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Vendetta è dolce e rose sono rosse - Rache ist süß und Rosen sind rot

von Leni398
GeschichteAbenteuer, Liebesgeschichte / P12 / Gen
Bonifazius Prosper Scipio Wespe
08.12.2014
28.01.2020
22
29.747
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Dieses Kapitel
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27.01.2015 1.287
 
Am nächsten Tag, klingelte Prospers Handy.
„Du Prosper, kannst du rüber kommen und mit mir den Keller entrümpeln?“, fragte Scipio am anderen Ende der Leitung. Prosper willigte ein und wollte um 11 Uhr bei Scipio und den Jungs sein.
Also noch zwei Stunden Zeit.
Es waren Osterferien und endlich hatte der ganze Schulstress ein Ende. Nur Ida und Viktor mussten arbeiten, was ein sturmfreier Vormittag bedeutete, worüber sich Bo ganz besonders freute. Endlich konnte er fernsehen, was er wollte und nicht immer dieses doofe Abendprogramm.
Wespe hatte sich vorgenommen endlich mal wieder Yoga zu machen und voll und ganz zu entspannen, was bei dem Kummer und dem Stress, den sie gerade durchlitt auch echt mal nötig war.
Nachdem Prosper geduscht hatte, angezogen war und gefrühstückt hatte, schwang er sich auf sein BMX und fuhr die Strecke in einem sehr gemächlichem Tempo. Es war nicht weit bis zu Scipio. Als Prosper klingelte, öffnete Scip.
„Hey Alter, was geht?“, begrüßte ihn Prosper.
Scipio war allein.
Mosca und Riccio hatten heute beschlossen, Moscas Boot einen neuen Anstrich zu verpassen.
Prosper und Scipio hielten sich nicht lange mit quatschen auf und gingen sofort in den Keller. Der Keller war in einem so unordentlichen Zustand, dass die Jungs sich Gänge schaufeln mussten um ein bisschen Platz zum bewegen zu haben.
„Das ganze Gerümpel stammt noch vom ehemaligen Besitzer. Und ich glaube teilweise ist da sogar was nützliches dabei. Riccio braucht auch ein neues Bett. Und vorhin hab ich ein Bettgestell in dem Gerümpel gesehen. Wenn wir das da raus bekommen und reparieren wird das wieder richtig gut.“, erklärte Scipio. Prosper nickte und fing nun an mit einem Müllsack bewaffnet sich durch den Keller durch zu arbeiten. Scipio tat es ihm gleich.
Zwei Stunden später hatten sie sich durch den ersten Raum durchgearbeitet. Drei weitere warteten noch auf sie, doch es waren einige Erfolge zu erkennen. Jetzt wo der Müll raus war, wurden die brauchbaren Möbelstücke sichtbar. Riccios neues Bett bauten Prosper und Scipio auseinander und trugen es Teil für Teil hoch in den Flur.
Prosper verschwand danach erst einmal in der Küche. Kurz darauf hörte man die Tür des Kühlschranks auf und zu gehen. Scipio ging ihm hinterher.
„Kannst du auch was anderes als Essen?“,lachte er und boxte Prosper freundschaftlich gegen den Oberarm.
Prosper grinste und nickte.
„Ja ich kann auch noch schlafen und dein Haus aufräumen.“, erwiderte er.
Scipio lachte und ging wieder in den Keller und guckte nach weiteren brauchbaren und benötigten Möbeln.
Das was er oder seine Freunde nicht brauchten wollte er verkaufen und so ein bisschen Geld verdienen.
Gesagt, Getan. Einige Minuten später kam auch Prosper runter und half mit die Möbel wieder auf Vordermann zu bringen.
Die beiden Freunde schraubten, schleiften und lackierten. Und so war nach weiteren zwei Stunden alles in einem brauchbaren und verkaufsähnlichen Zustand. Prosper fühlte sich in diesen Stunden mit Scipio, wie vor drei Jahren.
Die Zeit, als das Beste, was ihm und seinem Bruder Bo je passieren konnte, eingetreten war.
Die Brüder hatten eine Familie und heute wünschte sich Prosper manchmal in diese fast unbeschwerte Zeit zurück, da wo alles teilweise noch so einfach war, wo Wespe sich noch so wie seine beste Freundin verhalten hatte und Prosper nicht ignorierte oder, wenn Wespe mit ihm sprach ihm nicht in die Augen schauen konnte.
Scip sah Prosper belustigt an. Prosper hatte nicht bemerkt, dass er aufgehört hatte zu arbeiten und bei dem Gedanken an früher leicht geseufzt hatte.
Als Prop merkte, dass Scipio ihn dämlich angrinste rief er sich zurück in das hier und jetzt und tat so, als ob nichts gewesen wäre. Prop wusste genau, dass Scipio zu der Zeit, in die sich Prosper manchmal zurück wünschte, noch sein normales Alter hatte. Scipio hatte aber schon immer etwas gegen sein Teenager Dasein gehabt, was auch mit der Abwesenheit von Luna zu tun hatte.
Der junge Mann wollte nicht wieder in diese Zeit zurück. In eine Zeit, in der ihn sein eigener Vater wie Dreck behandelt hatte und nicht, wie ein normaler Vater, ihm  bei Problemen half oder ihn sonst irgendwie unterstützte.
Deshalb erzählte Prosper Scipio auch nicht, worüber er nachdachte, aus Angst Scipio zu verletzten und ihn an seine beinahe missratene Kindheit zu erinnern.
Prosper arbeitete sich bis zu einem großen Regal vor. Es war aus massivem, dunkelem Holz und sah sehr schwer aus. In dem Regal standen alte, eingestaubte und in Leder gebundene Bücher.
„Ey Scip, hilf mir mal das Regal weg zu schieben.“, rief er durch den Keller. Der verschwitzte Kopf von Scipio tauchte hinter ein paar fast fertigen Möbeln auf.
„Ich glaube das bringt einiges an Geld ein.“, grinste Scipio, als er das Regal, was Prosper entdeckt hatte begutachtete. Es war in einem beachtlich gutem Zustand.
Scipio und Prosper schoben nun jetzt mit aller Kraft das Regal zurseite, doch es bewegte sich keinen Millimeter. Auch mit Ziehen oder kippen hatten die Jungen kein Chance. Scipio schlug nach noch weitern Versuchen wütend gegen das Regal. Ein Buch klappt, wie ein Schalter nach vorne und das Regal öffnete sich knirschend wie eine Tür.
„Das ist jetzt gerade nicht passiert oder?!“, keuchte Prosper. „Kneif mich mal.“, sagte Scipio ungläubig und Prosper kniff ihm in den Oberarm. Scipio atmete zischend aus und verzog das Gesicht leicht durch den Schmerz.
„Alter ich glaube wir haben ein neues Abenteuer vor uns.“, grinste Prosper und holte die große Taschenlampe aus dem Nebenraum.
Scipio lächelte bei dem Gedanken an die Aufregung, die die beiden erwarten würde. Prosper knipste die Taschenlampe an und leuchtete in den Gang, der sich den beiden offenbart hatte. Eine lange Treppe kam zum Vorscheinen.
Sie führte weit in die Tiefe.
So weit, dass das Licht der Taschenlampe nicht die komplette Treppe beleuchten konnte.
Prosper wagte einen Schritt in die Dunkelheit.
Eine Kühle, wie man sie aus Höhlen in den Bergen kennt, empfing ihn.
Scipio folgte ihm und gemeinsam gingen sie Schritt für Schritt in die Tiefe.
Es war, als ob die Treppe nicht enden wollte und gerade dann als sie es nicht erwarteten hörte die Treppe auf und Scipio und Prosper stolperten in den daraufhin folgenden Gang. Dieser war genauso dunkel wie die Treppe zuvor und die Atemwolken schwebten über den Köpfen der Jungen. Der Gang war zum Glück so hoch, dass selbst der lange Scipio bequem stehen konnte.
In diesem Moment waren beide froh Sweatshirtjacken zu tragen, denn es war doch recht kalt hier unten.
Prosper fröstelte leicht und ging den dunklen Gang geradeaus weiter. Scipio ging hinterher.
Als sie an eine Gabelung kamen beschlossen sie umzukehren und das nächste Mal Wespe, Mosca, Riccio und Bo mitzunehmen. Auch Luna sollte nach Prospers und Scipios Meinung mitkommen. Sie gehörte schon längst für die beiden zur Gruppe mit dazu und durfte nicht fehlen.
Was für einen Fehler Scipio und Prosper aus Wespes und Bo's Sicht mit dieser Annahme machten, wussten sie bis jetzt noch nicht.
Prosper beschloss nach der kleinen Erkundungstour nach hause zu gehen, da es draußen schon dunkel wurde und seine Uhr schon 19.00 Uhr anzeigte. Wenn er keinen Ärger mit Ida und Viktor bekommen wollte, musste er sich jetzt schleunigst auf den Weg machen. Fünf Minuten später schloss Prosper auch schon sein Fahrrad in der Garage ein und kam gerade noch rechtzeitig zum Abendessen.
Nach diesem wollte er Bo und Wespe von seiner und Scipios Entdeckung erzählen und von dem Plan, den Scipio und er noch entwickelt hatten.
Sie wollten eine Karte von den Gängen anfertigen. Prosper ging davon aus, dass das Tunnelsystem ein Labyrinth war und zum weiteren Zurechtfinden hatten Scipio und er die Idee, dass Mosca die Gänge, die sie erkundeten auf einer Karte festhielt. Mosca konnte am besten von allen zeichnen und wenn es um Orientierung ging, konnte ihm niemand etwas vormachen.
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