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Vendetta è dolce e rose sono rosse - Rache ist süß und Rosen sind rot

von Leni398
GeschichteAbenteuer, Liebesgeschichte / P12 / Gen
Bonifazius Prosper Scipio Wespe
08.12.2014
28.01.2020
22
29.747
2
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Dieses Kapitel
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26.03.2017 1.189
 
Die Sonne kitzelte ihn an der Nase, als der Pfleger Prosper im Rollstuhl nach draußen schob.
Vor der Klinik standen schon Viktor und Ida, die ihn nach Hause mitnehmen würden.
'Endlich.', dachte Prosper erleichtert.
Zwei Wochen Krankenhaus waren zwar nicht viel, aber es waren trotzdem zwei weitere Wochen, die sie Barbarossa nicht hinter Gitter bringen konnten.
„Hallo mein Junge.“, begrüßte Viktor Prosper mit einem Klaps auf die Schulter, der Prosper zusammensacken ließ.
Er war doch noch ziemlich wackelig auf den Beinen.
Viktor richtete ihn wieder auf und nahm ihm seine Tasche ab.
Prosper grinste und nahm Ida fest in den Arm, die ihn auf dem Weg zum Auto leicht stütze, damit er nicht sofort wieder zusammenklappte.
„Können wir bitte schnell nach Hause?“, fragte der Junge und Ida nickte froh.
„Ja natürlich, ich hab dir Lasagne gemacht. Dieses Krankenhausessen ist ja fruchtbar, du bist ganz dünn. Zuhause isst du erstmal was und ruhst dich aus. Wir müssen dich schließlich wieder fit kriegen. Die Schule hat auch schon wieder angefangen und sonst verpasst du zu viel.“
Prosper und Viktor rollten mit den Augen und grinsten sich an, was aber sofort wieder erlosch, als Ida eine Augenbraue hochzog.

Prosper stellte seinen leeren Teller weg und lehnte sich entspannt zurück.
Er schloss die Augen.
Nach dem vierten Stück Lasagne war er pappen satt.
Ida hatte ihm immer mehr Lasagne angedreht, aber nach vier Portionen ging wirklich nichts mehr rein.
In der Küche wartete er nun, bis Bo und Wespe endlich von der Schule nach Hause kamen.  
Es ärgerte Prosper, dass der Arzt ihn noch nicht gleich wieder ins Leben zurück lassen wollte.
Prosper sah aber ein, dass er wohl kaum in die Schule gehen konnte, wenn er den Weg in sein Zimmer nur mit großer Anstrengung bewältigte.

Um viertel nach drei, klingelte es an der Haustür und Prosper ging wankend, aber grinsend zur Tür.
Bo drückte seinen großen Bruder fest an sich, als dieser die Tür öffnete.
„Bo lass mich los, ich bekomme keine Luft. Meine Rippen sind auch gleich wieder gebrochen, wenn du mich noch fester umarmst.“, krächzte Prosper und rieb sich den Brustkorb, als sein kleiner Bruder ihn los ließ.
„Tschuldige.“, sagte Bo schief grinsend, tätschelte Prospers Rippen und verschwand an den Hausaufgaben.
Prosper schüttelte den Kopf, lachte leise und schaute zu Wespe runter, die neben ihm stand.
„Ähm...Hi.“, sagte Prosper und umarmte sie zögerlich.
Wespe erwiderte die Umarmung zaghaft und sichtlich überrascht.
„Äh...wie war die Schule?“, fragte Prosper verlegen, nach dem er sich von Wespe gelöst hatte.
„Gut.“, sagte das Mädchen leise, wurde rot und schaute auf den Boden.
„Schön.“, sagte Prosper und lächelte sie verlegen an.  
'Was für 'ne Unterhaltung.', dachte er sarkastisch, 'so werde ich unsere Freundschaft nicht wieder verbessern können. Aber hey immerhin ein Anfang...'
Freunde.
Waren sie das nach all dem noch, oder war alles verloren und sie würden nie wieder Freunde werden können.
Prosper hatte die Vertrautheit zwischen ihm und Wespe genossen, als er sie umarmt hatte.

Prosper sah ihr nach, als sie den Flur verließ und die Treppe hoch in ihr Zimmer ging.
Es musste zwischen ihm und Wespe alles wieder so werden wie früher.
Da, wo alles noch so einfach war.
Sie sich noch wortlos verstanden hatten.
Sich nur angucken brauchten und genau wussten, was der andere dachte und fühlte.
Mit der Zeit war das weniger geworden.
Wespe hatte sich seit Luna immer mehr zu ihm distanziert, was Prosper nicht verstand.
Sie fehlte ihm.
Ja, Prosper vermisste Wespe und es zerriss ihn innerlich, dass er es nicht wieder so werden lassen konnte wie früher.  

