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Just Memories

von Aniron
OneshotFreundschaft / P16 / Gen
James Vega Steve Cortez
09.12.2014
09.12.2014
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2.971
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Die Idee kam mir, als ich mal mit Andauril darüber diskutiert habe, dass es meiner Meinung nach zu wenige FFs gibt, in denen diese beiden eine Rolle spielen. Von James habe ich mittlerweile ein paar entdeckt, die meisten jedoch im englischen Fandom auf ff.net und von Cortez im Deutschen Fandom überhaupt keine, was ich ziemlich schade finde.
Ich mag die beiden wirklich sehr gerne, und so muss Frau halt was Eigenes dazu beisteuern.

Disclaimer: James Vega und Steve Cortez gehören beide Bioware. Sgt. Nicholas Riley gehört mir.
Über Kommentare jeglicher Art würde ich mich sehr freuen.

Dieser Oneshot ist meiner süssen Andauril gewidmet.

Just Memories
Er rannte, während ihm Schüsse um die Ohren flogen.
Er rannte weiter, die Erde hörte nicht auf zu beben und es stank durchdringend nach Rauch und Blut.
Laute Stimmen schrien Befehle, oder um Hilfe, die sie jedoch niemals bekommen würden. Es war niemand mehr da, der sie versorgen würde.
Doch, er durfte sich nicht davon ablenken lassen, er musste weiter, einfach immer weiter. Das Schicksal der Galaxie hing davon ab, dass jemand in das Innere der Citadel gelangte. Ganz egal, wer es war, ob nun Shepard, die ein paar Meter vor ihm auf den leuchtenden Strahl zu rannte, er selbst, oder der Soldat rechts von ihm. Es spielte keine Rolle, wer die Arme öffnete, Hauptsache der Crucible konnte an der Citadel andocken und diesen verdammten Maschinen zeigen, wo der Hammer hängt.

Dann, plötzlich ein Knall und ein Mako flog durch die Luft. Direkt auf Garrus und ihn zu. Es bohrte sich vor ihnen in den Boden und explodierte dann mit ohrenbetäubendem Lärm.
Er fühlte, wie er weg geschleudert wurde und dann selbst vor Schmerzen auf keuchte, als die Flammen für einen Moment Besitz von ihm ergriffen, ehe sie von selbst ausgingen. Dennoch war es, als würde sein ganzer Körper brennen. Selbst die Luft, die er mit hastigen Atemzügen einsog, brannte in seinen Lungen. Jede Bewegung schien unmöglich.
Eine Stimme rief seinen Namen, ihre Stimme, die er unter tausenden wiedererkennen würde. Eine Hand berührte ihn an der Schulter, er jedoch wischte sie beiseite und stöhnte leise, als seine Beine wieder sein Gewicht tragen mussten. Besonders das rechte Bein schien nur noch aus reinem Schmerz zu bestehen. Selbst, als er die Zähne zusammen biss und das Adrenalin durch seine Adern rauschen spürte, normal gehen konnte er nicht mehr.
Garrus schien es aber noch schlimmer erwischt zu haben als ihn selbst. Der Turianer konnte von alleine nicht einmal mehr aufstehen, geschweige denn laufen. Seine Rüstung war bedeckt von einem Gemisch aus Ruß, geschmolzenem Metall und Blut.
Shepard beugte sich zu Garrus runter, wohl um zu überprüfen, ob er noch bei Bewusstsein war und packte dann seinen Arm, legte ihn um ihre Schulter und zog dann mit etwas Hilfe den Turianer auf die Beine.
Ihr Blick streifte den seinen, während er zu ihr hinüber humpelte und ihr Garrus mit einem erneuten Stöhnen abnahm. Seine Muskeln und Knochen protestierten gegen das unangenehme Gewicht, welches sie jetzt auch noch mittragen mussten. Auch Garrus schien sich den einen oder anderen Laut nicht verkneifen zu können, dafür waren die Verletzungen zu gravierend. Vermutlich würde er sie überleben, jetzt jedoch waren keine Schmerzmittel und kein Medigel vorhanden, bis irgendwer sie da raus holen würde.
Er bezweifelte, dass es dazukommen würde, jeder einzelne Kämpfer und jedes Schiff wurde draußen im All im Kampf gegen die Reaper gebraucht. Andere Soldaten waren schließlich auch nicht gerettet worden, wer waren sie denn, dass sie eine Sonderbehandlung für sich beanspruchen würden?

