La vendetta è dolce, Le rose sono rosse

von El Toro
GeschichteAbenteuer, Romanze / P12
Bonifazius Prosper Scipio Wespe
08.12.2014
28.01.2020
22
29.747
2
Alle Kapitel
23 Reviews
Dieses Kapitel
3 Reviews
 
 Datenschutzinfo
 
08.12.2014 1.456
 
Linkin Park dröhnte durch die Lautsprecher einer Stereo-Anlage in einem der Zimmer der Casa Spavento und erfüllten das ganze Haus.
Ein großer, ungefähr 16-jähriger Junge lag auf dem Bett und wippte mit dem Kopf im Takt des Beats.
Er hatte die Augen geschlossen und die Musik war so laut, dass alle Geräusche außerhalb des Zimmers übertönt wurden.
So merkte er auch nicht, dass jemand die Treppe hoch stampfte und die Tür zu seinem Zimmer aufstieß.
In der Tür stand ein Mädchen mit dunklem Haar und warmen braunen Augen.
Doch diese Augen, waren jetzt alles andere als warm. "Prosper mach den Schrott aus!", schrie sie ihn an. Prosper drehte sich vor Schreck um und fiel auf den Fußboden. Er sprang auf und stellte die Stereo-Anlage ab.
Mit einem genervten Blick drehte er sich zu dem Mädchen um, dass um einen Kopf kleiner war, ihn aber mit dem Blick, mit dem sie ihn ansah, um zwei Köpfe schrumpfen ließ.
"Wespe, was machst du denn schon hier?", fragte er eingeschüchtert und setzte sich auf sein Bett.
"ICH hab Bo von der Schule abgeholt, weil es ihm nicht gut ging und du nicht zu erreichen warst. Er hat dich mindestens drei mal angerufen, weil er wusste dass du heute früher Schluss hast. Aber nein, der feine Herr macht sein Handy aus und setzt sich dann auch am besten auf seine Ohren, damit er bloß nicht das Telefon hört oder die Türklingel.", schrie Wespe ihn an und warf ihm einen Softball an den Kopf, der auf dem Boden lag. Prosper knickte noch weiter zusammen.
Er stand auf und ging mit einer sehr schuldigen Miene aus dem Zimmer.
Wespe lächelte in sich hinein.
Eigentlich hatte sie es gar nicht so Ernst gemeint und wollte auch gar nicht so laut werden.
Als sie Prosper mit seinem bedauernden Gesichtsausdruck sah tat es ihr leid ihn so angeschrien zu haben. Prosper dreht ihr den Rücken zu und ging aus dem Zimmer.
Eigentlich hatten sich die beiden Jugendlichen immer gut verstanden und sich auch nur zum Spaß geneckt, aber so richtig gestritten hatten sich die beiden noch nie.
Doch seit ein paar Tagen war es anders. Die Stimmung war angespannter geworden. Prosper schloss sich hauptsächlich in seinem Zimmer ein, worunter auch Bo, sein kleiner Bruder litt, der Prosper sehr vermisste. Wespe war auch aufgefallen, dass sich Prop oft sehr abweisend und still gegenüber ihr und Ida und Viktor verhielt.

Ida Spavento, eine junge Frau, die vor 3 Jahren die drei Kinder aufgenommen hatte. Kurz darauf war auch Viktor, ein Privatdetektiv, der Bo und Prosper zurück nach Deutschland bringen sollte, in die Casa Spavento eingezogen, um Ida zu unterstützen. So waren die fünf zu einer Familie geworden.
Wespe machte sich zwar Sorgen um Prosper aber so langsam ging ihr sein abweisendes Verhalten auf den Keks und sie beschloss mal mit ihm zu reden.
Einige Stunden später knackte das Schloss der Haustür und Ida erschien nach zwei Minuten im Wohnzimmer, wo sie Bo an Prosper gekuschelt und schlafend auf dem Sofa und Wespe im Sessel lesend vorfand. Prosper sah auf und legte einen Finger auf die Lippen, als Ida ihn fragend an sah. Wespe stand auf und folgte Ida in die Küche, wo sie sich erst einmal einen Kaffee kochte. Wespe berichtete Ida die Geschehnisse des Tages. Als Ida hörte, dass Bo Fieber hatte ging sie sofort ins Wohnzimmer und nahm den 8-jährigen hoch, um ihn in sein Bett zu tragen. Als sie wieder runter kam, sah sie Prosper fragend an, der sich genervt hinter einem Comic verschanzte. In der Küche meinte Wespe zu Ida: „So ist er schon seit mindestens drei Tagen. Immer wenn ich ihm zu nahe komme, ihn anspreche, bekommt er schlechte Laune und redet dann kein Wort. Bei Bo ist das anders.“
„Ja ist mir auch aufgefallen.“, antwortete Ida, „ Mich lässt er auch nicht mehr an sich ran. Er hat sich total verschlossen. Ich hab auch schon überlegt, woran das liegen kann, aber mir fällt nichts ein. Vielleicht hat er Probleme mit einem Mädchen.“, witzelte Ida und lächelte.
Wespe wurde schlagartig rot und wandte sich von Ida ab und meinte dann: „Meinst du? Hat er sowas mal erwähnt?“, und drehte sich wieder Ida zu, die ihr zuzwinkerte und sich ans Tisch decken machte, da es doch schon relativ spät und Zeit für das Abendessen war. Die Haustür öffnete und schloss sich erneut und Wespe lief in den Hausflur um Viktor zu begrüßen, der die Hände voller Einkaufstaschen, auch endlich eingetrudelt kam.
Viktor zog sich die Mütze aus dem Gesicht und hängte sie zusammen mit seiner Jacke an den Hacken.
Wespe trug unterdes die zahlreichen Tüten in die Küche, in denen die Zutaten für das Abendessen waren. Ida wartete schon ungeduldig und fing dann auch sofort mit dem kochen an. Viktor kam in die Küche, die Wespe schon wieder verlassen hatte und Ida fragte ihn: „Sag mal Viktor? Hast du eine Ahnung, was mit Prop zurzeit los ist?“
„Wieso was soll sein?“, fragte er verwirrt.
„Na ja, er lässt niemanden an sich ran und hat sich total zurück gezogen. Nur Bo wird nicht genervt angeschaut oder bekommt abfällige Bemerkungen an den Kopf geworfen.“
Viktor grinste und meinte trocken: „Vielleicht hat er nur seine Tage!“, wofür er sofort den Küchenschwamm an den Kopf geworfen bekam.
„Ich meine das ernst Viktor.“, sagte Ida besorgt. Viktor sah sie beruhigend an und sagte: „Es ist bestimmt nichts schlimmes. Ich rede mal mit ihm. Ich glaub entweder ein Mädchen steckt dahinter oder er trauert. Seine und Bo's Mutter ist doch um die Zeit gestorben.“
Ida nickte und wandte sich dem Gemüse zu, welches sie abwusch und in Stückchen hackte.
Zufrieden mit sich ging Viktor ins Wohnzimmer, wo er Wespe und Prosper vorfand. Prosper hatte seine Position nicht verändert und las noch immer in seinem Comic. Wespe sah verträumt aus dem Fenster. Als Viktor sich räusperte schreckte sie hoch und sah rüber zu Prosper, der sich langsam erhob und den Weg nach oben in sein Zimmer antrat, doch Viktor hielt ihn auf.
„Prosper kann ich mal kurz mit dir sprechen?“,sagte er und Prosper schaute auf den Boden, nickte aber.
Wespe runzelte die Stirn beließ es aber dabei und schnappte sich ein Buch.
Im Arbeitszimmer von Viktor saß Prosper auf dem Stuhl vor Viktors Schreibtisch, der dahinter saß und Prosper nun fragend ansah.
„Prosper, was ist los? Du hast dich total zurück gezogen. Du sprichst mit niemandem und lässt nur Bo an dich heran. Wir machen uns alle Sorgen um dich.“
„Ach kümmert euch doch um euren eigenen Scheiß...“, fing Prosper an, doch Viktor würgte ihn ab: „So brauchst du mit mir nicht zu reden junger Mann. Ich will dir doch nur helfen. Wir alle wollen das. Nur du lässt uns nicht.“
„Ich brauche keine Hilfe. Mir geht’s gut.“, sagte Prosper genervt und stand auf.
Viktor hielt ihn zurück.
„Im Ernst. Rede mit mir. Ich weiß wie diese Phasen sind mein Lieber. Mädchen, Trauer und andere Probleme hast nicht nur du.“
Prosper setzte sich nun wieder und sah aus wie ein Häufchen Elend.
„Ich weiß.“, flüsterte er, „Ich kann nur nicht mit jemand anderem drüber reden.“
Viktor sah ihn prüfend an. „Ist es ein Mädchen?“, fragte er. Prosper schaute hoch und nickte langsam. Noch immer sah er traurig aus. Viktor lächelte sanft.
„Und was ist dass Problem mit ihr?“, fragte er nun mild und lächelte immer noch.
„Sie wird mich immer nur als guten Freund sehen. Nie, so wie ich sie sehe.“
Seine Augen wurden matter als er diese Worte aussprach. „Wer ist sie?“, hakte Viktor nach.
Prosper schüttelte den Kopf.
„Wie ist sie so?“, fragte Viktor ihn nun.
„Sie ist der tollste, klügste und hübscheste Mensch den ich kenne. Ihre Haare sind braun wie eine Kastanie und ihre Augen leuchten in einem Haselnussbraun. Wenn ich bei ihr bin ist die Welt viel schöner und ich vergesse alles schlechte um mich herum.“
Bei jedem einzelnen dieser Worte fing er an immer breiter zu lächeln, doch plötzlich wurde seine Miene wieder traurig.
„Sie sieht mich aber eh nur als guten Freund.“, sagte er.
Viktor nickte und sagte: „Mensch Prosper, sag ihr was du für sie fühlst. Ich wette du siehst das falsch. Vielleicht sieht sie dich genau so, wie du sie siehst und empfindet genau das gleiche für dich, wie du für sie. Meine Güte ich hab das auch durch gemacht.“
Prosper stand auf. „Ich kann es ihr nicht sagen.“, sagte er kopfschüttelnd.„
Ich würde unsere Freundschaft zerstören und mich nur lächerlich machen. Mann, wenn sie genau das Gleiche für mich fühlen würde, wie ich für sie, dann hätte ich das doch gemerkt. Oder?“ Mit diesen Worten ging er raus und ließ Viktor alleine in seinem Büro sitzen.
Review schreiben