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Don`t Think About It....

von alegna70
Kurzbeschreibung
OneshotLiebesgeschichte / P12 / Het
Samu Haber
13.12.2014
13.12.2014
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2.423
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Hallo zusammen!

Meine kleine Adventsaktion geht weiter!
Es wieder ein OS und ich hoffe, ihr habt Spaß daran. Am vierten Adventswochenende kommen dann ungeplant zwei Kurzgeschichte, die eine hat sich die Tage noch in mein Hirn geschlichen...
Natürlich gehört die betreffenden Personen sich selber und der Rest ist mein alleiniges Gedankengut.
Jetzt wünsche ich euch viel Vergnügen bei

Don't Think About It....

Samu lief durch die hell erleuchteten Straßen von Helsinki. Die Geschäfte waren weihnachtlich geschmückt, teilweise war aus ihnen besinnliche Musik zu hören.
Es war kalt, leicht hatte es angefangen zu schneiden. Die Mütze hatte er tief ins Gesicht, den Schal bis über den Mund gezogen und die Hände tief in den Taschen seines Parkers vergraben und hörte Musik. Welcher Song da gerade lief? Er nahm das nicht wirklich wahr, viel zu sehr hing er in seinen Gedanken fest.
Gerade hatte Sami ihnen freudestrahlend mitgeteilt, dass er im Frühjahr seine Freundin Jaana heiraten würde, das sie schwanger wäre. Er freute sich wirklich für ihn, sie war eine wunderbare Frau, aber dadurch war ihm sein desolates Liebesleben wieder sehr bewusst geworden.
Alle hatten sie glückliche Beziehungen, nur bei ihm endete es irgendwie immer in einer kleinen Katastrophe.
Er wusste nicht wirklich wohin er gehen sollte, seine Beine trieben ihn immer weiter, überall schaute er nur in glückliche Gesichter, in drei Tagen war Weihnachten und alle waren schon in heller Vorfreude auf das Fest, nur er, er hasste es dieses Jahr.
Er würde alleine sein, er könnte wenn er wollte zu seiner Familie, aber er war sich nicht sicher, ob er das aushalten würde, zu tief saß der Schmerz in ihm. Warum durfte er nicht endlich mal glücklich werden?
Was hatte er verbrochen, das irgendwann alle Frauen reiß aus nahmen?
Erst vor ein paar Wochen war er wieder verlassen worden, Miia war gegangen.
Er hatte gedacht mit ihr die große Liebe gefunden zu haben, aber anscheinend hatte nur er es so gesehen. Zwei Jahre waren sie glücklich gewesen, sie hatten geplant zusammen zuziehen im Frühjahr, nach der Tour, aber dann hatte sie überraschend für ihn Schluss gemacht. Er wäre zu viel unterwegs, würde sich nicht genug um sie kümmern und jetzt stand wieder eine Tour ins Haus, mit dem neuen Album...
Sie hatte gewusst worauf sie sich einließ damals, nächtelang hatten sie darüber gesprochen, dass er viel unterwegs sein würde. Sie hatte Verständnis dafür gezeigt, ihm erklärt, dass es für sie kein Problem darstellen würde, solange er treu wäre, nicht durch andere Betten hüpfen würde.
Er war treu gewesen, immer! Er war eine absolut treue Seele, nie, noch nie hatte er auch nur eine Freundin betrogen, das war nicht sein Stiel. Jetzt  hatte sie ihm unter Tränen erklärt, sie könnte es nicht mehr, sie wäre zu einsam, er würde sich nicht genug Zeit nehmen für sie, dabei hatten sie jede freie Minute zusammen verbracht, mit ihr alleine oder zusammen mit Nea, seinem Schatz. Er verstand es selber nicht. Ja, er war viel unterwegs gewesen, die Castingshow in Deutschland, das neue Album, aber selten hatten sie im Sommer so wenig Festivals gespielt wie dieses Jahr....
Er hatte das Geschenk für sie schon gekauft gehabt, eine wunderschöne Kette, in den Anhänger hatte er eine Liebeserklärung eingravieren lassen, aber dieses Schmuckstück verweilte derzeit unten in seinem Rucksack. Er hatte wirklich gedacht, sie wäre die Frau fürs Leben...
