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Eine andere Welt

von HilLiz
GeschichteFantasy, Liebesgeschichte / P16 / MaleSlash
Mio Akiyama Ritsu Tainaka
07.12.2014
07.10.2017
25
58.371
4
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Dieses Kapitel
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25.01.2015 1.911
 
Ich starrte sie einfach nur an und mein Herz hämmerte in meiner Brust. Einerseits, weil sie so Attraktiv auf mich wirkte und andererseits, weil sie so eine beängstigende Aura um sich hatte, eine die Macht ausstrahlte.
Sie stieß sich von der Wand ab und kam langsam auf mich zu. Immer noch unfähig mich zu bewegen, blieb ich an Ort und Stelle.

Nun stand sie vor mir, genauso nah, wie an dem Tag in meiner alten Wohnung. Ich konnte ihren Gesichtsausdruck nicht deuten, sie sah mich einfach nur an, ohne jegliche Regung in ihrem Gesicht.
„Was willst du denn v....“, durch ein lautes Klirren und Knacken wurde ich unterbrochen.
Mein Kopf drehte sich automatisch zur Lärmquelle. Nur wenige Millimeter neben meinem Kopf, hatte sie mit ihrer Faust in den Spiegel geschlagen.

Der Spiegel zerbrach in Einzelzeile. Scherben fielen auf den Boden, einige blieben an dem rauen Stoff meines Hoodie´s hängen. Mein Blick lag immer noch auf ihrer Faust, die links von meinem Kopf  ruhte.

Zuerst hatte ich es gerochen und, dann konnte ich es sehen. Ihr Blut lief den zerbrochenem Spiegel herunter und tropfte auf den Boden. Ein betörender Duft umschmeichelte meine Sinne. Doch schnell fiel meine Aufmerksamkeit wieder auf die Person vor mir.

Mio legte ihre Stirn auf meine und sah mich mit durchdringendem Blick an.
„Solltest du es nochmals wagen mich in der Öffentlichkeit und unter meinen Freunden so zu demütigen, dann werde ich dich umbringen“, zischte sie mir entgegen.

Statt ängstlich zu nicken oder ein 'ja' von mir zugeben, gab ich ihr nur eine trotzige Antwort, die ich lieber hätte nicht sagen sollen.
„Dann mach es doch!“

Mit ihrer freien Hand packte sie meinen Hals und drückte mich an den Spiegel. Die Scherben, die sich in dem Stoff verhakt hatten, bohrten sich in meinen Rücken. Doch dass bekam ich nicht wirklich mit, ich war mehr bemüht nach Luft zuschnappen.
„Das kannst du gerne haben“, sagte Mio und grinste mich an.
Ihr Griff um meine Kehle wurde stärker. Ich drohte zu ersticken, wenn sie nicht sofort ihre Hand von meinem Hals nahm. Verzweifelt legte ich meine Hände auf ihren Arm und vergrub meine Fingernägel in diesen. Hoffte inständig, dass sie los lässt.

Meine Sicht verschwamm langsam und dann ließ sie los, als hätte sie geahnt, dass ich in Ohnmacht fallen würde. Ich dachte, dass sie jetzt ging und mich in ruhe lassen würde, doch dass war weit verfehlt.
Erneut packte sie mich, diesmal am Kragen und hob mich etwas hoch, so dass ich ihr in die Augen schauen konnte.  

Ich stöhnte schmerzvoll auf, als sich ihre Reißzähne in meinen Hals schlugen. Erneut krallte ich mich in ihren Arm, versuchte mich zu befreien, doch mit jedem Schluck den sie von meinem Blut nahm, schwanden meine Kräfte. Meine Arme sanken nach unten und meine Augenlider wurden schwerer. Ich konnte ihre verschwommene Gestalt nur noch erahnen und mein Körper wurde zunehmend schlaffer.

Keine Ahnung wie viel Blut sie getrunken hatte, ich merkte bloß wie ich unsanft auf den Boden krachte, als sie von mir los gelassen hatte. Meine Stirn berührte den kühlen Steinboden und linderte etwas meine Kopfschmerzen.

Mio hockte sich neben mich, vergrub ihre rechte Hand in meine Haare und zog meinen Kopf ein Stück nach oben. Sie schaute in meine schmerzverzerrten Augen und sagte: „Ich sage es dir kein zweites Mal: Du bist mein!“

Ihr Griff lockerte sich und mein Kopf sank wieder auf dem harten Boden. Ich sah ihren Schatten, der zu Tür wanderte und dann verschwand.

