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Vendetta è dolce e rose sono rosse - Rache ist süß und Rosen sind rot

von Leni398
GeschichteAbenteuer, Liebesgeschichte / P12 / Gen
Bonifazius Prosper Scipio Wespe
08.12.2014
28.01.2020
22
29.747
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08.12.2014 1.664
 
Scipio verließ den Raum.
Den Namen hatte er seid ungefähr 5 Jahren nicht mehr gehört. Als Wespe zu ihm auf den Balkon in den Regen heraus trat, drehte er sich von ihr weg.
„Sie ist deine Schwester oder?“, fragte Wespe ihn.
Scipio nickte leicht und wischte sich Regen und Tränen aus den Augen.
Wespe nahm ihn in den Arm.
„Sie ist meine kleine Schwester.“, flüsterte er, „bevor sie auf ein Internat in Deutschland gegangen ist, haben wir immer alles zusammen gemacht. Sie fehlt mir so.“
„Warum hast du dich nicht bei ihr gemeldet“, flüsterte nun auch Wespe.
„Ja genau ich tauche auf, und dann steht mein ungefähr 5 Jahre älteres ich vor ihr und kann ihr nicht glaubwürdig erklären, dass ich einfach nur gealtert bin, als ich auf ein verzaubertes Karussell gestiegen bin.“, sagte Scip jetzt lauter und löste sich von Wespe um sich wieder an die Brüstung zu stellen.
Wespe runzelte hinter seinem Rücken die Stirn und schüttelte den Kopf.
„Das ist doch nicht der wahre Grund.“
Scipio drehte den Kopf über die Schulter und sah Wespe ertappt an.
„Bevor sie nach Deutschland ging, haben wir uns gestritten und zwar so richtig heftig. Deswegen ist sie nach Deutschland gegangen. Wegen mir. Und jetzt hatten wir über 5 Jahre keinen Kontakt mehr. Weihnachten ist sie immer mit Mutter weg und ich war mit Vater allein. Ich hab deswegen dieses ganze Herr der Diebes Zeug angefangen.“
Als er endete, presste er sich die Handflächen auf die Augen und sah so verzweifelt aus, wie noch nie zuvor.
Wespe hatte ihn noch nie so erlebt. Klar Luna konnte sich nicht leiden, aber für Scip würde sie versuchen sich mit Prosper zu versöhnen und dann Luna und Scipio wieder näher zueinander zu bringen.
Riccio kam zur Tür und sah raus.
Wespe guckte ihn strafend an und bedeutete ihm nichts zu sagen, was der Junge, aber nicht verstand und ihm so ein riesiges Fragezeichen im Gesicht stand.
Scipio ging wortlos an ihm vorbei.
Draußen war es mittlerweile sehr dunkel geworden, und als Wespe auf die Uhr sah, wurde ihr bewusst, wie spät es schon war. Sie verabschiedete sich von den drei Jungen und ging, nachdem sie Scipio noch einmal einen langen, verständnisvollen Blick zugeworfen hatte und nickte ihm zu.
Scipio sah sie dankend an.
Draußen in den Gassen zog der Wind gewaltig an den Markiesen von den Balkonen der Wohnungen und Wespe lief, so schnell es gegen den Wind ging, nach hause.
Dort empfing sie eine wohlige Wärme, die sofort von Prosper zunichte gemacht wurde, als er ihr die Tür öffnete. Wespe warf ihm einen entschuldigenden Blick zu, den er ignorierte und die Treppe rauf verschwand.
Oben klingelte Prospers Handy.
Scipio.
„Hi was los Mann?“, meldete er sich.
Auf der anderen Seite der Leitung ertönte ein wütendes Schnauben.
„Alter Scip, jetzt sag was du willst. Ich kann keine Gedanken lesen.“, redete Prosper weiter.
„Hab gehört du hast ne Freundin.“, sagte Scipio nun und versuchte seine Stimme möglichst ruhig klingen zu lassen.
„Ja wer hat dir das erzählt?, fragte Prosper und ließ sich auf sein Bett fallen.
„Wespe meinte das heute, als sie bei uns war. Hat Wespe dir auch erzählt, wer Luna wirklich ist?“, antwortete Scipio. Prosper schnaubte, als er Wespes Namen hörte. Scipio ließ das unkommentiert und redete weiter: „Sie ist meine kleine Schwester.“
„Shit!“, entfuhr es nun Prosper.
„Hör mal Scip, ich wusste nicht das die Luna deine Schwester ist.“
„Ach ja!?“, Scipio wurde lauter. „Ich hab dir als Einzigstem von ihr erzählt. Ich dachte du bist mein bester Bro!“
Jetzt schrie er fast.
Prosper, antwortete völlig perplex: „Ich hab mir gedacht, da ist nur ne Namensgleichheit. Ich meine es gibt ja nicht wirklich wenige Lunas und Massimos in der Stadt.“
„Dein Ernst!?“, schrie jetzt Scipio,
„Ganz ehrlich ich hab keine Ahnung, warum ich nie gemerkt hab, dass du eine so linke Person bis!“
Prosper schrie nun auch: „Scipio ich wusste nicht dass sie deine Schwester ist. Ich dachte die ist auf dem Internat in Deutschland und bleibt da. Außerdem hattest du keinen Kontakt zu ihr in den letzten 5 Jahren und dich keinen Pfifferling für sie interessiert.“
„Das nimmst du zurück!“, brüllte Scipio am anderen Ende der Leitung, „Wir hatten zwar keinen Kontakt, aber trotzdem ist sie meine kleine Schwester und ich muss sie beschützen.“
„Sie ist 15 und kann entscheiden mit wem sie sich abgeben will und mit wem nicht. Und du gehörst anscheinend nicht dazu, wenn sie sich noch nicht gemeldet hat. Immerhin ist sie seit den Herbstferien hier.“
Plötzlich hörte Prosper ein Tuten.
Scipio hatte aufgelegt.
Sollte das jetzt etwa heißen, dass sie keine Freunde mehr waren?
Prosper fühlte sich ganz leer vor Wut auf seinen ehemaligen besten Kumpel.
Für ihn war Scipio gestorben.
Erst interessierte er sich 5 Jahre lang kein kleinstes Bisschen für Luna und jetzt, wo er eine Grund gefunden hat, sie wieder beschützen zu müssen, spielt er wieder den „Oberbeschützerbruder“.
Und dann schob er alles auf Prosper.
Wespe hatte unten im Wohnzimmer das Geschrei von Prosper mitbekommen und konnte sich zusammen reimen, worum es in diesem Telefonat ging, und mit wem es war.
Sie stützte die Stirn in die Hände und seufzte. Na das ging wohl komplett in die Hose. Jetzt musste sie sich was anders einfallen lassen, damit sich Scipio und Luna und auch Scipio und Prosper wieder vertrugen.
Zum Glück waren Ida und Viktor so in ihr Gespräch vertieft und Bo auf sein Lego konzentriert, dass sie Prospers Geschrei nicht mitbekommen hatten. Denn das letzte, was Prosper jetzt gebrauchen konnte, waren nervige Fragen und besorgte Blicke.
Kaum war das Telefonat beendet hörte man wieder Linkin Park durchs Haus tönen und Prosper, wie er seinen Boxsack bearbeitete.
Ida schaute auf, sagte aber nichts und ging auch nicht hoch.
Sie wusste, dass man Prosper, wenn er laut Musik hörte und nicht gestört werden wollte, lieber in Ruhe ließ. Auch Viktor, der Prosper als Sohn ansah, ging nicht hoch um ihm zu sagen er soll die Musik leiser machen. Viktor hatte auch kein Problem mit der Musik, wie Ida und Wespe.
Viktor wippte mit dem Kopf im Takt der Musik mit, was ihm einen schiefen Blick von Ida einbrachte.
Er quittierte das mit einem grinsen und zwinkerte ihr zu und ging dann in sein Büro um noch ein bisschen zu arbeiten.
Ida sah Viktor verträumt nach, was Wespe mitbekam und müde lächelte.
Bo baute immer noch Lego, grinste Wespe zu, als er aufschaute. Er hatte Idas Blick und Viktors zwinkern gesehen und wackelte nun mit den Augenbrauen.