Sein Weg hatte ihn runter in den Hafen geführt, wie er dahin gekommen war, wusste Samu nicht und obwohl es wirklich sehr kalt war, machte er sich eine Bank sauber und setzte sich, ließ seinen Blick raus auf das Meer wandern. Nea, sie war sein ein und alles, seine kleine Tochter, die er aber nur dann sehen konnte, wenn es ihrer Mutter Rina gerade recht war, wenn es ihr grad gelegen kam. Dann durfte er sie vom Kindergarten abholen, konnte mit ihr was unternehmen. Er stand zu seiner Kleinen, auch wenn sich Rina, noch in der Schwangerschaft, von ihm getrennt hatte, mit dem Argument, besser kein Vater, als einer, der nie da wäre...
Er konnte sich noch genau an den Moment erinnern, als er von ihr erfuhr. Klar, geplant war das Kind nicht gewesen, aber er hatte sich gefreut, hatte sich eine Zukunft als Familie schon ausgemalt und dann war die Wohnung leer gewesen, als er von der Akustik Tour wieder Heim gekommen war. Im Nachhinein hatte er sich eingestehen müssen, die große Liebe zwischen Neas Mutter und ihm war es wohl nie gewesen. Heute wussten nur sie engsten Freunde und seine Familie von Nea, sie war sein süßes Geheimnis, solange es irgendwie in seiner Macht stand, würde er sie vor der Öffentlichkeit schützen und das war der einzigste Punkt, in dem Rina und er sich einig waren, nicht mal Papa sollte sie zu ihm sagen....
Auf Dauer wurde es Samu doch zu kühl zum sitzen, er wusste auch nicht wie lange er jetzt so auf der Bank gesessen hatte. Er fühlte sich immer noch unruhig, warum fanden die anderen alle Frauen, die damit umgehen konnten, dass sie auf Tour, im Studio waren, war er so ein schlechter Partner?
Die Kälte zog an seinen Beinen hoch und Samu stand auf, fing wieder an ziellos rum zulaufen, immer am Wasser entlang.
Eigentlich hätte er es ja wissen müssen, das die Liebe und er wohl unter keinen guten Stern standen, nachdem ihn Sylvi kurz vor der Hochzeit, ja fast schon am Altar hatte stehen lassen. Zwei Tage vor ihrer Hochzeit, sein Anzug hing schon aufgebügelt im Schrank, hatte sie ihm gesagt, dass sie einen anderen liebte, und das schon eine ganze Weile. Er hatte nichts mitbekommen weder, dass sie sich ihm gegenüber anderes verhalten hätte, oder sonst noch was. Es war die Zeit gewesen, in der er alle Plattenfirmen angeschrieben hatte, er fast verzweifelt war, das man ihn verbiegen wollte. Natürlich war das nicht die beste Zeit gewesen, aber sie war sein Halt gewesen, umso tiefer war er hinterher gestürzt, hatte sich Nächtelang betrunken, Frauen nur noch benutzt, um seinen Frust los zu werden, bis Sami ihm damals den Kopf gehörig gewaschen hatte, ihm klar gemacht hatte, was er wirklich wollte, ab den Augenblick gab es nur noch die Musik für ihn in seinem Leben, bis halt Rina aufgetaucht war.
Nea, am nächsten Tag würde er sie nach langer Zeit endlich mal wieder sehen, durfte sie vom Kindergarten abholen, er hasste es, so wie es lief, aber er würde sich nicht dagegen wehren, wollte keinen Kampf um sie. Er hoffte einfach darauf, dass sie, wenn sie älter wäre, ihn nicht verfluchte, sondern dann öfter zu ihm kommen würde, jetzt strahlte sie ihn jedes mal an, wenn er sie sah. Ihr Weihnachtsgeschenk hatte er, wie all die Jahre zuvor, per Post geschickt, sie glaubte ja noch an den Weihnachtsmann...