Mit letzter Kraft versuchte ich zu meinem Bett zu kriechen um mich an diesem hoch zuziehen. Ich schaffte es gerade noch so mich auf die weiche Matratze zu zerren, bevor meine Beine nachgaben. Mein Hoodie war von Blut durchtränkt, da meine Wunde am Hals immer Noch blutete. Ich hob meine Hand fasste mir an die Stirn um darauf hin zusammen zu zucken. Auch dass noch; eine Platzwunde. Das warme Blut bahnte sich den Weg von der Wunde, zwischen meinen Augen, an meiner Nase zu meinem Kinn herunter und tropfte auf das weiße Bettlacken.

„Ich muss sofort zu Azusa“, schoss es mir durch den Kopf. Vorsichtig stand ich von dem Bett auf und verharrte an Ort und Stelle, bis ich mich an das Schwindelgefühl gewöhnt hatte.

Mit meiner linken Hand fest auf meine Wunde am Hals gepresst, torkelte ich zur Tür und öffnete diese mit der anderen Hand. Die Bissspur blutete so stark, dass es zwischen meinen Fingern hindurch quoll.

Im Flur angekommen, schleifte ich mich an der Wand, Richtung Azusa´s Tür, entlang. Kurz blieb ich stehen, da ich dachte mein Kopf würde jede Sekunde explodieren. Ich drückte meinen Handballen auf meine Schläfe und hoffte den Schmerz damit zu lindern.

Nachdem ich tief Luft geholt hatte, setzte ich meinen Weg fort und blieb, nur wenige Türen später, stehen. Entkräftet klopfte ich gegen die dunkle Holztür.
„Azusa?!“
Nichts.
„Hey Azusa, mach doch bitte die Tür auf!“
Wieder Nichts.
„Verdammt, ausgerechnet jetzt ist sie nicht da“, flüsterte ich und sank zu Boden.

Schwer atmend, schaute ich auf die gegenüberliegende Wand.
„Hätte ich Mio bloß nicht so verärgert“, dachte ich und streckte meine Beine aus.

War dass etwa das Ende? So ein Mist, dass ich mich auch immer in die Scheiße reiten muss!

„Ritsu?“
Eine Person kam in meine Richtung gerannt.
„Wusste ich´s doch. Meine Nase täuscht mich nie.“
Nun erkannte ich die Stimme, es war die von Haruka. Sie hockte sich vor mich hin und nahm meinen Kopf zwischen ihre Hände.
„Meine Güte, bist du blass! Ich muss dich sofort in den Krankentrakt bringen“, sagte sie, wobei sie den letzten Satz eher zu sich sagte, als zu mir.
Haruka half mir hoch, schlang ihren linken Arm um meine Hüfte und legte meinen rechten Arm hinter ihren Nacken.
Langsam setzten wir einen Schritt vor den anderen. Ich presste immer noch meine Hand auf die Wunde, weil ich Angst hatte noch mehr Blut zu verlieren.

Als wir den Gang entlang gingen, fiel mir auf, dass sich Haruka immer, wenn sie einatmete, sich leicht verkrampfte, als würde sich vor irgendwas zurückhalten.
Ob dass an dem Geruch meines Blutes lag?

„Dein Blut konnte man schon Kilometer weit riechen. Einige jüngere Vampire sind deswegen ziemlich aufgekratzt, aber der Großteil, die Erfahrenen unter uns, nehmen dass gelassen hin“, erklärte sie mir.
„Doch ein so großer und intensiver Schwall von Blut, kam mir nicht geheuer vor.“

Wir bogen auf den großen Gang ab und Haruka flüsterte mir ins Ohr: „Ignoriere die Blicke einfach. Wir sind gleich da.“
Ich nickte nur und konnte regelrecht spüren, dass ich beäugt wurde.

Mit jedem Schritt wurden meine Beine schwerer und ich fiel immer mehr in mich zusammen. Da war es uns sehr gelegen, als wir Mugi entdeckten, die sich angeregt zu unterhalten schien. Wir kamen nicht mal in ihre Nähe und sie blickte auf, direkt auf uns. Ihre Schritte wurden immer schneller umso näher sie uns kam, dann blieb sie vor uns stehen.

„Sie braucht dringend einen Arzt“, hörte ich Haruka sagen.
„Warte, ich nehme sie Huckepack“, drang eine männliche Stimme an meine Ohren.
Dass war wahrscheinlich Mugi´s Gefährte.