„Normandy! Joker, können Sie mich hören? Ich brauche eine Evakuierung! Sofort!“
Jokers Antwort ging im Allgemeinen Getöse unter, Shepard jedoch, hatte sie wohl verstanden, denn sie schrie etwas in das Mikrophon, was er ebenfalls nicht verstand. Es schien Eindruck gemacht zu haben, denn nur ein paar Momente später, erschien die Normandy, bereit zum Landeanflug, am Horizont.
Er atmete tief ein und aus, teils aus Frustration, darüber nicht mehr im letzten Gefecht dabei sein zu können, aber auch aus Erleichterung, noch nicht ins Gras beißen zu müssen.
Er umklammerte das Handgelenk des Turianers fester und humpelte unter heftigen Schmerzen auf die bereits geöffnete Ladeluke der Normandy zu, aus der  ihm bereits ein paar Soldaten entgegen kamen. Einer schnappte sich Garrus‘ anderen Arm und gemeinsam schleppten sie den ‚gefühlt tonnenschweren‘ Turianer die Laderampe hinauf.

Als der Boden unter seinen Füssen wieder gerade wurde, hielt er, angestrengt ein- und ausatmend, inne und warf einen Blick zurück, während er neben sich Garrus leise stöhnen hörte.
Shepard hatte die Rampe noch nicht einmal betreten und ihrem Blick, mit dem sie ihn und Garrus bedachte, zu urteilen, würde sie das auch nicht.

„Commander! Was tun Sie da?“, hörte er sich selbst rufen und streckte ihr seinen freien Arm entgegen. Doch, sie schüttelte den Kopf, auch wenn sie trotzdem die wenigen Schritten zu ihnen hinauf kam, die Augen starr auf den verletzten Turianer gerichtet.
Sie legte eine Hand auf die vernarbte Seite von Garrus‘ Gesicht und flüsterte ein paar Worte, die er nicht verstehen konnte und es auch nicht wollte.
Er blickte zur Seite, spürte einen kalten Stich in seinem Herzen, der sogar den Schmerz in seinem Bein übertraf.
Zitternd ballte sich seine freie Hand zu einer Faust und er sah erst wieder auf, als er eine Hand auf seiner Schulter spürte.
Shepard sagte nichts, schenkte ihm nur ein schwaches Lächeln, ehe sie sich umdrehte und mit gezückter Waffe die Rampe hinunter rannte. Weg von Garrus und ihm.

Plötzlich war es, als würde etwas in ihm explodieren. Er überließ Garrus dem anderen Soldaten und humpelte mit schmerzverzerrtem Gesicht ein Stück die Rampe hinunter. Weit kam er nicht, Arme hielten ihn schraubstockartig fest, während sich die Öffnung wieder schloss. >Nein, nicht schon wieder.<
„Nein! Lola!“, schrie er mit Wut und Verzweiflung in der Stimme, bevor seine Welt in tiefstes Schwarz getaucht wurde.



Sein Atem ging unregelmäßig, als James mit einem leisen Schrei erwachte und sich in einem dunklen Raum wiederfand, den er aber bald als sein behelfsmäßiges Schlafzimmer erkannte, welches er sich mit Steve Cortez, seinem besten Freund teilte. Er presste sich eine Hand gegen die Stirn und die andere auf seine nackte Brust, spürte sein heftig schlagendes Herz unter seinen Fingern und wie ein paar Schweißtropfen auf seiner Stirn und seinem Hals zu trocknen begannen.
Langsam beruhigte sich sein Herzschlag wieder und auch sein Atem wurde ruhiger. Sein Innerstes jedoch blieb aufgewühlt und verworren, da brachten auch die tiefen Atemzüge nicht viel, mit denen er die Luft in die Lunge sog und sie wieder entließ.
James nahm die Hand von seiner Stirn und sah sich mit mattem Blick in dem Zimmer. Viel gab es nicht zu sehen. Eine Kommode, die ihm genau gegenüber stand, ein paar Kisten in den Ecken und Cortez‘ Matratze, die aber völlig verwaist da lag. So, als sei der Shuttle Pilot gar nicht erst schlafen gegangen.
James verwunderte das nicht, auch er hatte jetzt noch Probleme damit ruhig zu schlafen, oder überhaupt einzuschlafen. Aber sie waren nicht die einzigen, die noch unter den Auswirkungen des Krieges gegen die Reaper zu leiden hatten, obwohl der schon vor einem Jahr sein Ende gefunden hatte. Es war für jeden ein Trauma gewesen, für jede einzelne Spezies in dieser Galaxie. Doch sie hatten gesiegt und diese verdammten Maschinen fielen um wie gefällte Bäume, während all ihre Truppen ausgelöscht wurden. Der Preis jedoch, war zu hoch, zu viele hatten ihr Leben während der Invasion verloren. Jeder, der getötet wurde, war zu viel, egal ob Mensch oder Alien.