Seine Füße hatten ihn irgendwie wieder zurück in die Stadt gebracht und jetzt zog es ihn wie automatisch in seinen Coffeeshop. Etwas heißes trinken konnte mit Sicherheit nicht schaden. Er machte die Tür auf, warme, nach Kaffee riechende Luft kam ihm entgegen, es war doch recht voll. Er ging in Richtung Theke, als Sina ihm schon einen Kaffeebecher entgegen hielt: „Hier mein Herzchen, du siehst so aus, als ob du den bitter nötig hättest!“
Bei dieser Begrüßung musste Samu doch leicht grinsen, wenn Sina gut drauf war, dann begrüßte sie ihn immer so. sie wusste genau wer er war, aber würde nie seinen Namen laut in der Gegend rum brüllen. Dankend nahm er ihr den Kaffee ab: „Danke meine Schöne!“
Sina lachte auf: „Pah, ich und schön!“
Samu schüttelte leicht lächelnd den Kopf. Für ihn war sie eine Schönheit, wenn auch nicht im Sinne von Klassischer - oder Modellschönheit. Ihre Schönheit kam von innen, Sina war herzensgut, sie kannten sich inzwischen schon seit ein paar Jahren, seit dem sie angefangen hatte in dem Laden zu arbeiten. Irgendwie wusste sie immer, was er gerade brauchte, war immer gut gelaunt, lachte viel, wenn er kurz vor Ladenschluss rein gehechtet kam, um sich noch einen Kaffee zu holen oder er total gestresst war, und sie sich einfach mal fünf Minuten zu ihm setzte, ihn mit ihrer beruhigenden Stimme etwas zur Ruhe brachte.
Samu suchte sich einen freien Platz, er hatte Glück, in seiner Lieblingsecke erwischte er noch einen kleinen Tisch., das erste gute an diesem Tage. Seine Mütze zog er ab, seine Jacke öffnete er.   Des öfteren wanderte Samus Blick zu Sina, beobachtete sie. Sie liebte ihren Job, man merkte es ihr an und sie hatte den siebten Sinn. Immer wieder stand sie auf einmal neben ihn, tauschte seine leere Tasse  gegen eine volle aus, einmal sah sie ihn an: „Beschiessener Tag heute?“
Er hatte nur genickt, und ihr den Kaffee abgenommen. Leicht grinsend hatte sie darauf dann gesagt: „Gut, dass du bei mir gelandet bist und nicht in einer Kneipe!“ Auch da konnte er nur wieder nickend zustimmen, er wäre wohl gnadenlos abgestürzt...
Irgendwann schloss sie die Tür ab, Samu hatte gar nicht mitbekommen, wie spät es inzwischen geworden war. Sina machte ihnen noch zwei Kaffee und ging damit zu Samu rüber, so fertig wie am heutigen Abend hatte sie ihn noch nie gesehen und setzte sich zu ihn, forderte ihn auf: „Was ist los, wenn du magst, ich hab Zeit!“
Sie stellte die Tassen auf den Tisch, wartete seine Antwort erst gar nicht ab, sondern setzte sich ihm gegenüber. Samu sah zögerlich auf, ihre Blicke trafen sich und Sina forderte ihn nochmals auf: „Komm, erzähl, was ist passiert, dass du inzwischen seit zwei Stunden hier bist und einfach nur fertig aussiehst? Ärger mit der Plattenfirma?“
Samu winkte leicht ab: „Ne, das passt schon irgendwie...“
Sie nahm ihre Tasse, trank einen Schluck und stellte fest, das der entkoffeinierte Kaffee gar nicht mal so schlecht schmeckte. Sie hatte Samu schon die ganze Zeit nur noch diesen gebracht, bei seinem Konsum an diesem Abend, wäre alles andere bestimmt zu viel gewesen. Sie wartete einfach ab, sie kannte ihn soweit, irgendwann würde er schon reden.
Langsam fing Samu an: „Sami hat uns heute erzählt dass er Vater wird und heiraten will...“
Sie nickte: „Das ist doch eigentlich eine schöne Nachricht!“
Samu seufzte leise: „Ja, auf jeden Fall, ich freue mich ja auch für ihn, aber...“
„Aber?“, fragte Sina leise nach. Leise begann Samu an zu erzählen, was das in ihm ausgelöst hatte. Er erzählte ihr alles, sein komplettes Desaster mit den Frauen, erzählte ihr auch von Nea. Er spürte, wie sich der Druck in ihm langsam löste, Sina war eine wundervolle Zuhörerin. Sie ließ ihn reden, fragte nur ab und zu mal nach, wenn er in Gedanken hin und her gesprungen war.
Auf einmal zuckte er leicht zusammen, registrierte, das sich ihre Hände gefunden, ihre Finger ineinander verschränkt hatten....