Als Ida sich umdrehte und ihn fragend ansah, prusteten Wespe und Bo gleichzeitig los und verzogen sich lachend in Bos Zimmer um dort Mensch ärgere dich nicht zu spielen.
Ida schüttelte den Kopf und ging in die Küche um sich noch einen Tee zu machen.
Es war schon spät und eigentlich Schlafenszeit, woran Ida aber nicht dachte. Sie saß fast die halbe Nacht im Wohnzimmer und dachte nach. Viktor schwirrte die ganze Zeit in ihrem Kopf um her. Sie wusste allerdings nicht, dass Viktor vor seinem Computer das selbe Problem hatte und nicht ans Arbeiten denken konnte.
Vor seinem inneren Auge hatte er die ganze Zeit Idas lachendes Gesicht und ihre wunderschöne Stimme und ihr Lachen im Ohr.
Am nächsten Morgen wachte Ida davon auf, dass jemand ihr ins Ohr pustete. Sie schlug die Augen auf und blickte in Bo's blaue Augen, die strahlten.
Verschmitzt grinsend sagte er: „Ida Frühstück ist fertig, aber ich würde mich vorher noch umziehen. Deine Bluse ist ganz zerknittert.“
Er verschwand in der Küche.
Ida stand auf.
Sie war doch tatsächlich auf dem Sofa eingeschlafen. Sie ging in ihr Schlafzimmer, um sich neue Sachen raus zu suchen und um kurz duschen zu gehen. Als sie sich auf den Weg ins Bad machte, kam Viktor gerade vorbei, der ihr wieder zu grinste. Mit einem Zwinkern verschwand er in der Küche.
Ida blieb stehen und sah ihm hinterher.
Sie verschwand lächelnd im Bad.
10 Minuten später saßen alle am Frühstückstisch und genossen ein schönes gemütliches Frühstück.

Die Weihnachtsferien hatten angefangen, was ein wahrer Grund zum feiern war.
Auch zwischen Wespe und Prosper war eine erträglichere Stimmung als die Tage zuvor.
Und als Bo wieder mit den Augenbrauen wackelte und zwischen Ida und Viktor hin und her guckte, stimmte Prosper in Wespes Lachen mit ein.
Wespe kam es wie eine halbe Ewigkeit vor, die sie nicht mit Prosper geredet oder gelacht hatte. Es war einfach schön den besten Freund wieder zuhaben.
Bo sah sie fragend an und Wespe beschloss ihm zu erklären, warum alles wieder Friede, Freude, Eierkuchen zwischen Prosper und ihr war.
Gestern Abend, als alle schon im Bett waren, hatten Wespe und Prosper noch mit einander geredet und alle Probleme aus der Welt geräumt. Auch hatte Prosper ihr versprochen ihr dabei zu helfen, Luna und Scipio wieder näher zubringen. Auch wenn Prosper so tat, als ob ihm es nichts ausmachen würde mit Scipio zerstritten zu sein, merkte Wespe doch, dass es ihm ziemlich weh tat nicht seinen besten Kumpel an seiner Seite zu haben.
Bo lächelte und nickte zufrieden. Er hasste Streit und ignorierte den deshalb immer, was aber auch zum Ignorieren von den Beteiligten führte und er hatte keine Lust seinem Bruder und Wespe länger aus dem Weg zu gehen.
Alles war wieder so wie immer, mit der Ausnahme von Viktor und Ida, die die ganz Zeit flirteten, was von außerhalb sehr lustig mit anzusehen war.
Als die drei mit dem Frühstück fertig waren, ließen sie die beiden alleine und gingen hoch, um sich einen Plan für Luna und Scipio auszudenken.
Sie beschlossen die Ferien abzuwarten, bis sich die Lage zwischen Prop und Scip wieder beruhigt hatte. Dann sollte Scipio von Wespe in die Casa Spavento eingeladen werden und Prosper sollte Luna ganz zufällig mitbringen.
Der Name Luna löste in Wespe einen Stich aus, aber sie ließ sich nichts anmerken und dachte die ganze Zeit an den Plan.
Er musste einfach funktionieren.
Allein schon deshalb, damit zwischen Prosper und Scipio wieder alles in Ordnung war.
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