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Lege deine Maske ab

GeschichteFreundschaft, Liebesgeschichte / P12 / Gen
Aomine Daiki Momoi Satsuki
21.12.2014
05.05.2016
47
65.958
42
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Dieses Kapitel
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25.05.2015 1.557
 
Kapitel 26


Abschied

Vor drei Jahren:

„Das war eines der besten Spiele, das ich je in meinem Leben gesehen habe“, hörte ich meinen Bruder begeistert vom Beifahrersitz aus sagen.
Ich grinste breit von einer Wange zur anderen. Wir hatten dieses mal 95 zu 57 gewonnen. Und zugegeben: Wir hatten schon einige Schwierigkeiten gehabt, denn unsere Gegnerinnen hatten einige gute Strategien parat gehabt.
„Ah, das Spiel war wirklich gut gewesen“, stimmte mein Vater nun endlich auch zu. Er hatte die ganze Fahrt noch nichts gesagt. „Du hast das Team gut geleitet – kein Wunder, dass du Kapitänin bist.“
„Danke euch beiden“, grinste ich, mein Herz schlug schnell vor Freude. Zum ersten Mal in meinem Leben gab er mir wegen Basketball ein Lob!
„Na, Imouto-chan, wie wäre es: Das muss gefeiert werden“, zwinkerte Kousuke mir zu.
„Klingt super“, rief ich begeistert aus.
Ein Lachen ertönte daraufhin von meinem Vater, was jedoch schnell verschwand, als ein lautes Hupen vor uns erklang. Entsetzt riss ich die Augen auf, als mein Vater urplötzlich anfing zu bremsen.
Erschrocken klammerte ich mich an den Türgriff auf meiner rechten Seite, während ich einfach nur den zwei Lichtern entgegen sehen konnte.

