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Lege deine Maske ab

GeschichteFreundschaft, Liebesgeschichte / P12 / Gen
Aomine Daiki Momoi Satsuki
21.12.2014
05.05.2016
47
65.958
42
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Dieses Kapitel
1 Review
 
30.03.2015 1.309
 
Kapitel 19


Sorgen

Ein schwerer Seufzer entfuhr mir, als ich aus dem Fenster starrte. Regen, nichts als Regen. Klar, verständlich: es war auch Herbst. Aber dieser Regen war echt deprimierend… und diese Unterrichtsstunde bei meinem „Lieblingslehrer“ wollte auch nicht rum gehen.
Plötzlich fuhr eine Hand vor meinem Gesicht auf und ab und ich zuckte heftig zurück. Ich blinzelte mehrere Male, ehe ich nach oben sah. Es war Wakamatsu, welcher sich seine Schultasche gepackt hatte um den Abflug zu machen.
„Was ist, kommst du?“, wollte er wissen.
Ich sah ihn verständnislos an.
„Die Stunde ist seit zwei Minuten vorbei“, erklärte mein bester Freund, woraufhin ich mich langsam erhob. Hatte ich wirklich das Klingeln nicht gehört?
„Entschuldigung, ich war nicht ganz bei mir“, murmelte ich, während wir den Flur entlangliefen, zur Turnhalle. Es war das erste Mal seit einer langen Zeit, dass ich ihn dorthin begleitete.
„Du bist in letzter Zeit sowieso sehr stark abgelenkt“, merkte er an. Ich blinzelte überrascht. War ich denn so schlimm? „Woran liegt das?“
Ich schwieg, während ich an die Sachen dachte, die in letzter Zeit so anfielen. Meine Mutter kam immer seltener Nachhause – meist sah ich sie eine ganze Woche nicht, weil sie angeblich immer bei einer Freundin übernachtete (die auch noch ein sehr großes Problem hatte). Der wahre Grund war, dass sie bestimmt einen neuen Typen kennengelernt hatte. Zumindest vermutete ich das. Dennoch fand ich es sehr schade, dass sie mir das nicht ins Gesicht sagen konnte. Das mit meinem Vater war schließlich schon drei Jahre her… Ich hatte mir sowieso schon Sorgen gemacht, dass sie ab jetzt komplett alleine leben wollte – wenn ich ausgezogen war.
Zum anderen machte ich mir Sorgen um meinen Cousin, Teppei. Er spielte wieder Basketball bei den Seirin, was einerseits gut war… aber anderseits wusste ich, dass sein Knie nicht komplett verheilt war. Er würde das aufs Spiel setzen, sobald er rücksichtslos wusste. Ich wusste, wie groß seine Leidenschaft für das Team war und auch für die Sportart an sich. Dennoch würde ich es echt begrüßen, wenn er auch mal Rücksicht auf sich nehmen würde. Zumal sie, um am kommenden Winter Cup teilnehmen zu können, gegen Hanamiyas Mannschaft antreten mussten. So wie ich ihn kannte, würde er dafür Sorge tragen, dass sein Team mit allen Mitteln gewann.
Ach ja, Emi hatte übrigens vorgeschlagen, dass sie jemanden kennengelernt hatte, den ich unbedingt treffen musste… Weil sie meinte, wir würden ein gutes Paar abgeben. Dann sollte sie aber mal ein uns nicht unbekanntes Center mal nach einem Date fragen… Alleine kam der ja nicht auf solche Gedanken´, schoss es mir durch den Kopf.
Ich seufzte und antwortete: „Ich mache mir einfach nur Sorgen.“
Wakamatsu verzog das Gesicht. Er war definitiv nicht zufrieden mit dieser Antwort. Er öffnete den Mund um noch etwas zu sagen, schloss ihn aber wieder, nachdem sein Blick kurz auf einer Stelle hinter mir gehangen hatte.
„Sorgen? Wer macht denn meinem Lieblingskohai Sorgen?“, ertönte eine allzu bekannte Stimme. Aber auch eine Stimme, die ich lange nicht mehr gehört hatte. Eine Stimme, die zu meinem größten Problem an der Schule gehörte.
Ich drehte mich mit einem mürrischen Ausdruck um. „Es ist eine Weile her, dass wir uns das letzte Mal getroffen hatten, Imayoshi… Aber wie ich sehe, hast du dir noch lange nicht deine schlechte Angewohnheit, hinter Leuten aufzutauchen die in ein Vier-Augen-Gespräch verwickelt sind, abgewöhnt.“
Sein typisches Grinsen erschien daraufhin, während er sagte: „Nur bei dir, meine liebe Fuyu.“
Wieso glaubte ich ihm das? Und seit wann nannte er mich Fuyu? Nicht das es mir etwas ausmachte… es war einfach nur ungewohnt.
Wakamatsu legte mir freundschaftlich eine Hand auf die Schulter, ehe er uns alleine ließ und in die Trainingshalle verschwand. Na toll, da ließ er mich wortwörtlich im Regen stehen. Wobei ich sowieso schon durchnässt war. Aber wie ich Imayoshi kannte, würde das jetzt länger dauern.
Der Drittklässler stand nur da und musterte mich von Kopf bis Fuß. Und er ließ sich verdammt viel Zeit dabei. Sollte ich mich nicht langsam beklagen, dass ich extrem nass war und er zum Training musste? Er starrte mich immer noch an. Ich spürte wie mein Gesicht warm wurde… ich mochte es gar nicht, so angestarrt zu werden!
„Bist du bald fertig, oder willst du noch ein Foto schießen?“, fuhr ich ihn schließlich an. Der Mann hatte vielleicht nerven.
Seine Mundwinkel zuckten leicht nach oben, während er langsam auf mich zukam und direkt vor mir stehen blieb.
„Ein Foto brauche ich nicht“, erklärte er leichthin, während er seine Hände auf meine Schulter legte. Ich zuckte dabei leicht zusammen. Schalk blitzte in seinen Augen auf, während er mein Gesicht betrachtete. „Zumindest nicht mehr… Es hatte mich ganz schön verletzt, dass du mir so plötzlich aus dem Weg gegangen bist…“
Ich musterte ihn mit schmalen Augen. „Andere Sachen sind einfach wichtiger als du. Zudem gehört es sich nicht, soviel Sarkasmus in so wenigen Sätzen zu verwenden... Vor allem wenn man sich das erste Mal seit langem sieht.“
Währenddessen richtete er meine Kapuze von meiner Jacke, nur um sie mir über meinen Kopf zu ziehen. Verstehen musste ich ihn nicht, oder? Zudem waren meine Haare sowieso schon tropfnass. Aber er selbst sah auch nicht besser aus: Er sah aus wie ein kleiner, niedlicher, begossener Pudel… Okay, streicht das niedlich, vor allem wenn er so grinste wie jetzt. Aber Muskeln hat er…´, ging es mir durch den Kopf und spürte wie mein Gesicht noch wärmer wurde. Wo hatte ich nur meine Augen?
„Du willst dich doch nicht erkälten, so kurz vor dem Winter Cup, oder?“, fragte er nach längerem Schweigen und trat einen Schritt zurück. Musste er gerade sagen! Wer läuft hier bitteschön nur mit seinem Trikot bekleidet herum? „Wie läuft es mit dem Training?“
Überrascht blickte ich ihn an. Wieso auf einmal dieser Themenwechsel?
„Recht gut“, antwortete ich daher zögerlich. „Aber was mir Sorge bereitet, ist, dass Itoe nicht mehr so oft kommt…“ Warum vertraute ich mich ihm an?
Er musterte mich nochmal kurz, ehe er einen tiefen Seufzer von sich gab. „Komm doch bitte kurz mit rein und wärm dich etwas auf. Ich wollte noch ein paar Sachen mit dir klären.“

Drinnen setzte ich mich auf die nächstbeste Bank, die ich finden konnte und ließ meine Schultasche auf den Boden fallen. Zu meinem Erstaunen stellte ich fest, das weder Satsuki noch Aomine anwesend waren (wobei es beim letzteren keine große Überraschung war). Aber Satsuki?
Yoshi winkte mir freundlich zu. Ihn sah ich neben Wakamatsu noch am häufigsten aus dem Team. Schließlich sah er unserem Training des Öfteren zu, wenn er sich mit Arisu nach diesem verabredet hatte. Und ja: Die beiden waren jetzt seit drei Monaten etwa ein Paar.
Ich lächelte den großen Drittklässler zu und nickte Sakurai und den restlichen des Teams der Jungen zu. Der Coach neigte leicht den Kopf zur Begrüßung, als er mich erblickte.
Es hatte mich mehrere Wochen gebraucht, ihn zu überreden, unser Coach zu sein. Erst nachdem ich ihm eine Wette geschlossen hatte, hatte er mehr oder weniger freiwillig eingewilligt… Die Wette war um ein Trainingsspiel von uns Mädchen gegangen: Wenn wir verloren hätten, hätte ich ihn für immer in Ruhe gelassen… Den Rest könnt ihr euch sicher denken.
Imayoshi verteilte noch einige Anweisungen zum neuen Trainingsmenü, eher zur Bank kam. Er gab mir ein Handtuch, welches ich dankbar annahm und meine Haare trocken machte. Die Föhne in der Umkleidekabine funktionierten leider derzeit nicht.
„Was wolltest du mit mir bereden?“, wollte ich schließlich wissen, nachdem er sich schweigend zu mir gesetzt und seinem Team zugesehen hatte.
Er verzog nur minimal das Gesicht und ich wusste schon jetzt, dass es mir nicht gefallen würde.
„Könntest du mir den Gefallen machen und nicht am Spiel gegen die Kirisaki Dai teilnehmen?“

Ich hoffe das Kapitel ist einigermaßen
okay… -.- Keine Sorge, demnächst gibt
es mal ein wenig Fortschritt was die
Vergangenheit und andere Sache angeht :)

Lg Kiri
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