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His Big Eyes

Kurzbeschreibung
KurzgeschichteSchmerz/Trost, Liebesgeschichte / P12 / MaleSlash
Harry Osborn Peter Parker / Spiderman
14.12.2014
14.12.2014
1
3.071
5
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4 Reviews
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14.12.2014 3.071
 
Hallo liebe Leserchen,

Yeah, meine erste FF in diesem Fandom!
Scheint so, als ob ich eine der wenigen deutschen Parksborn-ShipperInnen bin :'D
Sei's drum -  wer noch nicht so richtig Bock auf Weihnachten hat (So wie ich. Fuck Christmas, anyway.), der wird nach dem Lesen dieses OneShots vielleicht ein bisschen mehr darauf eingestimmt sein ;)

Anmerkungen: AU [No powers]; Slash;


Viel Vergnügen beim Lesen!


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His Big Eyes





Harry hätte es wissen müssen – wusste es sogar mit großer Wahrscheinlichkeit die ganze Fahrt über tatsächlich, und hat sich bloß der kläglichen kleinen Hoffnung hingegeben, falsch zu liegen. Und obwohl es wohl seine eigene Schuld ist, wiegt die Enttäuschung nicht weniger schwer als beim ersten Mal und die hundert Male danach. Er fühlt sich wieder wie der kleine Junge, der sieben Jahre zuvor von seinem Vater ins Internat abgeschoben worden ist...noch immer trifft ihn die Zurückweisung wie ein Schlag in die Magengegend.
Schneeflocken verfangen sich in seinem dunkelblonden Haar, während er hier einfach nur steht und regungslos die kalte Fassade der Mansion vor sich anstarrt.
„Wenigstens einmal im Jahr hättest du für mich da sein können“, murmelt er bitter, doch die Worte lösen sich genauso schnell in der Winterluft auf wie die weißen Atemwölkchen. Die Allee ist menschenleer, bloß erleuchtet vom matten Schein der Straßenlaternen und dem Licht, das aus den Fenstern der Villen zu beiden Seiten der Straße dringt. Als Harry vor einer Stunde den Wohnsitz der Osborns betreten hat, empfing ihn nur die Haushälterin und der Gärtner mit der nicht gänzlich überraschenden Nachricht, dass sich sein Vater seit gestern auf einer Geschäftsreise befindet.
Wie so oft.
Hätte es wirklich so viele Umstände gemacht, Harry, seinem einzigen Sohn und Erben, eine kurze Nachricht zukommen zu lassen? Für Norman Osborn anscheinend ja. Dass Harry extra für die gemeinsame Zeit schon Wochen zuvor für die passenden Flüge alle möglichen Hebel in Bewegung setzen musste, um pünktlich anzureisen, diese Idee scheint seinem Vater gar nicht gekommen zu sein.
Dabei hat sich Harry eigentlich geschworen, Norman keine weitere Chance mehr zu geben, seiner Vaterrolle gerecht zu werden – es hat ihn einige Überwindung gekostet, die tiefsitzende Kränkung durch die wiederholte Ablehnung herunter zu schlucken und es ein letztes Mal zu wagen.
Dumme Idee.
Und all das gerade heute...an gerade diesem Abend, den so viele Menschen in diesem Augenblick glücklich im vertrauten Kreis der Familie verbringen, im warmen geschmückten Wohnzimmer.
Am Rande registriert Harry, dass sein teurer Stoffmantel mittlerweile durchnässt ist und er begonnen hat zu zittern. Wie von allein setzen sich seine Beine träge in Bewegung, um ihn fort von hier zu bringen und ihm endlich den vertrauten Anblick seines „Zuhauses“ zu ersparen, den er auf einmal nicht mehr ertragen kann. Egal wohin, Hauptsache weit weg von dieser verfluchten Allee mit ihren imposanten Villen und perfekten weißen Gärten und Erinnerungen, die wie Unverdautes hochzukommen drohen.
Das Schneegestöber verdichtet sich, während Harry einfach losstürmt, ohne klares Ziel vor Augen.
Es ist Weihnachtsabend.

Am Ende landet er an dem Ort, den er am zweitwenigsten zu besuchen wünscht, wenn auch aus völlig anderen Gründen.
Aber er ist aus dem Wind, ihm ist verdammt kalt – er schlottert mittlerweile richtig – und wann immer es ihm dreckig geht, kommt ihm nun einmal eine einzige Person in den Sinn, deren Anwesenheit Trost verspricht. Und deshalb drückt Harry das kleine Klingelschild, bevor er sich selbst bremsen kann.
Während er wartet, wird ihm langsam bewusst, was er gerade tut, doch seine Gedanken scheinen ebenso erfroren zu sein wie er selbst, denn er verpasst die Gelegenheit zu flüchten. Da steht er nun verunsichert und im Inbegriff wieder kehrt zu machen, als sich unvermittelt die Tür öffnet. Ein brauner Haarschopf lugt hervor, gefolgt von ebenso braunen Rehaugen, und die Welt steht still.
Sekundenlang ist er in seiner Erstarrung zu nichts anderem fähig, als den jungen Mann im Türrahmen zu betrachten.
Es ist zwei Jahre her, dass Harry ihn das letzte Mal gesehen hat, und es verwundert ihn nicht wirklich, dass Peter Parker in der Zwischenzeit noch ein Stück gewachsen ist. Trotzdem hat er sich kein bisschen verändert, noch immer wohnt in seinen Gesichtszügen der charmante Schalk...zwar ein bisschen gezähmt durch den Ernst des Erwachsenwerdens, aber er ist immer noch da.
Dieser Anblick ist fast zu viel für Harry, und er ist kurz davor Reißaus zu nehmen – doch sein Vorhaben wird vereitelt durch das herzerwärmende, breite Grinsen, das plötzlich das Gesicht seines Gegenübers erhellt.
„Himmel, Harry!“ Die Ungläubigkeit ist so deutlich aus Peters vertrauter Stimme herauszuhören, dass sich Harry gezwungen sieht, irgendeine Erklärung zu liefern.
„Ich, umm, weiß gar nicht, weshalb ich hier bin...“, sprudelt es abwehrend aus ihm heraus, doch Pete schenkt seinen Worten keine Beachtung.
Fuck, ich kann gar nicht fassen, dass du es tatsächlich bist, Kumpel!“, unterbricht er ihn voll fassungsloser Freude und ist mit zwei Schritten bei Harry, um ihn in eine innige Umarmung zu schließen.
„Du wirst noch ganz nass...“, murmelt Harry eine leise, undeutliche Warnung, bevor sich seine Stimme verliert, weil er merkt, dass er nur unbedeutende Nichtigkeiten von sich gibt. Es ist ein überwältigendes Gefühl, seinen besten Freund nach beinahe zwei Jahren in Fleisch und Blut vor sich zu haben.
„Das ist vielleicht mal eine gelungene Überraschung.“ Peter lacht und nimmt Abstand, um Harry einer genaueren Musterung zu unterziehen. Dieser erwidert zögerlich den Blick seines Gegenübers, fast beschämt von der ehrlichen Wärme, die darin liegt.
„Für mich auch“, antwortet Harry zweifelnd. Eine aufgewühlte Stimme in seinem Kopf erinnert ihn daran, dass es noch nicht zu spät ist, eine Ausrede zu erfinden und von hier zu verschwinden.
Doch wie immer spürt Peter Parker instinktiv die Verwirrung seines besten Freundes und übernimmt sanft das Kommando, indem er ihn hinter sich her ins Innere des Hauses zieht.
„Pass auf, die werden sich freuen“, versichert er grinsend und ruft ins Wohnzimmer: „Wir haben einen Gast!“
Die Tür fällt mit einer gewissen Endgültigkeit ins Schloss und zwei weitere äußerst bekannte Gesichter tauchen auf...Tante May und Onkel Ben, die Harry immer fürsorglicher behandelt haben als sein eigener Vater.
„Na, das gibt es ja gar nicht! Harry Osborn, du bist aber groß geworden!“ Tante May drückt ihn und Harry kann gar nicht anders, als bei all der Freundlichkeit, die ihm entgegengebracht wird, aufzutauen.
„Du hättest ruhig vorher anrufen können, dann hätten wir gleich für vier gedeckt“, sagt Onkel Ben gutmütig, woraufhin sich Harry verlegen räuspert. „Das hätte die Überraschung versaut, schätze ich...“
„Peter“, Tante Mays Tonfall ist fast streng, „Gib Harry doch was Trockenes zum anziehen – oder willst du, dass er sich erkältet? Weiße Weihnachten schön und gut, aber ihr jungen Menschen unterschätzt die Gefahr einer ordentlichen Lungenentzündung...“ Kopfschüttelnd huscht sie in die Küche, als ein Zischen der Herdplatte ihre Aufmerksamkeit fordert.
„Ich helfe deiner Tante mit dem Abendessen.“ Onkel Ben klopft Harry wohlwollend auf die Schulter und Pete dirigiert ihn, amüsiert von der Standpredigt seiner Tante, die Treppe nach oben.
„Vor Weihnachten ist sie immer ein bisschen gestresst“, schnaubt Pete.
„Es ist alles genau wie früher...“ Harry lächelt wehmütig.
„Manche Dinge ändern sich wohl nie.“
Im Badezimmer entledigt Harry sich seines durchnässten Mantels, zögert dann, bis Peter ihm rät: „Das Hemd würde ich an deiner Stelle auch ausziehen.“
Er tut es, doch in seinem Inneren steigt ein bitteres Gefühl auf, denn die Situation, die Nähe zwischen ihnen, Peters Blick auf seinem schmalen nackten Rücken, all das erinnert ihn daran, weshalb er nicht hier sein sollte.
„Pete, ich hab keine Ahnung, was ich hier eigentlich mache. Ich stehe mit völlig leeren Händen da...Und es ist seltsam, nach bald zwei Jahren einfach so hier reinzuschneien, oder?“
Aber statt einer Antwort, legen ihm zwei Hände von hinten ein weiches Handtuch auf die Schultern und rubbeln ihm sanft die Haare trocken. Der Knoten in seiner Brust lockert sich ein bisschen.
„Du hast doch für heute keine wichtigen Termine mehr, oder?“, fragt Peter.
Harry schüttelt den Kopf. „Lief alles nicht so, wie ursprünglich geplant.“
„Dann kannst du doch einfach zum Essen bleiben. Mach dir einfach keine Gedanken.“
Und weil Harry seinem besten und einzigen Freund sowieso keinen Wunsch abschlagen kann, wenn er diesen hoffnungsvollen Tonfall anschlägt, nimmt Harry das Angebot an.

Peters Kapuzenpulli ist ihm zu groß, da der Braunhaarige ihn um ein ganzes Stück überragt und mittlerweile mit einem durchaus athletischen Körperbau imponieren kann, während Harry blass und zierlich geblieben ist. Doch dass er die Ärmel hochkrämpeln muss, stört ihn momentan kein bisschen, denn er sitzt an einem gedeckten Tisch in einem gemütlichen Esszimmer inmitten von Menschen, die ihm etwas bedeuten. Direkt neben Peter. Es fühlt sich an, als wäre er wieder zwölf und keine Sekunde der letzten sieben Jahre fort gewesen. Dabei hat sich doch vorletztes Jahr absolut alles geändert...
Als er sich für die geliehene Kleidung bedankt, winkt Peter ab und meint: „Bloß fair. Weißt du noch, dass du mir eins deiner Hemden gegeben hast, als wie Kinder waren?“ Pete unterdrückt ein Lachen. „Der Nachbarjunge hatte mich mit Schlamm beworfen oder so. Auf jeden Fall hatte ich die ganze Zeit fürchterliche Angst, dass deinem sauteuren Hemd irgendetwas zustoßen könnte, während ich es trage...fast so große Angst wie vor Tante May, als sie davon erfahren hat.“
Es tut Harry so gut, diesen jungen Mann lachen zu sehen und selbst ebenfalls über den empörten Blick seiner Tante zu lachen, die ihn wie selbstverständlich bemuttert.
„Du bist so dünn, Junge“, sagt sie kopfschüttelnd und gibt ihm ungefragt Nachschlag, „Ich glaube, ich muss ein ernstes Wort mit Norman Osborn reden...Kann er nicht dafür sorgen, dass sein Sohn ein bisschen was auf die Rippen kriegt?“
„Wohl eher seine Sekretäre“, kommentiert Harry bloß schulterzuckend. „Die meiste Zeit bin ich ohnehin im Internat.“
Onkel Ben fragt ihn über die Schule aus.
„Im Frühling mache ich meinen Abschluss“, erzählt Harry vorsichtig, und schielt dabei in Peters Richtung, um dessen Reaktion zu beobachten.
„Heißt das...Du kommst in ein paar Monaten zurück, und diesmal für immer?“ Das erfreute Leuchten in Petes Augen versetzt Harry einen kleinen Stich. Er muss wieder an die Sache von vor zwei Jahren denken...
Er räuspert sich. „Ja.“
Und gleichzeitig denkt er: Hast du mich auch nur ansatzweise so sehr vermisst wie ich dich?

Irgendwann wird der Tisch abgeräumt und Peter und er verlassen den Kerzenschein der weihnachtlichen Runde.
Das erste, was Harry in Petes Zimmer tut, ist sich äußerst gründlich umzusehen – hängen verräterische Photos von irgendeiner besonderen Person für Peter an der Wand, die in sein Leben getreten sein könnte, während Harry fort war? Irgendwelche Anzeichen dafür, dass er eine Freundin hat?
Peter tut so, als ob er Harrys observierenden Blick nicht bemerkt, und wirft sich schwungvoll auf sein Bett.
Nachdem Harry seinen Rundgang beendet und sich neben ihn gesetzt hat, fragt der Braunhaarige etwas ernster: „Hat dein Dad dich sitzenlassen?“
„Kann man wohl so sagen“, seufzt Harry.
„Ach komm, scheiß drauf, Har. Du brauchst ihn nicht, er hat einen Sohn wie dich nicht verdient. Du brauchst nur die Menschen in deinem Leben, die dich auch glücklich machen.“
Also dich, fügt Harry im Stillen hinzu.
Peter fährt ihm beiläufig mit der Hand durch das noch feuchte Haar. Sie verharrt vielleicht eine Sekunde zu lange dort. „Soll ich dir die Haare föhnen?“, neckt er. „Ich glaub ja nicht, dass du jemals in der verzweifelten Situation warst, einen Föhn alleine bedienen zu müssen...“
Harry grunzt und knufft ihn dafür in die Seite, vielleicht ein bisschen zu zärtlich.
Es ist erstaunlich, wie sie innerhalb kürzester Zeit wieder derart vertraut miteinander reden, als würde Zeit keine Rolle spielen. Harry erzählt Peter von den nervigen Snobs, mit denen er jeden Tag im Internat zu tun hat, und Peter berichtet ihm dafür von den dämlichen Rowdys auf seinem College. Nur die Sache, die sich vor zwei Jahren ereignet hat, schwebt wie eine unsichtbare Schneide zwischen ihnen.
Es ist fast schon lächerlich, wie sie beide mit allen Mitteln versuchen, das Thema zu umgehen und den potenziellen Andeutungen auszuweichen, die dahin führen könnten. Ein anstrengender, und ziemlich unnötiger Parcours, der wohl aus bloßer Feigheit entsteht, aber Harry fühlt sich trotzdem nicht mutig genug, die Sache einfach frei heraus anzusprechen.
Am Ende ist es wie immer Peter, der die Nase voll hat von den Spielchen, und diese Farce beendet.
„Umm, falls du...also nur für den Fall, dass du noch immer an diese Sache von vor zwei Jahren denkst“, beginnt er schnell, um es wohl möglichst rasch hinter sich zu bringen, „Das steht doch nicht irgendwie zwischen uns, oder?“
Harrys Magen dreht sich um, sein ganzer Körper ist angespannt.
„Ich mein, wir waren siebzehn, das waren wohl die Teenagerhormone...“ Pete lacht verlegen und Harry presst unwillkürlich die Lippen aufeinander.
Peter deutet sein Schweigen falsch, denn er beugt sich besorgt vor, fängt mit seinen ehrlichen braunen Augen Harrys Blick auf und sagt: „Hey, es tut mir leid, dass ich dich an dem Abend geküsst hab.“

Die Erinnungen, die augenblicklich auf Harry einprasseln, schicken einen Hitzestoß durch seinen Körper, und dass gerade Pete ihn um Verziehung bittet, ist schmerzhaft.
Als ob es deine Schuld gewesen wäre, denkt er schuldig, Ich war es doch, der dich dazu verlockt hat...Du hast bloß auf meine Blicke und unterschwellige Körpersprache reagiert.
„Hast du dich deshalb etwa zwei Jahre lang nicht gemeldet?“, hakt Peter betreten nach.
„Ja“, antwortet Harry wahrheitsgemäß, verschweigt aber, dass es sich um die Verzweiflungstat eines verwirrten Jungen gehandelt hat, der mit Gefühlen nie so richtig umzugehen wusste.
An diesem einen Abend vor zwei Jahren änderte sich mit einem Schlag einfach so viel, dass die Panik ihn ergriffen hat und er nach seiner hastigen Abreise weder auf Petes Anrufe, noch auf seine besorgten Nachrichten reagiert hat. Die lange Zeit im Internat musste ihn verändert haben...woher sonst kam das körperliche Bedürfnis nach Peter, das ihn wie ein Schwall Wasser wachgerüttelt hat, als sie sich vorletztes Jahr das erste Mal nach fünf endlosen Jahren wiedergetroffen haben? Und wie schockierend es die letzten zwei Jahre doch war, dass dieses Verlangen einfach nicht verschwinden will...
„Hab ich dich damit gekränkt?“ Der Braunhaarige scheint bestürzt. „Ich dachte damals irgendwie...ich weiß nicht, was ich dachte. Es tut mir leid, Mann.“
„Ich will deine Entschuldigung nicht, verdammt“, knurrt Harry.
Ich will, dass du es nochmal tust...
Wütend über sich selbst schaut er zum hundersten Mal an diesem Abend in diese verfluchten großen Augen, die ihn um den Verstand bringen. Es wäre das Beste für ihn, jetzt einfach zu gehen...Aber...diese Augen...
„Ach, fuck it, in ein paar Tagen reise ich sowieso wieder ab“, schnaubt er stattdessen und drängt seine pochenden Lippen gegen Peters.

