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Lege deine Maske ab

GeschichteFreundschaft, Liebesgeschichte / P12
Aomine Daiki Momoi Satsuki
21.12.2014
05.05.2016
47
65.958
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21.12.2014 1.913
 
Kapitel 2


Sportunterricht

Die Halle war voll von missmutigen Gesichtern von etwa zwanzig Frauen. Darf ich vorstellen: Der Sportunterricht in der Too High. Und die Gesichter sind entstanden, als der Sportlehrer ihnen gesagt hatte, dass sie sich bewegen müssten in seinem Unterricht. Dies schloss aber die Bedienung von Smartphone und I-Phone leider wieder aus. Und obwohl ich Sport mochte;  mein eigener Gesichtsausdruck sah auch nicht gerade begeistert aus. Schließlich mussten wir nicht einfach durch Halle joggen, sondern mussten ausgerechnet die Ballsportart machen, die ich am meisten verabscheute… Basketball.
Ich setzte mich nach ganz hinten, sodass der Lehrer mich auf jeden Fall übersah. Ausnahmsweise sah ich meine Größe als Vorteil. Selten, aber es kam durchaus vor. Mein Gehirn schaltete sich von selbst ab, als der Sensei irgendwelche Namen hintereinander weg herunterrasselte. Offenbar hatte er sich schon am Abend vorher hingesetzt und die „Teams“ zusammengestellt. Zugegeben, er war engagiert. Das konnte man nicht von jedem Lehrer an dieser Schule behaupten.
Mein Blick fiel auf die Uhr, die über dem Ausgang hing. Noch zwanzig Minuten bis Ende… Dann würde Wakamatsu und seine Mannschaft hier auftauchen und trainieren. Bitte, kommt schneller´, betete ich stumm. Aufgrund seines Trainers hatte nämlich der Basketballclub den Vorrang vor dem normalen Unterricht. Ich bekam kaum mit, wie einige Mannschaften miteinader spielten… immer nur fünf Minuten lang. Wie langweilig – kaum war man auf dem Spielfeld, so musste man auch wieder auf die Bank´, kam es mir in den Sinn.
„Hana! Kommst du? Wir sind jetzt dran“, meinte plötzlich ein Mädchen, dass sich vor mich stellte. Ich blinzelte und erkannte langsam meine Klassenkameradin Emi. Sie sah mich abwartend an und lächelte erst, als ich mich langsam erhob.
Als ich das Spielfeld betrat, durchschoss mich plötzlich ein Anflug von Adrenalin. Mein Rücken wurde automatisch gerader und ich musste mehrmals tief ein- und ausatmen, um mich zu beruhigen. Es ist nur der Sportunterricht´, sagte ich mir. Wie ein Mantra wiederholte ich dies. Dennoch ballte und öffnete ich die Hand unabsichtlich mehrmals.
Ehe ich mich versah, befand ich mich auf der Position des Power Forwards. Auf dieser Position hatte ich schon immer gerne gespielt. Dennoch hatten wir keinen guten Point Guard: Das Mädchen auf dieser Position –ich hatte mir ihren Namen nicht gemerkt- war ein bisschen zu langsam beim Denken für einen Point Guard. Das wäre in einem echten Spiel nicht sehr erbaulich. Sie würde sich aufgrund ihrer Größe und Flexibilität eher als Center eignen.
Emi hingegen war als Shooting Guard perfekt geeignet. Soweit ich wusste, spielte sie Privat auch in einem Verein. Kein Wunder also, dass sie diese Position gewählt hatte. Und anhand ihrer Werte konnte ich erkennen, dass sie mehr als dreimal in der Woche trainiert – und  zudem schätzte ich, dass sie in einem richtigen Spiel mehr als zwanzigmal traf. Außerdem meine ich, ich hatte sowas schon einmal durch ein Gespräch mitbekommen.
Die anderen beiden aus meinem Team schenkte ich jedoch keiner weiteren Beachtung… dies lag nicht daran, dass ich sie nicht leiden konnte, sondern weil sie das Treppensteigen in den ersten Stock schon als Sport bezeichneten. Genauso wie der Fußweg von zehn Minuten für die beiden ein Marathon darstellte. Außerdem gehörten die beiden zu den „Obercoolen“ und hielten es daher sowieso nicht für nötig, sich richtig am Sport zu beteiligen. Da konnte man ja schließlich schwitzen… Das Wort „Dusche“ und „Deo“ hatten die beiden selbstverständlich bisher nicht in ihrem Wortschatz, zumindest nicht wenn es um den Sport ging. Dafür rochen sie die ganze Zeit in der Klasse nach Douglas. Es war ein Wunder, dass die Fliegen nicht schon von der Intensivität tot auf den Boden gefallen sind.
Kurz gesagt: Wir hatten eine sehr geringe Chance zu gewinnen, da im gegnerischen Team drei Leute in einem Basketballverein tätig waren. Die anderen beiden konnten wenigstens einen Ball fangen.
Als der Pfiff ertönte durchschoss mich wieder Adrenalin. Der Ball flog hoch in die Luft und wurde nach einem kurzen antippen in meine Richtung gelenkt. Ich verschwendete keine einzige Sekunde, sondern nahm den Ball auf, um ihn in die Richtung des gegnerischen Korbs zu bringen. Aus den Augenwinkeln nahm ich war, wie Emi von zwei Leuten gedeckt wurden. Die Namenlose hatte eine Person, die sie deckte, während vor mir auch zwei standen. Double-Team. Ausgerechnet die beiden Basketballnasen. Soweit ich wusste, hießen sie Itoe und Kano.
Ohne zu Zögern lief ich auf die beiden zu, beide hatten meine ungeteilte Aufmerksamkeit. Da passierte es: Die Zeit schien ein wenig langsamer für mich zu laufen. Genauso wie früher. Ich bemerkte, wie der Fuß von Kano sich leicht nach rechts abdrehte. Sie würde also nach rechts laufen, um mich vorbei zu lassen. Danach würde sie einen Steal versuchen.
Itoe, die um einiges größer, aber auch etwas langsamer war, hatte sich nach links ausgerichtet. Sie würde mir den Ball stehlen, sobald ich mich nach links wandte. Es gab also nur drei Möglichkeiten: ab durch die Mitte mit wenig Erfolg (es sei denn meine Reaktiongeschwindigkeit und normale Geschwindigkeit übertraf die von den beiden), den Ball passen und dabei zusehen, wie dieser von dem gegnerischen Team auf jeden Fall abgenommen wurde; oder zwei Schritte nach hinten laufen und versuchen einen Korb zu erzielen. Schließlich befanden wir uns schon in der Nähe der Drei-Punkte-Linie. Wäre reintheoretisch machbar.
„Fuyu! LOS!“, hörte ich von weit her das Schreien von Wakamatsu. Offenbar war der Basketballclub schon da.
Es geht hierbei nicht um das Gewinnen, sondern einfach nur um den „Spaß“ – und eine gute Note´, machte ich mir Mut, als ich mich für die Letzte der drei Möglichkeiten entschied. Noch immer schien die Zeit für mich langsamer zu laufen. Ich konnte Itoe und Kano ansehen, als ihnen bewusst wurde, was ich vorhatte. Nur hatte ich da schon beide Schritte nach hinten getätigt. Langsam bewegten sich die beiden auf mich zu, doch da befand ich mich schon in der Luft und warf.
An diesem Punkt holte mich die Zeit wieder ein. Kano und Itoe stoppten augenblicklich vor mir, als ich landete und verfolgten entsetzt die Flugbahn von dem Ball, welcher direkt durch das Netz ging – ohne auch nur einmal das Brett oder den Ring zu berühren. Ein Dreier.
Mein Herz schlug schneller, sobald der Ball auf dem Boden wieder aufschlug. Ich bekam kaum mit, dass Emi mir ein „Gut gemacht!“ zurief. Die Namenlose nickte mir anerkennend hinzu und hielt mir die Hand zum Abklatschen hin. Nach einem kurzen Zögern tat ich dies auch.
Meine Füße trugen mich über das ganze Spielfeld zurück zur Mittellinie, während ich Emi einen kurzen Wink gab. Verwirrt sah sie zu mir hinüber, lief langsam in meine Richtung. Genau in diesem Moment rannte Kano mit dem Ball an mir vorbei.
Ich passte den richtigen Augenblick ab und stahl ihn ihr. Perfekter Steal. Emi fing erfolgreich den Ball auf und schickte sich an, in Richtung Korb zu laufen. Bevor sie gedeckt wurde, passte sie ihn über die Namenlose zurück zu mir. Wieder war Itoe direkt vor mir, als ich in die Knie ging, um zu springen. Sie sprang vor mir ab, was ich nutzte, um rechts an ihr vorbeizuziehen. Fake.
Kano und ein weiteres Mädchen tauchte plötzlich vor mir auf, blockierten mir meinen Weg zum Korb. Kano hatte zuvor Emi gedeckt… Emi steht an der Drei-Punkt-Linie auf der anderen Seite des Feldes. Und wird nur von einem Spieler gedeckt...´, ging es mir durch den Kopf. Alle waren zu sehr auf mich fixiert. Nur wegen einem Korb. Auch Itoe müsste gleich wieder mit den Füßen auf den Boden aufkommen… Die Letzte von der gegnerischen Mannschaft hielt sich an die Namenlose. Das ist die Chance…
Ich warf den Ball quer über den gegnerischen Innenraum. Ohne sich zu bewegen würde keiner von beiden den Ball fangen. Und Emi war reagierte schneller als ihre „Manndeckung“. Sie lief sich frei, fing und warf den Ball in der Luft.  Ein weiterer Dreier.


Ein schriller Pfiff ertönte. Einige Sekunden wusste ich nicht, was gerade los war. Erst als jemand einen Arm um mich herum legte, erwachte ich aus meiner Trance. Verwirrt blinzelte ich und sah Emis breites Grinsen. Wir hatten gewonnen. Nach der Punktebewertung vom Basketball stand es 17:5. Dieses Ergebnis erstaunte mich... Schließlich hatten wir die "Zicken" in unseren Team. ich hatte es auch noch geschafft gehabt, zwei weiter Korb zu erzielen. Beide waren auch Dreier gewesen. Die Namenlose hatte sogar einmal Mal den Ball gedunkt. Emi hatte am Ende nochmals mit einem Dreier nachgelegt.
Ihre Augen leuchteten und sie strich sich ihre dunkelbraunen Haare aus dem Gesicht. „Das war klasse! Ich wusste gar nicht, dass du Basketball spielen kannst“, fing sie an zu reden, wie ein Wasserfall.
Ich zuckte innerlich zusammen, als ich log: „Kann ich auch nicht, ich habe zum ersten Mal gespielt.“
Ungläubig riss Emi die Augen auf, während die Namenlose sich zu uns gesellte. „Was? Das glaube ich nicht – dein Timing war viel zu perfekt um Zufall zu sein“, entgegnete Emi misstrauisch. Warum hatte ich mich nicht unter Kontrolle gehabt, als ich Basketball gespielt hatte? Ich löste mich aus ihrem Griff und sah Emi fest in die Augen.
„Das ist die Wahrheit. Ich habe noch in meinem Leben Basketball gespielt“, entgegnete ich kühl. Ich wartete nicht ihre Reaktion ab, sondern fuhr auch gleich fort: „Um ehrlich zu sein: Ich hasse diese Sportart. Also, wenn ihr mich dann bitte entschuldigen würdet…“
Ich erwartete keine Antwort, sondern drehte mich um und ging zu meiner Tasche. Es war mir egal, welchen Eindruck ich derzeit erweckte. Ich wollte einfach nur so schnell es ging verschwinden.
„Wirklich? So sah es mir aber nicht aus“, rief mir Emi hinterher. „Du hast dich dafür zu sehr entspannt.“
Ich ignorierte diese Aussage und blickte Wakamatsu in die Augen, welcher auf einmal vor mir stand. Ich biss mir auf die Unterlippe, als meine Augen anfingen zu brennen. Unwillkürlich ballte ich eine Faust, ehe ich diese wieder löste. Nicht jetzt… bitte nicht jetzt´, hoffte ich stumm. Deshalb tat ich das einzige, was mir blieb, um dies alles zu vertuschen: Ich umarmte meinen besten Freund, der diese perplex erwiderte. Ich umarmte nur selten von mir aus Menschen. Seine starke Hand, die sich auf meinen Rücken befand, brachte mich dazu, mich zu entspannen.
„Danke… und viel Spaß beim Training. Wir sehen uns später“, flüsterte ich in sein Ohr, während mich sein vertrauter Duft beruhigte.
Ich ignorierte die Blicke seiner Teamkameraden, als ich mich langsam von ihm löste und lächelte Satsuki leicht an, welche dieses Lächeln breit erwiderte. Anhand ihrer Reaktion merkte ich, dass ich die Tränen erfolgreich unterdrückt hatte. Keiner hatte etwas gemerkt. Auf dem Weg zur Umkleidekabine, spürte ich plötzlich einen durchdringenden Blick auf mir liegen. Ich drehte meinen Kopf leicht in die Richtung und bemerkte Imayoshi, der mich keine Sekunde aus den Augen ließ. Ein merkwürdiges Gefühl durchfuhr mich, hatte aber keine Ahnung was dies bedeutete. Furcht? Mit Sicherheit nicht. Warum sollte ich vor ihm Angst haben?
Ich schüttelte leicht verwirrt den Kopf und sah wieder nach vorne, ging einfach weiter. Ich hatte Imayoshi erst vor einer Woche „kennengelernt“, wenn man dies so bezeichnen konnte. Er war mir ein wenig unheimlich, denn sobald wir uns über dem Weg liefen, schien er mich mit seinen Blicken zu durchbohren. Aber weshalb? Hatte Wakamatsu etwas gesagt?

Schöne Weihnachten euch allen!
Hier ist mein Geschenk an euch: ein weiteres Kapitel!
Ich hoffe ihr nehmt es an  Ich bin schon gespannt
auf eure Reviews^^
Leider werde ich bis zum neuen Jahr nicht weiter-
Schreiben können, da ich noch wegfahre…

Ein frohes Fest euch allen und einen guten Start ins neue Jahr^^

Lg eure Kiri
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