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Vendetta è dolce e rose sono rosse - Rache ist süß und Rosen sind rot

von Leni398
GeschichteAbenteuer, Liebesgeschichte / P12 / Gen
Bonifazius Prosper Scipio Wespe
08.12.2014
28.01.2020
22
29.747
2
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Dieses Kapitel
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15.02.2017 913
 
Die Notaufnahme des Unita’ Locale Socio Sanitaria war berstend voll
Die letzte Stunde im Warteraum der Notaufnahme hatte Viktor wie in Trance verbracht.
Eine Schwester hatte ihm zwischendurch einen Kaffee gebracht, den Viktor wie automatisiert trank.
Er schmeckte nach Spühlwasser, aber das nahm Viktor gar nicht richtig wahr.
Er war taub und blind für all dass, was um ihn herum geschah.
Auf das Fenster des Behandlungsraums starrend, darauf wartend, dass ihm jemand etwas sagen würde, wie es Prosper ging, saß Viktor wie ein Häufchen Elend in seinem Stuhl.
Er konnte Prospers braune Locken sehen, seine geschlossenen Augen und den Beatmungsschlauch in seinem Mund.
Viktor wurde schlecht und schloss die Augen.
Der Gedanke, Prosper nie wieder in seine Arme schließen zu können trieb ihm die Tränen in die Augen.
Die einsame Träne, die sich den Weg seine Wange hinunter bahnte, wischte er wütend weg.
„Hör auf zu heulen Viktor. Er lebt. Du hast ihn gefunden. Es wird alles wieder gut.“, sagte Viktor leise zu sich selbst.

Die Tür des Behandlungsraums öffnete sich und der Arzt kam auf Viktor zu.
Viktor sprang auf und verschüttete dabei seinen Kaffee.
„Herr Getz?“, fragte der Arzt. Viktor nickte und reichte dem Arzt die Hand.
„Dr. Martinelli mein Name, ich behandel ihren Sohn Prosper. Wir haben ihn auf Grund der Kopfverletzung in ein künstliches Koma versetzt, damit sein Körper sich erholen kann. Er ist ziemlich dehydriert aber stabil.“, stellte sich der Arzt vor und begann direkt zu berichten.
„Also wird er wieder gesund?“, fragte Viktor aufgeregt.
„Ja, er ist noch jung und wird sich denke ich relativ schnell wieder erholen.“, sagte Dr. Martinelli und Viktor schüttelte ihm dankbar die Hand.
„Die Kollegen bringen ihn jetzt auf die Intensivstation, damit wir ihn überwachen können. Sie können ruhig mitgehen.“ sagte der Doktor noch zu Viktor und verabschiedete sich.

Als Prosper auf die Station gebracht wurde wich Viktor ihm nicht von der Seite.
Er lächelte und war unendlich glücklich, dass es Prosper wieder gut gehen würde.
In seinem Zimmer wurde Prosper direkt verkabelt und Viktor ging kurz raus um Ida telefonisch auf den neusten Stand zu bringen.
Er hatte gerade ihre Nummer in sein Handy getippt, als sie, Wespe und Bo schon den Gang runter gerannt kamen.
„Es wird ihm wieder gut gehen, er ist stabil.“, sagte Viktor mit Freudentränen in den Augen.
Ida warf sich ihm in die Arme und schluchzte. Viktor strich ihr liebevoll über den Rücken und drückte sie erleichtert an sich.
Bo hüpfte lachend vor Freude auf dem Flur umher und Wespe war das Lächeln nicht mehr aus dem Gesicht zu wischen.
„Er liegt noch in einem Koma, damit er sich erholen kann, aber er wird bald wieder aufwachen hat der Arzt auf der Intensivstation gesagt.“, fuhr Viktor fort und lächelte seine Familie liebevoll an.

Gemeinsam gingen sie nun zu Prosper.
Es sah aus als ob er nur schlafen würde.
Bo umarmte seinen Bruder und setzte sich zu ihm auf die Bettkante.
Lächelnd legte Viktor Ida einen Arm um die Schulter, die Propser behutsam die Haare aus der Stirn strich.
Wespe drückte Prosper kurz die Hand und setzte sich auf einen Stuhl.
Noch immer lächelte sie.

Nach einer Stunde mussten sie wieder gehen, damit Prosper sich ausruhen konnte.
Wespe verließ als letzte das Zimmer und gab Prosper zum Abschied einen Kuss auf die Wange.

Die nächsten Tage verliefen quälend langsam. Die Freude darüber, das Prosper wieder da war, ebbte ab.
Im Haus war es erdrückend Still. Jeder befürchtete durch Laute das klingelnde Telefon und den erlösenden Anruf, Prosper sei wieder aufgewacht, zu übertönen.
Doch der Anruf kam nicht.
Jeden Tag waren die Vier zur Besuchszeit im Krankenhaus.
Jeden Tag fanden sie Prosper immer noch schlafend vor.

„Der Arzt hat doch gesagt, dass er bald wieder aufwachen wird.“, sagte Bo nach drei Tagen zu Viktor.
„Ich weiß es nicht. Bald ist für ihn vielleicht eine Woche.“
Doch das waren nur tröstende Worte.
In Viktor keimte der Gedanke auf, dass Prosper vielleicht nie wieder aufwachen, für immer schlafen würde.
Dieser Gedanke wuchs und verfolgte Viktor bis in seine Träume.

Am fünften Tag, stiegen sie schweren Herzens am Krankenhaus aus dem Auto aus.
Zu groß war die Angst, der Arzt würde ihnen sagen, Prosper hätte doch keine Chance und würde nicht mehr aus dem Koma aufwachen.
Der Weg zu Prospers Zimmer war viel zu lang.
Auf dem Gang der Intensivstation kam ihnen ein lachender Pfleger entgegen.
Der Familie zuzwinkernd verschwand er im Lager.
Viktor sah ihm verwundert nach.
Wieso war jemand an so einem traurigen Ort so fröhlich.
Ein Lachen drang an sein Ohr.
Ein Lachen, dass er nur zu gut kannte.
Als Viktor in Prospers Zimmer bot sich ihm ein schöner Anblick. Einen Becher Pudding löffelnd und über einen Witz des Bettnachbarn lachend saß Prosper in seinem Krankenhausbett.
Als er seine Familie bemerkte, winkte er fröhlich.
Er wirkte wieder wie der Alte.
Bo lief direkt zu seinem Bruder und die Beiden umarmten sich.
Sie waren beide froh, sich wieder zu haben.
Überwältigt von der Überraschung, dass Prosper wieder aufgewacht war, begrüßte auch der Rest der Familie ihn.
„Sag mal Viktor, wie habt ihr mich eigentlich gefunden?“, fragte Prosper interessiert.
Viktor begann zu erzählen und Prosper hörte, sowie auch die anderen aufmerksam zu.
Wespe stand an Prospers Fußende und beobachtete ihn.
Als Prosper das bemerkte, lächelte er sie an und zwinkerte ihr zu.
Überrascht davon, kam Wespe ein Gedanke.
'Was, wenn er mitbekommen hatte, dass sie ihn auf die Wange geküsst hatte?'
'Liebte er Luna noch?'
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