Ich hörte nur noch von der Blonden fragen, was denn passiert sei, bevor ich in einen tiefen Schlaf fiel.

~~~


Ich öffnete die Augen und blickte an die Decke. Langsam richtete ich mich in dem Bett auf, um mir meine Umgebung genauer an zusehen.
Ich befand mich in einen kleinen gemütlichen Zimmer. Rechts von mir stand eine Eckcouch mit einem Tisch, genau neben der Tür. Links von mir war ein Nachttisch mit Lampe. So wie es aussah war ich alleine in diesem Raum, der spärlich beleuchtet war, perfekt für meine müden Augen.

Mein Blick fiel auf den Spiegel, der gegenüber von mir, an der Wand hing. Ich hatte nicht mehr den  blutdurchtränkten Hoodie an, sondern ein stinknormales weißes T-Shirt. Auf meiner Stirn klebte ein großes Pflaster und mein Hals war einbandagiert.

Aus dem Bett zusteigen war schier unmöglich, da mein Körper momentan zu schwach dafür war. So saß ich da einige Minuten, als ein Klicken meine Aufmerksamkeit auf die Tür lenkte.

„Sie ist wach“, sagte eine bekannte Stimme.
Nacheinander traten Haruka, Yui, Azusa und Mugi in das Zimmer ein.
„Und wie geht’s dir“, fragten alle im Chor und mussten darauf anfangen zu kichern.
„Gut“, antwortete ich grinsend.
„Freut mich“, sagte Haruka und setzte sich ans Bettende.
Während Azusa sich hinter dieses stellte, setzten sich Mugi und Yui auf die Couch.
„Wie lange habe ich den geschlafen“, fragte ich in die Runde.
„Nicht lange, höchstens 1-2 Stunden“, meinte die Blondhaarige.
„Genug Zeit für Mugi, etwas Verstand in Mio´s Gehirn zu blasen“, kam es von Yui, worauf hin ich sie fragend ansah.
„Ich hab lediglich ein paar Worte mit ihr gewechselt.“
Ich nickte und schaute auf die weiße Bettdecke.
„Ich hätte auf euch hören und nicht Mio herausfordern sollen.“
„Ja, dass hättest du besser, aber es gehören immer 2 dazu“, sagte Azusa und schaute mich an.
Doch mein Blick ruhte immer noch auf der Bettdecke.
„Kopf hoch, wenn ihr euch mal richtig aussprecht, dann wird dass schon“, munterte mich Haruka auf, nahm meine rechte Hand und drückte diese leicht.
Ich schenkte ihr einen dankenden Blick.

Wir unterhielten uns noch etwas, bis Mugi in das Gespräch einwarf: „Wir sollten jetzt langsam gehen. Ritsu muss sich ausruhen, da sie morgen einen stressigen Tag haben wirde.“
Ich drehte meinen Kopf zu ihr.
„Was, wieso, weshalb, warum? Hab ich was verpasst?“
Haruka musste darauf anfangen zu kichern, doch dieses verstummte schlagartig, als die Blonde fort fuhr.
„Mir hat ein Vögelchen gezwitschert, das du morgen deinen ersten Test bestreiten musst.“
Der Griff um meine Hand verkrampfte sich und ich musste automatisch darauf starren.
„In wa...“
„In diesem Zustand? Unmöglich“, wurde ich von Haruka unterbrochen.
„Dass ist denen doch egal, Regeln sind Regeln und daran kann man auch nichts verändern“, sagte Yui.

Erneut setzte ich meine Frage an.
„In was den“, fragte ich Mugi.
Diese schüttelte nur den Kopf.
„Ich hab dir schon zu viel gesagt. Eigentlich dürfte ich dir nicht mal sagen, wann die Test´s sind.“
„Verstehe.“

„Wir sollten jetzt wirklich los“, kam es von Azusa.
Alle Beteiligten nickten und bewegten sich zur Tür, außer Haruka, die saß immer noch auf meinem Krankenbett.
„Geht schon mal vor. Ich komme dann nach.“

„Gut, dann ruh dich mal ordentlich aus, Ritsu. Du wirst deine Kräfte morgen brauchen oder besser gesagt, deinen Verstand“, sagte Mugi und tippte sich dabei an den Kopf.

War dass etwa ein kleiner Wink von ihr, was mir morgen bevorstand? Auf jeden Fall!

Ich grinste sie an und sie lächelte zurück. Yui und Azusa verabschiedeten sich von mir und verschwanden mit Mugi aus dem Zimmer.

Nun waren Haruka und ich alleine und irgendwie freute mich dass. Sie rückte etwas näher zu mir, so dass wir uns geradewegs gegenüber saßen. Wir schauten uns an, für lange Zeit. Zuerst merkte ich nicht, dass ihre Hände links und rechts auf meiner Wange lagen. Erst, als sie sei leicht zu streicheln begann, nahm ich ihre Berührung war.
„Ich wünsche dir für morgen viel Glück“, flüsterte sie, neigte meinen Kopf leicht nach vorn und küsste mich, neben dem Pflaster, auf die Stirn.
„Schlaf schön“, sagte sie noch, stand auf und schloss leise die Tür hinter sich.

Seufzend ließ ich mich ins Kissen zurück fallen. Sie hatte mich zwar nur auf die Stirn geküsst, doch es machte mich unsagbar glücklich.
Aber ein komisches Gefühl machte sich in meinem Körper breit. Es fühlte sich an, als hätte ich jemanden verraten oder hintergangen.
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