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Vendetta è dolce e rose sono rosse - Rache ist süß und Rosen sind rot

von Leni398
GeschichteAbenteuer, Liebesgeschichte / P12 / Gen
Bonifazius Prosper Scipio Wespe
08.12.2014
28.01.2020
22
29.747
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08.12.2014 1.832
 
Draußen vor der Tür stieß er auf Wespe. Er sah sie an und drehte sich wieder weg, damit sie seine Traurigkeit nicht sah. Wespe sah ihm besorgt nach und ging wieder in ihr Zimmer.

Als Ida endlich zum Abendessen rief, war es schon dämmrig, Bo ging es wieder besser, er spielte schon wieder mit Viktor Huckepacktragen, und Wespe hatte ihr Buch durch.
Die Lasagne stand dampfen auf dem Tisch und als Prosper sein Lieblingsessen sah, verzogen sich seine Mundwinkel zu einem leichten Lächeln.
Ida sah das und als Prosper das bemerkte, fiel sein Lächeln wieder ab und er widmete sich nachdenklich seinem Teller.
Das Gespräch mit Viktor hatte wirklich gut getan. Es war schön sich alles von der Seele reden zu können, bei jemandem, dem er mehr vertraute als sonst jemandem. Selbst Scipio hätte er das nicht erzählt, obwohl er sein bester Freund war. Viktor war eben in den letzten Jahren immer mehr eine Vaterfigur für Prop geworden.
Ein Vater, den er und Bo nie hatten.
Als die Teller leer und die Bäuche voll mit der leckeren Lasagne waren, erhob sich Prosper von seinem Stuhl.
Kurz darauf, dröhnte wieder Musik durch das Haus.
Wespe rollte mit den Augen und stand auch auf, um Bo den Fernsehr anzumachen.
Ida wollte gerade den Abwasch machen, als Viktor sie zurück hielt: „Warte Ida. Du hast schon gekocht. Ich mach das heute Abend.“
Ida runzelte über diesen Sinneswandel die Stirn, beließ es aber dabei und ging zu Bo ins Wohnzimmer.
Viktor war nun alleine in der Küche. Vor ihm ein riesiger Berg an Geschirr, Pfannen und Töpfen. Er schüttelte verzweifelt den Kopf über die riesigen Geschirrberge und machte sich aber dann an die Arbeit.
Der Rest des Abends verlief ziemlich ruhig. Ida musste, nachdem sie Bo ins Bett gebracht hatte Prosper nur zweimal ermahnen seine Musik entweder leiser zu machen, oder über Kopfhörer zu hören, Wespe und Viktor spielten den ganzen Abend Karten, währen Ida begann ihre neuen Fotos, für die nächste Ausgabe des Venedig Seasons zu entwickeln.
Erschöpft gingen alle spät abends ins Bett, und jeden quälten die eigenen Gedanken.
Der Samstagmorgen begann damit, dass Bo die Tür von Wespes Zimmer leise auf machte. Der blonde Junge lugte um die Ecke in ihr Zimmer. Er schlüpfte ins Zimmer, machte die Tür lauter als gewollt zu, was Wespes Schlaf aber nicht störte und kroch dann zu Wespe ins Bett und schlief wieder ein. Als nächstes wurde Prosper wach, der versuchte sich an seinen Traum zu erinnern.
Ein Mädchen war darin vorgekommen. Sie hatte allerdings keine klaren Umrisse. Nur eine Gestalt aus Licht, die ihn von irgendetwas abhalten wollte. Er konnte sich nur nicht mehr erinnern von was.
Ihre wunderschöne, sanfte Stimme hallte in seinem Kopf wieder: „Prosper! Tu es nicht!“
Er schloss nochmal die Augen, um wieder in den Schlaf zu gleiten, aber er war wach.
Eindeutig wach.
Also stand er auf und ging nur mit Boxershorts bekleidet zu seinem Bruder ins Zimmer, um zu gucken, ob er schon wach war. Sein Bett war leer. Prosper überlegte gerade, wo Bo sein könnte, als ein Kichern aus dem Nebenzimmer ertönte.
Wespe hatte damit begonnen Bo ordentlich durchzukitzeln. Mitten in dieses Schauspiel platzte Prosper, dem der Anblick ein leises Lachen entlockte.
Wespe drehte sich um. Sie erblickte den halbnackten Prosper und wurde schlagartig rot.
Prosper, dem wohl gerade bewusst wurde, in welchem Aufzug er gerade rumlief, ging schnell in sein Zimmer. Bo rannte ihm nach, nachdem er Prosper gesehen hatte. Wespe, nun alleine, ließ sich auf ihr Bett sinken und schüttelte den Kopf. „Bitte lass ihn das nicht gesehen haben.“, flüsterte sie leise und stützte die Ellbogen auf ihre Knie und ihre Stirn in die Handflächen. „Warum werde ich auch immer so schnell rot?“, fragte sie sich selbst.
Unten regte sich nun auch Ida, die sich beeilte, um das Bad als erste zu belegen.
Doch als sie vor dem Bad angekommen war, schloss sich gerade die Tür. Leise fluchte sie,warf sich einen Bademantel über und ging in die Küche, um das Frühstück vorzubereiten.
Als dann eine viertel Stunde später, der Duft nach frischen Brötchen und Kaffee das Haus erfüllte, ging die Badezimmertür wieder auf und ein frisch geduschter Viktor trat in die Küche.
Ida legte nun einen Sprint hin, um noch vor Wespe das Bad zu erreichen. Wespe kam gerade gemütlich die Treppe runter, als Ida um die Ecke ins Bad lief und hektisch die Tür schloss. Wespe runzelte verwundert die Stirn.
Sie trug Bo weiter huckepack in die Küche, wo er von ihr runter sprang und sich sofort auf seinen Platz setzte und an Viktor vorbei schielte, der gerade Rührei und Speck in einer Pfanne machte.
Wespe lachte und ließ sich auf ihren Platz fallen. Als Prosper die Treppe laut runter trampelte und ein „Morgen!“ hören ließ, was sogar ganz freundlich klang, blieb Wespe der Mund offen stehen.
Seit einer Woche redete er kein Wort und war so genervt, dass man froh sein konnte, dass Blicke nicht töten konnten und jetzt war alles wieder in Ordnung?
Als Prop ihr entschuldigend zulächelte senkte sie den Blick auf ihren noch leeren Teller, damit er nicht sehen konnte, dass sie leicht errötete. Prosper gab Viktor eine freundlich Klopfer auf die Schulter und wuschelte Bo durch seine blonden Locken. Als Ida in die Küche kam gab er ihr einen Kuss auf die Wange und ließ sich dann mit einem Grinsen auf seinen Platz fallen, um seinem Bruder die Pfanne mit dem Rührei aus der Hand zu nehmen, der sich seinen Teller fast mit Rührei überlud, und tat sich dann selber eine Portion auf. Die vier anderen schauten ihn mit offenen Mündern an.
Bo wohl eher, weil er verwundert darüber war, dass, dort, wo noch gerade die Pfanne war, nichts mehr war und er die Luft schaufelte.
Ida und Wespe verstanden die Welt nicht mehr. Viktor zwinkerte Prosper verschmitzt zu, der nur noch breiter grinste. Als Ida gerade fragen wollte, was denn los sei, stupste Viktor sie an.
„Mach es doch nicht gleich wieder kaputt mit deinen Fragen.“, flüsterte er und Ida machte den Mund wieder zu.
Wespe sah Prosper die ganze Zeit einfach nur verwundert an und vergaß fast zu essen.  
Der Rest des Wochenendes, verlief ohne bedeutende Zwischenfälle. Prosper verhielt sich endlich wieder normal und spielte mit Bo. Wespe sah die ganz Zeit ihnen entweder verträumt zu, oder sah in Gedanken aus dem Fenster. Viktor versuchte Prosper die ganze Zeit auf seine gute Laune anzusprechen, doch jedes Mal, wenn er es auch nur versuchte, grinste Prosper ihn an, warf ihm einen vielsagenden Blick zu und wechselte dann das Thema.
Am Montagmorgen war Prosper fraglicher Weise sehr nervös, glänzte aber immer noch mit guter Laune. Ihm wollte nichts gelingen, sodass Ida ihm das Messer aus der Hand nahm, als er die Tischdecke mit Schokocreme bestreichen wollte.
Als alle fertig waren und sich ein Gedränge im Hausflur befand, ging Prosper raus, schnappte sich sein BMX und fuhr in einem Affenzahn zur Schule.
Sonst lief das alles sehr gemütlich bei ihm ab und er zögerte den Moment des Aufbruchs immer so weit wie möglich raus, aber heute konnte es nicht schnell genug gehen.
Wespe sah Prosper ungläubig nach und schwang sich nun auf ihr Fahrrad, um mit Bo zur Schule zu fahren. Sie lieferte ihn an der Grundschule ab, wo er von einer Gruppe Jungen begrüßt wurde, die ihn freudig in ihre Mitte nahmen.
