Vor Weihnachten im Hause Kirkland – Reader x Kirkland

GeschichteHumor, Romanze / P16
England Frankreich Monaco
08.12.2014
10.11.2015
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Summend schlenderst du durch die Straßen und zählst die Hausnummern, denn hier irgendwo solltest du das Haus finden, welches dein Ziel war.
Du, Frankreichs kleine Schwester Andorra, würdest zum  ersten Mal Emily, auch als Nordirland bekannt, besuchen.

Ihr wart zwar schon eine Weile befreundet, aber hattet euch nur irgendwo unterwegs getroffen oder bei einer von Liechtensteins Feiern. Aber dieses Jahr hattet ihr beschlossen in der Vorweihnachtszeit gemeinsam zu backen. Du bäckst allgemein sehr gerne und durch deinen großen Bruder auch ziemlich gut, während Nordirland dafür sorgen wollte, dass sie und ihre Brüder dieses Jahr einmal ordentliches Festgebäck haben würden.

Bei dem Gedanken an ihre Brüder zückst du erneut dein Handy und suchst kurz, ehe du dir die Nachricht durchliest, in der Emily dir ihre Brüder kurz beschrieben hatte. Du kanntest diese nämlich nicht persönlich oder vom Hörensagen, nur Francis hatte dir einmal auf deine Bitte hin etwas von England erzählt. Aber sicher dass er da die reine Wahrheit erzählt hatte warst du dir ehrlich gesagt nicht.
Die SMS gefunden, überfliegst du erneut den Text und überlegst, was du daraus schließen sollst. Kurz zusammengefasst wusstest du nur die grundlegenden Dinge.

England hieß Arthur, war der Jüngste und muss Großbritannien auf Konferenzen vertreten und den Papierkram regeln. Er kann –das hatte auch Francis dir gesagt- absolut nicht kochen und scheint einen erst dann zu mögen, wenn er das auf Nachfrage bestritt. Emily findet England süß, aber er scheint sie ziemlich oft zu nerven, da er sie nicht wirklich als ältere Schwester akzeptierte.

Wales, der jedoch einer von Nordirlands großen Brüdern ist, heißt Dylan und scheint nach außen hin ruhiger als seine Geschwister, aber das täuscht laut Emilys Nachricht. Dylan spielt angeblich sehr gerne Streiche. Und auch seine Drachen sollen es wohl in sich haben, aber du persönlich wolltest nicht wissen, was für Drachen Nordirland damit genau gemeint hatte.

Irland heißt Connor, ist Nordirlands, Englands und Wales großer Bruder. und hat das beste Verhältnis von allen Kirklands mit Emily, was wohl eindeutig auch an der geographischen Nähe ihrer beiden Gebiete liegt. Nordirland hat dir zwar in ihrem Text geschworen, dass sich der Ire benehmen wird, aber durchaus verrückt sein kann, was der St. Patricksday dir beweisen würde. Auch hier hattest du dir Nachfragen gespart, denn als du das Internet nach Bräuchen zu diesem Festtag befragt hattest, lieferte dir dieses genug Antworten zum Nachdenken.

Der letzte und auch älteste der Kirklandgeschwister ist Schottland oder Allistor, von dem dir auch Frankreich ein wenig erzählt hatte. Dein Bruder beschränkte sich dabei allerdings eher auf Äußerlichkeiten und Mode, was dir bei dem Wunsch nach Charaktermerkmalen nicht wirklich weiterhilft. Von Nordirland kam die Aussage, Allistor wäre ihr persönlicher Held, da er nicht nur seine gesamten Geschwister groß gezogen hatte, sondern auch weil er Rauchen und Trinken konnte wie ein Loch, ohne das sein Körper Merkmale von Schäden aufweisen würde. Der Schotte trieb außerdem laut Francis und Nordirlands Aussagen Arthur gerne und völlig problemlos in den Wahnsinn und war nur für Emilys Geschmack etwas zu beschützerisch, als dass sie jemals einen männlichen Besucher mit zu sich nach Hause bringen konnte.

