I See Fire

von Huelk
GeschichteRomanze, Freundschaft / P16 Slash
Felipe Massa Fernando Alonso Mark Webber
11.12.2014
11.12.2014
1
3.336
9
Alle Kapitel
6 Reviews
Dieses Kapitel
6 Reviews
 
 Datenschutzinfo
 
 
11.12.2014 3.336
 
Kommentar: Irgendwie vermisse ich Mark immer noch. Vielleicht geht es ein paar von Euch ja auch so. Dieser Oneshot ergab sich aus den Szenen auf dem Podium in Brasilien und, wie der Titel verrät, aus dem Song von Ed Sheeran „I See Fire“, der mich beim Schreiben unheimlich inspiriert hat.

Disclimer: Der Inhalt des Oneshots beruht nicht auf Tatsachen, sondern einzig und allein auf meiner Fantasie. Lediglich das Mark sich nach diesem Rennen aus der Formel 1 verabschiedet hat, entspricht der Wahrheit. Alles andere ist fiktiv. Ich kenne keine der hier genannten Personen, ich verdiene kein Geld damit und möchte auch niemandem zu nahe treten.

Anmerkung: Leider war ich mir mit dem Rating nicht ganz sicher. Ich würde mich freuen, wenn Ihr mitteilt, ob Ihr die Einstufung nachvollziehbar findet oder nicht, damit ich das in Zukunft besser einschätzen kann.

Und jetzt viel Spaß beim Lesen. :)





I See Fire



São Paulo, Brasilien
24. November 2013


Sein Blick schweifte über die bunte Menge unter ihnen, aber irgendwie sah er sie nicht wirklich. Irgendwie stand da unten niemand. Es war noch nie vorgekommen, dass er sich hier oben so einsam und verlassen gefühlt hatte. Es war noch nie vorgekommen, dass er sich gewünscht hätte, nicht hier sondern irgendwo anders zu sein.
Er hatte es immer genossen, es hatte sich all die Jahre immer richtig und gut angefühlt. Aber nicht heute. Nicht, wenn er sich verabschieden musste. Nicht wenn er wusste, dass es das letzte Mal so sein würde.
Er hatte versprochen, dass er diesen Augenblick mit ihm genießen würde, wenn er denn kommen sollte. Egal wer gewann, doch sollten sie zusammen hier stehen, dann hatte er versprochen, sich darüber zu freuen und diesen Moment zu einer schönen Erinnerung werden zu lassen. Aber...
Er hatte sich noch nie so sehr gewünscht, sich einfach zurück zu ziehen und sich den vielen Menschen hier draußen einfach zu entziehen. Er wünschte sich nichts mehr, als dass sie einen Moment mit sich allein hatten. Unbeobachtet von allen anderen. Er hatte es versprochen, aber...

Fernando presste die Lippen zusammen. Es war das erste Versprechen in vierzehn Jahren Freundschaft, das er nicht würde halten können. Er sah dass Mark lächelte und dass der Australier offensichtlich auch zufrieden mit seinem Ergebnis war. Der einzige, der damit nicht zufrieden war, war Fernando selbst. Ein Sieg, das wäre ein würdiger Abschluss für seinen Freund gewesen. Nur weil...
Mark riss ihn aus seinen Gedanken, als er plötzlich neben ihm auftauchte und einen Arm um ihn legte. Sein Lächeln sollte wohl aufmunternd sein, aber das half dem Spanier gerade überhaupt nicht. Es war nicht wie sonst. Es hatte nicht dieselbe Wirkung wenn er wusste, dass er es sobald nicht mehr zu Gesicht bekommen würde. Nie wieder unmittelbar nach einem Rennen. Nie wieder auf einem Podium.

