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Eine andere Welt

von HilLiz
GeschichteFantasy, Liebesgeschichte / P16 / MaleSlash
Mio Akiyama Ritsu Tainaka
07.12.2014
07.10.2017
25
58.371
4
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Dieses Kapitel
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06.03.2015 1.627
 
Wir liefen den Hauptgang entlang. Ich wusste nicht genau wo wir hingingen, bloß dass wir von Mugi zum Abendessen eingeladen wurden waren. Wir 3 waren alle schick angezogen, perfekt für einen guten Anlass.
Azusa hatte ein dunkel-violettes Kleid an mit passenden Absatzschuhen. Yui trug eine weiße Bluse und darüber eine schwarze Weste, eine Jeans und ein paar schicke, vor allem teure aussehende Schuhe machten ihr Aussehen perfekt.

Wir blieben vor 2 bewaffneten Männer stehen. Und jetzt wusste ich wo wir waren. Azusa redete mit den Männern und sie traten beiseite, so dass wir in den Gang eintreten konnten.
Lässig stopfte ich meine Hände in die Hosentaschen und schlenderte den zwei Turteltauben hinterher. Wir bogen um eine Ecke und ich war erstaunt, wie modern und lebendig dieser Trakt gehalten war. Helle und zugleich sanfte Farben schmückten die Wände und ab und zu stand eine Couch an diesen. Gemälde und Fotografien von bekannten Künstlern hingen mal hier und mal da an den Wänden. Die Gänge waren stimmig, alles passte haargenau zusammen.
Hier war eindeutig die Oberschicht zu Hause oder besser gesagt die Reinblüter.

„Nimm deine Hände aus den Taschen“, flüsterte Azusa zu mir, als wir vor einer gläsernen Flügeltür stehen blieben.
Yui ging zu einem Mann, der rechts neben der Tür stand und holte einen Zettel aus ihrer Westentasche.

„Wir wurden von Fräulein Kotobuki zum Essen eingeladen“, sagte sie und übergab die Einladung dem Mann.
Dieser nickte und klopfte an die Tür. Sofort ging diese auf und wir folgten dem Mann.

Das Restaurant war auch nicht von schlechten Eltern. Wir liefen auf schwarzem Marmorboden zu einem etwas abgeschirmten Bereich.
Der Tisch und die Stühle waren aus feinsten Regenwaldhölzern. Auf diesen Saßen schon Mugi, ihr Gefährte und Haruka. Nach einander sagten wir Hallo und setzten uns dazu. Um uns herum rieselte das Wasser den Wänden herunter und ein paar Palmen standen in den Ecken. Hatte was von Tropenwald und war auf jedenfalls sehr gemütlich und entspannend.

Mugi hatte ein langes weißes Kleid an und sie trug eine wundervolle Kette mit einem kleinen Anhänger. Ich schätze Diamant oder so was ähnliches, mit Schmuck kannte ich mich nicht so aus. Da sie ihre Haare zu einem Zopf gebunden hatte, kamen ihre Ohrringe richtig zur Geltung. Neben ihr saß ihr Gefährte, von dem ich immer noch nicht den Namen kannte, in einem Smoking.

Ich saß übrigens neben Haruka, wie sollte es auch anders sein, die ein dunkel-rotes Kleid an hatte. Diesmal trug sie ihre Haare offen, was sie noch bezaubernder aussehen ließ.
„Du siehst gut aus“, sagte Haruka zu mir.
„Danke, du auch, sehr sogar“, erwiderte ich mit einem charmanten Lächeln.

„Kommen Ui und Jun gar nicht“, fragte Mugi Yui, die neben mir saß.
„Doch, doch. Sie müssen bloß noch schnell was erledigen“, antwortete sie.

Ich hörte dem Gespräch zu und zuckte plötzlich zusammen, als mir sachte die Haare aus der Halsbeuge gestrichen wurde.
„Du trägst immer noch den Verband“, fragte Haruka.
„Ja, die Schwester meinte ich solle ihn noch um behalten“, gab ich zurück.
„Tut es noch sehr weh?“
Sie sah mich mit besorgtem Blick an und ich schüttelte den Kopf.
„Nein, tut es nicht mehr.“

Ich stütze meinen Kopf auf meinen rechten Arm ab, um uns etwas von den anderen abzuschirmen. Ihr süßes Lächeln ließ mein Herz höher schlagen und automatisch musste ich selber lächeln.
Unser Augenkontakt wurde allerdings unterbrochen, als ich mich abwandte, um Mugi´s Frage zu beantworten.
„Erzähl mal, wie war dein Test heute?“
„Ja, erzähl“, sagte plötzlich eine, für mich, unbekannte Stimme.

Alle Köpfe drehten sich zu der Lärmquelle. Zwei junge Frauen standen am Ende des Tisches und lächelten entschuldigt in die Runde.
„Tut und leid, dass wir zu spät sind“, sagte eine Braunhaarige mit Zopf, die Yui sehr ähnlich sah.
„Sorry“, sagte die andere.
Dass müssen wohl Ui und Jun sein.

„Schon vergessen. Setzt euch“, meinte Mugi.
Die Beiden setzten sich neben Haruka.
„Hallo Ritsu, meine große Schwester hat schon viel von dir erzählt. Ich bin Ui“, sagte die Braunhaarige.
„Hi, ich bin Jun“, gab die andere, mit den 2 Zöpfen, von sich und hob die Hand.
Ich hob ebenfalls die Hand und lehnte mich im Stuhl zurück.

„Unsere Runde wird von mal zu mal größer“, stellte Azusa fest.
„Ja, aber Nodoka fehlt heute leider“, meinte Yui.
„Dass wird bestimmt nicht das letzte Essen sein. Doch du hast mir immer noch nicht meine Frage beantwortet, Ritsu.“
Mugi sah zu mir und brannte förmlich auf ein Antwort.

„Ich glaube, ich habe den Test total verhauen.“
„Echt? Warum“, fragte nun Yui.
„Die Fragen haben mir nicht gelegen und andauernd hat mich so ein Typ versucht abzulenken. Die Frau, die mit drin saß, hat´s es auch nicht besser gemacht.“
„Die sitzt immer mit drin“, warf Jun ein.
„Und Mio hat mich dann total aus dem Konzept gebracht. Ich meine, muss man den zu einer Prüfung ein so scharfes Kleid anziehen? Kein Wunder, dass man sich nicht konzentrieren kann“, sagte ich und bekam sofort einen Tritt ins Schienbein.

Mein Blick huschte zu Mugi, die mich strafend ansah. Sie nickte zu Haruka herüber, die sich von mir weg gedreht hatte.

Na Klasse, warum musste ich ausgerechnet so was sagen! Manchmal würde ich mir liebend gern selber eine dafür klatschen.
Peinlich berührt vergrub ich mein Gesicht in meine Hände und hoffte, dass sie mir das nicht zu sehr übel nahm.

Ab da an herrschte Stille zwischen Haruka und mir. Und es wurde auch nicht besser, als Mio plötzlich auftauchte und sich direkt gegenüber von mir hinsetzte. Noch hinzu kam, dass sie wieder dieses unglaubliche Kleid an hatte.

Dass konnte ja noch was werden.

Während die anderen scherzten und redeten, saß ich einfach nur auf meinem Stuhl und ertappte mich dabei, wie ich Mio von oben bis unten musterte. Ob sie diese Blicke von mir spürte, wüsste ich nicht, doch einfach meine Augen von ihr ab zuwenden, konnte ich nicht. Dafür war ihre Anziehungskraft zu groß.
Ich bekam nicht mal mit, wie sie sich zu mir drehte und mich ansah, mich mit ihren Augen auszulachen schien.

Schnell wendete ich meinen Kopf ab, schaute zu Yui und Azusa und versuchte mich in ihr Gespräch einzuklinken.
Nur wenige Minuten später kam dann auch das Essen, dass in verzierten Porzellanschalen, auf den Tisch gestellt wurde.
„Sieht lecker aus“, sagte Yui und griff sich schon ein paar Stäbchen.

Bevor wir uns auf das Essen stürzen konnten, erhob Mugi nochmal das Wort: „Es freut mich, dass ihr alle gekommen seit und ich wünsche euch einen guten Appetit.“

~~~


„Es ist schon spät. Ich werde mal los machen“, sagte Haruka und stand von ihrem Platz auf.
„Was, schon“, säuselte fragend Yui, die den ein oder anderen Sake zu viel getrunken hatte.
„Jetzt ist aber mal gut“, meinte Azusa mit strenger Stimme und nahm Yui die Trinkschale weg.
„Hey Azu-nya, dass ist nicht fair“, schmollte die Braunhaarige.
„Du musst morgen wieder in die Schule. Sawako-Sensei würde nicht erfreut darüber sein, wenn eine angeheiterte Hirasawa in ihrem Unterricht säße.“
„Na gut“, gab sich Yui geschlagen, schmollte dennoch weiter.

Ich musste leicht über diese Szene schmunzeln. Die Kleinere passte auf die Größere auf, müsste es nicht eigentlich umgedreht sein.
„Ich wünsche euch noch einen schönen Abend“, verabschiedete sich Haruka und wollte gerade sich vom Tisch entfernen, als ich ihr nach rief: „Warte, ich komme gleich mit.“
Sie nickte und wartete auf mich. Während ich zu ihr ging, konnte ich regelrecht Mio´s Blick auf mir spüren.

Bevor ich mich mit Haruka komplett aus dem Staub machte, drehte ich mich nochmal zu den anderen um und verbeugte mich.
„Danke Mugi, für die Einladung. Es hat Spaß gemacht und gut geschmeckt hat es auch. Wir sehen uns, dann morgen wieder. Bis dahin.“
Und schon war ich verschwunden.

Haruka und ich verließen gerade den Gang der Reinblüter, als sie sich zu mir drehte: „Ich muss in die andere Richtung. Wir sehen uns bestimmt morgen.“
Ohne ein weiteres Wort wandte sie sich von mir ab um zu gehen, doch hielt ich sie am Handgelenk fest.
„Ich begleite dich noch zu deiner Wohnung.“

Haruka schien zu zögern, denn sie überlegte lange, bevor sie mir eine Antwort gab.
„Okay, es dauert auch nicht lange.“
Ich nickte und setzte mich mit ihr in Bewegung.

Wir brauchten wirklich nicht lange und wir standen vor einer hellen Holztür.
Sie schloss diese auf und drehte sich zu mir.
„Danke“, sagte Haruka, doch sie machte keine Anstalt in ihre Wohnung zu gehen.
Stattdessen blickten wir uns in die Augen.

Behutsam legte sie ihre Hand auf meine Wange und streichelte sie leicht. Ich lehnte mein Gesicht in ihre warme Handfläche und legte meine Hand auf die ihre.
Die letzten Zentimeter überwanden wir dann auch noch und ihre Lippen lagen auf meinen. Haruka schlang ihre Arme um meinen Hals, während ich meine um ihre Hüften legte und sie näher an mich presste. Sie kraulte meinen Nacken, was mir ein Stöhnen entlockte.

Schwer atmend lösten wir uns von einander und Haruka zog mich, an meiner Krawatte, in ihre Wohnung. Als die Tür hinter uns zufiel, küsste sie mich wieder, aber diesmal viel stürmischer. Ihre Hände schoben mein Jackett über die Schulter und es landete auf dem Boden.

Da wendete sich der Abend doch noch zu was gutem, aber plötzlich überkam mich wieder dieses Gefühl. Was mich neulich erst, als sie mir auf die Stirn geküsst hatte, überkam.

„Ich kann nicht“
Sie stoppte das aufknöpfen meines Hemdes und schaute mich fragend an.
„Ich kann dass nicht“, wiederholte ich und entzog mich ihrem Griff.

Ich knöpfte mein Hemd zu und hob mein Jackett auf.
„Tut mir leid“, sagte ich und verschwand aus ihrer Wohnung.

Mir tat es in der Seele weh, sie jetzt alleine zu lassen, doch irgendwas tief in mir drin sagte, dass es falsch wäre so etwas zu tun, mit ihr zu schlafen.
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