Mit einem Seufzer stopfst du dein Handy wieder in deine Tasche und siehst zum nächsten Gartentor, damit du dessen Nummer ablesen könntest. Fast wärst du einfach wie an all den anderen Häusern weiter gelaufen, doch dieses Mal stimmt endlich die Nummer und du bist somit bei Nordirland angekommen.
Da du keine Klingel findest, obwohl du ziemlich lange gesucht hast, drückst du probeweise die Klinke der hohen Holztür nieder, die als einziger Zugang zum Haus erscheint, welches hinter einer wirklich großen und damit wohl auch sehr alten Hecke verborgen ist. Kaum im Garten angelangt, stoppst du und starrst einen Moment lang ungläubig auf das alte Herrenhaus, welches vor dir liegt.

Nun, du wusstest das Länder meist große und alte Häuser hatten, aber selbst dein Bruder Francis hatte kein so beeindruckendes Haus in diesem alten Stil, Frankreich und damit auch du und Monaco, lebte eher Modern.
Einmal schüttelst du noch ungläubig den Kopf, ehe du dir mit einer Hand durch die Haare streichst und mit der anderen die Gartentür wieder verschließt. Erst dann gehst du den kleinen Weg zur Haupttür, während du deinen Blick auf die Rosenbüsche lenkst, die links im Garten in voller Blüte stehen, obwohl es bald schneien und damit die Rosen wohl erfrieren würden. Aber wie war das eigentlich möglich?

Als ob jemand deine stumme Frage vernommen hätte, ertönte rechts von dir ein leises Wiehern. Deinen Kopf erschrocken in die Richtung drehend, siehst du dich keine drei Sekunden später mit einem Einhorn konfrontiert. Es steht ruhig und gerade ein paar Grashalme knabbernd, auf der Wiese, die um das Wesen herum aussieht, als sei gerade Frühling.
Dir ungläubig über die Augen reibend siehst du weiter zu dem für dich eigentlichen Fabelwesen, ehe du ganz tief durchatmest. Emily hatte dir gesagt, dass es zu seltsamen Erscheinungen kommen könnte, da in Großbritannien und Irland die Menschen noch immer ihre Sagengestalten pflegten. Auch in Andorra gab es solche Wesen, aber du hattest sie nie zu Gesicht bekommen.
Eine Weile bewunderst du noch das Einhorn, ehe du ihm zulächelst und kurz winkst, was das Einhorn zum Zwinkern bewegt. Dann drehst du dich wieder Richtung Haustür und starrst auf den Kiesweg, bis du direkt vor der Tür stehst.

Einmal zittrig durchgeatmet, richtest du deine Frisur und deine Sachen, schließlich zählte der erste Eindruck immer noch eine Menge. Dann setzt du ein nettes Lächeln auf, das sich sonst erst nach einer Weile zusammen mit Nordirland dort wirklich bilden würde, um endlich zu klingeln und somit deinen Besuch endgültig anzutreten.

Kaum das du geklingelt hast, scheppert es einmal laut im Inneren des Hauses, was dich instinktiv einen kleinen Schritt zurückgehen lässt. Dann ertönt ein eindeutig männlicher Aufschrei, wobei du nicht ganz verstehst, ob es ein Schmerzenslaut oder ein Fluch ist, ehe rechts von dir ein Fenster geöffnet wird, aus dem dichter und vor allem schwarzer Rauch steigt.

Dann lenkt sich deine Aufmerksamkeit jedoch wieder auf die Tür, hinter der du Schritte und eine männliche Stimme vernehmen kannst, die ein „Ich mach ja schon auf…“ ruft. Kurz bist du irritiert, dann schlussfolgerst du aber, dass dieser Satz nicht direkt an dich, sondern möglicherweise an jemand anderen gerichtet war.

Doch bevor dir die Tür von dem dir unbekannten Bruder geöffnet wird, hörst du ein zweites Krachen, trampelnde und schnelle Schritte und ein „Für mich!“, welches Emily ruft.

Es ist auch Nordirland, die dir kurz darauf die Tür öffnet und dich anstrahlt, obwohl sie außer Atem und verrußt ist.
„Sorry dass du warten musstest. Gab ein kleines Problem…“

Erst blinzelst du perplex, ehe du kicherst.
„Ich bin noch nicht lange hier. Komme ich ungelegen?“

Dabei musterst du sie einmal, ehe du ihr mit einem Finger über die Stirn wischt, nur um ihr dann deine jetzt ebenfalls mit Ruß beschmierte Fingerspitze zu zeigen.

„Nein, Arthur kocht nur. Aber komm doch rein!“
Nach ihrer für dich etwas erschreckenden Erklärung öffnet sie die Tür noch ein Stück weiter, so dass du eintreten kannst. Hieß das etwa, dass dies der Normalzustand war, wenn England die Küche betrat? Das wäre nicht nur schockierend, sondern auch für das allgemeine Wohl aller Anwesenden erschreckend!

Während du dir deinen Mantel ausziehst und gleichzeitig die Schuhe von den Füßen trittst, siehst du zur Tür am Ende des Korridors.
Dort befinden sich drei Rotschöpfe und ein Blonder, die dich allesamt mit den gleichen grünen Augen, wie sie auch Emily hat, anblicken. Einer der Rotschöpfe sitzt etwas verdattert am Boden, weshalb du daraus schließt, dass dieser dir zuerst die Tür öffnen wollte, aber von Nordirland zur Seite geschubst wurde.
Der Größere der beiden übrigen Rothaarigen, dessen Haare als einzige wirklich blutrot sind, hält den Blonden im Schwitzkasten, während der andere Rotschopf gerade aus der Tür rechts herausgekommen sein muss.
Letzterer und auch der Blonde sind ebenfalls mit Ruß beschmiert, was die anderen zwei Brüder nicht sind. Daran konntest du zumindest zwei als Arthur ausschließen, was dein Ratespiel doch wesentlich einfacher machte.

Dich auf deine Manieren besinnend, lächelst du einmal in die Runde, ehe du dich vorstellen willst, doch Emily kommt dir zuvor.
„Müsst ihr sie so anstarren? Hush, ab mit euch! Lasst sie erstmal ankommen!“

Damit nimmt sie dich beim Arm und zieht dich an ihren Brüdern vorbei in die Küche, wo sie hinter dir und sich die Tür laut zuschlägt. Was sie danach tut ignorierst du für einen Moment, denn du siehst dich in dem Raum, der eher einem schwarzen Schlachtfeld gleicht, schockiert um. Da hatte Arthur aber wirklich ganze Arbeit geleistet, wenn er diesen Zustand ganz alleine hervor rief.

„Mon Dieu, da blutet einem ja das Herz…“, murmelst du, während du dir theatralisch eine Hand auf die Stelle legst, wo eben jenes genannte Organ liegt.
Zeitgleich siehst du anklagend zu Emily, die jedoch einen Stapel Kochbücher auf dem Arm hält und dir entgegenstreckt. Du nimmst diesen klaglos an, siehst aber weiter zu deiner antwortenden Freundin.
„Das ist noch gar nichts, das kriegen wir schnell wieder ordentlich. Aber das musst du nicht machen, dafür habe ich ja Brüder.“

Damit öffnet sie doch wieder die Küchentür, hinter der sich ein für dich doch verwirrendes Bild zeigt.
Der Blonde liegt begraben unter den restlichen Brüdern am Boden und scheint sich strampelnd gegen den Druck von oben zu wehren, doch die Rotschöpfe sind gemeinsam eindeutig stärker.
„Lasst mich los, ihr bloody wanker! Ich muss in der Küche für Ordnung sorgen!“, kommt noch ein letzter Protest von dem Blonden, doch er verstummt und sieht zu Emily und dir, ehe er rot anläuft, weil du ihn perplex von oben anblinzelst.

Auch der Rest der Brüder sieht erst zu dir, dann zu ihrer Schwester, die die Hände in die Seiten stützt und einen bösen Blick zu England wirft.
„Du wirst diese Küche nicht mehr betreten! Du hast wirklich für genug Schaden gesorgt!“

Danach mustert Emily einmal den Haufen aus Brüdern, ehe sie nach dem –zumindest nach deiner deiner Einschätzung- Jüngeren und nicht verrußten Rotschopf greift und diesen hinter sich in die Küche zieht. Dieser protestiert gar nicht erst, sondern folgt ihr ergeben, so als hätte er damit schon gerechnet. Die anderen Brüder scheinen ebenfalls nicht sonderlich überrascht, während du jetzt reichlich verwirrt mit einem Stapel Kochbücher auf dem Arm im Flur vor einem, im wahrsten Sinne des Wortes, Haufen Kirklandbrüder stehst.

Du atmest einmal tief durch, ehe du einen großen Schritt über die Männer am Boden machst und somit das Wohnzimmer betrittst. Dort gehst du zum Sofatisch, legst die Bücher auf eben diesen und setzt dich vor den Tisch auf den Boden.

Ohne weiter auf deine Umgebung zu achten, kramst du aus deiner Tasche einen Bleistift und ein Notizbuch heraus, ehe du dir das erste Kochbuch nimmst und dir den Titel notierst. Dann blätterst du dieses durch und notierst dir, wann immer dir ein Gericht lohnenswert zum ausprobieren scheint, die Seitenzahl und den Titel des Rezeptes, ehe du weiterblätterst.

So gehst du Kochbuch für Kochbuch vor, während sich der Zettel vor dir langsam aber sicher mit interessanten Gerichten füllt. Erst als du beim vorletzten Rezeptbuch angekommen bist, fällt dir auf, wie still es um dich ist.
Außerdem fühlst du dich beobachtet, weshalb du dich langsam umdrehst.
Kurz bereust du deine Tat, denn hinter dir sitzen der Blonde, der ja wohl England ist, und die beiden anderen Rotschöpfe von vorher. Der Jüngere wischt sich gerade den Ruß ab, während der Ältere nebenbei eine Zigarette raucht und sich damit für dich als Schottland zu erkennen gibt.

Und alle drei sehen mehr oder weniger neugierig in deine Richtung, weshalb du verwirrt blinzelst und erst nach einer kurzen Weile die Stimme erhebst. „Kann ich euch helfen?“

„Schon. Was genau machst du da?“
Es ist der verrußte Rotschopf, der nickt und antwortet. Sein Akzent verrät dir, dass du hier mit Irland redest, da er seine Worte ähnlich wie Emily betont. Deine Erkenntnis nur in einem schmalen Lächeln zeigend, drehst du dein Notizbuch aufgeschlagen zu den drei Kirklands.

„Ich schreibe die Rezepte auf, die Emily und ich gemeinsam ausprobieren könnten. Damit geht es schneller, wenn wir dann in der Küche stehen, da sie ja dann entscheiden kann, welche Rezepte hiervon sie gerne testen oder noch mal zubereiten will.“

Der blonde Engländer sieht staunend auf die doch etwas groß geratene Erstauswahl an Rezepten, ehe er sich mit einem Lächeln auf den Lippen an dich wendet.
„Ihr plant also eine Backorgie, my dear?“

Du kicherst aufgrund deiner Anrede, doch kommst nicht zum Antworten. Nordirland steht, jetzt nur noch mit rußigen Sachen, zusammen mit einem etwas genervt dreinblickendem Wales im Türrahmen zum Flur.
„Und du bist nicht eingeladen, Arthur! Denk nicht mal dran Hilfe anzubieten.“

Empört die Wangen aufplusternd wendet sich England ab, als Schottland und Irland auf die Ansage ihrer kleinen Schwester hin schadenfroh grinsen. Oder war das eher schon Erleichterung, die du in ihren Gesichtern entdecken konntest?

Emily hingegen nimmt die eine Hälfte der Kochbücher wieder auf ihren Arm und geht zurück Richtung Küche.
„Hast du etwas gefunden, was wir machen können?“

Du, die anderen Bücher nehmend, verlässt hinter ihr das Wohnzimmer.
„Oui, es gibt sogar ein paar Rezepte, die mir völlig neu sind!“

Danach bist du für die Brüder außer hörweite, die dir und Emily erstaunt nachgesehen haben. Der Grund dafür war das ‚Oui’, welches eindeutig sehr selten im Haushalt der Kirklands ausgesprochen wurde.
Zuerst hatte sich Allistor wieder gefangen, der langsam den Rauch seiner Zigarette ausatmet. Als der Schotte die Stimme erhebt sieht er nachdenklich auf die geschlossene Küchentür.
„Ein ‚Oui’, huh?“

„Das ist Französisch!“, stellt Arthur als Nächstes fest, wobei in seiner Stimme eine Mischung aus Unglauben und Verwirrung mitschwingt.

