Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Vendetta è dolce e rose sono rosse - Rache ist süß und Rosen sind rot

von Leni398
GeschichteAbenteuer, Liebesgeschichte / P12 / Gen
Bonifazius Prosper Scipio Wespe
08.12.2014
28.01.2020
22
29.747
2
Alle Kapitel
23 Reviews
Dieses Kapitel
noch keine Reviews
 
23.05.2015 1.819
 
Da es schon spät geworden war, beschlossen Wespe, Bo und Prosper nach Hause zu gehen.
Luna schloss sich ihnen an und ging mit Prosper noch zu der Straßenecke, wo sich ihre Wege trennten.
„Bis morgen dann.“, sagte Prosper zu Luna und küsste sie zum Abschied.
Wespe und Bo waren unterdessen weiter gegangen und Prosper legte einen kleinen Sprint ein um seinen Bruder und seine beste Freundin einzuholen. Bo war vom Reden nicht abzuhalten, so aufgeregt war er auf das was kommen würde.
„Ich wette das sind riesige Uhrzeitmaulwürfe, die die Gänge gebaut haben und jetzt bauen die einen Neuen, aber der bringt die Gänge zum einstürzen. Oder das sind Zwerge, die die Gänge sprengen, um ihre Existenz geheim zuhalten. Oder..“, plapperte er und Wespe rollte lachend mit den Augen.
„Hey, warum habt ihr nicht auf mich gewartet?“, sagte Prosper hinter Wespe, leicht aus der Puste.
Wespe drehte sich zu ihm um und sah in mit einem Blick an, der, wenn er töten könnte, Prosper schon zweimal zerfetzt hätte.
„1. Ich hatte keine Lust mir das Rumgeschlabber von dir und Luna anzugucken, 2. hab ich Hunger und will nach hause und 3. seit wann interessieren wir dich wieder. Zurzeit machst du doch alles ohne mich und Bo.“, sagte Wespe wütend und ließ den verdutzten Prosper stehen.
Bo, der neben ihr gestanden hatte, ging jetzt trotzig hinter dem Mädchen her. Prosper machte, nach dem er sich gefasst hatte, nun auch auf den Heimweg und murmelte: „Was hat die bitte für ein Problem und warum macht Bo da mit?“
Zehn Minuten, nach dem Bo und Wespe das Haus betreten hatten, kam auch Prosper.
Wespe stand in der Küche und kochte Spagetti Cabonara und Bo klaute sich Schinken- und Parmesanstückchen für die Soße vom Schneidebrett.
Als Prosper in die Küche kam, fuhr Wespe ihn an: „Könntest du dich auch mal nützlich machen, und nicht doof in der Gegend 'rum stehen?“
Prosper, völlig aus seinen Gedanken gerissen, fing an den Tisch zu decken. Als er fertig war, nahm er Platz. Bo saß schon auf seinem Stuhl und ignorierte seinen Bruder gekonnt. Nach dem Essen ging Prosper hoch und man hörte ihn kurz darauf telefonieren.
Wespe stellte den Topf mit den Resten in den Kühlschrank, damit sich Ida und Viktor noch was warm machen konnten.
Nach dem Aufräumen setzten Bo und Wespe waren sich ins Wohnzimmer.
„Du Wespe?“, fragte Bo und tippte sie an die Schulter. Wespe, die gerade noch gebannt auf den Fernsehr gestarrt hatte und ihrer Lieblingsendung gefolgt war, sah zu Bo.
„Sind wir nicht ein bisschen hart zu Prop?“, fragte der Junge und Wespe seufzte.
„Keine Ahnung.“, sagte sie.
„Vielleicht, aber findest du es jetzt richtig ihn wie immer zu behandeln, wo wir ihn anscheinend nicht interessieren?“, fuhr sie fort und Bo schüttelte den Kopf.
„Nein, aber ich will ihn nicht hassen. Er ist ja mein Bruder.“, sagte Bo besorgt und Wespe nahm Bo in den Arm.
„Wir hassen ihn ja nicht. Wir zeigen ihm nur, wie es sich anfühlt nicht beachtet zu werden, okay?“, sagte Wespe zu Bo und Bo nickte.
Der blonde Junge gähnte herzhaft und Wespe brachte ihn ins Bett.
Der Tag heute war wirklich lang gewesen.
Als Wespe die Treppe wieder runter kam, fand sie Idas und Viktors Jacken an der Garderobe, zwei benutzte Teller und zwei Weingläser befüllt mit Rotwein im Wohnzimmer vor.
Die beiden saßen auf der Couch. Viktor hat einen Arm um Ida gelegt und Ida sich an Viktor gekuschelt.