Bo zog mit seinen Freunden ab, zwar nicht, ohne Wespe zum Abschied zu umarmen, aber dennoch froh wieder mit gleichaltrigen was machen zu können.
Wespe fuhr weiter und als sie ihr Fahrrad gerade am Unterstand abschließen wollte, fielen ihr zwei eng umschlungene Personen auf.
Der eine war eindeutig Prosper.
Wespe fühlte sich, als hätte jemand ihr ins Gesicht geschlagen. Sie senkte schnell ihren Blick auf ihr Fahrradschloss, um ihre Tränen zu verstecken. Fürs Fahrradanschließen brauchte sie diesmal länger als eigentlich nötig.
Als sie etwas später in ihrer und Prospers Klasse ankam, lächelte er ihr zu und bedeutete ihr, dass der Platz noch frei war, doch Wespe setzte sich nicht zu ihm, sondern neben eine Freundin von ihr. Als diese fragte, was denn los sei, antwortete Wespe nicht.
Der Klassenlehrer kam rein. Hinter ihm ein Mädchen, mit welligem, langem, kastanienbraunem Haar und strahlend blauen Augen. Sie zwinkerte Prosper zu, der das einem breiten Grinsen kommentierte.
Wespe stöhnte leise und senkte den Kopf nach unten. Der Lehrer bedeutete der Klasse ruhig zu sein und ließ das Mädchen sich vorstellen.
„Hi ich bin Luna Massimo, 15 Jahre alt und habe, bevor ich hier ein Internat in Deutschland besucht und habe mich aber dazu entschlossen jetzt weiter hier in die Schule zu gehen, weil meine Eltern hier wohnen und ich mich hier wohler fühle.“, sagte sie
Luna setzte sich nun auf den noch einzigen freien Platz, der zum Bedauern von Wespe, genau der neben Prosper war.
Für Wespe konnte der Tag nicht schlimmer kommen. Die Schule schlich nur so an ihr vorbei und vom Unterricht bekam sie nichts mit.
Als dann endlich die Klingel läutete und den Nachmittag anstimmte, erhob sie sich von ihrem Platz, packte schnell ihre Sachen und verschwand auf dem Gang. Prosper schaute ihr verwundert nach, wurde aber sofort wieder von Luna abgelenkt.
Draußen rannte Wespe zu ihrem Fahrrad und fuhr schnellstmöglich vom Schulgelände. Auf dem Nachhauseweg sammelte sie Bo ein, der heute gleichzeitig Schluss hatte.
„Wo ist Prop?“, fragte er, als Wespe alleine vor dem Schultor der Grundschule stand und auf ihn wartete.
„Weiß nicht.“, sagte Wespe knapp, „Glaube der kommt gleich nach.“
Bo gab sich damit zufrieden, stieg auf sein Fahrrad und fuhr wie ein Bekloppter die Straße runter.
Wespe lächelte müde.
Bo machte gerne Wettrennen.
Wer ist als erstes Zuhause, wer kann schneller essen, und so weiter.
Auch Viktor konnte ihn nicht davon abbringen, obwohl er auf Viktor meistens hörte. Sogar manchmal mehr, als auf Prosper, der so eine Art Vorbild für den Jungen war.
Zuhause angekommen, war Ida schon da. Sie hatte Mittagspause und musste erst gleich zur Redaktion vom Venedig Seasons, für das sie fotografierte und zurzeit an einer neuen Kolumne arbeitete.
Als alle am Tisch saßen, kam Prosper herein geschneit. Völlig außer Atem und die Haare, vom Wind zerzaust, stammelt er sich eine Ausrede zusammen.
„Ich hab noch... Ich musste noch... Ähm... Was erledigen.“ Wespe rollte genervt mit den Augen und konzentrierte sich lieber auf ihre Spagetti.
Prosper ließ sich außer Atem auf den Stuhl neben Wespe fallen. Wespe ignorierte Prosper gekonnt.
Ida runzelte und warf ihr einen fragenden Blick zu, den Wespe mit einem Schulterzucken quittierte.
Ida nahm sich vor Wespe später mal auf ihr Verhalten gegenüber Prosper anzusprechen. Hatte ja auch bei Viktor geklappt, als Prosper so schlecht drauf war.
Was Wespe nicht wusste, dass sie nicht die Einzige war, die von Prospers neuer Freundin war.
Viktors Weg zur Arbeit führte an der Schule vorbei. Dort hatte er Prosper und seine Freundin in engster Vertrautheit auf dem Pausenhof stehen sehen. Viktor fuhr nach diesem Bild, mit einem gedanklichen Schulterklopfen an Prop und mit einem breiten Grinsen weiter ins Büro.
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