„Sei nicht so traurig“, murmelte Mark ihm zu, als die Frau, die heute die Interviews führte, sich wieder Vettel zuwendete. „Wir bleiben zusammen und wir werden uns regelmäßig sehen.“
Das Versprechen gab Mark ihm nicht zum ersten Mal, aber es ließ Fernando trotzdem das Herz schwer werden, dass es ein 'regelmäßig' werden würde und kein 'immer' bleiben konnte.
Fernando konnte nur nicken, aber nicht antworten. Wenn er sich jetzt erlauben würde zu sprechen, dann würde er emotional werden und das war hier nun wirklich kein guter Zeitpunkt.
Er hörte Mark lachen, bevor der Australier ihn wieder losließ. Das würde er auch vermissen. Besonders wo er noch nicht daran glaubte, dass er in der kommenden Saison viel lachen würde. Nicht, weil er nicht mehr an sein Team glaubte oder bald den 'Iceman' zum Teamkollegen hatte, sondern weil ihm einfach ein Freund fehlen würde.



And should the sky be filled with fire and smoke




Die Red Bull Siegesfeier war offenbar noch in vollem Gange, als Fernando im Foyer des Hotels wartete. Jeder hier wusste, dass er mit Mark befreundet war, aber dennoch hatte er es nie gewagt, auf der Feier eines fremden Teams aufzutauchen. Das war einfach nicht richtig.
Es war schon blöd genug gewesen, dass man die ganze Sommerpause spekuliert hatte, dass er zu Red Bull wechseln würde, um Mark zu ersetzen. Wenn er da noch auf seine Partys ging, dann würden solche Gerüchte bloß noch mehr Nahrung bekommen.

Eigentlich hätte er auf seiner eigenen Feier bleiben sollen, aber ihm war nicht danach. Eigentlich sollte er sich von Felipe verabschieden, sich bedanken für alles, was der Brasilianer in den vergangenen Jahren für ihn getan hatte, aber das wusste er. Fernando hatte es ihm vor dem Rennen schon gesagt.
Vielleicht waren sie nicht die besten Freunde. Felipe hatte für ihn auf vieles verzichten müssen, aber das bedeutete nicht, dass sie einander nicht leiden konnten. Fernando bedauerte nur, dass ihr Verhältnis zu einander durch den Sport immer so belastet gewesen war. Es hatte einige Momente zwischen ihnen gegeben, in denen sie sich so nahe gewesen waren, dass Fernando sich gefragt hatte, wie fest ihre Freundschaft wohl unter anderen Umständen hätte werden können.
Vermutlich wäre es besser gewesen, wenn sie unter gleichen Bedingungen gekämpft hätten, wenn Felipe nicht von Anfang an in die Rolle des Helfers, statt des Racers gedrängt worden wäre. Aber Fernando konnte nicht bestreiten, dass er immer froh um die Position gewesen war, die er bei Ferrari eingenommen hatte. Auch, wenn das für Felipe oft bedeutete, das Nachsehen zu haben.

Der Boden vibrierte unter der lauten Musik, der Geruch von Alkohol und verschiedenen Parfüms und Zigaretten hing in der Luft. Wahrscheinlich war es drinnen noch schlimmer.
Langsam wurde er ungeduldig. Mark hatte gesagt, dass er sich früh verabschieden würde. Er hatte versprochen, dass sie sich den letzten gemeinsamen Abend nicht komplett nehmen lassen würden. Mark hielt seine Versprechen immer.


Fernando hatte diesen Gedanken noch nicht einmal zu Ende gebracht, als der Australier in sein Sichtfeld trat. Am liebsten wäre er sofort aufgesprungen und ihm direkt in die Arme gelaufen, aber sie konnten sich hier nicht unbeobachtet fühlen. Es kamen einfach zu viele Leute vorbei.
Der Jüngere erhob sich und beließ es für den Moment bei einer freundschaftlichen Umarmung. Für alles andere würden sie schon noch Zeit haben. Nur... wenn es nach Fernando ging war das eben nicht genug Zeit.

Es hatte nur eine kurze Umarmung werden sollen, aber irgendwie...
Er konnte Mark einfach nicht loslassen, bis es den Älteren dazu brachte, leise zu lachen. Wie das wohl Morgen am Flughafen werden würde, wenn sie sich wirklich von einander verabschieden mussten. Fernando mochte gar nicht daran denken.
Viel lieber konzentrierte er sich noch eine Weile auf diesen Moment, in dem Mark ihn einfach nur im Arm hielt. Er hoffte, dass er nie vergessen würde, wie das war, wenn sie sich wochenlang nicht sehen konnten.

