Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Lege deine Maske ab

GeschichteFreundschaft, Liebesgeschichte / P12 / Gen
Aomine Daiki Momoi Satsuki
21.12.2014
05.05.2016
47
65.958
42
Alle Kapitel
103 Reviews
Dieses Kapitel
2 Reviews
 
16.05.2015 1.720
 
Zur Erklärung: Den späteren Flashback werde ich nicht in kursiv schreiben, sondern einfach in der Sicht von Fuyu damals.

Kapitel 24


Fuyus Geschichte

Imayoshi hatte sich neben mich auf die Couch gesetzt, während die anderen sich auf den Boden verteilt hatten.
Das Spiel von Seirin gegen die Kirisaki Dai hatte mit einem Punktestand von 76 zu 70 geendet… Und ich brauchte nicht zu sagen, wie oft ich kurz drauf und dran war, einfach auf das Spielfeld zu gehen und Hanamiya meine Meinung zu… zeigen. Letzten Endes war es noch immer Teppeis Entscheidung, wie er mit seiner Gesundheit umging – auch wenn es mir nicht passte, ich konnte jedoch seine Entscheidung nachvollziehen. Mir würde es nicht anders gehen, wäre ich an seiner Stelle.
„Und was jetzt?“, wollte Yukiji wissen, die sich ein Stück von der bestellten Pizza genehmigte.
Alle waren da, abgesehen von Satsuki, Sakurai und Aomine. Was ich beim letzteren nicht unbedingt schade finde…
Ich seufzte leicht. „Bevor ich euch den Grund erzähle, warum ich damals mit dem Basketball spielen aufgehört habe, sollte ich wohl weiter ausholen…“

Vor etwa zehn Jahren:

Mit großen Augen stand ich vor der Tür. Er würde gleich rein kommen. Er musste. Ich habe die Autotüren gehört!
„Fuyu-chan, Kousuke-kun, ihr seid ja immer noch wach“, sagte meine Mutter erstaunt, die gerade aus der Küche kam. Überrascht drehte ich mich zu ihr um. „Solltet ihr nicht langsam ins Bett gehen? Es ist halb zehn und ihr geht morgen zur Schule.“
„Aber Mama, Papa kommt doch gleich“, wiedersprach ich ihr, während mein Bruder nur bekräftigend nickte. Auch wenn er der Ältere von uns beiden mit zehn Jahren war, überließ er mir immer das reden. Und das obwohl ich sieben war!
Er mochte es nicht, viel zu reden. Dennoch: Er hatte immer gute Noten in Referaten und war sehr beliebt an seiner Schule… Er hatte bisher viele seiner Freunde mit nach Hause genommen – nur um mich dann nach draußen zu schicken, weil sie das Haus für sich haben wollten.
Bevor sie noch etwas sagen konnte, hörte ich das Knacken im Türschloss und wandte mich wieder um.
Vor uns stand, wenn auch ziemlich erschöpft, mein Vater. Jedoch verschwand sein erschöpfter Gesichtsausdruck, sobald er uns sah.
Kaum das die Tür hinter ihm zu war, sprang ich auf ihn zu und umarmte ihn. „Papa“, rief ich glücklich aus, legte meine Arme um seinen Hals, als er mich hochhob.
„Nanu, Fuyu-chan, bist du in dem letzten halben Jahr größer und schwerer geworden“, grinste er und ließ mich wieder herunter. Danach ging er zu meinem Bruder und wuschelte ihm durch die Haare – was er nicht wirklich leiden konnte.
„Jetzt habt ihr ihn ja gesehen, geht jetzt wieder ins Bett“, bat uns unsere Mutter.
Ich öffnete den Mund um zu widersprechen. Schließlich sah ich meinen Vater sehr selten, aufgrund seines Jobs als Basketballtrainer.
Eine Hand packte mich am Arm. „Komm Fuyu“, sagte mein Bruder ruhig und zog mich die Treppe hinauf zu unseren Zimmern.
„Aber Kousuke“, protestierte ich leise.
„Sie haben sich auch seit einem halben Jahr nicht gesehen“, kam es von ihm, sobald wir oben waren. „Also sei nicht so egoistisch und lass die beiden Mal unter sich.“
Daraufhin blies ich die Backen auf und verschränkte die Arme vor der Brust. Wieso war er so gemein? Ich war doch nicht egoistisch! Oder doch?
Mein Bruder drehte sich um und lief zu seinem Zimmer. Ich ließ meine Arme fallen und sah ihm hinterher. Vielleicht…
„Nii-san?“
„Was?“, wollte er leicht genervt wissen. In solchen Momenten fragte ich mich des Öfteren, wie er Freunde hatte finden können… Das einzige was er den Leuten in seiner Umgebung zeigte, waren sein genervtes Wesen und sein Desinteresse. Baka-nii…
„Darf ich heute bei dir schlafen?“, wollte ich wissen.
„Nein. Und wehe du fängst an zu schmollen.“
Ich verzog das Gesicht. Ich schmollte nicht! Deswegen ganz bestimmt nicht…
„Macht Basketball eigentlich Spaß?“, fragte ich leise, glaubte jedoch nicht, dass er mir antworten würde.
Einige aus meiner Grundschulklasse waren im Basketballclub… Auch wenn es nicht so viele waren wie in Volleyball, Baseball oder Fußball… Aber da waren nur Jungs. Spielten Mädchen kein Basketball?
Kousuke blieb stehen und wandte mir sein Gesicht zu. Seine hellblauen Augen, die denen meines Vaters ähnelten, schimmerten sanft.
„Warum probierst du es nicht aus?“