Samus Herz schlug schneller, wie lange saßen sie schon so da? Er hatte sämtliches Gefühl für Zeit und Raum verloren, er hatte immer nur weiter gesprochen, es tat ihm einfach nur gut mit Sina zu sprechen, sie strahlte so eine Wärme aus. Vorsichtig sah er auf, wollte seine Hand von ihrer  lösen. Ihre Blicke trafen sich und durch Samu jagte ein 1000 Volt Stromschlag, wusste nicht, wie ihm gerade geschah, aber er konnte und wollte seine Hand nun nicht mehr von Sinas lösen. Sina suchte Samus Blick, spürte seine Unsicherheit. Sie selber konnte sich grad auch nicht erklären, was da zwischen ihnen passierte, aber ihre Hand in seiner, es fühlte sich gut an.... Immer noch  sahen sich an, als sie leise sagte: „Ich glaube, wir sollten jetzt mal gehen, sonst sitzen wir noch die ganze Nacht hier!“
Zögerlich nickte Samu, aber eigentlich wollte er nicht weg, weg in die Einsamkeit da draußen. Nur zögerlich lösten sie sich von einander, Samu hatte das Gefühl, als ob es nicht nur ihm so ginge. Was war an diesem Abend passiert?
Sie verließen den Coffeeshop, inzwischen war es fast dreiundzwanzig Uhr. Sina schloss ab, immer noch verunsichert wusste Samu grad nicht, wie er sich Sina gegenüber verhalten sollte, sah sie an: „Wie kommst du jetzt Heim?“
Sie lächelte leicht: „Zu Fuß, die letzte Tram ist weg und ein Taxi ist mir zu teuer!“
Samu sah sie an: „Das bezahle ich dir, schließlich bin ich es schuld, das du deinen Tram verpasst hast!“
Wie unsicher er vor ihr stand, am liebsten hätte sie Samu einfach in den Arm genommen, ihr Herz hielt das für das einzig richtige, aber ihr Verstand hielt sie zurück, leicht sie ihn an: „Du bist gar nichts schuld, ist schon okay, außerdem tut mir die frische Luft ganz gut, den ganzen Tag in dem Laden!“
Er nickte verstehend: „Aber dann bring ich dich, du rennst jetzt hier nicht alleine durch die Dunkelheit!“
Sina lächelte: „Wenn du darauf bestehst!“
Samu sah sie an, vergrub seine Hände in seinen Taschen, am liebsten hätte er sie in seinen Arm gezogen, war sich aber absolut nicht sicher, ob es das richtige war. Was war überhaupt das richtige? Er fühlte sich immer noch wie in Watte, wusste nicht, wie er mit der Situation von eben umgehen sollte. Sie standen sich gegenüber, sahen sich an, mit jedem Moment, den sie sich länger in die Augen sahen, verstärkte sich sein Herzschlag. Sie spürte wohl sein Inneres Chaos, gerade wollte er noch was sagen „Wei...“
Entschlossen machte Sina einen Schritt auf Samu zu, folgte ihrem Herzen schob langsam ihre Hände zu seinen in die Jackentaschen. Sofort ergriff er ihre kühlen Hände, umschloss sie mit seinen. Sein Herz schlug noch schneller. Sina machte noch einen Schritt auf ihn zu, sie sahen sich in die Augen, langsam näherten sie ihr Köpfe und dann fanden sich zärtlich ihre Lippen.  Genau in diesem Augenblick, fühlte Samu sich wie angekommen...
Nach diesem leichten, aber doch auch sehr intensiven Kuss, lächelte Sina Samu an: „Ich glaube, ich hab noch eine Flasche Wein Zuhause, was hältst du davon, wenn wir die noch gemütlich trinken, nach diesem Abend?“
Noch immer leicht berauscht von dem eben erlebten, lächelte er die Frau, die grade dabei war, alles in ihm durcheinander zubringen, an: „Hört sich gut an, lass uns gehen!“
Sie liefen durch die hell erleuchteten Straßen von Helsinki. Die Geschäfte waren weihnachtlich geschmückt, waren auf  den Weg zu Sinas Wohnung. Samu hatte seine Hände in seiner Tasche von seinem Parker vergraben , fest hielt er Sinas Hand, die ganz nah bei ihm ging, leicht konnte er noch ihren Duft wahrnehmen. Immer noch nicht konnte Samu das fassen, was grade passierte, aber es fühlte sich gut, ja, verdammt richtig an! Auf einmal  freute er sich auf Weihnachten, hatte er doch sein größtes Geschenk anscheinend schon bekommen, drei Tage vor Heiligabend, Sina...
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