„Wir sollten langsam gehen, hm?“, murmelte Mark ihm irgendwann zu.
Fernando konnte sich nur schwer von ihm lösen. Es war ihm schon das ganze Wochenende über schwer gefallen. Es war ihm schon schwer gefallen, als Mark ihm zum ersten Mal davon erzählt hatte, dass nach dieser Saison wirklich Schluss sein würde.
Sie hatten das vor zwei Jahren schon besprochen. Schon damals hatte Mark ihm erzählt, dass er über einen Ausstieg aus der Formel 1 nachdachte, aber dann hatte er sich doch dazu entschieden zu bleiben. Einerseits hatte Fernando sich sehr darüber gefreut, dass ihm sein Freund hier noch eine Weile erhalten bleiben würde, aber von diesem Tag an hatte er immer öfter darüber nachdenken müssen, wie es ohne Mark sein würde.
Je näher das Saisonende gerückt war, desto schwieriger war es für Fernando geworden, ihn wieder los zu lassen. Er wusste nicht so genau warum. Sie kannten sich seit vierzehn Jahren und eigentlich änderte sich nur, dass Mark weniger Rennen haben würde und nicht an jedem Wochenende bei ihm sein konnte. Vielleicht war das gar nicht so dramatisch wie er fürchtete, aber...

Fernando nickte langsam, konnte aber nichts sagen.
Das war der Beginn eines Abschieds, auf den er sich zwei Jahre versucht hatte vorzubereiten und feststellte, dass ihm das nicht einmal ansatzweise gelungen war.
Die Sehnsucht brannte schon jetzt wie Feuer in seinem Inneren. Er vermisste ihn schon jetzt.



If this is to end in fire




Das glühende Gefühl in seiner Brust, das noch nie so schmerzhaft gewesen war, wollte auch nicht weichen, als sie das Foyer längst verlassen hatten. Es wollte nicht weichen, als sie sich schon fast ungestört fühlen konnten.
Die meisten waren entweder schon auf ihren Zimmern, um eine total frustrierende Saison hinter sich zu lassen oder sie genossen noch ein bisschen ihren Erfolg. Fernando fühlte sich ein bisschen schlecht, als sie eng beieinander im Aufzug standen.
Mark hatte allen Grund, diese Saison trotzdem stolz auf sich zu sein. Er hätte es verdient, noch eine Weile mit seiner Crew, mit den Leuten, die ihn seit Jahren unterstützten und ihm halfen, zusammen zu sein. Viele davon würde er nie wieder sehen.

Fernando ließ den Kopf an Marks Schulter sinken. „Entschuldige“, flüsterte er ihm zu.
Mark gab einen fragenden Laut von sich. Der Spanier konnte nicht sehen, wie er dabei die Stirn runzelte. Manchmal vergaß Fernando in der Tat, dass der Größere nicht wirklich seine Gedanken lesen konnte. Dass es nach all den Jahren, in denen sie so viel Vertrauen zu einander aufgebaut hatten und einander so gut kennen gelernt hatten, nur den Anschein hatte, als könnte Mark das ab und zu.
„Dass du dich meinetwegen...“ Fernando hasste es, wenn seine Stimme so leise und dünn klang und so leicht offenbarte, was wirklich in ihm vor sich ging. Er hatte im Stillen versprochen, dass er es Mark nicht so schwer machen würde und auch das konnte er scheinbar nicht halten. Es ärgerte ihn und machte ihn zugleich traurig.

Mark seufzte. „Ich brauche das Theater da unten nicht“, antwortete er, wohl längst ahnend, was Fernando so umständlich zu erklären versuchte. „Es ist alles gesagt, also was soll ich dort? Jetzt will ich nur Ruhe und Zeit mit dir. Du solltest dich nicht dafür entschuldigen, dass du mir das gibst.“
Fernando nickte an Marks Schulter. Wenn er sagte, dass es so war, dann war es so. Er wusste, dass Mark ihn niemals belügen würde, dass er ihm vertrauen konnte. Schon so lange...