Mit einem leisen Seufzen erhob sich James von seiner Matratze und griff nach seinem Shirt und nach den Hosen, die am Fußende lagen und zog sich beides über. Er war zwar noch müde, doch schlafen konnte er nicht mehr, das wusste er. Vielleicht später, oder gar nicht mehr, wer wusste das schon?
Barfuß öffnete er die Tür und betrat das abgedunkelte Wohnzimmer. Noch immer gab es nur in den wenigsten und wichtigsten Häusern genug Strom, um dauerhaft Licht brennen zu lassen.

„Und, James, kannst du auch nicht schlafen?“

James‘ Kopf drehte sich nach rechts und er sah in das Gesicht von Steve Cortez, der auf dem einfachen, leicht schmuddelig wirkenden Sofa saß und wohl die ganze Zeit aus dem Fenster gestarrt hatte.

„Wohl genauso wenig wie du, Esteban. Schließlich warst du wohl nicht mal im Bett. Deine Matratze sieht so aus, als hättest du sie seit ein paar Tagen nicht mehr benutzt.“

„Jetzt übertreibst du aber. Ich weiß genau, dass ich gestern Abend auf ihr geschlafen habe. Wenn auch nicht sehr lange…“, war die Antwort des Shuttle Piloten, aus der James sehr gut die Müdigkeit heraushören könnte. So müde, wie er klang, konnte er sich gar nicht fühlen, ohne auf der Stelle einzuschlafen.
Wie lange Cortez wohl tatsächlich Schlaf gefunden hatte? Eine Stunde? Zwei Stunden? Vielleicht drei, oder vier?
Auf jeden Fall  zu wenig, um einigermaßen fit den nächsten Tag zu beginnen.

„Was tust du dann hier in der Dunkelheit? Sterne zählen, bis du doch noch einschläfst? Das kannst du bei den Wolken da draußen vergessen.“

Mit einem bemüht schelmischen Grinsen deutete James mit dem Daumen nachlässig aus dem Fenster, in den tatsächlich bewölkten Nachthimmel.
Steve ließ nur ein müdes Lachen hören und winkte ab.

„Nein, ich habe bloß nachgedacht, das ist alles. In der Nacht geht das besser als tagsüber, da es dann keine Ruhe und so viele Leute gibt, die etwas von einem wollen. Da bleibt zum Nachdenken keine Zeit, was vielleicht auch besser ist…“

„Da hast du Recht“, fiel James seinem Freund ins Wort und sah ihn mit hochgehobener Augenbraue an, bevor er weitersprach und sich eben falls auf das Sofa setzte, „zu viel Nachdenken ist ungesund. Das weißt du genauso gut wie ich.“

James verstummte kurz und blickte hinunter auf seine Hände, welche auf den Knien lagen. Er versuchte nun jedes Wort einzeln abzuwägen, damit ihm nichts Falsches herausrutschte. Sie beide besaßen genug schlechte Erinnerungen, die nicht wieder neu aufgebauscht werden mussten. Weder heute, noch morgen, oder jemals wieder.

„Sie hat uns gezeigt, dass zu viele Gedanken, oder solche, die man ewig mit sich herumträgt, schlecht für die Psyche sind. Auch wenn sie selbst sich nicht wirklich daran gehalten hat.“

„Du sprichst von Shepard?“

James nickte nur mit dem Kopf und kratzte sich wie beiläufig an der Schulter, bevor er sich wieder erhob. Direkt gegenüber der Couch stand ein kleiner, sehr wackeliger Kühlschrank, der zum Glück auch nur sehr wenig Strom brauchte, um Getränke wenigstens ein bisschen zu kühlen. Aus diesem nahm er zwei Flaschen Bier und wandte sich seinem Freund zu.

„Auch eine Cerveza, Esteban?“

Der Angesprochene nickte kurz mit dem Kopf und fing die Flasche mit beiden Händen, als James sie ihm zuwarf.
Mit einem leisen Zischen wurden die beiden Flaschen geöffnet und mit einem leisen Klirren stießen sie gegeneinander.