Prosper schlug sich mit der flachen Hand an die Stirn.
'Natürlich, dass ich nicht gleich darauf gekommen bin, dabei ist es so einfach', dachte er und grinste schelmisch in sich hinein.
Wenn damit nicht alles so werden würde, wie früher, dann wüsste er auch nicht.

Sein Handy riss ihn aus seinen Gedanken.
„Ja?“, meldete sich Prosper am Telefon.
„Hi Prop, wir wollen weiter nach Barbarossa suchen, machst du mit?“, erklang Scipios Stimme am anderen Ende.
„Hmm ich weiß nicht so recht. Ich bin nicht mal richtig fit, und ich glaube nicht, dass Ida mich überhaupt raus lassen wird. Sie bemuttert mich gerade ziemlich.“, antwortete Prosper.
Dass er es schön fand, dass Ida sich so um ihn kümmerte und, dass er sie als seine zweite Mutter ansah, sagte er natürlich nicht.
„Außerdem will ich nicht, dass Bo etwas passiert. Du hast doch mitbekommen, was mein Erzeuger mit mir gemacht hat. Ich will nicht, dass Bo oder irgendeinem von euch etwas passiert. Das könnte ich mir nie verzeihen.“, fuhr Prosper fort.
Bewusst hatte er nicht das Wort Vater verwendet. Für ihn gab es nur einen Vater und das war Viktor.
'Habe ich das Viktor schon mal gesagt?', dachte Prosper und hörte Scipio nicht richtig zu.
„..fast 9 Jahre alt und du hättest ihn erleben müssen, als du weg warst. Während alle total niedergeschlagen waren und gekniffen haben, wollte er sofort wieder runter und dich suchen. Außerdem gibt es da nichts, wofür du dir die Schuld geben müsstest. Wir wollen unser zuhause retten und das schaffen wir nicht ohne dich. Hörst du mir eigentlich zu?“, sagte Scipio, als von Prosper keine Antwort kam.  
„Äh..ja klar. Ähm...du hast Recht, trotzdem ist der Rotbart gefährlich und wenn ihr was unternehmt, seid bitte vorsichtig.“, sagte Prosper leicht nervös.
„Alter, ich bin Polizist. Ich passe schon auf.“, sagte Scipio lachend.
„Ja Polizist in Ausbildung du Angeber.“, konterte Prosper und gab sich aber trotzdem geschlagen. Scipio war Polizist und das konnte man eben nicht abstreiten.
„Also was ist geplant?“, fragte Prosper weiter.
„Naja, als guter Azubi werde ich mich hinter meinen Rechner klemmen und Überwachungsvideos anschauen und Hinweise auf den Rotbart suchen. Als guter Freund und ehemaliger berühmt, berüchtigter Herr der Diebe, werde ich mein Wissen als Polizist an euch weiter geben, sodass wir eigene Aktionen starten können.“, meinte Scipio.
„Klingt gut! Meldest du dich, wenn du was hast?“, fragte Prosper.
„Aber hör mal, du weißt, dass wir mit Viktor unter einem Dach wohnen, wenn was in Bewegung ist, wird er das doch merken.“, stellte Prosper Scips Plan wieder infrage.
„Meinst du, der wird bei seiner Rosa- Roten Brille, die er zurzeit auf hat was merken?“, Scipio lachte sein leises raues Lachen, was bei Mädchen immer eine Gänsehaut verursachte.
„Jetzt ernsthaft, der ist doch selbst an dem Fall dran und wenn ich was herausfinde, dann werde ich ihn schon nicht im Dunkeln lassen. Nur werde ich die Infos an euch n bisschen früher rausgeben. Wir schnappen uns den Mistsack.“, sagt Scipio zum Abschied und legte auf.
Prosper nickte, auch wenn ihm bei dem Gedanken an das Kommende etwas unwohl wurde.
Seinen Bruder in die Gefahr zu bringen, das gleiche durchmachen zu müssen, was er durchmachen musste, wollte er auf keinen Fall.
Dem ganzen Spuk endlich ein Ende bereiten und sein Zuhause retten, musste aber sein.
Das hatte jetzt Priorität vor allem andern und vielleicht ergab es sich auch, dass das Eis zwischen ihm und Wespe etwas taute.
Zufrieden mit sich, schleppte sich Prosper hoch in sein Zimmer.
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