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Lost in Middle-Earth

von killua
GeschichteHumor, Liebesgeschichte / P16
Bilbo Beutlin Elrond Gandalf Legolas OC (Own Character) Thorin Eichenschild
15.12.2014
13.01.2021
29
58.074
12
Alle Kapitel
49 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
13.01.2021 1.328
 
Hallo liebe Leser,
wie versprochen, kommt heute ein weiteres Kapitel von Lost in Middle-Earth.
Es ist kürzer als die anderen und ich bin auch nicht so ganz zufrieden damit, wahrscheinlich weil es eher ein lückenfüller Kapitel ist.  ^^' Aber es lohnt sich dennoch es zu lesen. ;)
Im nächsten Kapitel gibt es dann wieder mehr Action.

LG Eure killua
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5. Die Deutung des Mooses (überarbeitet)
                                                                                                       
Da ritt sie nun. Allein und ohne Ziel. Ohne Waffen, ohne Schutz und ohne Gesellschafft. Abgesehen von Albin natürlich. So hatte sie ihren strammen und hochgewachsenen schwarzen Hengst getauft. Sie hatte diesen Namen mal in einem Buch gelesen und fand ihn passend und vor allem fantasievoll für das schöne Tier. Klang immerhin besser als Robert.

Kurz nach ihrem Aufbruch brüllte sie die Bäume an. Sie schimpfte über alles. Über die Zwerge, die Vögel, die Bäume, die ihr im Weg standen, einfach alles. Albin hatte zwischendurch die Ohren angelegt. „Wo reite ich eigentlich hin?!“, fragte sie sich selbst aufgebracht und stieg vom Pferd. Sie befand sich auf einer Waldlichtung. Von hier aus führten vier Wege ab. Laienhaft versuchte sie die Himmelsrichtungen auszumachen. „Moos wächst gen Norden oder?“ Sie schaute auf das Moos. Überall war welches und es schien nicht so, als würde es in eine Richtung deuten „Gott, hätte ich in Biologie mal aufgepasst. Okay. Dann die Sonne. Sie geht im Osten auf…“ Elenor schaute nach oben. Die Sonne hatte ihren Zenit erreicht. „Ach komm schon, dass kann doch nicht so schwer sein!“, schimpfte die Unerfahrene erneut.
Der Mensch fischte sein Telefon hervor. Doch dann viel ihr ein, dass Google Maps wohl keine große Hilfe war. Oder überhaupt Internet. „Scheiß Technik.“, fluchte sie. Ihr Pferd Albin wieherte, als würde er sie auslachen. Elenor seufzte nur und ließ sich an einem Baum nieder.

Sie raufte sich die Haare. „Es ist Hoffnungslos.“, schluchzte sie. Sie wollte nicht weinen, doch die Tränen begannen bereits zu kullern. Sie entsperrte ihr Telefon und öffnete die Galerie. Die Bilder, die sie sah, lösten heftiges Heimweh in ihr aus. Ihre Familie, ihre Freunde und ihr Schatz Ben. Sie liebte es, wenn er ihren Namen rief und ihr einen leichten Kuss auf den Mund setzte. Aber noch viel mehr vermisste sie eine feste Umarmung. Geborgenheit. Die Tränen wurden größer und das Schluchzen heftiger. Würde sie je wieder nach Hause kommen? Wo war die Euphorie von einem Abenteuer?
Niedergeschlagen ließ sie sich in das weiche Moos fallen. Kurz darauf fielen ihr die geröteten Augen zu.

Ein Schnauben von Albin weckte sie. Es dämmerte bereits und es wurde kälter. „Was mache ich jetzt?“, fragte sie das Pferd, welches genüsslich ein Grasbüschel verspeiste. „Dachte ich mir. Wenn ich doch nur ein Ziel hätte. Nach Hause komme ich wohl erstmal nicht. Warum musste ich mich auch von den Zwergen trennen? Blödes, hormongesteuertes Hirn.“ Aus Frust trat sie gegen den Baum, an dem sie gelegen hatte und bereute es sofort. Scharf sog sie die Luft ein und verfluchte die böse Eiche.

Plötzlich wurde es still. Sie sah zu Albin, der aufgehört hatte zu kauen und seine Ohren spitzte. Ebenso angespannt lauschte nun auch Elenor, die sich in alle Richtungen umschaute. Hufgetrappel war zu hören. Das Mädchen hatte zu viele Serien und Filme gesehen, um jetzt locker zu bleiben. Ihr Gehirn war der Meinung: „Es ist fast dunkel. Du bist ein Mädchen, allein und hilflos. Panikmodus aktiviert.“ Sofort brach ihr der Angstschweiß aus. „Denk nach!“, mahnte sie sich selbst.

Kurz darauf band sie sich ihre Haare zusammen und zog sich die Kapuze ihrer Strickjacke über den Kopf. So war es immerhin nicht zu offensichtlich, dass sie ein Mädchen war. Ihr Busen wurde zudem gut unter der weitgeschnitten Jacke versteckt. Vorsicht ist besser als Nachsicht, dachte sie sich. Nur war ihre Sicht dadurch stark eingeschränkt. Da hatte sie eine weitere Idee. Aschenbrödel als Vorbild nehmend, schmierte sie sich Dreck in ihr Gesicht. Sich selbst in der Handykamera betrachtend, sah sie zwar mitgenommen, aber nicht mehr ganz so Damenhaft aus.