Ein stetiges Piepen drang an mein Ohr, als ich aufwachte. Es war Nacht, bemerkte ich, als ich die Schwärze vor den Fenstern bemerkte. Oder war es bloß der Rollladen?
Jedoch befand ich mich nicht in meinem Zimmer. Es roch dazu zu stark nach Desinfektionsmittel… Krankenhaus? Was war passiert? Warum befand ich mich im Krankenhaus?
Ich konnte mich an gar nichts erinnern, nur dass ich als letztes mit meinem Team das Basketballspiel gewonnen hatte. Und mein Bruder und mein Vater hatten zugesehen, obwohl sie nichts mit dieser Ballsportart etwas am Hut hatten. Besser gesagt: Sie verstanden nicht den Hype, der darum gemacht wurde und verabscheuten diese. Auch wenn sie diese Sportart früher einmal geliebt hatten. Aber ich hatte sie überreden können, wenigstens einmal mir zuzusehen.
Danach war alles schwarz. Warum tut mir mein Kopf so stark weh?´, fragte ich mich. Vorsichtig richtete ich mich auf, woraufhin mich ein starker Schmerz im Rippenbereich durchzuckte. Hatte ich mir die Rippe gebrochen? Aber wie?
Langsam sah ich an mir herab. Mein rechter Arm war in einem Gips. Also war dieser bestimmt auch gebrochen. Was war passiert?
Ich blickte mich im Zimmer um und mein Blick fiel auf einen Kalender, der an der Wand hing. Heute war der 18. Oktober. Sieben Tage, nach dem das letzte Spiel stattgefunden hatte. Sieben Tage lang war ich bewusstlos gewesen.
Ein leises Quietschen drang an mein Ohr und die Tür zu meinem Zimmer ging auf. Ich blinzelte, als das Licht vom Flur hineinströmte. Es war grell und unnatürlich. Plötzlich gab es ein leichtes Klack und die Lichter in meinem Raum gingen an.
Eine Krankenschwester kam herein und wir starrten uns einige Sekunden nur an, ehe sie anfing zu lächeln. Leicht, unbefangen, als ob nichts passiert wäre.
„Ah, du bist wach, Hana-chan“, sagte sie erleichtert. Sicher? Mir kam es langsam so vor wie eine Szene aus einem Albtraum.
„Was ist passiert?“, wollte ich wissen, jedoch war meine Stimme ziemlich rau und leise.
Ihr lächeln verschwand ein wenig, während sie sich daran machte, die Fensterläden hoch zu fahren. Keine Antwort.
„Ich hole deine Mutter, sie müsste noch hier sein“, sagte sie, ehe sie aus dem Zimmer verschwand und mich allein ließ. Stimmt ja, meine Mutter arbeitete ja in einem Krankenhaus… Aber dass ich ausgerechnet in diesem landete, hätte ich niemals vermutet.
Um mir meine Zeit zu vertreiben sah ich mich nochmal in dem Raum um und mein Blick fiel auf eine Karte. Ich blinzelte überrascht. Eine Karte? Wahrscheinlich Lily und die anderen. Langsam streckte ich meine Hand nach ihr aus, sie war schlicht und einfach gehalten. Ich schlug die Karte auf, doch die Karte wies keine mir bekannte Schrift auf. Nein, ein sehr krakelige, dennoch irgendwie vertraute Schrift.
Ich runzelte die Stirn, bis mir endlich in den Sinn kam, wer diese Karte geschrieben hatte: Kousuke Wakamatsu. Hoffe dir geht’s bald besser – es ist langweilig ohne dich. Ein leichtes Lächeln erschien auf meinen Lippen. Es war nicht gerade sehr einfallsreich und wir waren nicht die besten Freunde oder so etwas in der Art, aber dennoch… Es hatte etwas.
Allerdings… Warum hatten sich die anderen in irgendeiner Form nicht gemeldet oder hatten sie zu viel zu tun derzeit?
Zehn Minuten später, die sich anfühlten wie eine Stunde, hörte ich hektische Schritte und eine Frau mit dem gleichen, silbergrauen Haaren wie ich, kam hinein.
Ihre Augen waren gerötet, so als ob sie die ganze Nacht geweint hatte. Eigenartigerweise trug sie ihre Krankschwesteruniform nicht mehr. Hatte sie heute keine Schicht gehabt?
Sie fiel mir um den Hals, was auf jeden Fall untypisch für sie war – allerdings legte ich automatisch meine Arme um sie und atmete ihren vertrauten Duft ein, der so viel besser war, als das ganze sterile Zeug hier.
„Dir geht es gut“, murmelte sie unter Tränen. „Wenigstens dir geht es gut.“
Wenigstens mir…?
„Was ist mit O-nii-san und Papa?“, wollte ich leise wissen, während Kälte sich in mir breit machte.
Statt einer Antwort schluchzte sie wieder auf, während die vorherige Kälte mich lähmte. Ihr Griff festigte sich um meine Schultern.
Ich riss entsetzt die Augen auf.
Nein…
Bilder vom Unfall kamen mir in den Sinn – der LKW, der außer Kontrolle geraten war und auf unserer Spur gefahren war; direkt auf uns zuraste.
Nein…
Ein lautes Kreischen, als Metall auf Metall aufprallte und sich zusammenschob.
Nein…
Die Schmerzen, die ich in meinen Beinen gefühlt hatte, als diese eingeklemmt wurden und mein entsetzter Aufschrei. Der verzweifelte Versuch meines Vaters, das Auto irgendwie wegzulenken…
Nein!
Meine Finger krallten sich in den Stoff der hellblauen Bluse meiner Mutter, während mein Blick verschwamm. Ich biss mir auf die Unterlippe, um das Zittern dieser zu unterdrücken.
„Wo ist Kousuke?“, fragte ich mit heiserer Stimme.
Es schmerzte in meiner Kehle diese Worte auszusprechen.
Heiße Tränen liefen mir die Wangen hinunter, als ich mich an einige der dunklen Stunden während meiner Bewusstlosigkeit erinnerte.
„Hana-san, wir müssen Ihnen leider sagen, dass Ihr Mann den Verletzungen erlegen ist. Er ist gestorben, kurz nachdem wir  auf die Intensivstation gebracht hatten.“
„NEIN!!! Das ist nicht wahr!“
„Es tut uns leid“, erklärte eine andere, traurige Stimme.
„Wir müssen Ihnen leider auch sagen, dass es nicht gut um Ihren Sohn steht. Wir mussten ihn ins künstliche Koma setzen.“
„Aber…“

