den nächsten wieder gut mache :)

Lg Kiri
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