Watch the flames climb high into the night




Marks Silhouette zeichnete sich dunkel vor der Skyline der brasilianischen Metropole ab. Obwohl man von ihrem Zimmer aus einen unbezahlbar schönen Blick auf die Stadt hatte, würde Fernando ihr heute keinen Funken Aufmerksamkeit mehr schenken.
Er sah nur Mark und es gab nichts anderes, das er sehen wollte.

Als sie das finstere Zimmer betreten hatten, gab es nichts, was Fernando davon hatte abhalten können, sich sofort wieder an Mark zu klammern, ihn endlich - das erste Mal nach dem Rennen - küssen zu können. Er hatte dem Australier keine Zeit gelassen, nach dem Lichtschalter zu tasten.
Er hatte die Welt da draußen nur vergessen wollen, hatte nichts weiter als Marks Atem und seinen Herzschlag hören wollen, nichts außer ihm spüren wollen.

Es war schon lange her, dass er Mark so überfallen hatte. Das war nur ganz am Anfang vorgekommen, als alles noch neu und ungewohnt war, als er noch nicht gewusst hatte, wie er es aushalten sollte, wenn er ihn längere Zeit nicht sehen, nicht einmal berühren durfte, selbst wenn sie sich sahen. Als diese Vorsicht, zu der sie gezwungen waren, ihm noch so unendlich schwer gefallen war, dass er geglaubt hatte, niemals damit umgehen zu können.
Heute fühlte er sich fast wieder ein bisschen so, denn morgen würde es wieder ein bisschen so sein. Morgen würde sich alles ändern und er musste einen neuen Weg finden, damit umzugehen.


„Hör auf, so viel nachzudenken“, riss Marks warme Stimme ihn aus seinen Gedanken. Er kannte Fernando gut genug um zu wissen, wie schwer er sich manchmal fallen lassen konnte, wie schwer es ihm fiel, sich von seinen ungebetenen Gedanken zu lösen.
„Ich... ich will nicht, dass...“, begann Fernando ohne wirklich zu wissen, was er sagen wollte, worauf er hinaus wollte. Eigentlich gab es keine Worte, mit denen er Mark antworten konnte. Worte bedeuteten heute nichts.
„Ich weiß“, wisperte Mark an sein Ohr und Fernando glaubte ihm.
Wenn es jemanden gab der wusste, wie es in ihm aussah, dann Mark.



Watch the flames burn




Sein Blick ruhte auf den tausend Lichtern der Millionenstadt, die sich vor ihrem Fenster ausbreitete. Wenn er im nächsten Jahr hier her kam, würde er alleine sein.
Dieser Gedanke überkam ihn jedes Mal, wenn er an den Rennwochenenden auf seinem Hotelzimmer war und ihn die Stille der Einsamkeit überkam.

Fernando hatte die Arme um seinen Oberkörper geschlungen. Trotz des warmen, brasilianischen Klimas fror er ein bisschen. Eine innere Kälte, die sich immer in ihm ausbreitete, wenn Mark nicht bei ihm war. Dabei trennte sie in diesem Augenblick nichts weiter, als die Tür zum Bad von einander.
Fernando presste die Lippen fest aufeinander und verbot sich jeden Laut. Mark sollte nicht auch noch hören, dass es ihm nicht gut ging. Es war schon blöd genug gelaufen, dass er es ihm oben auf dem Podium so deutlich angesehen hatte.
Marks letzter Tag als Teil der Königsklasse hatte ein besonderer werden sollen. Es hatte kein trauriger Abschied werden sollen, aber Fernando war traurig. Auch wenn es egoistisch war sich zu wünschen, dass Mark seinetwegen bleiben würde, tat der Spanier es. Er wusste, dass es für Mark längst an der Zeit war, er wusste, dass er selbst ein wesentlicher Teil in der Entscheidung des Älteren gewesen war, nicht schon vor zwei Jahren zu gehen. Er verstand, warum Mark gehen musste, aber...