Ein Woche später stand ich mit einem Basketball auf dem naheliegenden Basketballplatz. Mein Bruder war mit von der Partie, wenn auch nicht unbedingt freiwillig. Er hatte unseren Eltern versprechen müssen, auf mich auf zu passen.
Also stand ich jetzt mit diesem orangenen Ball in den Händen vor dem Korb. Fragend sah ich zu meinem Bruder hinüber, der selbst in den Basketballclub seiner Schule ging. Und ja, wir gingen auf getrennte Schulen, weil für mich auf seiner kein Platz mehr gewesen war…
„Und jetzt?“, wollte ich wissen.
Kousuke seufzte und fuhr sich durch seine silbergrauen Haare, die eine Nuance dunkler waren als die von unserer Mutter und mir.
„Du musst den Ball darein werfen“, erwiderte er und deutete auf den Korb, der sehr weit oben hing.
Ich blinzelte für einen Moment. Das war alles? Ich zögerte einige Augenblicke, ehe ich meine Knie beugte und hochsprang. Im Sprung ließ ich den Ball los und… er berührte noch nicht einmal das Brett. Um genau zu sein: Ich hatte etwa vier Meter an dem Korb vorbeigeworfen. Und der Ball war noch nicht einmal ansatzweise hochgenug gewesen… Blöder Ball…
Ich drehte mich zu meinem Bruder um, der mir amüsiert zugesehen hatte.
„Da gibt es doch einen Trick, oder?“, fragte ich ihn, nachdem ich dem Ball geholt hatte und mich ihm gegenüber gestellt hatte.
„Als erstes, solltest du aufhören wie ein Frosch zu springen…“, begann er. Mit großen Augen versuchte ich seinen Aufforderungen Folge zu leisten, jedoch… einen Korb hatte ich an diesem Tag nicht werfen können.

Einige Wochen später war ich dem Basketballclub meiner Grundschule beigetreten, allerdings verlief nicht alles so wie geplant…
„Was, dieses kleine Mädchen möchte mit uns Basketball spielen?“, fragte einer der Jungen. Er war mindesten ein halben Kopf größer als ich und hatte blonde Haare. Und er war ziemlich laut. Zumindest taten mir jedes Mal die Ohren weh, nachdem ich mit ihm gesprochen hatte. Falls man das überhaupt noch sprechen nennen konnte.
„Halt die Klappe“, fuhr ich ihn wütend an.
„Was hast du gesagt?“, fauchte der Blonde.
„Hast du was an den Ohren?“
Die Pfeife von unserem Trainer erklang und wir blickten beide zu ihm auf.
„Hana-kun, Wakamatsu-kun, ihr beide lauft jetzt zehn Strafrunden. Danach setzt ihr euch auf die Bank und denkt über euer Verhalten nach“, wies der Mann uns an.
„Aber Sensei, sie hat doch damit angefangen“, empörte sich mein Klassenkamerad und zeigte auf mich.
Fuyu, manchmal ist es besser zu schweigen´, schossen mir in diesem Augenblick die Worte von meinem Bruder durch den Kopf. Also schwieg ich zu der Aussage, blickte Wakamatsu jedoch wütend an.
„Ihr lauft jetzt beide eure Runden“, befahl uns der Sensei, drehte sich um und lief zu den anderen Mitgliedern.
„Das ist nur wegen dir“, knurrte der blonde Junge.
Tche… Und der hat den gleichen Vornamen wie mein Bruder? Das ist echt erbärmlich…
Daraufhin konnte ich mir kein „Bakamatsu“ verkneifen. Jedoch drehte ich mich danach um und rannte meine zehn Strafrunden.

