Power

KurzgeschichteAngst, Schmerz/Trost / P16 Slash
 Trip
17.12.2014
17.12.2014
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17.12.2014 2.126
 
Kurzbeschreibung: Dass ich einmal hier landen würde, hätte wohl keiner erwartet. Tja, nicht einmal ich selbst. Doch wie sagt man so schön: Mal gewinnt man, mal verliert man. [OS- Trips Sicht - Schmerz - Yaoi – Spoiler: DmmD Re:connect]


Title: Power
Autor: AbaddonCornix
Fandom: DmmD – DRAMAtical Murder
Pair: angedeutet TriAo, ViTri
Timeline: nach dem 2. Game: DRAMAtical Murder Re:connect
Erzähler: Ich-Form, Trips Sicht

Genre: Schmerz, Drama, Yaoi
Art: OneShot
Rating: P16 Slash
Warnings: Lime, Yaoi, Schmerz

Inspiration: DmmD Games, Power and Control – Marina and the Diamonds
Disclaimer: Die Charaktere und DmmD allgemein gehört natürlich Nitro+Citral.

Vorwort:

Nun wird ein neues Fandom erobert :D

Also ich bin auch endlich im DmmD – Fandom angekommen und habe tatsächlich beide Spiele endlich durch  *wuhuu*
An Emtionen hatte ich von Ekel über Trauer bis Begeisterung wirklich alles dabei und ich freue mich, euch einen OS von meinem zweitliebsten Chara zeigen zu können.
Bin gespannt auf eure Meinungen!

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Mit einer Handvoll Gewalt kommt man weiter als mit einem Sack voll Recht.

-Deutsches Sprichwort




Ist es verrückt zu glauben, man sei etwas Besonderes? Oder man habe mehr Macht als andere? Doch dann würden viele Menschen als verrückt gelten. Ein Lehrer verfügt Macht über seine Schüler, ein Chef hat immer mehr Macht als seine Arbeitnehmer und ein Politiker kann sogar ganze Länder beeinflussen. Sind all diese Menschen verrückt?
Nein.
Sie haben sich lediglich einen Status erarbeitet oder auch erkauft - wie ist im Endeffekt egal. Am Ende zählt nur, welchen Status sie besitzen und was sie im entscheidenden Moment für Fähigkeiten aufbringen können.

Warum ist es also so verpönt, wenn sich jemand Macht über eine Person verschafft? Wie beispielsweise in der Sklaverei – Menschen arbeiten hart; werden so behandelt, dass sie wenigstens überleben und mithilfe dieser Arbeit erreicht der Sklaventreiber sein Ziel, das entweder für ihn selbst oder sogar für die Allgemeinheit einen Vorteil bringt, wie zum Beispiel der Bau von Gebäuden, das Anbauen von Getreide usw.

Die menschlichen Grenzen in Bezug auf Gerechtigkeit verschwimmen stark und sind je nach Kultur, Status oder Geschlecht unterschiedlich. Doch, ab wann ist etwas ungerecht? Ist es ungerecht, jemanden zu quälen? Warum? Derjenige, der quält, hat doch immer einen Grund dafür. Ob es nun persönliche Befriedigung oder Informationsbeschaffung ist, ist dabei doch egal. Das Ergebnis ist dasselbe.
Die Todesstrafe ist in vielen Ländern noch erlaubt – ist das nicht auch eine gewisse ungerechte Macht? Die Entscheidung, ob jemand weiterleben darf oder nicht, empfinde ich in der Tat als ungeheure Macht. Auch das Behandeln mit Medikamenten ist eine Macht. Der Arzt kann dir verschreiben was er will, solange er sich nicht erwischen lässt, könnte er dich mit Drogen vollpumpen und du würdest nichts gegen ihn in der Hand haben oder es sogar nicht einmal merken. Haben Opfer überhaupt was gegen ihre Täter in der Hand? Oder müssen sie das nicht? Ab wann ist jemand glaubwürdig? Wunden kann man sich selbst zufügen, oder man kann einen Komplizen bitten, psychische Betroffenheit kann man spielen … wie soll man wissen, ob man immer den Richtigen bestraft? Und welche Strafe ist für welche Tat angemessen? Ein paar Jahre Gefängnis für eine Vergewaltigung? Zwei Jahre Bewährung für Raub? Es gibt viele Ansätze, aber schlussendlich fühlen sich Opfer doch meist nicht befriedigt durch die Strafe.
Vielleicht sollte man dem Opfer erlauben, dem Täter genau dasselbe anzutun. Das wäre gerecht, auch wenn es vielerorts als Selbstjustiz angesehen wird. Doch im Grunde ist es auch nicht dasselbe, wie es das Opfer erlebt hat, denn der Täter hat ja nicht die physischen und psychischen Gegebenheiten wie das Opfer und nimmt somit sogar genau dieselbe Tat anders wahr.

Also beschäftigen wir uns damit, warum jemand ein Täter wird – auch darum ringen sich interessante Theorien. Besonders beliebt ist die Ergründung der Kindheit. Man versucht herauszufinden, was demjenigen im Kindesalter angetan wurde und schließt darauf, dass das menschliche Hirn so geschaffen ist, dass Taten der Vorbilder nachgeahmt werden oder sogar als richtig empfunden werden. Aber warum vergewaltige ich jemanden, wenn man mich in der Vergangenheit vergewaltigt hat? Ich hatte dann sicher starke Schmerzen und weiß, dass der Andere ebenfalls starke Schmerzen haben wird, wenn ich das mit ihm mache. Also gehen diese Menschen im Prinzip davon aus, dass Schmerzen richtig sind. Dies ist jedoch nur möglich, wenn sie nie was anderes erlebt haben, denn sonst würden sie ja wissen, dass es etwas „Schöneres“ als Schmerz gibt. Allerdings leben viele Täter bis sie durch illegale Handlungen auffällig werden ein ziemlich unauffälliges Leben und machen auch sonst nicht den Eindruck, unter einer posttraumatischen Belastungsstörung zu leiden.
Natürlich kommen jetzt die Klugscheißer, die meinen, man merke es ihnen nicht an und es gibt noch weitere Gründe, die in der Kindheit liegen können, damit jemand so wird, wie er schließlich ist. Doch was gibt einem Menschen einen Freifahrtschein, andere zu quälen? Läuft es nach dem Motto: Oh sorry, ich bin psychisch krank, ich kann nichts dafür, dass ich 4 Frauen getötet und 12 vergewaltigt habe. Übrigens finden Sie im Keller noch 24 weitere, die ich gefangen halte, aber das liegt daran, dass meine Mutter unsere Familie verließ als, ich sechs war und mein Vater anschließend Alkoholiker wurde. So entwickelte ich einen Hass auf Frauen und kann nichts für mein rücksichtsloses Verhalten. Noch besser wäre es natürlich, wenn ein psychiatrisches Gutachten bei mir eine Persönlichkeitsstörung entdeckt – dann werde ich medikamentös behandelt und die Frauen erwachen wieder zum Leben.
Okay, okay, verzeiht den Sarkasmus im letzten Satz. Aber davon muss man ja leider ausgehen, wenn man sie die Urteile manch eines Richters anschaut.

Warum erzähle ich das alles? Haha, gute Frage. Sicherlich werde ich gleich den Gedanken wecken, dass ich mein eigenes Handeln rechtfertigen will. Ich habe einen jungen Mann über ein Jahr lang gequält, misshandelt und im Rahmen von perfiden Spielen vergewaltigt. Dabei habe ich Hilfsmittel verwendet und sogar meinen sogenannten Boss verraten, damit ich mein Opfer für mich habe. Geteilt habe ich nur mit meinem … naja … Kameraden, dem ich bis hierher gefolgt war. Nun sitze ich hinter Gittern. Ja, richtig geraten, ich bin einer dieser kranken Triebtäter, vor denen eure Eltern euch früher gewarnt haben. Eine perverse Bestie.
Der junge Mann, den ich gefoltert habe, war für mich eine sehr wichtige Person. Seine zweite Persönlichkeit weckte mein Interesse und je mehr ich mich mit ihm beschäftigte, desto mehr empfand ich Liebe und schließlich Gier ihm gegenüber. Ich begehrte ihn, ja. Und ja, es machte mich unglaublich an, ihn wimmernd vor mir zu sehen, während ich Torte auf seinem Körper verteilte und sie genüsslich von ihm aß. Krank nicht wahr? Brauche ich jetzt Hilfe oder Bestrafung? Oder beides? Da trennen sich wieder die Meinungen.