„Deine Spagetti waren mal wieder köstlich Wespe!“, sagte Ida genießerisch und Viktor stimmte ihr zu. Wespe setzte sich in eine Sessel.
„Sag mal Wespe“, fing Viktor an, „was ist eigentlich mit dir und Prosper los?“
Wespe seufzte und sagte gereizt: „Er interessiert sich mehr für seine Freundin, als für seine Familie und seine besten Freunde. Er macht gar nichts mehr alleine mit uns. Immer ist diese Luna dabei und sie zieht dann die ganze Stimmung runter. Prosper sieht echt nicht was für ein falsches Mädchen das ist.“
Viktor nickte und Ida meinte zu ihm: „Bo meinte so was ähnliches auch schon zu mir. Ich fände es aber falsch, wenn ihr Prop jetzt sagen würdet, was ihr beide von ihr haltet. Ihr könntet euch gar nicht mehr vertrauen. Wartet ab. Vielleicht wird Prosper das wahre Gesicht von Luna ja doch noch erkennen.“
„Ida jetzt mach mal halblang“, griff Viktor ein. „Ich weiß du glaubst Wespe und Bo. Tu ich ja auch. Aber vielleicht braucht Luna ja auch einfach ein bisschen Zeit um warm zu werden. Weißt du was ich meine, mein Schatz?“, sagte er und drückte Ida an sich, die ihn auf die Wange küsste.
Wespe nickte als sie Viktors Worten lauschte, aber so ganz glauben wollte sie es nicht. Da war etwas, was sie Luna gegenüber misstrauisch machte.
Oben in Bos Zimmer lag der Junge in seinem Bett und dachte an genau das Gleiche wie Wespe.
Am nächsten Tag regnete es aus Eimern.
Den Weg zu Scipio rannte Bo, Wespe und Prosper. Als Riccio die Tür öffnete, schaute er in den Himmel und schüttelte sich. Bo und Wespe stürmten sofort ins trockene Haus, nur Prosper, der gerade Luna begrüßte, ließ sich noch nicht zum reingehen bewegen.
Luna war aus Scipios Haus nach draußen gestrürmt und kümmerte es offenbar nicht, dass sie nass wurde. Drinnen nahm Moreno Bo und Wespe die nassen Jacken ab und hängte sie zum trocknen auf. Mosca kam durch die Küche in den Hausflur und begrüßte seine beiden Freunde herzlich.
Unten im Keller, ging alles ganz schnell. Der Hebel war betätigt und die Gruppe stapfte hinter einander die Treppe hinunter in die Tiefe. Oben schloss sich das Regal.
Riccio und Scipio hatten zuvor einen Mechanismus entdeckt, der die Tür von innen öffnete und schloss. Dieser war vielleicht ganz praktisch, schließlich wusste keiner, was sich im Tunnelsystem herumtrieb.
Angekommen an dem Platz, wo sie Moreno gestern getroffen hatten, breitete Mosca den Plan auf dem Boden aus.
Die Karte hatte sich erweitert.
„Also, ausgehend davon, dass dieses Tunnelsystem eine Nachbildung, oder Venedig die Nachbildung von diesem Tunnelsystem ist, ihr wisst was ich meine, habe ich gestern Abend die komplette Altstadt in den Plan eingearbeitet,...“, sagte er, wurde jedoch von Riccio unterbrochen.
„Ähm wieso nur die Altstadt?“, fragte der Junge mit der Igelfrisur und löste ein allgemeines Stöhnen aus. Prosper schlug sich die Hände über dem Kopf zusammen.
Bo schüttelte den Kopf: „Riccio, die Gänge sind ALT, die Altstadt ist ALT. Die neuen Stadtteile wurden doch lange nach der Erbauung Venedigs errichtet.“
Scipio grinste und wuschelte Bo durch die blonden Locken. „Hey, ich bin nicht gut in sowas!“, rief Riccio zu seiner Verteidigung.
Moreno lachte laut auf und kniete sich neben seinen Sohn. „Also Mosca, mach weiter.“, forderte er diesen auf.
Mosca nickte: „Auf diesem Plan sind also alle Plätze, Straßen, Kanäle und bebaute Flächen der Altstadt berücksichtigt. Papa hat mir seine Daten von den Seismographen gegeben. Ich hab die auch noch berücksichtigt, in dem ich...“
„Bro komm auf den Punkt!,“, sagte Prosper und Mosca fuhr fort: „Ich hab den Bebenherd ermittelt und diese befindet sich dort, wo unsere frühere Geldquelle gewohnt hat.“
„Scipios Haus?“, fragte Bo und Scip zog eine Augenbraue hoch.
„Nope. Erinnert ihr euch noch an den Rotbart?“, fragte Mosca in die Runde.