Mit einem lauten Knall schloss sich die Tür hinter unserem Vater. Entsetzt blieb ich auf der gleichen Stelle stehen, ohne mich auch nur ansatzweise rühren zu können. So einen Wutanfall hatte ich noch nie bei ihm gesehen… Allerdings hatte ich auch noch nie mitbekommen, dass er irgendwie in irgendeiner Weise laut wurde… Und das alles nur wegen einem Telefonat. Und weil ich ihn gebeten hatte, mir Basketball beizubringen. Ich war erst seit zwei Monaten im Club, machte jedoch keine Fortschritte.
„Fuyu-chan, nimm es dir nicht so sehr zu Herzen“, erklang die sanfte Stimme meiner Mutter und beugte sich zu mir hinunter.
„Warum hasst er Basketball auf einmal?“, kam es mit piepsiger Stimme aus mir heraus.
Ein leichtes Seufzen entfuhr meiner Mutter, während mein Bruder nach oben ging, um wahrscheinlich seine Sachen zu packen und mit seinen Freunden einige Runden auf den Fahrrädern zu drehen.
„Weißt du, Fuyu-chan, manche Spieler schieben den Grund einer schlechten Leistung auf ihren Trainer… Und wenn alle Spieler dies machen kann es durchaus vorkommen, dass der Trainer von dem Vorstand des Vereins gefeuert wird“, sagte sie mit trauriger Stimme.
Ich blinzelte sie an und sah in die gleichen grünen Augen, die auch ich besaß. „Das versteh ich nicht… Warum sucht der Spieler nicht bei sich selbst die Schuld?“
Sie fuhr mir langsam durch die Haare. „Das kann ich dir nur schwer erklären…“
Na super´, ging es mir durch den Kopf. Und ich hatte gewollt, dass Papa mir beim Training hilft… In der Schule hinkte ich den anderen ziemlich weit hinterher – und Wakamatsu machte sich über mich lustig.
Ich zögerte einen Augenblick, ehe ich auf die Uhr sah. Es war erst halb vier. Und es war Sommer. Also würde es erst gegen neun Uhr dunkel werden…
„Mama, darf ich noch ein bisschen nach draußen gehen?“, wollte ich wissen.
Soweit ich wusste, spielten die Jungen aus der Middle School oder High School derzeit auf dem Basketballplatz. Vielleicht konnte ich mir von denen etwas abgucken.
Auf ihr zögerliches Nicken umarmte ich sie freudig und schnappte mir schnell meine Sachen. Ich möchte, dass Papa eines Tages wieder gefallen an Basketball findet… Und ich möchte ihm dabei helfen – aber zuerst muss ich besser werden!
Ich rannte die Strecke zum Basketballplatz und kam regelrecht atemlos dort an. Erleichtert stellte ich fest, dass tatsächlich ältere Jungs heute spielten.
Langsam setzte ich mich auf eine der Bänke, die am Rande des Spielfeldes standen und schaute den Jungen zu, die sich keineswegs gestört fühlten.
Ich ließ mein Blick über die Jungen schweifen, woraufhin mir einer ins Auge fiel. Er war der Kleinste von allen, jedoch schienen alle aus der gegnerischen Mannschaft ihn daran hindern zu wollen, den Ball zu bekommen. War er so gut?
Die Antwort zeigte sich einige Momente später: Kaum hatte er den Ball auch nur berührt (zumindest sah es so für mich aus), flog er durch den Korb, ohne auch nur ansatzweise die Ränder zu berühren.
Ich möchte mindestens so gut werden wie er.

Das war’s heute soweit von mir :)
Ich hoffe die Kapitel haben euch
gefallen ^^
Und vielen Dank auch für die letzten
Favos :)
Bis demnächst

Lg Kiri
Review schreiben
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast