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Fur Under My Skin

von -bamboo
KurzgeschichteFantasy, Liebesgeschichte / P12 / MaleSlash
Bilbo Beutlin Thorin Eichenschild
13.12.2014
13.12.2014
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3.123
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13.12.2014 3.123
 
Nachdem BOTFA mein Herz zerstört hat, musste ich mich mit dem Lesen von Fluff wieder beruhigen. Dennoch konnte ich mich nicht so wirklich in Mittelerde hineinversetzen, also habe ich eine Modern!AU mit etwas Fantasy und etwas Fluff geschrieben, damit ich wenigstens etwas schreibe.
Viel Spaß =)

-


Eingekuschelt in eine dicke Decke und mit einer dampfenden Tasse Kakao in den kalten Händen saß er vor dem mächtigen Kamin, in dem ein sanftes Feuer prasselte. Es gab angenehme Hitze ab und wärmte ihn auf.
Weihnachtslieder liefen im Radio und das gedimmte Licht im Raum verlieh alles einen friedlichen Akzent.

Draußen schneite es und die eisige Kälte von Minusgraden hatte Bilbo sofort nach dem Schnee schaufeln wieder ins Haus getrieben.
Nun war er froh, dass sein Freund so einen unnötig großen Kamin im Wohnzimmer hatte. Dieses kleine Feuer in diesem großen Kamin heizte ganz schön ein.

Er durfte jedoch auch nicht vergessen, dass da diese warme, aus einem menschlichen Körper bestehende Wand hinter ihm war und die fest um ihn geschlungenen Arme seinen Bauch wärmten. Warmer Atem strich über seinen entblößten Nacken und er schauderte nicht selten, als sein Freund tief einatmete und dann einen Schwall von heißen Atem über die empfindliche Haut schickte.

„Ist dir immer noch kalt?“, hauchte sein Freund in sein Ohr und er schauderte erneut.
„Jepp.“, murmelte er und verlagerte sein Gewicht auf den anderen Oberschenkel seines Freundes.
Seines festen Freundes.
Mit dem er seit längerem eine Beziehung hatte.

Zufrieden schnurrte er und nippte an seiner heißen Schokolade.
„Du sagst doch nur, dass dir noch kalt ist, weil du nur auf meinem Schoß bleiben willst.“, neckte sein Liebhaber. Er nickte nur zustimmend und kicherte leise. Jedoch bedeckte eine leicht verschämte Röte seine Wangen.
„Du bist schon süß.“, grollte sein Freund liebevoll.

Und wegen diesen Worten stellte er seine Tasse ab, drehte sein Gesicht zu dem Gesicht seines Freundes und drückte seinem geliebten Thorin einen leidenschaftlichen Kuss auf die Lippen.
Irgendwie schaffte er es, sich auf dem Schoß von Thorin so zu drehen, dass er mit seinem Körper gänzlich zu ihm gedreht war.
Zufrieden brummte Thorin gegen Bilbos Lippen. Seine großen Hände vergruben sich in den rotbraunen Locken und zogen sanft daran.

Doch bevor mehr zwischen ihnen passieren konnte als ein Kuss, vibrierte Thorins Handy.
Der schwarzhaarige Mann löste den Kuss sanft, strich über Bilbos gerötete Wange und griff dann zu seinem Smartphone. Bilbo schob seine Unterlippe beleidigt vor, beobachtete Thorin aber von Nahem dabei, wie er mit gerunzelter Stirn den Text auf dem Display las und dann mit geübter Schnelligkeit eine Antwort tippte.
Thorin hatte einen wichtigen Beruf, und er musste immer so schnell wie möglich auf die Nachrichten und Anrufe antworten. Bilbo hatte dies akzeptiert und konnte auch damit leben. Selbst wenn sie in solchen Momenten wie gerade eben gestört werden könnten.

Thorins Gesicht zierte plötzlich ein Lächeln und er schaute Bilbo an.
„Was ist los?“, fragte der kleinere und jüngere Mann verwirrt. Thorin zog Bilbos Decke von den schmalen Schultern und rieb seine Nase gegen die Stupsnase des Lockenkopfes.
„Thorin?“, fragte Bilbo.

„Meine Freunde haben endlich Zeit, sich auf einer Lichtung im Wald zu treffen! Willst du sie treffen?“, fragte Thorin ihn sichtlich aufgeregt. Sein Gefährte kaute auf seiner Unterlippe, bevor er seine großen, blauen Augen hob und Thorins fixierte.
Wenn die Freunde von Thorin ihn auf einer Lichtung tief in einem Wald treffen wollten, dann wollten sie vor Blicken geschützt sein.
Wenn sie vor Blicken geschützt sein wollten, wollten sie bestimmt ihre Pelze zeigen.
„Kannst du mir dann deinen Pelz zeigen?“, fragte er kleinlaut.
Ein Grollen brachte Thorins Brust zum Vibrieren.
„Nur wenn du mir deinen Pelz zeigst!“
Bilbo lächelte leicht und nickte unsicher.

Und mit diesem Versprechen machten sich die beiden Männer Hand in Hand und in dicke Klamotten eingepackt auf zu der Lichtung.

–-

Sie waren seit zwei Monaten zusammen und lebten seit zwei Wochen zusammen in Thorins Haus.
Und doch hatten sie einander noch nicht ihre Pelze gezeigt.
Es war nicht so, dass sie es nicht wollten. Da war nur das Problem, dass Bilbo sich nicht traute.
Er hatte Angst davor, dass Thorin ihn auslachen könnte, wenn er seine Pelzform sah.
Er hatte aber auch Angst davor, dass Thorin seine Kontrolle in seiner Pelzform verlieren könnte und ihn verletzen würde.

Er hatte wirklich zwei Monate gebraucht, um sich überwinden zu können.
Und jetzt war er tatsächlich etwas aufgeregt.

Mit seinen Arme um Thorins Hüfte geschlungen saß er auf hinter Thorin auf dessen Motorrad. Der eiskalte Wind, der durch seine Klamotten drang, störte ihn kaum. Ihm war ungewöhnlich warm.
Als würde er seinen Pelz schon tragen.
War es nur die Aufregung oder drängte sich seine Pelzform hervor?

„Wir sind da.“, sagte Thorin und zog ihm den Helm vom Kopf. Erstaunt schaute Bilbo auf.
Er hatte gar nicht bemerkt, dass sie angekommen waren.
„Nicht träumen, wenn du mir jetzt gleich folgst.“, lachte Thorin, während Bilbo von dem Motorrad kletterte und seine Arme warm rieb.
Sein Freund legte einen Finger unter sein Kinn und schaute ihm stark interessiert in die Augen.

„Deine Augen zeigen schon etwas von deinem Pelz.“, meinte Thorin grinsend. Bilbo blinzelte überrascht und drückte Thorin einen keuschen Kuss auf den Mund, um ihn zum Schweigen zu bringen. Wenn Thorin anfing, ihn zu necken, konnte er meistens auch nicht mehr aufhören.
„Ich war halt schon lang nicht mehr in seiner Form.“, knurrte er.
Thorin hob nur seine Augenbraue, griff nach Bilbos Hand und zog ihn quer durch den Wald, an dem sie gehalten hatten.

Man konnte die Personen, die einen Pelz besitzen, so nennen wie man wollte.
Ob Gestaltwandler, Formwandler, Metamorph oder Hautwechsler, jeder Begriff passte auf sie zu. Nur wurden diese Begriffe in der Vergangenheit durch Kriege beschmutzt. Man hatte sie genutzt, um zu kämpfen oder sogar als Transporttiere.
Heutzutage bevorzugten sie es, ihre Form einfach ihren Pelz zu nennen. Es klang besser und es war ein friedlicher Begriff.

Personen mit einem Pelz konnten nur eine Form annehmen.
Sie hatten in der Form all die Sinne des Tieres, welches sie werden können. Und auch als Mensch hatten sie nur die menschlichen Sinne.
Nur manchmal kommen Eigenschaften des Pelzes durch. Meistens nur, wenn sie ihren Pelz schon länger nicht mehr angenommen hatten.
So wie gerade eben bei ihm. Seine Augen hatten wie die Augen seines Pelzes geleuchtet.

Lächelnd trat er hinter Thorin auf die Lichtung.
Alles war bedeckt von Schnee und Schneeflocken rieselten noch immer vom Himmel. Die Kälte würde Bilbo normalerweise stören, doch jetzt genoss er sie nur und streckte seine gerötete Nase in die nach Schnee riechende Luft.

„Hallo, Thorin.“, sagte jemand neben ihnen. Bilbo wirbelte herum und seine Augen weiteten sich hektisch und erschrocken.
Neben ihm und Thorin standen zwölf Männer, allesamt groß und irgendwie furchteinflößend.

Winselnd schlang Bilbo seine Arme um Thorins Bauch und vergrub sein Gesicht in seiner Brust. Wenn das Thorins Freunde waren, dann waren sie ihm nicht geheuer.
„Wer ist das, Onkel Thorin?“, fragte einer dieser Männer mit deutlichem Interesse.
„Ist das dein Freund?“, pfiff ein anderer Mann.
Thorin tätschelte Bilbos Rücken beruhigend.
„Ja, er ist mein Freund. Und wir wohnen zusammen, falls ihr es wissen wollt.“

„Was?“, quiekte einer.
„Warum hast du uns nichts davon erzählt?“, quietschte ein anderer.
„Da geht aber jemand zur Sache!“, brummte eine dröhnende, tiefe Stimme.

„Ihr musstet ja Urlaub in Kanada machen und habt mich allein gelassen!“, schnaubte Thorin. Bilbo stieß sich von Thorin weg und schaute den bärtigen Mann mit den langen, in einen lockeren Pferdeschwanz gefassten Haaren an.
„Das klingt jetzt so, als wäre ich nur eine Ablenkung gewesen.“, stellte er fest und boxte Thorin leicht gegen die Brust. Er wusste, dass der Mann es nicht so gemeint hatte. Er kannte Thorin gut genug, um zu wissen, dass er so etwas nie ernst meinen würde.

„Wie ist denn dein Name, Junge?“, fragte ein älterer Mann und lächelte Bilbo an. Bilbo betrachtete ihn vorsichtig aus dem Augenwinkel. Dieser Mann sah eigentlich ganz sympathisch aus.
„Bilbo Beutlin.“, verkündete er unsicher und wurde durch Thorins Hand auf seiner Schulter beruhigt. Sein Freund wusste, wie er ihn beruhigen konnte.

„Ist er normalerweise so schüchtern?“, fragte ein glatzköpfiger Mann und Bilbo zuckte zusammen. Diesem Mann gehörte die tiefe, dröhnende Stimme. Dieser Mann hatte etwas angsteinflößendes an sich und Bilbo erschauderte.
„Nein, normalerweise ist er frech und ein wenig listig. Aber er ist auch verständnisvoll, liebevoll und die sanftmütigste und friedlichste Person, die ich je kennengelernt habe.“, brummte Thorin und strich über Bilbos rotbraunen Locken. Bilbo warf ihm einen sanften Blick zu.
Thorin beugte sich hinunter zu dem kleineren Mann und drückte ihm einen sanften Kuss auf die Lippen.

„Ich nehme nicht an, dass ihr euch eure Pelze schon gezeigt habt?“, fragte der scheinbar älteste Mann. Bilbo seufzte und nickte.
„Onkel! Dann sieht er dich ja heute das erste Mal!“, stellte einer der jüngeren Männer fest, die scheinbar Thorins Neffen waren, von denen er so viel erzählt hatte. Fíli und Kíli, wenn er sich nicht irrte. Den Blonden kannte er von Bildern, dass war Fíli. Also müsste der Braunhaarige Kíli sein.
„So ist es.“, schnaubte Thorin und knöpfte dann seine Jacke auf.