Die Reiter wurden langsamer als sie Elenor sahen. Nach dem Hufgetrappel und dem Murmeln zu urteilen, mussten es mindestens zehn Leute sein. „Wohin des Weges?“, fragte einer der Reiter. Sie versuchte ihre Stimme zu verstellen und hielt den Kopf gesenkt. „Ich habe weder Ziel, noch weiß ich welchen Weg ich beschreite. Durch einen Streit trennte ich mich von meinen Gefährten und irre seitdem allein umher.“, antwortete Elenor wahrheitsgemäß.  

„Das war ziemlich unklug von Euch. Welch einen Grund kann es gegeben haben, damit ihr den Schutz einer Gruppe verlasst?“ Der Mensch geriet ins straucheln. Man musste ja nicht alles verraten. „Es gab einige Meinungsverschiedenheiten.“ Der Mann schien es verstanden zu haben und fragte nicht weiter nach. Doch er beriet sich mit den anderen. Sie tuschelten leise und Elenor wurde sichtlich unwohl. „Wenn Ihr kein Ziel habt, so kommt mit uns. Bis Ihr wisst wohin Ihr wollt.“ Das Aschenbrödel wollte jubeln vor Freude. Aber ihr wurde bewusst, dass man Fremden nicht unbedingt trauen konnte.

„Aber Herr, das könnt Ihr doch nicht machen! Denkt an Euren Ruf, wenn Ihr so einen dahergelaufenen Burschen einfach so mitnehmt. Das zieht noch einen großen Schatten auf Euch.“ Sie staunte nicht schlecht über diesen Kommentar. Das wäre ja nicht das erst Mal, dass man sie nicht mitnehmen wollte. Aber immerhin, zündete ihre Verkleidung. „Hütet Eure Zunge Prinz, sonst vergesse ich mich!“ Klare Ansage. Elenor wagte es den Blick weiter zu heben. Sie sah mehr Beine, als irgendwelche Personen. Aber einige von ihnen trugen schillernde Beinschienen, die zu prächtigen Rüstungen gehören mussten. Aber es gab auch Beine, die in schlichten Lederstiefeln steckten. „Also wollt Ihr nun mit uns kommen?“ Gehen oder nicht gehen, dass war hier die Frage. Ihr Aussehen musste wohl für einiges Misstrauen sorgen. Auf einen Dwalin zwei Punkt Null konnte sie getrost verzichten
         
„Ich denke nicht, dass ich sehr willkommen bin. Ich wäre den Herren daher sehr verbunden, wenn Ihr mir den Weg zur nächsten Ortschaft verraten könntet.“, bat sie mit weiterhin verstellter Stimme. „Ihr seid mutig, allein weiterreisen zu wollen.“, sprach der Reiter erhaben. Während der gesamten Zeit sprach nur er. Abgesehen von dem Einwand des Prinzen. „Das Nächste Dorf ist zwei Tagesreisen von hier entfernt. Bitte begleitet uns. Zu unserem Tal ist es nicht mehr weit. Dort finden wir vielleicht ein Ziel für Euch. Wenn Ihr dies wünscht.“ Sie musste sich verhört haben. Wie kann man zu einem Fremden nur so nett sein. Trotz allem lag die Wahl bei ihr.

Sie konnte weiterhin allein bleiben und durch die Gegend irren oder mit ihnen gehen. Den Weg zurück würde sie nie finden. Und Thorin war sowieso keine gute Option. Also lieber den netten Fremden vertrauen, flötete ihr Hirn.  
„Wenn das so ist, nehme ich Euer Angebot an. Aber nur, wenn Eure Begleiter einverstanden sind.“ Es wurde kurz still. Dann war ein genervtes Stöhnen zu hören und plötzliches Huf Getrappel.

„Setzt auf.“, forderte der Reiter, der vermutlich der Anführer war. Sich ein freudiges Grinsen verkneifend, schwang sie sich auf Albins Rücken und rückte ihr Schenkel in die Flanken des Tieres. So hatte sie es von Kili gelernt.
Um mehr sehen zu können nahm sie die Kapuze etwas zurück. Sie traute ihren Augen kaum. Vor ihr ritten Männer mit langen und teilweise dunkel Haaren. Einige trugen wirklich eine prächtige Rüstung. Diese waren elegant und schienen dem Träger einiges an Bewegungsfreiheit zu bieten. Zudem trugen die Meisten einen Köcher auf ihrem Rücken. Wahrscheinlich eher keine Ritter, dachte Elenor.

Ihr Gehirn arbeitete wieder fieberhaft und als es eins und eins zusammenzählte, viel es ihr wie Schuppen von den Augen. Welche Männer trugen ihre Haare lang und hoffen und kämpften viel mit Pfeil und Bogen?

Elben!
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