Die Welt um mich herum wurde grau. Einsilbig.
„Hana-san“, erklang eine leise Stimme. „Ihr Sohn… Wir konnten nichts…“
Das Schluchzen meiner Mutter nahm ich kaum noch war. Mein Herz schlug mit einer unnatürlich hohen Geschwindigkeit gegen den Brustkorb. Ich spürte ein qualvolles Stechen in der Herzgegend. Ein Stechen, was in nächster Zeit nicht aufhören würde. Das Atmen fiel mir schwer. Ein dicker, schmerzhafter Kloß hatte sich in meiner Kehle gebildet.
- „Nii-san, sieh mal“, rief ich aus und rannte in die Richtung des Korbs und probierte mich an einem Korbleger.
„Das sah gut aus, mach weiter so“, lächelte Kousuke und sah mich sanft an.
- Lass dich jetzt bloß nicht einschüchtern“, sagte mein Bruder mit ruhiger, ernster Stimme zu mir, als sich die fremden Schüler aus der High School vor mir aufgebaut hatten.

Ich versuchte nach Luft schnappen, während die Tränen unaufhaltsam an meinem Gesicht herunterliefen.
„Nii-san!!“

Kälte umgab mich, jedoch nahm ich sie nicht wirklich war. Vereinzelte Tropfen fielen vom Himmel und vermischten sich mit meinen Tränen. Es war Freitagmorgen… Der Tag ihrer Beerdigung.
Ich fühlte mich leer, während ich auf die Särge starrte. Dass sie Tod waren, ergab noch immer keinen Sinn für mich.
Ich war vor etwa zwei Wochen aus dem Krankenhaus entlassen worden – drei Wochen nachdem ich es erfahren hatte.
Keiner meiner Freunde hatte sich in der Zwischenzeit bei mir gemeldet gehabt, sondern hatte mich normal begrüßt, als ich wieder in der Schule gewesen war. Mein Arm war komplett verheilt, meine Rippe tat auch nicht mehr weh… Meine Beine waren auch in Ordnung.
Teppei, mein Cousin, der die ganze Zeit schweigen neben mir gestanden hatte, legte einen Arm um meine Schultern und zog mich an sich.
Es ist meine Schuld… Hätte ich keinen der beiden überredet…
Ich runzelte die Stirn.
Nein, das ist nicht ganz wahr: Hätte ich auf meinen Vater gehört, hätte ich gar nicht mit dem Basketball angefangen… Dann wäre der Unfall nicht passiert.
Vater hatte durch Basketball seinen Job verloren…
O-nii-san hatte durch Basketball zum Ende hin nur noch Schmerzen im Knie gehabt…
Mama und ich hatten durch ein Basketballspiel die beiden verloren.
„Gut das du wieder da bist – dann können wir endlich wieder richtig trainieren“, sagte Hiruko, als ich vor zwei Tagen in der Schule gewesen war.
„Wir hätten wegen deinem Ausfall fast das letzte Trainingsspiel verloren. Könntest du dich bitte beim nächsten Spiel zusammenreißen und mitmachen? Wir wollen schließlich dieses Jahr nochmals den Winter Cup gewinnen“, fügte Minoru hinzu, alle anderen nickten zustimmend.

Es interessiert sie nicht, was meiner Familie und mir passiert ist… Es interessiert sie nur eines: zu gewinnen und noch mehr Ruhm zu bekommen… Auf solche Leute kann ich nicht zählen.
Basketball hat meine Freundschaften zerstört…
Es wäre besser, wenn ich mit dem Spielen aufhören würde´, kam es mir in den Kopf, während die Erde sich über die Särge schloss.

Ähm… ja, das war es heute von mir
Ich hoffe das Kapitel war in Ordnung -.-
Bis nächste Woche

Lg Kiri
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