„Fangen wir an?“, fragte ein Mann mit einem lustigen Hut.
„Dürfte ich vorher eure Namen erfahren..?“, fragte Bilbo leise und schaute die Männer mit großen, bittenden Augen an.
Und dann stellten sie sich vor. Kurz war Bilbo von der Masse an neuen Namen überfordert, doch er musste feststellen, dass er alle Namen schon von Thorin gehört hatte. Also musste sein Freund wirklich sehr gut mit ihnen befreundet sein, wenn er wirklich schon alle zwölf Männer erwähnt hatte. Bilbo hatte dies meistens kaum realisiert und hatte nur die Geschichten genossen.

Als dann alle anfingen, sich zu entkleiden, zögerte Bilbo.
Doch bevor er sich zu viele Gedanken machen konnte und es sich doch noch anders überlegen konnte, kribbelte sein Pelz unter seiner Haut und er schälte sich unerwartet schnell aus seiner Kleidung.
Die Kälte störte ihn nicht. Der Akt der Übernahme des Pelzes wärmte den menschlichen Körper auf und in seiner Pelzform hatte so oder so einen warmen, dicken Pelz, der ihn wärmen würde.

Er verstaute seine Klamotten unter einem Busch und legte sich dann hinter dem Busch auf den kalten, gefrorenen Boden.
Dann entspannte er sich und schloss seine Augen.
Unangenehme Wärme nahm seinen Körper ein und überdeckte die leichten Schmerzen, die von der Verschiebung der Knochen und Muskeln kamen. Bilbo konzentrierte sich auf seine Atmung, da sie der wichtigste Teil bei der Wandlung war. Wenn er nicht auf seine Atmung achten würde, würde er bewusstlos werden. Und das wäre nicht angenehm. Nicht mitten in einer Wandlung.

Es dauerte nicht lange, bis seine Pelzform die menschliche Form verdrängt hatte und er tatsächlich ein Tier war.
Seine Sinne waren geschärft und die Welt um ihn herum war größer geworden, da er kleiner geworden war.
Er stemmte sich auf seine Pfoten hoch und schüttelte sein rotbraunes Fell aus. Vorsichtig testete er jede seiner Pfoten aus, überprüfte seinen Schwanz und riss seine Schnauze zu einem Gähnen auf.
Als er sich sicher war, dass alles funktionierte, schlich er hinter seinem Busch hervor und lugte auf die Lichtung.

Dort war ein Steinbock, eine Maus und ein Stinktier. Die restlichen Männer waren nicht da.
Vorsichtig schlich der Fuchs aus seinem Versteck und begrüßte die anderen Tiere mit einem leise Bellen.
Bilbos Pelz war ein Fuchs, und er war froh darüber. Er war klein und flink und sah dabei auch noch gut aus.

Schnell stellte er fest, dass der Steinbock Balin war, die Maus Ori und das Stinktier Bifur.
Er stupste die eingeschüchterte Maus sanft mit seiner spitzen Schnauze an und leckte ihr sanft über ein großes Ohr. Sie fiepte entrüstet und schlug mit einer kleinen Vorderpfote auf Bilbos Schnauze. Bilbo bellte verspielt. Ori zeigte seinen kleinen Schneidezähne und fing dann an, seine Tasthaare zu putzen. Bilbo schnaufte der Maus ins Gesicht und Ori quiekte empört.
Er hatte nicht erwartet, so viel Spaß mit einer Maus zu haben.

Bifur saß abseits bei dem Steinbock und beobachtete den Fuchs und die Maus, die im Schnee tollten.
Da trat eine Wildkatze auf die Lichtung und sträubte ihr Fell, als sie den Fuchs erblickte. Bilbo baute sich schützend vor Ori auf und fletschte seine Zähne, als die Katze ihm so drohte. Seine blauen Augen waren zusammengekniffen und er plusterte sich auf, um die Katze zu verschüchtern.
Der Steinbock schnaubte und stellte sich zwischen die beiden Raubtiere, die in der Wildnis eigentlich verfeindet wären. Der Instinkt ihrer Pelze befahl ihnen, einander anzugreifen.
Doch Balin trat zwischen sie.
Da stellte Bilbo fest, dass er soeben Nori gedroht hatte.
Nori war eine Wildkatze.

Entschuldigend winselte er und legte die Ohren betroffen an. Nori maunzte leise, schien nun auch seinen Fehler erkannt zu haben.
Als nächstes kam eine Graugans auf die Lichtung gewatschelt. Interessiert schnüffelte Bilbo an ihr und grüßte sie mit einem sanften Bellen. Óin war eine Graugans.
Dann kam ein Marder auf die Lichtung gehuscht und sprang aufmüpfig hoch auf Bilbos Rücken. Bilbo bellte leise auf und erkannte sofort Bofur in dem Marder.

Es dauerte eine ganze Weile, bis der Rest der Männer zu ihnen stoß.
In der Zeit spielte Bilbo mit dem Marder, raufte sich mit der Katze oder ärgerte Balin und Óin.

Erst als es im Unterholz knackte und ein ziemlich großes Objekt auf die Lichtung zuhielt, verstummten alle auf der Lichtung und suchten instinktiv Schutz hinter den größeren Tieren. Bilbo lag eng auf den Boden gedrückt und mit nervös zuckender Schwanzspitze zwischen Balins Hufen. Zwischen seinen Vorderläufen lag Ori und an seine Flanke presste sich Bofur.

Wild grunzend stürmte ein rötliches Wildschwein auf die Lichtung, die Hauer gefährlich scharf. Die Graugans quakte auf und watschelte auf das schnaufende Wildschwein zu.
Bilbo nahm an, dass das Wildschwein Glóin war, so wie Óin die feuchte Nase des Wildschweines mit seinem Schnabel berührte.

Balin verhielt sich ruhig und verstand, dass die kleineren Tiere Angst vor den Tieren hatten, die jetzt kommen würden. Es waren immerhin die größeren und gefährlichen Tiere, und der Instinkt der Kleineren zwang sie dazu, sich zu fürchten.
Besonders Bilbo war eingeschüchtert und nervös, da er die ganzen Männer noch nie verwandelt gesehen hatte.

Ein Baum knackte am anderen Ende der Lichtung ziemlich laut. Als wäre etwas sehr großes dagegen gelaufen.
Winselnd schloss Bilbo seine Augen. Doch die Neugier, die ihn überwältigte, zwang ihn dazu, die Augen offen zu halten.
Mit einem lauten Schnauben stürmte ein gewaltiger Auerochse auf die Lichtung. Sein dunkelbraunes Fell war bedeckt mit Schneeflocken und die stählernen Muskeln spielten unter dem dünnen Fell.
Dieser Auerochse war anscheinend Dwalin, so erleichtert, wie Balin geseufzt hatte.

Wandlungen in große Pelzformen waren nicht ungefährlich, so war es normal, dass man sich Sorgen machte.
Auch Bilbo machte sich langsam Sorgen. Aus Andeutungen von Thorin hatte er wahrnehmen können, dass auch er eine große Form besaß. Unruhig und nervös scharrte er mit einer Vorderpfote in dem Schnee und nervte damit ungewollt Ori.
Die Maus fiepte und hüpfte zu Nori. Bei der Katze war es auch warm, aber wenigstens war es dort ruhig und friedlich, nicht so nervös wie bei Bilbo.

Er sprang besorgt auf und huschte zwischen Balins Beinen hervor. Mehrere Male drehte er sich im Kreis und lauschte auf Geräusche aus dem Wald. Als nichts kam, setzte er sich hin.
Dann stieß er das Jammern eines Fuchses aus, der nach einem Weibchen oder im anderen Fall nach einem Männchen rief. Die Tiere auf der Lichtung wandten sich alle zu ihm und schauten ihn teilweise verwirrt, teilweise belustigt an.
Leise winselte er, bevor er erneut den Schrei ausstieß und das heisere Bellen eines Fuchses anhing.

Wo war Thorin? Ging es ihm gut?
Nervös wedelte er mit seinem flauschigen Schwanz. Wo blieb er nur?
Er legte sich wieder in den Schnee und legte seinen Kopf auf den Pfoten ab. Seine Ohren waren gespitzt und die Augen scannten den Rand der Lichtung aufmerksam ab.

Als nächstes trat ein Schneeleopard an der Seite eines Bären auf die Lichtung. Bilbo zuckte zusammen, reagierte aber nicht auf die neuen Tiere. Er hatte schon an ihrem Geruch erkannt, dass sie nicht Thorin waren.
Ori rannte zu dem Schneeleopard, also war anzunehmen, dass der Schneeleopard Dori war. Und die Körpermasse des Bären war ganz klar die Masse von Bombur.

Jetzt fehlten nur noch Fíli und Kíli und Thorin.
Leise winselte Bilbo.
Er machte sich viel zu viele Sorgen um Thorin. Sein Freund war stark. Ihm war schon nichts passiert.

Plötzlich trafen drei verschiedene Gerüche die feine Nase des Fuchses.
Und einer dieser Gerüche war definitiv der Geruch von Thorin.
Aufgeregt und erleichtert sprang er auf und bellte erfreut.
Doch irgendwie sträubte sich auch sein Fell bei dem Geruch seines Freundes. Er wusste nicht, warum. Irgendetwas warnte ihn.

Zuerst trat ein Löwe auf die Lichtung. Die goldene Mähne war ruppig und noch nicht ganz ausgewachsen. Das war definitiv Fíli.
Die Augen des Löwen überprüften die Lichtung, zählten jedes Tier ab und verharrten letztendlich auf Bilbo. Seine Lefzen zuckten leicht, bevor sie die Zähne freigaben. Bilbo erstarrte, als Fíli ihm die Zähne zeigte.
Erst dann realisierte er, dass Fíli ihn versuchte, ihn in seiner Pelzform anzugrinsen. Belustigt schnaubte er und verdrehte seine Augen.

Hinter Fíli trat ein dunkelbrauner Panther auf die verschneite Lichtung. Ihm stand der Schalk schon ins Gesicht geschrieben. Kíli, ohne Zweifel.
Bilbo sträubte sein Fell, als Kíli auf ihn zukam und ihn mit einer Pfote anstieß. Knurrend schnappte er nach der Pfote und flitzte dann zwischen Kílis Beinen durch.

Nur um gegen ein schwarzes Bein zu rennen.
Er erstarrte und sein Fell sträubte sich noch mehr. Vorsichtig schaute er auf und blickte in das Gesicht eines schwarzen Wolfes.
Panisch jaulend sprang er zurück und kauerte sich zusammen.

Ein Wolf!
Einer seiner größten Feinde!
Wimmernd legte seine Pfoten über seine Augen.

Eine warme Schnauze stieß sich in sein rotbraunes Fell und er zuckte zusammen, als Zähne über seine Haut strichen. Würde er jetzt sterben?
Völlig unerwartet wurde er plötzlich am Nacken gepackt und hochgezogen. Empört bellte er auf, als er in der Luft baumelte.
Wer wagte es, ihn wie ein Jungtier herumzutragen?

Doch dann strich ein bekannter, beruhigender und gleichzeitig dennoch alarmierender Geruch um seine Nase.
Thorin. Und Wolf.
Moment mal. War Thorin etwa der Wolf?
Verwirrt und neugierig versuchte er, nach dem Wolf Ausschau zu halten. Da bemerkte er, dass dieser Wolf ihn gerade trug.

Ergeben seufzte er und wartete darauf, abgesetzt zu werden.
Und er wurde auch abgesetzt. Auf die schwarzen Pfoten des nun liegenden Wolfes.
Bilbo drehte sich um und schaute dem Wolf hechelnd ins Gesicht.
Tatsächlich, die Augen waren definitiv die blauen Augen von Thorin. Also hatte er sich nur umsonst gefürchtet.

Zufrieden leckte er über die Schnauze von Thorin.
Der Wolf grollte zufrieden und schlug mit seinem Schwanz auf den Schnee.

Und so lagen Bilbo und Thorin zusammen.
Rotes Fell und schwarzes Fell im Schnee.

Fuchs und Wolf.
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