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Vendetta è dolce e rose sono rosse - Rache ist süß und Rosen sind rot

von Leni398
GeschichteAbenteuer, Liebesgeschichte / P12 / Gen
Bonifazius Prosper Scipio Wespe
08.12.2014
28.01.2020
22
29.747
2
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15.09.2015 948
 
Prosper blinzelte in die Dunkelheit.
Er hatte keine Ahnung wo er war. Prosper hielt sich leise stöhnend den Kopf.
Er versuchte aufzustehen, doch sein Handgelenk war an einen Eisenring in der Felswand gekettet.
Kalter Schweiß ran ihm den Nacken herab und sein Herz klopfte wie verrückt.
Von seiner Panik gelähmt drückte er sich an die Wand, kauerte sich zusammen. Prosper schloss die Augen und nahm die erdrückende Stille wahr.
Er meinte sein Herz pochen zu hören, so still war es um ihn herum.
Seine Eingeweide brannten und er spürte, wie ihm etwas warmes die Wange herunter lief. Der Geruch von Blut stieg ihm in die Nase und Prosper wurde speiübel.
Blut konnte er schon immer nicht sehen oder riechen. Der Junge presste seinen Pulloverärmel auf die Wunde um die Blutung zu stillen. Die Zähne zusammenbeißend unterdrückte er den Würgereiz.
Mittlerweile hatten sich seine Augen an die Dunkelheit gewöhnt und er konnte durch den Spalt unter der Tür ein bisschen Licht sehen.
Plötzlich verdeckte ein großer Schatten den Spalt.
Ein Schlüssel kratzte im Schloss und die Tür sprang quietschend auf.
Prosper, geblendet vom Licht, drückte sich angsterfüllt an die Wand.
In der Tür stand ein großer, bulliger und maskierter Mann.
Er kam ohne ein Wort zu sagen auf Prosper zu und öffnete die Handschellen, mit denen der Junge gefesselt war.
Prosper freute sich für einen Augenblick, als er auch schon hochgerissen wurde und seine Arme auf seinen Rücken gedreht wurden.
Prosper vernahm das Klicken der Handschellen, die sich um seine Handgelenke schlossen.
Er versuchte sich heftig windend aus dem Griff des Mannes zu befreien, doch dessen Hände schlossen sich eisenhart um Prospers Arme.
„Lassen Sie mich gehen!“, schrie er und seine Stimme hallte an den steinernen Wänden wider.
Der Maskierte lachte nur höhnisch und zwang Prosper in die richtige Richtung. Die Fackeln, die den Gang erleuchteten, flackerten beim Vorbeigehen.
Prosper schauderte bei dem Gedanken daran, was ihn wohl gleich erwarten würde.
"Geh weiter Junge.", sagte der Mann und schob, zog und drückte Prosper an Abzweigungen und Türen vorbei, bis sie um eine Ecke gingen.
Hinter dieser versperrte eine massive Stahltür den Weg.
Im Gegensatz zu den Gemäuern, die Prosper umgaben, war die Tür brandneu. An der Wand hing ein kleiner Kasten, den der Maskierte jetzt öffnete und eine 4-stelligen Code in ein Zahlenschloss eingab.
Das Schloss klickte leise und die Tür schwang auf.
Ein Aufzug, wie er in Bergwerken verwendet wird, kam zum Vorscheinen.
Prosper prallte hart mit der Schulter auf den Stahlkäfigboden auf, als er in den Aufzug geschubst wurde.
Ein zischender laut drang aus seiner Kehle und er verzog sein Gesicht zu einer Grimasse.
Er versuchte sich aufzurichten, stand auch schon, als die Hand seines Peinigers ihn niederstreckte.
Blut lief Prop aus der Nase, doch er blieb nicht liegen.
Der Tritt in seine Rippen, ließ Prosper vor Schmerz aufstöhnen. Unfähig sich zu bewegen blieb er in der Ecke des Aufzuges liegen.
Ratternd schloss sich der Aufzugkäfig und fuhr aufwärts. Ein Funkgerät in der Tasche des Mannes knackte und er nestelte am Reißverschluss seiner Jackentasche.
"Hier Gamma, Beta bitte kommen!", sagte er deutlich in das Funkgerät, was rauschte.
"Beta hört.", ertönte es und Prosper meinte die Stimme zu kennen, dachte aber nicht weiter drüber nach. Zu stark war der Schmerz der bei jedem Atemzug, seinen Körper durchzog.
Der Unbekannte keifte ins Funkgerät.
"Die Zielperson ist unterwegs und, dass der Boss es dir noch nicht übel genommen hat, dass es so lange gedauert hat, dass wir ihn haben ist ein Wunder. Bereite den Raum vor. Wir sind gleich da. Over!"
Das Funkgerät blieb still und der Mann steckte es zurück in seine Tasche.
Der Aufzug kam zum Stillstand und Prosper wurde unsanft auf seine Füße gezogen.
Seine Brust schmerzte und er musste sich anstrengen, keinen Laut über seine Lippen kommen zu lassen. Sein Gesicht war Schmerz verzehrt, doch der Wunsch Bo wieder zusehen gab ihm Kraft und mit jeder Sekunde, wurde der Schmerz weniger und die Wut größer.
Ratternd gingen die Türen des Aufzuges auf und Prosper wurde in den Gang gestoßen. Vom Unbekannten begleitet, wurde Prosper in eine Raum geführt und auf einen Stuhl vor einem Tische aus Metall gesetzt.
Der Raum erinnerte stark an einen Verhörraum, der aber von der Größe her eher einer Lagerhalle ähnelte.
Eine Tür hinter Prosper ging auf und eine Person näherte sich ihm. Als sie dann vor ihm stand, riss er vor Schreck Mund und Augen auf.
"Luna?", krächzte er ungläubig.
Prosper hatte das Gefühl sich gleich übergeben zu müssen. In seinen Eingeweiden brannte es und alles drehte sich um ihn.
"Dachtest du echt, ich würde dich lieben Prosper?!", sagte Luna gehässig und setzte sich ihm gegenüber.
"Dachtest du, ich wollte noch irgendwas von Scipio wissen, nach all den Jahren, die er mich quasi ignoriert hat?! Es gibt Sachen, die mir in den letzten Jahren wichtiger geworden sind. Geld und Macht sind das was einen Menschen erfüllt." Abschätzig musterte sie ihn und fuhr dann fort: "Liebe, Freundschaft, Familie! Das ist alles ein Witz, gegen das, was mich nach diesem Auftrag erwartet."
Sie lachte kalt und der Hass gegenüber Prosper schimmerte in ihren Augen.
"Du bist ein Biest, eine miese Schlampe!", sagte Prosper bitter. "Wie konnte ich nur auf so ein verlogenes Miststück wie dich hereinfallen.", er spuckte die Worte ihr entgegen, doch das lies sie völlig kalt.
Luna lachte, lachte über ihn.
Prosper wollte aufstehen, doch der Maskierte drückte ihn fester auf den Stuhl.
An den Stuhl gefesselt, stierte Prosper auf die Edelstahltischplatte vor sich.
Er wollte Luna nicht ansehen, geschweige denn mit ihr reden.
Seine Wut überwiegte seine Trauer.
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