Analysieren wir doch mal meine Kindheit. Ich lebte bei einem Mann im Labor, habe meine Mitmenschen früher nur als Monster gesehen und nahm nur mich als einzig Normalen wahr. Bis mein älterer Kamerad auf mich traf, denn ihn konnte ich normal wahrnehmen. Ihm gegenüber sprach ich meine ersten Worte im Labor und schlug ihn nicht zusammen, so wie ich es mit den anderen tat. Warum genau der Leiter des Labors mich zu sich holte, weiß ich nicht genau. Vielleicht fand auch er mich interessant und begehrte mich. Auf jeden Fall lehrte er mich und die Person, die ich nicht hasste. Er lehrte uns, wie man Menschen nach seinen Vorstellungen manipuliert. Sex ist natürlich ein Bestandteil davon, aber nicht alles. Und weil dieser Mann mich das lehrte, habe ich diesen Jungen gefangen gehalten und auf meine Weise verwöhnt? Haha, nein gewiss nicht. Die Ideen, die ich hatte, kamen meinem Mentor nicht einmal im Traum in den Sinn.
Dann machen wir mit meinem neurologischen Zustand weiter. Mein Gehirn funktioniert einwandfrei, ich bin lediglich von dem Mann, der mich aufnahm so manipuliert worden, dass mich spezielle mentale Kräfte nicht mehr beeinflussen können. So veränderte sich meine Augenfarbe zu blau. Allerdings diente das nur zu meiner Sicherheit.
Bezüglich meiner Bildung – ich habe einen ausreichenden Abschluss, um zu studieren, jedoch keinen Beruf erlernt, da mein älteres Vorbild es vorzog, in den unteren Kreisen zu agieren. Wir waren Teil der Yakuza und verdienten uns dumm und dämlich mit Drogen- und Waffenschmuggel. Natürlich erlebt man in dieser zwielichtigen Umgebung auch einiges an Gewalt und merkwürdig erscheinenden Vorlieben, doch ich denke nicht, dass mir daraus der Anlass gegeben war, ein Opfer zu suchen und es beinahe bis zum Tod zu lieben.
Betrachten wir meine Psyche und mein soziales Umfeld. Ich hatte noch nie eine feste Beziehung, weil ich meine Mitmenschen hasse. Mein Vorbild ist der Einzige, den ich nicht hasse, aber ich führe keine Beziehung mit ihm – was nicht heißen soll, dass ich mich nicht mit ihm sexuell vergnüge. Ursprünglich hatte ich mal rotes Haar, aber um meinem Vorbild ähnlicher zu sein, färbe ich sie regelmäßig blond – inzwischen habe ich hier in der Zelle sogar einen Ansatz bekommen, der das vielleicht hätte verraten können. Habe ich also so ein niedriges Selbstbewusstsein, dass ich anderen nachmachen muss? Oder sie quälen muss? Oder ist es eine Persönlichkeitsstörung, die mich die Fehler der anderen annehmen lässt, denn mein Kollege ist ja diesbezüglich nicht anders gepolt; schließlich hielten wir unsere Beute in unserer gemeinsamen Wohnung fest und losten jeden Abend aus, wer sich heute mit ihm beschäftigen darf.
Ich glaube schon, dass ich mich in diesem Fall gern unterordne. Doch in einem Spiel gibt es Regeln nicht wahr? Ich störte die beiden nicht bei ihrem Liebesspiel und mein Kollege störte uns nicht, wenn der Zufall auf meiner Seite war. Auch eine Regel, richtig? Und ich finde erstens, blond steht mir besser und zweitens, hat unser durchdachtes Spiel noch viel mehr Wirkung, wenn wir uns so ähnlich sehen, als könnten wir beinahe Zwillinge sein. Dies verleiht dem Ganzen einen äußerst mysteriösen Touch und das mag ich sehr.

Da wären wir gleich bei den Dingen, die ich mag und nicht mag. Ich hasse nichts mehr, als durchschaubare Menschen und Situationen. Alles, was auf den ersten Blick ist, wie es scheint, ist völlig wertlos und uninteressant. Und dann mag ich gern Süßes. Torte, Kuchen, Muffins, Bonbons – alles Leckereien, die ich gern verschlinge und auch mit meinem Opfer teile.
Ja, das bin ich. Was für ein Arschloch oder? Und dennoch – dennoch lauscht du diesen Worten und warst dir bei den anfänglichen Fragen selbst nicht über jede Antwort bewusst oder denkst sogar jetzt noch darüber nach. Warum? Das kann ich dir sagen. Wie wäre die Welt wohl ohne Konsequenzen? Was würdest du alles tun, wenn du wüsstest, dass du nicht scheitern könntest? Mit großer Sicherheit hättest du schon mindestens fünf Menschen getötet, die du absolut nicht leiden kannst, oder die deinen Träumen im Wege stehen. Je nach dem, wie du gesellschaftlich aufgestellt bist, hättest du vielleicht sogar gestohlen oder wärst anderen illegalen Aktivitäten wie Drogenkonsum oder gefährlichen Sektenritualen nachgegangen. Du wärst vielleicht nicht einmal gierig, sondern nur so, dass es dir und denen die du liebst gut geht.
Ja. Doch die Welt ist nicht so. Und dann ist dort jemand wie ich. Jemand, der tut was er will, jahrelang unentdeckt bleibt und schließlich von seinem Kollegen verraten wird. Oh, keine Sorge, ich erwarte kein Mitleid. Wir haben nie festgelegt, was passiert, wenn man uns tatsächlich kriegt. Und schließlich ist sich jeder selbst der Nächste. Deswegen ist das okay. Aber jemand, wie du sieht in mir ein Monster – so wie ich die Menschen von Anfang an sah. Eigentlich ist doch aber nur der Neid, der spricht, wenn sie mich verurteilen. „Warum darfst du tun, was du willst, während wir uns gesellschaftlich korrekt verhalten?“, rufen sie mir eigentlich zu. Dabei handle ich absolut nicht gesellschaftlich inkorrekt. Ich halte mich an Regeln – meine Regeln. Und wem das nicht passt, der soll mich in Ruhe lassen oder versuchen mich aufzuhalten. Tja – zweites ist nun geschehen. Dieses Mal hab' ich verloren.

„Sind Sie so weit?“ Ein leichtes Lächeln legte sich über mein Gesicht, als ein Gefängniswärter vor meiner Zelle stand. Jetzt ist es wohl so weit.
„Klar.“ Mit etwas Schwung erhob ich mich von der hölzernen Bank und ging langsam zur Tür. Dort konnte ich schon zwei weitere Polizisten mit Handschellen in der Hand erkennen. Das Klacken des Schlosses klang nach Freiheit.
Schon beim ersten Schritt aus der Zelle legte man mir Handschellen an. Vorsichtig waren sie hier auf jeden Fall.
„Trip hat man dich genannt, richtig? Und dein Kumpel, der dich verpetzt hat, war Virus? Ha, wie erbärmlich. Verpetzt seinen Kumpel und haut dann ab. Was für einen Freund du doch hast.“
„Tja, wenn man sich einen Virus einfängt, bricht er irgendwann aus, nicht wahr?“, erwiderte ich grinsend. Diese Typen hatten keine Ahnung von dem Spiel.
„Sehr witzig, Kleiner. Deine Witze werden dir auch nicht mehr helfen. Du bist dran – der Henker wartet.“, während der Wärter diese Sätze sprach, stoß mir einer der Polizisten von hinten mit einem Schlagstab in den Rücken. Schweigend folgte ich den Männern.

Dieser Trip ist noch lange nicht vorbei.
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