Fernando schloss die Augen.
Er wollte ihn noch immer nicht gehen lassen. Er war noch nicht bereit dazu. Zwei Jahre hatten einfach nicht gereicht. Wahrscheinlich würden auch hundert Jahre nicht reichen, um Mark mit einem Lächeln gehen lassen zu können. Ohne Mark würde einfach alles anders sein.


Fernando war so tief in seine Gedanken versunken, dass er gar nicht gehört hatte, dass sich die Badezimmertür öffnete. Er hörte auch nicht die Schritte, die langsam auf ihn zu kamen. Er bemerkte Mark erst, als sich seine Arme um seine Mitte schlossen, sich das Kinn des Älteren auf seine rechte Schulter legte und er Fernando ganz dicht an sich zog.
Marks feuchte Haarsträhnen streiften den Hals und die Wange des Jüngeren. Sie rochen ein wenig holzig und nach etwas, das er nicht genau beschreiben konnte. Auch das würde Fernando nach den Rennen in Zukunft vermissen.
Die Kälte, die den Kleineren bis eben hatte erzittern lassen, wich der Wärme, die Mark jedes Mal in ihm auslöste. Bei ihm konnte er sich fallen lassen, ihm konnte er vertrauen. Seine Anspannung löste sich langsam aus seinem Körper und er ließ sich an die Brust des Australiers sinken.


Fernando hielt es nicht mehr aus.
Überraschend schnell löste er sich aus Marks Umarmung, nur um sich dann rasch umzudrehen, seinerseits die Arme fest um ihn zu schlingen und ihn an sich zu drücken.
„Geh nicht...“, wisperte Fernando seine Bitte, von der er sich vorgenommen hatte, sie Mark nicht anzutun. Er hatte diese zwei Worte schon das ganze Wochenende, nein, das ganze Jahr über aus sich raus schreien wollen. „Bitte, geh nicht. Es gibt andere Wege, als zu gehen. Du könntest...“
Marks tiefes Seufzen unterbrach ihn sofort. Er wollte es ihm nicht schwerer machen, aber...
Er hätte nie gedacht, dass dieser Schritt so schwer werden würde.

„Darüber haben wir doch schon hundert Mal gesprochen. Es ist eben an der Zeit“, erklärte Mark noch einmal, was er ihm bereits mehrfach gesagt hatte. Fernando wusste, dass es so war und doch schien es ihm unmöglich, das akzeptieren zu können.
Es tat weh an all die letzten Male zu denken, die er mit Mark in diesem Jahr hatte.



Raise a glass of wine for the last time




Er wusste nicht wie viel Zeit vergangen war, während sie so eng umschlungen verharrt hatten. Er wusste nicht, wie lange er dem gleichmäßigen Herzschlag gelauscht hatte, dessen Rhythmus ihn immer wieder beruhigen konnte.
Er hätte diesen Moment so gerne angehalten.

Irgendwann griffen Marks Hände nach seinen und er ließ sich einfach von dem Älteren mitziehen. Er konnte ihm vertrauen. Das hatte er ihm unzählige Male bewiesen.
Ihm würde nichts passieren, wenn er sich halten und beschützen ließ, wenn er sich von ihm führen und tragen ließ. Er wusste, dass er bei ihm sicher war.

Als Mark die Bettkante erreichte, ließ er sich langsam darauf sinken, zog Fernando dabei vorsichtig mit sich. Der Spanier spürte erst, dass sein Gesicht glühte, als Marks Hände es umschlossen. Nach und nach gelang es ihm, nicht mehr darüber nachzudenken, was morgen sein würde, wie es ohne Mark sein würde.
Jetzt war er hier.

Jetzt konnte er ihn deutlich sehen, unter sich, mit leuchtenden Augen.
Jetzt konnte er ihn fühlen, jeden einzelnen Muskel seines Körper.
Jetzt konnte er ihn hören, den leisen Atem an seinem Ohr.
Das war das einzige, das diesen Moment bestimmen durfte.