Peter fasst sich unwillkürlich an den Mund, während er Harry sprachlos mustert.
„Ich kann es ertragen, wenn mein Vater mich zurückweist“, murmelt dieser mit rauer Stimme. „Aber nicht, wenn du es tust.“
Eigentlich weiß Harry, dass das nicht ganz fair ist – denn er kennt den Effekt, den sein verletzlicher Zustand auf Peter hat. Anstatt ihn zum Teufel zu jagen, wird Pete ihn vermutlich tröstend in den Arm nehmen–
„Und darauf hast du mich jetzt zwei Jahre warten lassen, du Mistkerl?“
Auf einmal ist eine warme Hand in seinem Nacken, die andere zieht ihn am Kragen an Peters hungrige Lippen.
Harrys Sinne explodieren. Er presst sich an den anderen Körper, ist bereit, euphorisch alles zu nehmen, was Peter ihm zu geben bereit ist. Und der scheint sehr genau zu wissen, wo er Harry zu berühren hat, um ihn unter Strom zu setzen. Harry lässt seine Finger gerade begierig unter Peters Shirt über dessen muskulösen Bauch wandern, als der Braunhaarige den hitzigen Kuss unvermittelt abbricht.
„Whoa, einen Moment – vielleicht sollten wir dieses Mal vorher klären, ob ich mich darauf einstellen muss, die nächsten zwei Jahre kein Sterbenswörtchen mehr von dir zu hören...“
Harry weicht zerknirscht seinem Blick aus, fragt überflüssigerweise: „Hast du etwa...auf mich gewartet?“
„Was anderes blieb mir ja wohl kaum übrig. Man kann ja nie wissen, ob der feine Herr seine Meinung nicht doch noch ändert.“
Harry muss mehrmals tief Luft holen, um seinen Atem zu beruhigen. Es ist einfach jedes Mal das Gleiche, so war es schon in ihrer Kindheit: Peter wartet auf Harry. Und das ist so viel mehr, als Harry eigentlich verdient hat.
„Ich hatte Angst“, presst er hervor.
„Ich weiß.“ Der sanfte, wissende Ausdruck in Peters Augen sagt Harry, dass er nicht überrascht ist.
„Und sobald ich wieder im Internat bin, werde ich wahrscheinlich wieder Bedenken haben“, gibt Harry zu. Denn auch so ist es immer – sobald er ohne Peters Standhaftigkeit ist, versuchen irrationale Sorgen ihn zu zerfressen.
„Dann hoffe ich für dich, dass du deine Abschlussprüfung nicht verpatzt, und schnellstmöglich zurückkommst. Und vielleicht ab und zu eine Nachricht wäre auch nicht schlecht“, brummt Peter sarkastisch.
Und das ist eigentlich alles, was Harry hören muss: Dass Peter erneut warten wird.
„Wüsste ich es nicht besser, würde ich fast sagen, du hast dir Sorgen gemacht, Parker“, stichelt Harry, um seine enorme Erleichterung irgendwie zu überspielen.
„So sehr, dass ich dich heute Abend nicht alleine in der Dunkelheit umherirren lassen kann“, kontert Peter grinsend.
„Ach, und wie soll ich deiner Meinung nach Hause kommen?“
„Eigentlich wollte ich gerade vorschlagen, dass du über die Weihnachtsfeiertage bleibst...“ Ein verwegener Ausdruck spielt um Petes Mundwinkel, während seine rechte Hand beiläufig mit Harrys Hosenbund spielt. „Ich kann dir keine Suite anbieten, wie du es gewohnt bist – aber du kannst dir aussuchen, ob du auf dem Sofa oder im Bett schlafen willst.“
„Du meinst, in deinem Bett, mit dir“, verbessert Harry und zieht amüsiert eine Augenbraue hoch.
„Na ja“, raunt Peter, „Schließlich schuldest du mir ein Weihnachtsgeschenk...“
„Ist Bescherung nicht erst morgen?“
„Sorry, aber den Alleinerben des millionenschweren, berühmt-berüchtigten Oscorp-Unternehmens flachzulegen scheint mir einfach eine zu verlockende Errungenschaft zu sein“, gibt Peter freimütig zurück, sodass Harry lachend die Augen verdreht.
„Dann rate ich dir aufzupassen, dass mein Vater nichts davon erfährt.“ Der neckische Einwand kommt nur halbherzig, da er sich gleichzeitig bereitwillig von Peter in die Kissen drücken lässt.
„Ich würde Norman Osborn ehrlich gesagt sogar die Füße dafür küssen, dass er dich heute sitzen gelassen hat, sodass du dafür hier gelandet bist“, flüstert Pete an seinem Nacken und küsst die zarte weiße Haut, sodass Harry eine verräterisch vorfreudige Gänsehaut überkommt.
Und irgendwie ist es das erste Weihnachten überhaupt, an dem das Fest der Liebe seinem Namen alle Ehre macht.


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Yess, in meiner FF muss niemand sterben...Ich hab so viele deprimierende Harry/Peter-FFs gelesen :'D
Ich hoffe, der/die ein oder andere hat Spaß an dem OneShot - schließlich hab ich es doch noch geschafft, sie pünktlich vor Weihnachten niederzuschreiben!

Feedback ist ziemlich erwünscht! :)

LG
Deadly Doll
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