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Eine andere Welt

von HilLiz
GeschichteFantasy, Liebesgeschichte / P16 / MaleSlash
Mio Akiyama Ritsu Tainaka
07.12.2014
07.10.2017
25
58.371
4
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19.04.2015 1.450
 
Ich fand mich in meiner Wohnung wieder.
„Geh dich schnell duschen und zieh dir eine neue Uniform an“, sagte Mio und setzte sich auf die Couch.
„Ich warte da weile hier.“

Ohne Widerworte verschwand ich im Bad mit neuen Sachen. Wenige Minuten später trat ich schon wieder aus diesem.
„Wir können“, sagte ich und Mio drehte sich zu mir um.
„Gut, dann folge mir einfach“, meinte sie und gemeinsam verließen wir meine Wohnung.

Während wir den Hauptgang entlang gingen Richtung Krankentrakt, kam uns auf einmal Mugi plus Gefährte entgegen.
„Wie geht’s Yui“, erkundigte ich mich bei ihr und blieb mit Mio stehen.
„Es tut sich nicht viel. Eigentlich sollte sie schon längst aus der Narkose auf gewacht sein, doch dass ist nicht der Fall“, sagte die Blondhaarige und schüttelte nur den Kopf.
„Arme Azusa.“
„Ja, sie ist total verzweifelt. Dabei haben sie sich gestern erst verlobt und dann dass.“
„Sie haben was“, fragte ich nach, weil ich dachte, ich hätte mich verhört.
„Sie haben sich verlobt. Gestern, als wir bei Mugi zum Essen eingeladen waren, aber da warst du schon längst nicht mehr da“, meinte Mio.

Dass war schon irgendwie krass!

„Naja, ich will euch nicht länger aufhalten. Ich hab auch noch zu tun. Wir sehen uns“, sagte Mugi und war darauf schon verschwunden.
„Wir sollten uns beeilen“, sagte Mio und ging weiter, ich hinterher.

~~~


Mio und ich standen in einem Raum und warteten. Auf wem wusste ich nicht, aber die Frage wurde schnell beantwortet, als eine Frau mit kurzen blonden Haar ins Zimmer trat. Sie hatte einen weißen Kittel an und einen dazu gehörigen Rock.

„Ritsu Tainaka?“
Ich nickte.
„Sie sind heute für den Gesundheitstest eingeschrieben. Als erstes werden wir allgemeine Dinge klären, wie Gewicht, Größe und all dass.“
Erneut nickte ich. Mio hatte sich da weile schon an einen Tisch gesetzt und beobachtete uns.
„Okay, dann ziehen Sie sich bitte T-Shirt und Hose aus.“
„Wie bitte“, fragte ich ungläubig.
Die Doktorin schaute mich nur an und meinte noch: „Ach, und vergessen Sie nicht ihre Schuhe und die Socken.“

War das ihr Ernst! Sollte ich mich bis auf die Unterwäsche ausziehen und dass vor Mio und der fremden Frau?
Die Ärztin schien zu warten, was meine Frage nur bestättigte.
Na Klasse...

Ich ging in die Hocke und öffnete meine Schuhe, die ich mit den Socken auszog. Diese stellte ich unter einen Stuhl und machte mich daran mein T-Shirt auszuziehen. Danach folgte die Hose. Beides legte ich auf den Stuhl.
Jetzt stand ich nur noch in BH und Boxershorts da. Beschämt verschränkte ich meine Arme vor der Brust. Mio hatte sich währenddessen entspannt in ihren Stuhl zurück gelehnt und schien mich von oben bis unten zu mustern.

„Dann stellen Sie sich bitte hier drauf“, meinte die Ärztin und zeigte auf eine gläserne Waage.
Ich tat wie befohlen und die Frau holte ein Klemmbrett, dass auf dem Tisch lag an dem Mio saß.
„Haben Sie, als Sie noch in der Menschenwelt gelebt haben, Sport betrieben?“
„Ja, regelmäßig.“
„Professionell?“
„Nein, nur für mich, meistens nach der Schule.“
„Sie haben bestimmt ein gutes Immunsystem. Wann waren Sie das letzte mal krank?“
„So genau weiß ich dass nicht. Vielleicht vor einem Jahr, oder so.“
Die Frau nickte.
„Gut, dann kommen Sie mal von der Waage runter und stellen sich gerade hin.“
Die Blonde holte ein Maßband aus ihrer Kitteltasche und hielt es an mir an. Nachdem sie fertig war, packte sie es wieder weg.

Federleicht fuhr sie mit ihrem Zeigefinger meine Wirbelsäule hinunter und blieb am Bund meiner Shorts hängen, was mir eine Gänsehaut verpasste.
„Reaktion ist da. Interessant“, sagte sie und ich konnte ihr Grinsen regelrecht spüren.
Ein Räuspern erklang, wir drehten uns um und blickten in das finster aussehende Gesicht Mio´s.

Dieser Blick galt hundertprozentig nicht mir, da war ich sicher. Die Ärztin verbeugte sich entschuldigend und setzte ihre Untersuchung fort.

~~~


„Sie können sich wieder anziehen. Der Gesundheits-Check ist beendet“, meinte die Blondhaarige, wandte sich nochmal zu Mio und ging dann aus dem Raum.

Ich war gerade dabei mein T-Shirt überzustreifen, als ich Mio´s Präsenz hinter mir spürte.
„Dir hat es doch gefallen, wie sie dich angeschaut hat“, sagte sie und strich, genau wie die Frau, meine Wirbelsäule entlang.
Wieder bekam ich eine Gänsehaut und ich musste mich zusammen reißen nicht laut aufzuseufzen.
„Ach, du hast mich doch genauso angestarrt“, konterte ich, bekam aber keine Antwort.
Stattdessen spürte ich nur ihre Eckzähne, die hauchzart an meinem Hals kratzten.
„Am besten du ziehst dich schnell an, damit wir zum nächsten Test schreiten können.“

Während Mio vor der Tür wartete, zog ich mich fertig an und begab mich aus dem Zimmer.
„Bin fertig“, meinte ich zu ihr.
Sie schaute mich einfach nur an, so als würde sie durch mich hindurchschauen oder Löcher in die Luft starren. Jedenfalls war sie gerade ganz wo anders. Vorsichtig berührte ich ihren Unterarm und sie schreckte auf.
„Mhm?“
„Wir können“, sagte ich und Mio nickte.

Gemeinsam liefen wir in Richtung Turnhalle, dort wo ich meinen Sporttest bestritten hatte. Ein paar Türen weiter wurde ich von Mio in einen Raum zitiert.
Mal wieder war es dunkel und, als das Licht anging, stand sie vor mir, die Schwarzhaarige Schönheit.

Sie warf mir etwas entgegen, was sich vor meinen Füßen in den Boden spickte.
„Aufheben!“
Ich ging in die Hocke und zog das Messer aus dem Boden.
Als ich mich wieder aufgerichtet hatte, fragte ich: „Was soll dass?“
„Das ist dein letzter Test oder besser gesagt, der Test x.“

Dass beantwortete trotzdem nicht, warum ich dieses Messer in der Hand hielt.

Mio breitete ihre Arme aus und sagte: „Jetzt kannst du mir das heimzahlen, was ich dir angetan habe.“

Wie bitte? Spinnt die!
Okay, sie hatte mich beinahe umgebracht und nett war sie auch nicht gerade zu mir...die letzten zwei Tage zu mindestens, doch heute und gestern Abend hatte sie mir eine etwas andere Seite gezeigt. Eine Seite die mich verblüfft hatte.

Ich besah mir das Messer genauer an und ich überlegte; konnte ich überhaupt jemanden töten, geschweige verletzen? Ich war kein Mensch, Gefährte, fast Vampir oder was auch immer ich war, der mit Gewalt alles lösen wollte. Aber, als ich Yui im Operationssaal sah und Azusa, die soe aufgelöst gewesen war, spürte ich nur Wut und Hass. Eine so starke Emotion, dass ich wirklich jemanden töten wollte, denjenigen der dass den Beiden angetan hatte.

Doch konnte ich so viel Hass und Wut aufbringen, um Mio zu verletzen?

Abwechselnd schaute ich von dem Messer zu Mio. Mein Griff um das spitze Metall wurde fester nur um daraufhin ihn wieder zu lockern. Der innere Konflikt machte mich fertig.

Wahrscheinlich standen wir hier schon etliche Minuten, doch Mio gab keinen Muck´s von sich und wartete geduldig ab.
Entschlossen Blickte ich sie an und im nächsten Moment ließ ich das Messer zu Boden fallen.Ohne ein Wort von mir zugeben, drehte ich mich um und verließ den Raum.

Immer schneller lief ich den Gang entlang, bis ich am Ende einfach nur noch rannte. Ich blieb vor einer Tür stehen und machte diese auf.
Mein Blick traf auf Yui, die in ihrem Krankenbett saß und auf eine schlafende Azusa schaute. Sie lag schräg gegenüber von ihr, auf der der Couch. Leise schloss ich die Tür hinter mir und ging auf das Bett zu.

„Wie geht es dir“, flüsterte ich ihr zu.
„Ganz gut, aber ich glaube, wenn die Schmerzmittel nachlassen, dann schreie ich hier den ganzen Krankentrakt zusammen“, scherzte sie und musste lächeln.
„Wie lange bist du schon wach?“
„Seit einer Stunde ungefähr.“
„Azusa ist total erschöpft.“
„Scheint so“, sagte Yui.

Als hätte es die Schwarzhaarige geahnt, dass wir von ihr gesprochen hatten, setzte sie sich auf und rieb sich ihre Augen.
Zuerst schaute sie uns nur an, doch dann hellte sich ihr Blick auf, als sie Yui sah, die Azusa angrinste.
„Du bist wach“, sagte ihre Gefährtin und Tränen schimmerten in ihren Augen.

Ich schaute auf die Uhr, schon wieder so spät.
„Ich lass euch dann mal alleine.“
„Oh Ritsu, du bist auch da.“
Überrascht schaute mich Azusa an.
„Ja, schon seit einer Weile“, sagte ich und stand auf.
„Na dann, wir sehen uns bestimmt morgen wieder“, gab ich noch von mir, bevor ich den Krankentrakt verließ.

~~~


„Oh man, was für ein krasser Tag.“
Ich warf mich auf mein Bett. Kaum zu glauben, ich war erst 3 Tage hier und es ist schon so viel passiert. Zum Glück hatte ich die Test´s hinter mir und Yui ging es einigermaßen gut. Und dass mit Haruka musste ich auch unbedingt klären. Morgen oder Übermorgen, ach was weiß ich. Ich hatte keinen Bock mir jetzt darüber den Kopf zu zerbrechen.

Einfach nur noch das Licht ausmachen und schlafen.
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