Mark rückte ein Stück zurück und Fernando folgte ihm wie selbstverständlich, beugte sich für einen langen Kuss zu ihm hinunter, der ihn seine Befürchtungen vergessen ließen. Marks Hände, fühlten sich rau und zugleich weich an, als sie sich unter sein T-Shirt schoben und sanft über seine Seiten strichen.
Fernando seufzte leise, als er sich von Marks Lippen löste, um sich den störenden Stoff abstreifen zu können. Er spürte sein Herz unter Marks Blick schneller schlagen, bevor er wieder zu ihm herunter kam, um ihren unterbrochenen Kuss fortzusetzen und die vertrauten Hände wieder auf seiner Haut zu spüren.
Er wusste nicht, wie Mark das schaffte, doch seine Berührungen hatten jedes Mal eine Wirkung auf ihn, als würden sie ihn in Brand stecken. Fernando spürte seinen eigenen Puls durch seinen Körper pochen, während er sich in diesen Moment fallen ließ.
Für dieses letzte Mal würden sie sich Zeit lassen.



Now I see fire
Inside the mountain
I see fire
Burning the trees
And I see fire
Hollowing souls
I see fire
Blood in the breeze
And i hope that you'll remember me




Fernando spürte das Glühen noch immer durch seinen Körper strömen, als er sich erschöpft an Marks Seite schmiegte, einen Arm fest um den Australier geschlungen und leicht außer Atem. Es war dieser besondere Moment danach, an dem es sich noch so anfühlte, als würde er schweben. Nur Mark konnte dieses Gefühl in ihm hervorrufen.
Sacht strichen Marks Finger über seine heiße Stirn, strichen dem Jüngeren ein paar feuchte Strähnen aus den Augen. Sie waren schon wieder ganz schön lang geworden. Er hätte ewig so an Mark gekuschelt hier liegen bleiben können.

Fernando schloss die Augen und genoss noch ein wenig die Streicheleinheiten, die er bald so schmerzlich vermissen würde. Mark hatte versprochen, dass sie sich so oft wie möglich sehen würden, aber ob das so einfach gehen würde?
Mark würde auch Verpflichtungen für sein neues Team haben und der Spanier zweifelte stark an, dass ihre Terminkalender gut aufeinander abgestimmt sein würden. Überhaupt... wie sollte eine Beziehung im Geheimen dann noch funktionieren? Wie sollte er so lange auf Mark verzichten, ohne sich jedes Mal augenblicklich auf ihn stürzen zu wollen, wenn sie sich endlich einmal sahen?

Dass er wieder zu sehr ins Grübeln kam fiel ihm auf, als sich Marks Hand um seine legte, die er unbewusst zur Faust geballt hatte, während sie auf der Brust des Älteren verweilte.
„Danke“, sagte Mark plötzlich in die vollkommene Stille um sie herum.
Fernando wusste nicht recht, worauf sein Freund hinaus wollte. „Wofür?“, flüsterte er zurück. „Ich habe gar nichts gemacht.“
Als der Australier leise lachte, wurde Fernando ein wenig durchgeschüttelt. „Doch. Du hast mir meinen Abschied wirklich sehr schwer gemacht.“
Fernando verzog das Gesicht. „Das ist eigentlich nichts, wofür du mir danken solltest. Ich hatte mir so fest vorgenommen, das nicht zu tun.“ Er biss sich schuldbewusst auf die Unterlippe.
Mark atmete einmal tief durch. „Und genau dafür danke ich dir. Das zeigt mir nämlich, dass ich dir wichtig bin, oder nicht?“

Eigentlich war Fernando gerade überhaupt nicht zum Schmunzeln, geschweige denn zum Lachen zu Mute, aber als Mark eben dies tat, da konnte der Spanier gar nicht anders, als an seine Brust geschmiegt zu lächeln.

„Ja, du bist mir wichtig. Weil ich dich liebe...“
Review schreiben