„Nun denn, auf uns!“
¡Salud!

Schweigend nippten sie an ihren Flaschen. James war sich unsicher, ob er die Stille als angenehm, oder als das Gegenteil empfinden sollte. Er wusste auch nicht, was er sagen sollte, um sie zu unterbrechen. Sein Kopf war wie leergefegt, während gleichzeitig eine Unruhe in ihm herrschte, die er nicht beschreiben konnte. Auch das Bier schmeckte ihm nicht wie sonst, aber etwas zu verschwenden, kam nicht in Frage. Alkohol war zu einem raren Gut geworden. Die Menschen hatten andere Sorgen, als sich um den Alkohol zu kümmern.
Verpflegung, Wasser, Medizin und Strom waren weitaus wichtiger als Alkohol und jeder wusste das. Hoffte er zumindest. Sie brauchten in all dem Chaos, welches noch auf der Erde herrschte, nicht auch noch irgendwelche pendejos, die betrunken Radau machten und so den Wiederaufbau störten.

Leise seufzend ließ James die noch halbvolle Flasche sinken und sah nun selbst aus dem Fenster in die dunkle Nacht hinaus. In den meisten Häusern, die eher provisorischen Unterkünften glichen, gab es ebenso wie bei ihnen noch keinen Strom für Licht und er wusste auch nicht, was er damit anstellen sollte. Bücher besaßen sie nicht und trotz der Schlafprobleme waren Steve und er abends meist zu müde, um überhaupt ans Lesen zu denken.

„Ich kann deine Zahnräder bis hier hin rattern hören, James“, riss ihn die Stimme des Shuttle Piloten aus seinen Gedanken.
James zog wieder die Augenbrauen hoch und ließ ein Grummeln hören, sagte aber sonst nichts dazu und sah stattdessen noch immer aus dem Fenster. Seine Gedanken behielt er für sich.
Er hatte sich verändert, doch er war bei weitem nicht der Einzige, der nun anders reagierte, als noch vor ungefähr einem Jahr. Er war härter und verschlossener geworden, jemand, der nur noch die Wenigsten in sein Inneres ließ. Zwei davon waren Steve Cortez und Sergeant Nicholas Riley. Riley hatte zu den Soldaten gehört, die ihnen beim Rennen zum Beamstrahl in der Normandy entgegen gekommen waren. Vielleicht war er derjenige gewesen, der ihm Garrus abgenommen hatte, oder er hatte ihn festgehalten und so verhindert, dass er Shepard gefolgt war.
James wusste es nicht genau, und es spielte auch keine Rolle. Alles was zählte war, dass der Sergeant eine angenehme, freundliche Persönlichkeit besaß und sie in diesem einen Jahr gute Freunde geworden waren.

Das Türschloss klickte leise, als sich ein Schlüssel darin drehte und mit einem lauten Knarren öffnete sich die Tür. Im Licht einer Taschenlampe erschien ein müde wirkendes Gesicht, übersät mit Sommersprossen und mit einem braunroten Haarschopf.

„Ihr könnt wohl auch nicht schlafen, wie?“, riss Rileys Stimme James aus seinen Gedanken und er wandte sich dem jungen Marine zu, der sich soeben seinen Schuhen entledigte und dann auf ihn und Cortez zukam. Er begrüßte erst den Piloten, dann ihn selbst mit einem Handschlag, schließlich waren sie Freunde und gerade nicht im Dienst.

„Wo kommst du denn her, Riley? Nachtdienst?“, hörte sich James leise fragen und er rutschte ein wenig zur Seite, sodass der Sergeant sich zumindest halb auf die Lehne setzen konnte. Das Sofa war eindeutig zu klein, er würde versuchen bald mal ein Größeres aufzutreiben.

„Nein, ich war spazieren und habe an meine Schwestern gedacht“, war die kurz angebundene Antwort, bevor Riley sich ebenfalls ein Bier aus dem Kühlschrank nahm. Mit einem leisen Zischen war auch dieses geöffnet und er nahm einen tiefen Schluck.
James nickte nur. Rileys Schwestern, beide ebenfalls Allianzangehörige wurden seit einem Jahr vermisst. Inzwischen schien er sich beinahe damit abgefunden zu haben, dass er die beiden wohl nie wieder sehen würde. Und dennoch hatte er nicht aufgeben nach ihnen zu suchen, um endlich Gewissheit über ihr Schicksal zu haben. Noch war Hoffnung in ihm vorhanden, auch wenn sie mit jedem Tag kleiner wurde.

„Heute scheint mal wieder einer dieser Tage zu sein, wo keiner von uns noch weiß, wo ihm der Kopf steht“, ließ Steve mit einer gequälten Grimasse verlauten und stieß mit einem leisen Klirren seine Flasche gegen Rileys.

Eine Weile lang war es still in dem dunklen Raum. Die drei Männer nippten schweigend an ihren Bieren. Die Stille hatte etwas Drückendes an sich, war aber doch nicht so unangenehm, dass jemand sie hätte brechen müssen.
James‘ Gedanken wanderten zurück zu dem Ende des schrecklichen Krieges vor einem Jahr und landeten unweigerlich bei ihr. Bei der Frau, die er wie kaum eine Zweite bewunderte und verehrte. Bei Commander Shepard.
Auch sie gehörte zu den zahlreichen Vermissten, deren Körper man bisher nicht gefunden hatte, deren Schicksal ungewiss war.
Die Meisten jedoch waren davon überzeugt, dass Shepard nicht mehr am Leben war. James glaubte nicht daran, auch wenn er wusste, dass es naiv war. Die Chance, dass der Commander noch lebte, war verschwindend gering.
Es gab zwar bis heute noch Einzelfälle, in denen lang vermisste Freunde, Familienmitglieder, oder geliebte Partner wieder auftauchen, doch die blieben was sie waren; Einzelfälle, Ausnahmen.
James wollte sich nicht der Illusion hingeben, dass Lola jemals wieder auftauchen würde. Mit jedem weiteren Tag, der verging, wurde die Hoffnung immer kleiner, dass dies je passieren würde.

„Ich bin dafür, dass wir einen Toast aussprechen“, riss ihn erneut Rileys Stimme aus seinen Gedanken.
„Einen Toast? Auf was denn, Sergeant?“, fragte er mit einem zynischen Unterton und sah auf die Flasche in Rileys Hand, die er erhoben hatte.
„Komm schon James, schaden kann es ja nicht“, kam es zustimmend von dem Shuttlepiloten, der auch gleich die Flasche erhob.
¡A  la mierda! Schaden kann es wirklich nicht“, gab James mit einem leisen Seufzen auf den Lippen nach und hob als Letzter seine Flasche, ehe er fortfuhr, „da es deine Idee war Riley, beginnst du auch.“

„Nun gut, einen Toast darauf, dass wir noch leben und den Reapern kräftig in den Arsch getreten haben“, ließ der Angesprochene mit enthusiastischer Stimme verlauten und erhob sich von der Couch.
„Ein wahres Wort Sergeant“, konnte James dem jüngeren Marine nur beipflichten, bevor Cortez seine Stimme erhob.
„Und darauf, dass wir ein festes Dach über dem Kopf haben und keine schwereren Verletzungen als ein paar Knochenbrüche und Verbrennungen davon getragen haben.“ Auch Steve erhob sich mit einem leichten Lächeln auf den Lippen, sein Blick wanderte zu James hinüber, der einen Moment lang überlegte, bevor er ebenfalls aufstand und mit seiner Flasche gegen die beiden anderen stieß.

„Einen Toast auf Sie, Shepard, egal wo Sie gerade auch sein mögen. Ob Sie jetzt irgendwo in den oberen Sphären an der Bar sitzen und mit uns anstoßen, oder irgendeinem Scheißkerl zeigen, wie man seine Waffe richtig benutzt, ich trinke auf Ihr Wohl, Lola“, ließ er mit tiefer, ruhiger Stimme verlauten, und sah erst zu Steve, der ihm zustimmend zunickte und dann zu Riley, der ihn breit angrinste.

„Gut gesprochen James, darauf trinken wir.“

Mit einem Klirren stießen die Flaschen erneut gegeneinander und James leerte den Rest in einem Zug, bevor er wieder zum Fenster blickte, dieses Mal auch ein kleines Lächeln auf den Lippen tragend.
Er wusste egal, wo Shepard nun war, ob tot, oder lebendig, es würde niemals vergessen werden, was diese mutige, außergewöhnliche Frau für sie alle getan hatte.

Danke für’s Lesen

Übersetzung:
Cervesa - Bier
¡Salud! - Prost!
pendejos - Idioten
¡A  la mierda! -  Scheiss drauf!
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