Wespe und Riccio rissen erschrocken die Augen auf. Beide hatten keine guten Erfahrungen mit dem Antiquitätenhändler gemacht.
„Also ich würde vorschlagen, dass wir dort mal nach der Quelle des Übels suchen sollten.“, sagte Scipio poetisch und schaute Mosca über die Schulter.
Mosca stand auf und ging in den Gang, der der direkten Weg zu dem Geschäfte ihres alten Widersachers war.
Die Gruppe ging nicht gerade begeistert hinter Mosca, Scipio und Moreno her. So liefen sie bestimmt eine halbe Stunde, als Mosca stehen blieb und auf einen nicht eingezeichneten Durchgang wies.
„Wir sind da.“, sagte der dunkelhäutige Junge und seine Entschlossenheit schwand langsam. Auch Scipio sah nun etwas nervös aus und Riccio hatte sich sowieso die ganze Zeit im Hintergrund gehalten.
Prosper trat zu Scipio, Moreno und Mosca hinzu und nahm den Eingang genauer unter die Lupe.
„Der Durchgang ist im Nachhinein entstanden. Seht ihr die Brüche hier? Die wurden mit Gewalt herbeigeführt. Die anderen Gänge sind alles sauber verarbeitet, aber hier sind die Wände nicht geglättet worden.“, sagte er.
„Ich finde wir sollten rein gehen.“, fuhr Prosper fort.
Mit der Taschenlampe leuchtete er in den Gang. Wespe schaute unsicher zu Mosca, der kräftig schluckte.
Prosper verschwand in dem Gang.
Die Schwärze verschluckte ihn.
Scipio und Moreno wagten sich hinterher. Wespe zog Bo und Mosca in die Dunkelheit. Riccio folgte ihnen ganz schnell. Auch wenn er am liebsten nicht hinein gegangen wäre, alleine mit Luna draußen warten wollte er auch nicht.
Luna blieb draußen stehen.
Sie wolle Wache halten, hatte sie gesagt und war vorne stehen geblieben.
Die Dunkelheit wurde nur durch die Strahlen von drei Taschenlampen durchbrochen. Die Gruppe stand plötzlich in einem großen Raum, der an die Form und Größe eines mittleren Kirchenschiffes erinnerte. Scipio leuchtete mit seiner Taschenlampe die Wände ab.
„Hey Leute, seht mal. Da sind Fackeln an der Wand.“, sagte er Seine Stimme hallte an den Wänden wider.
Moreno zog eine Packung Streichhölzer und einen Bund Kerzen aus seinem Rucksack und reichte sie den Kindern: „Zündet damit mal die Fackeln an, dann sparen wir die Batterie von den Taschenlampen.“
Die Freunde taten wie ihnen geheißen und als alles Fackeln leuchteten schrie Bo vor Freude auf.
„Ist es das, wovon ich denke was es ist?“, fragte er aufgeregt und deutete auf ein riesiges kreisförmiges Gestell aus Holz.
Vor ihnen stand das Karussell, welches Scipio erwachsen gemacht hatte.
Die gigantische Pracht erhob sich in der Mitte des Saales und war genau so schön, wie Prosper es in Erinnerung hatte. Doch da war ein Problem.
Das Karussell auf der Isola Segretta war zerstört worden, von keinem anderen als dem Rotbart.
Prosper ging ein Licht auf. „Ähm Freunde, wir sind doch ungefähr unter dem Geschäft vom Rotbart?“, fragte er, während er um das Karussell herum ging.
Wespe und Mosca nickten und Riccio sagte: „Ich kann mit bildlich vorstellen, wie das hässliche Geschäft vom Rotbart zwischen den ganzen Konditoreien und Cafés steht.“
„Ich glaube nicht, dass das hier das originale Karussell ist. Das echte ist von ihm höchstpersönlich zerstört worden.“, fuhr er fort.
„Warte denkst du das was ich denke?“, fragte Scipio Prosper, der sich zu seinem besten Freund gesellt hatte.
„Wenn du denkst, dass kein anderer als der Rotbart selbst das Karussell hier hin gestellt hat und auch diesen Saal gegraben hat, dann denken wir das gleiche.“, sagte Prop und seine Stimme begann leicht zu zittern.
„Schlau kombiniert!“, sagte eine quäkende und nervige Stimme aus der Dunkelheit des Ganges.
Die Gruppe fuhr herum.
Als die Person ins Licht trat, stand ein fetter, zur Glatze neigender, ungefähr 40 jähriger Mann vor ihnen.
Sein feuerroter Bart schien noch genau so rot wie vor drei Jahren, bevor das Karussell ihn zu einem kleinen Jungen gemacht hatte.
Vor ihnen stand Barbarossa.
Review schreiben
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast