Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Eine andere Welt

von HilLiz
GeschichteFantasy, Liebesgeschichte / P16 / FemSlash
Mio Akiyama Ritsu Tainaka
07.12.2014
07.10.2017
25
58.371
4
Alle Kapitel
30 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
02.01.2015 1.918
 
Schnellen Schrittes gingen wir die Gänge entlang und bogen auf den großen Hauptgang ab. Wir  liefen zu dem Eingang der Reinblüter und von weitem konnte man schon 3 Personen ausmachen, die sich als Mugi´s Gefährte, Mugi selbst und Mio entpuppten.

„Guten Morgen“, sagten wir im Chor.
Mugi gab ein 'Morgen' zurück und ihr Gefährte verbeugte sich zur Begrüßung. Mio lächelte Azusa und Yui an. Doch, als sich unsere Blicke trafen, verschwand das Lächeln aus ihrem Gesicht.
„Hier“, sagte sie zu mir und warf ihre Bücher in meine Arme.

Was sollte dass denn jetzt?

„Die Bücher von unseren Meistern zutragen, machen wir Gefährten aus Höflichkeit“, meinte Azusa zu mir und wir setzten uns in Bewegung.

Warum sollte ich ihre Bücher aus Höflichkeit tragen, wenn sie nicht mal höflich zu mir ist?!

Mugi und Mio liefen vor uns her und die Schwarzhaarige schien mich zu ignorieren. Soll sie doch, ich hatte ja Azusa und Yui mit den ich mich unterhielt.

„Du scheinst Mio ziemlich verärgert zu haben“, flüsterte Yui mir zu.
„Mit was denn bitte?“
„Gestern, bevor wir los gegangen sind, hast du dich doch noch mit Haruka unterhalten, dass wird sie mitbekommen haben“, sagte Azusa und hielt die Bücher der Braunhaarigen vor ihrer Brust fest umklammert.
„Aber wie sollte sie denn?“

„Du vergisst, das ich ein Vampir bin“, sagte Mio plötzlich mit einer so bedrohlichen Stimme, dass ich vor Schreck stehen blieb. Mein Griff um die Bücher lockerte sich und fielen zu Boden. Sofort bückte ich mich nach diesen, doch ein Schatten, der über mir schwebte, ließ mich in der Bewegung inne halten.
Ich schaute nach oben und sah in Mio´s Gesicht. Sie sah von oben auf mich herab und stieß mit ihrem Zeigefinger gegen meine Stirn, was mich nach hinten fallen ließ.
„Baka, Ritsu“, lachte sie, drehte sich um und ging weiter.

„Siehst du, dass meinten wir gestern“, sagte Azusa und half mir hoch, während mir Yui die Bücher reichte.
„Danke.“
Ich klopfte mir den Staub von den Sachen und sagte mit zorniger Stimme: „Sicher das diese Bestie eine gute Seite hat?“
„Sag dass nicht so laut und zu unvorsichtig“, ermahnte mich Mugi, die nicht mit Mio mit gegangen war.

Ich schnaufte nur und ging den anderen Richtung Gang mit den Klassenzimmern. Wir liefen den Flur entlang, wo sich schon einige Vampire und Gefährten tummelten, und bogen in ein Zimmer ab. Wie zu erwarten, saß Mio schon in diesen.

Das Klassenzimmer war nicht gerade groß, hier wurde anscheinend in kleineren Gruppen unterrichtet. Acht Einzelbänke standen in dem Raum, war für die größe auch völlig ausreichend war.

Azusa übergab die Bücher Yui und stieß mich sanft an der Schulter an. Ich folgte ihr und, als ich an Mio´s Bank vorbei ging, legte ich die Bücher auf diese ohne sie auch nur anzusehen.
Im hinteren Teil des Raumes standen schon einige Gefährten in einer Reihe, die Hände hinter dem Rücken. Azusa, Mugi´s Gefährte und ich reihten uns mir ein.

Das war doch jetzt nicht denen ihr ernst, dass wir den ganzen Unterricht hier hinten standen, während die Vampire sitzen durften.
Wie unfair!

Eine Lehrerin mit langen braunen Haar betrat den Raum und sofort verbeugten sich die Gefährten.
„Verbeugen“, sagte Azusa zu mir und ich tat wie befohlen.
Die Lehrerin gab mit ihrer Hand eine schwungvolle Bewegung von sich und wir richteten uns wieder auf.

„Wie ich sehe, haben wir einen neuen Gefährten. Wenn sie sich doch kurz vorstellen würden“, sagte  sie freundlich.
Ich nickte und wollte gerade anfangen zu sprechen, als mir Mio ins Wort fiel: „Das ist Ritsu und sie ist eine dumme, tollpatschige, nichts taugende Gefährtin.“
Ein kichern ging durch die Klasse.

Na schön, wenn sie unbedingt Krieg wollte, konnte sie ihn bekommen!

„Mit einer arroganten, egoistischen Meisterin“, sagte ich und sofort wurde es still.
Ich grinste triumphierend, während mir Mio einen bösen Blick zuwarf. Hätte ich gewusst, dass ich das später zutiefst bereuen würde, hätte ich es wahrscheinlich nicht gesagt.

Ein Klatschen durchbrach die Stille und alle drehten sich wieder zur Lehrerin.
„Schön, schön. Ich bin Sawako Yamanaka und ab heute deine Ansprechpartnerin, wenn es um schulische Dinge geht.“
Ich nickte.

„Gut, da wäre dass auch geklärt. So, wo waren wir stehen geblieben, Miss Kotobuki?“
„Bei der Clan-Rivalität zwischen Vampiren im 21. Jahrhundert“, antwortete die Blondhaarige und lächelte ihre Lehrerin an.
Diese erwiderte das Lächeln und schrieb das Thema an die Tafel.

„Sag mal, sollen wir das auch mit schreiben, oder so“, fragte ich flüsternd zu Azusa.
„Nein, dieser Unterricht ist nur für die Vampire gedacht. Wir werden getrennt von ihnen unterrichtet. Diese Woche sind sie dran, nächste Woche sind wir dran und dass immer im Wechsel. Wir sind lediglich nur da, um sie zu beschützen, falls was passieren sollte.“
„Ach so, also passen wir bloß auf, dass nichts passiert?“
„Ganz genau.“

Irgendwie war das ganze ziemlich ironisch. Als könnten sich die Vampire und vor allen die stärkeren Reinblüter nicht selbst beschützen, aber anscheinend brauchten sie jemanden zum herum schubsen.

Die Stunde war mehr langweilig, als spannend. Ab und an ertappte ich mich, wie ich auf Mio´s Rücken starrte und dann immer meinen Blick von ihr los riss um der Lehrerin zu folgen, die den Vampiren von zwei großen Vampir-Stämmen erzählte. Ich erfuhr auch, dass sich diese bekriegten und langsam wurde mir klar warum die Vampire, Gefährten brauchten. Ich sag nur; vier Augen sehen besser, als zwei.

Ich seufzte erleichtert, als ich die erste Stunde stehen, hinter mir hatte und hier hieß es, dass eine Stunde Unterricht, zwei Stunden in der Realität entspricht, also genau 120 Minuten. Azusa ging zu Yui, ich folgte ihr einfach und hoffte, dass ich mich irgendwo hinsetzen durfte. Ich musste nicht lange warten und schon bot mir die Braunhaarige an, mich auf ihre Schulbank zusetzen. Dass tat ich dann auch, während sich Azusa an die Bank von Mugi lehnte, die neben Yui saß.

Mugi´s Gefährte wurde mitten im Unterricht hinaus zitiert, natürlich nur mit Erlaubnis von der Blondhaarigen. Keine Ahnung wo er hin gehen musste. Ich gab´s ja zu, ich war noch ziemlich überfordert mit den Regeln und den Geschehnissen hier in dieser Welt.

Mio war auch plötzlich spurlos verschwunden, nachdem die Lehrerin den Unterricht für beendet erklärt hatte. Wusste der Teufel wo sie war, mir war es herzlich egal. Aber durfte es mir egal sein? Ich war schließlich ihre Gefährtin und musste auf sie achtgeben.

Doch Azusa riss mich aus meinen Gedanken, als sie zu mir mit ernstem Ton sprach: „Du solltest nicht so mit Mio-Sempai reden, nicht dass du es später bereust. Außerdem ist sie deine Meisterin und dann kommt noch hinzu, das sie eine Reinblüterin ist.“
„Was soll ich denn machen? Soll ich es etwa einfach herunter schlucken, dass sie mich wie Dreck behandelt“, sagte ich wütend und schaute auf ihren leeren Stuhl.

Okay, in der Menschenwelt waren nicht alle Lehrer nett zu mir, aber dennoch war ich brav zu ihnen, einfach weil sie Autoritätsperson waren. War Mio auch so was für mich: eine Autoritätsperson?
Ich meine sie war eine Reinblüterin, sie stand alle mal, vor uns Gefährten, in der Rangliste weit oben. So viel war mir schon klar geworden.

„Du könntest es wenigstens probieren, dann zeigt sie dir auch ihre andere Seite“, sagte Mugi an mich gewandt.
„Ja, du hast ja recht“, murmelte ich, doch innerlich war ich noch lange nicht über die Demütigung hinweg und pure Wut durchströmte meinen Körper.

Nach einigen Minuten kamen die Gefährten und Vampire wieder ins Klassenzimmer, die dieses verlassen hatten, gefolgt von der Lehrerin. Ich schwang mich von Yui´s Schulbank und gesellte mich mit Azusa zu den anderen Gefährten, die bereits im hinteren Teil des Klassenzimmers standen.
Und wieder begann eine unspektakuläre Unterrichtsstunde.

~~~


„Endlich Schluss“, freute sich Yui und ließ die ganze Klasse daran teilhaben.
„Sie können ruhig noch ein paar Stunden hier bleiben. Für sie gebe ich gerne Extraunterricht, Miss Hirasawa“, sagte Sawako und schmunzelte. Die Klasse brach in Gelächter aus und Lehrerin gab ein Zeichen, dass sie den Raum verlassen durften.

„Ritsu, kommen sie bitte mal zu mir.“
Ich schaute zur Lehrerin und nickte. Bei ihr angekommen meinte sie, dass ich ihr folgen sollte.Ich deutete Yui und Azusa, dass sie nicht auf mich warten brauchten. Mio und Mugi waren schon längst nicht mehr da.

Wir, Sawako und ich, gingen an vielen Klassenzimmern vorbei und blieben dann vor einer Holztür stehen. Ich betrat hinter der Brillenträgerin den Raum, welches sich aus großes Lehrerzimmer entpuppte. Sie ging auf einen großen Schrank zu, öffnete diesen und kramte einige Bücher hervor. Ich nahm sie entgegen und hörte ihr aufmerksam zu: „Dass sind die Bücher, die du spätestens nächste Woche brauchen wirst. Aber es wäre nicht schlecht, wenn du jetzt schon mal ein Blick hinein werfen würdest. Die Bücher könnten einige Fragen von dir beantworten.“
„Danke.“
„Kein Ding, diese Woche wird noch stressig genug für dich“, sagte die Lehrerin und setzte sich auf einen Stuhl.
Ich schaute sie fragend an.
„Hat dir noch keiner von den Test´s erzählt?“
„Ach so, die. Nodoka hat mir schon von denen erzählt.“
„Nimm dich vor diesen in acht. Vor allem, vor den Test, den dir Mio stellen wird.“
„Ich bin auf alles gefasst“, versuchte ich überzeugend rüber zu bringen.
Sawako nickte, schien es mir aber nicht wirklich zu glauben.

„Vor 3 Jahren hatte sich eine Gefährtin in den Kopf geschossen, weil sie mit dem Druck nicht klar kam“, erzählte sie und blickte auf ihren Schreibtisch.
„Was musste sie den machen“, fragte ich und klammerte mich an die Bücher in meinen Armen.
„Ihr Meister hatte von ihr verlangt, dass sie ihre Familie umbringen solle. Dass war ihr anscheinend zu viel, da hat sie sich umgebracht.“

Ich war geschockt. Wie konnte man so etwas verlangen; die eigene Familie umzubringen. Der Typ hatte doch einen Knall!
Ich hoffte, Mio würde nicht so was schreckliches, als Aufgabe stellen.

„Glauben sie, dass Mio so was drauf hätte?“
„Dass wäre sogar für Mio zu extrem, aber man sollte nichts ausschließen“, sagte sie mir.
Ich schaute auf die Uhr, die auf ihrem Schreibtisch stand und meinte: „Vielleicht sollte ich langsam los.“
„Ja, dass wäre eine gute Idee. Ich habe sowieso noch eine Konferenz.“

~~~


Abwesend lief ich den Gang zu meiner Wohnung entlang, immer noch mit einem festen Griff um die Bücher. Meine Gedanken kreisten um diesen Test X.
Mit zittrigen Händen versuchte ich den Wohnungsschlüssel ins Schloss zu stecken. Irgendwie wollte dass nicht so, wie ich dass wollte. Und dann fiel mir auch noch der verdammter Schlüssel aus der Hand. Das Klimpern hallte durch den Gang und ich bückte mich nach dem Gegenstand.

In der Wohnung angekommen, schaltete ich das Licht an und legte die Bücher auf den Couchtisch aus Glas. Danach machte ich mich daran, meine Uniform aus zuziehen. Ich schlüpfte in einen Hoodie und in eine Jogginghose. Im großen Spiegel, der an der Schranktür befestigt war, schaute ich mich an. Ich nahm mein gelbes Stirnband ab und band mir einen Zopf.

Plötzlich erschrak ich, als sich eine Person, die hinter mir stand, im Spiegel widerspiegelte. Ich drehte mich um und presste mich an das kühle Glas.
Da war sie wieder, meine Meisterin. Sie lehnte an der Wand, gegenüber von mir und grinste mich an. Ein Schauer lief mir über den Rücken und ich konnte mich keinen Schritt mehr bewegen.

Was wollte sie denn jetzt von mir?


-------------------------------------------------------------


Hallöle,

ich hoffe ihr hattet einen guten Start ins neue Jahr.
Ist zwar ziemlich spät dafür, aber ich wünsche euch ein frohes Neues und hoffe, dass ihr weiter gefallen an dieser Geschichte findet und sie weiter verfolgt c:

Lg HilLiz
Review schreiben
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast