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Eine andere Welt

von HilLiz
GeschichteFantasy, Liebesgeschichte / P16 / MaleSlash
Mio Akiyama Ritsu Tainaka
07.12.2014
07.10.2017
25
58.371
4
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03.03.2015 1.892
 
Am nächsten Tag ließ mich ein zaghaftes Rütteln erwachen. Erstaunlicher weiße konnte ich die Nacht gut schlafen. Na ja....bis jetzt.

Ich öffnete meine Augen und ein köstlicher Geruch stieg in meine Nase.
„Na endlich, ich dachte schon ich müsse ein Eimer Wasser holen“, scherzte die Schwester in ihrem weißen Krankenkittel.
„Ich wünsche Ihnen auch einen guten Morgen“, scherzte ich zurück.
Die Frau grinste mich an.
„Ihr Frühstück steht schon bereit.“
Sie deutete auf den Tisch und nun wusste ich woher der lecker riechende Duft herkam. Während ich mich auf die Couch setzte und mir den üppigen gedeckten Tisch ansah, erzählte die Schwester weiter: „Leider konnten wir dass Blut aus ihrem Pullover nicht mehr heraus waschen, dafür war es schon zu eingetrocknet. Aber vorhin hat Fräulein Akiyama Ihnen diese Uniform vorbei gebracht.“
„Wer“, fragte ich, da ich ziemlich überrascht war.
„Fräulein Akiyama“, wiederholte sie und legte die Gefährten-Uniform auf das frisch gemachte Bett.

Ich nippte an den heißen Kaffee und konnte es immer noch nicht glauben, dass ausgerechnet Mio sich die Mühe gemacht hatte, mir meine Uniform vorbei zubringen. Ob Mugi was damit zu tun hatte?

„Ach, bevor ich es vergesse. Sie können nach dem Frühstück nach Hause gehen. Sie sind entlassen, Miss Tainaka.“
Ich nickte und sah wie die Schwester das Zimmer verließ.

Herzhaft biss ich in das Marmeladen bestrichene Toast und nahm mir eine Weintraube, die auf einem kleinen Obstteller lag.
Ich lehnte mich in der Couch zurück und dachte über den bevorstehenden Test nach. Hoffentlich war er nicht zu schwer, und was ich überhaupt nicht leiden konnte war, wenn man mir während des Testes auf die Finger schaute, dass machte mich immer total nervös und schusselig.

Nachdem ich fertig war mit frühstücken, zog ich die Uniform an und bewegte mich aus dem Zimmer. Ich schaute mich um und fand ein kleine Schild  an der Wand. Exit, stand darauf und ich war froh, das endlich mal was beschriftet war, was mir den Weg zeigte.
Meine Schritte hallten etwas im Gang wider, da ich zurzeit alleine auf diesem war.

Doch umso näher ich dem Hauptgang kam, umso lauter drangen die Geräusche an meine Ohren. Ich bog nach links ab und wollte Richtung Wohnung laufen, als ein groß gebauter Mann mir den Weg versperrte. Er hatte ein hautenges schwarzes T-Shirt an, auf dem sich jeder Muskel abzeichnete. Außerdem trug er eine weiße Hose und Stiefel.

Seine raue, tiefe Stimme erhob sich: „Tainaka Ritsu, Sie werden zum Test gerufen. Wenn Sie mir bitte folgen würden.“

Mir blieb wohl nichts anderes übrig, als ihm zu folgen und dass tat ich auch.

~~~


Er machte mir die Tür auf und deutete, dass ich hinein gehen sollte.
„Setzten Sie sich an den Tisch und warten Sie.“
Ich trat in den Raum ein und der Mann schloss wieder die Tür. Das Zimmer war klein, aber nicht beengend. Ich setzte mich an den quadratischen Tisch und wartete. Vor mir stand ein weiterer, länglicher Tisch mit drei Stühlen.

Geschätze 20 Minuten saß ich schon hier, bis die Tür erneut aufging und drei Personen herein kamen. Der Mann von vorhin, eine Frau mit strengem Blick und, als letztes trat Mio ein. Sie trug ein enges schwarzes Kleid, dass etwa 10 Zentimeter oberhalb ihrer Knie endete und passend dazu trug sie High-Heels. Sie setzte sich zwischen die Frau und dem Mann und überschlug ihre Beine.
Ungern gab ich es zu, aber sie sah verdammt sexy aus. Schon allein wie sie da saß und das Kleid erst.
Doch ich wurde aus meinen Gedanken gerissen, als der Mann sich vor mich stellte und ein Stapel Blätter, ein Bleistift und ein Radiergummi auf den Tisch ablegte.
„Sie haben 1 Stunde zeit um so viele Fragen wie möglich zu beantworten. Während dieser Zeitspanne werden keine Fragen gestellt. Anfangen“, sagte er mit strenger klingender Stimme und setzte sich wieder an den Tisch.

Das waren mindestens 20 Blätter, vorne und hinten beschrieben, und die sollte ich innerhalb einer Stunde lösen? Ein positives gab es dann aber doch, es waren Kreuzelfragen, dass würde Zeit sparen.

Während ich an dem Test saß und überlegte, spürte ich die Blicke, vor allem den von Mio, auf mir, was dass Ganze nicht leichter machte.
Ich kratze mich am Hinterkopf und dass tat ich immer, wenn ich anfing nervös oder verlegen zu werden. Aus meinen Augenwinkel erkannte ich, wie die Frau neben Mio etwas zu schreiben begann.
Der Mann stand auf und stellte sich hinter mich. Er blickte über meine Schulter und kurz huschten meine Augen zu ihm. Wieder fing die Frau an zuschreiben und mich genaustens zu beobachten.

Hatte ich es schon erwähnt, dass ich es auf dem Tod nicht ausstehen konnte, wenn mir jemand auf die Finger schaute?

„Sie haben noch genau 20 Minuten zeit. Sie sollten sich beeilen“, flüsterte er in mein Ohr.
Jetzt wurde ich richtig nervös und fing an auf meiner Unterlippe zu kauen.
Und wieder schrieb die Frau.

Langsam verstand ich was sie für eine Funktion hatte; Sie sollte meine Handlungen beobachten und deuten. Jede noch so kleine Zuckung aufschreiben.

Oh man! Dass war die Höhle auf Erden!

Zur Nervosität kam auch noch die Schusseligkeit hinzu und ich radierte wie ein Weltmeister.
Gott sie dank, hatte der Typ sich wieder hingesetzt, doch flüsterte er etwas in Mio´s Ohr. Ich hielt in meiner Arbeit inne und schaute mir die Szene genauer an. Sollte die Frau doch schreiben was sie wollte, für mich war dass viel interessanter, als der blöde Test.

Ein Schauer lief mir über den Rücken, als mir Mio einen Blick zuwarf, der zwischen Warnung und Verführung tendierte.

Augenblicklich fiel mir der Stift, aus meiner schwitzigen Hand, auf den Boden. Sofort machte ich mich daran diesen aufzuheben und versuchte dabei mein peinlich berührtes Gesicht zu verbergen.

Ich nahm mir fest vor; ab jetzt mich nur noch auf den Test zu konzentrieren und alles andere aus zu blenden. Doch so richtig wollte dass nicht funktionieren. Meine Blicke huschten immer wieder zu Mio, als würden sie sich von ihr magisch angezogen fühlen. Und ehe ich mich versah, war auch schon die Zeit um. Der Mann kam auf mich zu und nahm mir meine Aufgaben mit den Lösungen weg.
So ein Mist! Denn Test hatte ich so was von verhauen!

Leicht mit Frust belastet, bog ich den Bleistift zwischen meinen Händen. Der Typ packte den Test in einen Hefter und trat mit seinem Stuhl auf mich zu. Die Stuhlbeine kratzten so sehr auf dem Boden, dass es mir schon in den Ohren weh tat. Er stellte den Stuhl so, dass er seine Arme auf die Stuhllehne legen konnte und setzte sich vor mich hin.

Mit einer schnellen Bewegung nahm der Mann mir den Bleistift aus der Hand und legte ihn auf dem Tisch ab.
„Damit er nicht kaputt geht“, sagte er amüsiert, wurde dann aber wieder todernst.
Er schaute mir lange in die Augen, bevor er weiter sprach: „Wenn Sie die Wahl hätten, zwischen ihrer Familie oder ihrer Meisterin, wen würden Sie, vor einer tödlichen Situation, retten?“

Natürlich würde ich meine Familie retten. Doch hier zählte nur eine Antwort.
„Meine Meisterin“, sagte ich mit fester Stimme.
Daraufhin drehte er sich zu Mio und wandte sich wieder zu mir. Die Schwarzhaarige stand auf und verließ den Raum.
Hatte ich was falsches gesagt?
„Sie können jetzt gehen. Die Prüfung ist vorbei“, sagte er und stand auch von seinem Stuhl auf.

Als ich die Tür hinter mir schloss, atmete ich erst mal tief durch.
Geschafft! Wenn auch nicht gut, aber den ersten Test hatte ich hinter mir.

Erleichtert schlenderte ich Richtung Wohnung. Dort angekommen stutzte ich, als ein kleiner weißer Zettel an der Tür haftete.

Mugi hat uns heute Abend zum Essen eingeladen, Wenn du Lust hast: Treff ist halb 6 bei mir.
Azusa


Ein Lächeln zierte meine Lippen und ich betrat meine Wohnung.
Aber was sollte ich anziehen? Etwas mit Stil oder ganz lässig oder doch die Uniform?
Vielleicht sollte ich eher zu Azusa gehen und sie fragen.

Ich blickte mich um und sah die Unterlagen auf dem Tisch liegen. Die musste ich heute unbedingt noch zu Nodoka bringen. Am besten jetzt gleich!

Ich packte mir den Stapel von Blättern und verschwand aus der Wohnung. Langsam lief ich den Flur zu Nodoka´s Büro entlang. Vor der Tür blieb ich stehen und klopfte an. Ein gedämpftes Herein ertönte und ich trat ein.
Nodoka stand vor einem Aktenschrank und sortierte Ordner ein.

„Hallo Ritsu, wie ich sehe, bist du fertig mit ausfüllen.“
„Hallo Nodoka. Ja, bin. Soll ich sie dir auf den Tisch legen?“
„Ja, wäre nett von dir“, sagte sie und lächelte mich an.
Ich schritt auf den Schreibtisch zu und legte die Dokumente ab.
„ich habe gehört, du hattest eine Auseinandersetzung mit Mio“, sagte Nodoka.
„Ja, hätte ich gewusst, dass ich im Krankentrakt landen würde, hätte ich sie nicht so provoziert.“
„Bei Mio weiß man nie. Ähm...könntest du mir bitte mal den schwarzen Ordner geben?“
„Klar. Hier.“

Ich reichte ihr den Ordner und lehnte mich an den Tisch.
„Jetzt weißt du wenigstens, wie weit du gehen darfst.“
„Mhm...Sag mal, hast du eigentlich einen Gefährten?“
„Nein, dafür hab ich gar keine Zeit.“

Wie unterhielten uns noch über dies und das, bis ich dann langsam los musste.

~~~


Ich saß auf der Couch und schaute fernsehen. Ab und zu blickte ich auf die Uhr um die Zeit nicht zu verpassen.
Der kleine Zeiger neigte sich immer mehr auf die 5 zu und ich beschloss mich fertig zu machen.

Ich zog mir einen Pulli an und eine Jeans, dazu ein paar Sneakers. So klopfte ich an Azusa´s Tür. Diese ging auf und die Schwarzhaarige schaute mich an.
„Kann man so gehen“, fragte ich.
„Auf keinen Fall. Wir gehen doch nicht in eine Kneipe“, sagte sie und schob mich zurück in meine Wohnung.

„Aber was soll ich denn sonst anziehen?“
„Dass hier.“
Sie warf mir ein weißes Hemd, ein schwarzes Jackett und...
„Eine Krawatte? Dein ernst“, fragte ich ungläubig.
„Ja, mein absoluter ernst. Los zieh dich an oder soll ich dass auch noch machen?“
„Nein nein, ist ja schon gut.“

Während ich mich umzog, verschwand sie und kam mit einer Tube in der Hand wieder. Ich knöpfte mir gerade das Hemd zu, als Azusa mein gelbes Haarband aus den Haaren nahm. Sofort fielen mir die Strähnen ins Gesicht.

„Hey, was machst du da?“
„Psst“, gab sie von sich und drückte mich auf das Bett, so das ich darauf saß.
Azusa machte die Tube auf, schmierte sie eine gelartige Paste auf die Hände und wuschelte mit dieser durch meine Haare.
Dass roch verdächtig nach Haargel.

„So fertig“, sagte sie, ging in mein Bad und wusch sich die Hände. Ich betrachtete mich im Spiegel und musste zugeben, dass ich gar nicht schlecht aussah.
Sie hatte meine Haare leicht nach hinten gegelt. War mal was anderes.
Ich band mir die Krawatte um und zog mir das Jackett über, als ein lautes Lachen von der Tür herüber schallte.

„Wie siehst du denn aus?!“
„Jedenfalls besser als du, Yui“, gab ich zurück und musste grinsen.
„Azusa sagt, ich sehe darin toll aus“, schmollte die Braunhaarige.
„Und damit hab ich auch vollkommen recht“, sagte diese und küsste beim vorbei gehen, Yui auf die Wange.
Schon hellte sich ihre Mine auf und sie lief ihrer Freundin hinterher.
Sie war so leicht zu durchschauen.

Ich schloss die Tür ab und ging mit Yui und Azusa zum Essen.
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