Irland, der daraufhin genervt die Augen verdrehte, gab seinem jüngsten Bruder einen Klaps auf den Hinterkopf. Nicht, weil der Blonde eine unnötige Feststellung gemacht hatte, sonder einfach nur, weil  Connor den Impuls mit der Zeit im Blut hatte.
„Ach ne, wirklich?“

Wales, der jetzt erst ganz das Wohnzimmer betrat und sich auf seinen Platz der Couch fallen lies, streckte sich gelangweilt. Dann aber sah Dylan doch interessiert zu seinen Brüdern, so als wäre ihm die Frage erst in diesem Moment eingefallen.
„Ob sie etwas mit dem Franzosen zu tun hat?“

„Sie ist seine kleine Schwester.“, kam die Antwort prompt von Irland, der auf die nun fragenden Blicke ungläubig die Arme verschränkte. „Was ist? Emily hat heute beim Frühstück davon erzählt!“
Eine etwas beschämte Stille machte sich bei den Brüdern breit, nur das Ticken der Wohnzimmeruhr erfüllt den Raum. Es war eigentlich normal dass es beim Frühstück drunter und drüber ging, aber dass sie die Ankunft eines Gastes, der anscheinend auch ein Land war, so völlig verdrängt hatten, war eigentlich alles andere als angenehm.

Gerade als sich Schottland neben Wales auf die Couch gesetzt hatte und für sich und Irland einen Whisky einschenkte, ertönte ein Poltern, ehe die Küchentür aufgerissen wurde. Dieses Mal jedoch kamen die beiden Mädchen nicht normal heraus gelaufen, sondern die Zwei retteten sich mit einem Hechtsprung auf den Boden, ehe man hinter ihnen eine Explosion hörte.
Bevor einer der Männer sich dazu äußern könnte, warf Nordirland einen Blick zu Arthur, der alleine schon ganze Bände an Verwünschungen sprach. Dennoch knurrte die große Schwester böse, während sie die Worte aussprach, die der Blick zu sagen schien.
„Ich bring dich um!“

Damit war sie wieder auf den Beinen und rannte England hinterher, welcher durch eine Tür in ein Nebenzimmer geflüchtet war. Der Blonde hatte verständlicherweise nicht vor zu sterben, suchte also seine Rettung in der Flucht, doch seine Schwester war ihm dicht auf den Fersen.

Du hingegen liegst noch immer paralysiert am Boden, setzt dich aber zögerlich hin. Es ist der Waliser, der zuerst reagiert und auf dich zugeht.
„Alles okay bei dir?“

Mit einem zaghaften Nicken ergreifst du die dir angebotene Hand und folgst dem Rothaarigen zu dem Platz auf der Couch, den er spontan für dich vorgesehen hat.  
„Ich glaube schon…“

„Was ist passiert?“, ergreift Irland das Wort, während der Schotte ein Glas mit Whisky in deine Richtung schiebt.

Das Glas mit einem schmalen Lächeln annehmend und mit beiden Händen auf deinem Schoß umklammernd, siehst du nachdenklich zur Küche. Bei der Erinnerung kurz erschaudernd, schüttelst du dich wie eine Katze deren Pfoten nass geworden sind. Dann erst antwortest du auf Connors Frage, wenn auch eher knapp. Du warst dir selbst ja nicht ganz sicher, was genau passiert war.
„Der Ofen hat angegriffen…“

„Dann war’s das wohl mit Backen, lassie?“
Auf die Frage Allistors hin nickst du, denn dass du dich heute wieder in diese Küche begeben würdest schließt du erst einmal kategorisch aus.
Du und Emily könntet ja wann anders wieder Backen, am besten bei dir zuhause. Dort waren deine Küchengeräte brav, um genau zu sein lebten sie gar nicht.

Das Thema hatte sich damit für die Brüder erledigt, da Wales einen Stapel Karten aus einer Schublade zog. Du siehst, den Whisky unangetastet in Händen haltend, interessiert zu, doch zuckst immer zusammen, wenn aus dem Hintergrund ein Krachen oder Scheppern ertönt.
Ganz offensichtlich verfolgte Emily noch immer Arthur, der es bist jetzt geschafft hatte seiner großen Schwester zu entkommen. Das es dabei aber so klang, als würden die beiden gerade das halbe Haus auseinander nehmen, es womöglich sogar taten, schien entweder nur dir aufzufallen, oder es interessierte die Männer bei dir im Wohnzimmer einfach nicht.

Sämtlichen Mut von dir zusammenkratzend fängst du trotz deiner dir neuen Umgebung und Gesprächspartner an zu reden.
„S-sagt mal.. Passiert so etwas öfter? D-das mit dem Ofen und den Verfolgungsjagden?“

„Aye. Die Zwei bekriegen sich immer, sobald es um’s Kochen geht.“, gibt Schottland Auskunft, während er nebenbei eine Karte spielt, die Wales vor Frustration knurren lässt.

Der Ire hingegen kichert und spielt ebenfalls eine Karte, um dir ebenfalls zu Antworten ohne den Blick dabei vom Spiel zu nehmen.
„Man gewöhnt sich mit der Zeit dran, dass man sich lieber raus hält, sonst ist man am Ende nur der Schuldige.“

Dylan, der jetzt resigniert seufzend seine Karten auf den Tisch fallen lässt und sich damit geschlagen gibt, nickt zustimmend.
„Eben. Und Arthur wird es überleben, das sollte reichen.“

Wie um die Worte der drei zu belegen verstummte mit einem Mal der Hintergrundlärm, was den Ältesten grinsen lies. Doch anstelle weiter darüber zu reden griff Allistor die Karten und begann diese durchzumischen. Du hingegen seufzt und murmelst ein „Das hätte ich mir wohl selbst denken sollen… C'est en forgeant que l'on devient forgeron.“.
Dass du gegen Ende eine französische Lebensweisheit dran hängst, bereust du jedoch, da dich nun drei verwirrte aber auch neugierige Blicke treffen.
Dich innerlich selbst anmeckernd, dass hier niemand außer dir wirklich Französisch versteht, senkst du deinen Blick auf das Whiskyglas und trinkst einfach einen Schluck.
Wie solltest du ihnen denn nun erklären, dass du einfach nur ‚Übung macht den Meister’ auf Französisch gesagt hattest?

Langsam und misstrauisch behältst du den goldbraunen Alkohol ein wenig im Mund, ehe du ihn zögerlich runterschluckst. Nicht ganz sicher ob du ihn gut oder nicht gut finden solltest, kommst du nicht umhin die Männer zu bewundern, denen der Alkohol ja anscheinend gar nichts auszumachen schien.
Bevor du jedoch etwas sagen musst oder willst, hörst du etwas, was dich absolut schockiert.
Getrampel von Kinderfüßen und ein zweistimmiges Weinen, welches sich dem Wohnzimmer nähert.
Auch die anderen Kirklands sehen erst sich, dann überrascht die zwei kleinen Kinder an, die jetzt ins Wohnzimmer gerannt kommen. Und auch wenn du es nicht glauben willst, es sind ganz eindeutig England und Nordirland.

Anscheinend als Einzige in der Lage den eigenen Körper zu kontrollieren stehst du auf und gehst zu den beiden Kindern und streichst ihnen tröstend über den Kopf, damit sie sich beruhigen. Erst als die beiden nur noch schniefen und nicht laut weinen, siehst du wieder in Richtung Wohnzimmertisch.
Dort stehen mittlerweile Wales, Irland und Schottland nebeneinander und scheinen etwas zu beratschlagen. Du brauchst nicht lange um zu verstehen, dass sie dich und die zwei Kleinkinder aufteilen, so dass immer einer von ihnen auf einen von den jetzigen Kindern oder dich aufpassen muss.
Nervös beißt du dir auf die Unterlippe.

Du hattest deinem Bruder gesagt, du würdest heute und Morgen bei Emily bleiben, aber nun?
Mit wem würdest du nun deine restliche Zeit hier und damit den morgigen vierten Advent verbringen?

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Und hier klinke ich mich ein~

Hallo an alle,
die das hier bis zum Schluss durchgelesen haben!
Jup, es geht wieder los. Eine neue ReaderXCountry-Story. Und dieses Mal nicht nur weihnachtlich, sondern auch und vor allem mit den Kirklandbrüdern~
Es wird also kurz, aber in der Kürze liegt bekanntlich die Würze!

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*stellt Kekse als Dank hin*

Wir lesen uns im nächsten Kapitel,
eure Kasumi ♥
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