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Eine andere Welt

von HilLiz
GeschichteFantasy, Liebesgeschichte / P16 / FemSlash
Mio Akiyama Ritsu Tainaka
07.12.2014
07.10.2017
25
58.371
4
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Dieses Kapitel
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07.12.2014 1.482
 
Wir standen in einer großen Halle, mindestens zwei Fußballfelder groß, die sich als Speisesaal entpuppte.
„Du hast zwar in deiner Wohnung eine Küche, aber wenn du mal kein Bock haben solltest, dann kannst du hier deinen Bauch vollschlagen“, sagte Azusa zu mir gewandt.
„Vor allem, weil es hier so lecker ist“, warf Yui ein und begab sich zu einem Tisch.
Es war richtig gemütlich, wie in einem Restaurant. An der Decke hingen Kronleuchter, die sehr edel aussahen.

„Entweder du lässt dich bedienen oder du holst dir was von dem Buffet dort drüben.“
Die Schwarzhaarige zeigte auf einen langen Tisch, wo allerhand Speisen darauf stand.

Ich saß gegenüber von den Beiden, die sich angeregt unterhielten, während ich mich noch etwas in der Halle umsah. Mein Blick blieb bei einem Mann kleben. Er war vielleicht einen Kopf größer, als ich und ein richtiger Schrank. Ich meine, so ein richtiges Muskelpaket. Außerdem trug der braunhaarige Mann eine schwarz-rote Uniform, außer die Hose, die war weiß.
Und er war bewaffnet. Ein Ledergurt, der quer über seinen Rücken verlief und an seiner Brust durch eine Schnalle zusammen gehalten wurde, hielt ein Kurzschwert, griffbereit falls es mal ernst wurde. Er hatte noch einen Gürtel um, an den Links und Rechts jeweils ein Messer befestigt war. Als wäre dass nicht genug, war oberhalb seines linken Knies eine kleine Tasche, aus der ein Griff einer Pistole heraus ragte.

„Sag mal, was hat es mit dem Mann, dort drüben, auf sich“, fragte ich an Yui und Azusa gewandt, die ihre Unterhaltung darauf unterbrachen.
Sie blickten über die Schulter, weil der Typ, einige Meter, hinter ihnen stand.
„Meinst du den großen, muskulösen Typen?“
Ich nickte und die Zwei drehten ihre Köpfe wieder zu mir.

„Dass ist ein Gefährte. Genauer gesagt, der Gefährte von Tsumugi Kotobuki. Sie ist eine Reinblüterin und ihre Clan besitzt hohes ansehen. Dass ist die blonde Frau, die vor dem Mann steht“, erklärte mir Azusa.

So so, ein Gefährte also. Hieß dass, ich musste auch so was tragen? Cool sah es ja schon irgendwie aus und Respekt hatte man alle mal davor.

Plötzlich kam sie Blondhaarige auf unseren Tisch zu und ehe ich mich versah, stand sie neben Yui.
„Hallo Mugi“, sagten die, die mir gegenüber saßen.
Die Angesprochene gab nur ein 'Hallo' zurück und lächelte. Dann wandte sie sich mir zu.

„Und du bist Ritsu, richtig“, fragte sie mich mit ihrer melodischen Stimme.
„Ja, die bin ich.“
Ich grinste und wunderte mich, woher sie wusste, wie ich hieß.
„Das Thema hat sich wie ein Lauffeuer verbreitet. Die Mio hat endlich, seit langem, mal wieder einen Gefährten“, sagte Mugi und setzte sich neben mich. Der braunhaarige Typ stellte sich hinter sie und schien die Umgebung im Blick zu behalten.

„Mio“, kam die Frage von mir und alle am Tisch schauten mich an.
„Sag bloß, du weißt nicht wer Mio ist. Dass musst du doch wissen, sie ist doch schließlich deine Meisterin“, lachte die Blondehaarige.
„Aber du weißt doch, Mio-Sempai macht da gerne ein Geheimnis draus.“
„Dass stimmt“, sagte nun Yui.

„Da musst du aufpassen, Ritsu. Mio spielt gern mal das ein oder andere Spiel mit ihrem Gefährte. Yui, kannst du dich noch an ihren Ersten erinnern“, fragte Mugi.
„Ja, sie hat ihn immer zur Weißglut gebracht“, antwortete die Braunhaarige und musste anfangen zu Lachen.

Also, jetzt wurde mir etwas mulmig.

„Keine Sorge, Mio mag es zwar Faustdick hinter den Ohren haben, aber wenn man sie erst mal richtig kennenlernt, dann zeigt sie eine komplett andere Seite von sich.“
Yui und Azusa nickten zustimmend.
„Stimmt, aber jetzt hab ich Hunger! Zeit für´s Essen“, sagte Yui und hob ihren Arm.
Sofort kam eine Frau an den Tisch. Sie hatte ein kleines Notizbuch dabei und sah, für meinen Geschmack, verdammt gut aus. Sie hatte ihr schwarzes schulterlanges Haar zu einem Zopf gebunden und ihr schräges Pony fiel ihr etwas ins Gesicht.

Sie sah zu mir und wartete. Ich war die letzte die, von uns Vieren, bestellte.
„Ich hatte gerne einen großen Salat“, sagte ich und lächelte sie an, was diese gern zu erwidern schien.
Als sie alles aufgeschrieben hatte, bedanke sie sich, drehte sich um und ging. Ich schaute ihr noch hinterher, bis sie außer Hörweite war und fragte in die Runde: „Wer ist das denn?“
„Das ist Haruka Ito. Armes Ding. Vor kurzem ist ihr Gefährte, der gleichzeitig auch ihr Geliebter war, gestorben.“

Ich lehnte mich zurück und verschränkte die Arme hinter meinem Kopf.
Schade, also doch nichts zu holen, dabei sah sie so süß aus. Ich verwarf den Gedanken, mit ihr was zu “unternehmen“ und fragte mich wie ich wieder zu meiner Wohnung finden sollte.

„Du hast keine Chance bei ihr. Nicht, weil sie dich nicht attraktiv finden würde, sondern weil sie weiß, dass du Mio´s Gefährte bist“, sagte Mugi.
„Aber, Azusa hat doch gesagt, dass ein Gefährte keine feste Bindung eingeht mit dem Vampir, von den man gebissen wurde.“
„Ja, dass hab ich, aber Mio-Sempai ist da anders. Sie mag es nicht, wenn ihr Eigentum von jemand anderen benutzt wird.“

Eigentum? Dass klang so abwertend!

„Du kannst Mio gerne herausfordern, aber du wirst bald merken, dass sie sich so was nicht gefallen lässt“, sagte Yui zu mir.
„Weißt du was? Dass tu ich auch! Soll sich diese Mio einbilden was sie will, aber ihr Eigentum bin ich noch lange nicht“, sagte ich mit zorniger Stimme.
„Na, dass wird noch interessant“, hörte ich Mugi sagen.

Keine Minute später kam auch schon unser Essen und wieder lächelten wir, die Kellnerin und ich, uns an.

Pah, Eigentum! Diese Mio kann mich mal! Ich werd´s der schon zeigen.

~~~


Zum Glück hatten mich Yui und Azusa zu meiner Wohnung begleitet. Nie im Leben hätte ich zu der zurück gefunden. Nun stand ich vor meiner Tür und verabschiedete mich von den Beiden. Ich Wollte gerade die Tür öffnen, als ich bemerkte, dass Azusa nur ein Paar Türen weiter, stehen blieb und ihren Schlüssel ins Schloss steckte.
„Was für ein Zufall, dass wir auf den gleichen Gang wohnen“, sagte sie lächelnd und verschwand mit Yui in ihre Wohnung.
Ich wollte gar nicht wissen, was die Beiden jetzt machten.

Die Kerze war erloschen, die vor ein paar Stunden noch brannte, als ich auf gewacht war. Also tastete ich an der Wand, neben der Tür, nach einem Lichtschalter, den ich dann auch fand.

Ich blickte mich in dem Raum um und war erstaunt, wie groß er doch war. Ein Bett, was nicht gerade klein war, stand einige Meter vor meinen Füßen entfernt. Zu meiner rechten Seite, stand eine schwarze Couch und ein gläserner Couchtisch. Gegenüber diesem hing ein großer Flachbildfernseher an der Wand.

Neben meinem Bett befand sich eine Tür. Ich machte diese auf und schaute in ein geräumiges Bad. So ein tolles Bad hatte ich nicht mal in meiner alten Wohnung in der Menschenwelt.

Menschenwelt. Ich seufzte und schloss die Tür. Wie es wohl gerade meiner Familie ergeht und meinen Freunden?

Während ich so darüber nachdachte, setzte ich mich auf die Couch und nahm mir die Unterlagen, die mir Nodoka gab, zur Hand.
Auf dem Glastisch, vor mir, lag ein Kugelschreiber, als hätten die dass geahnt, das ich die Unterlagen genau hier ausfüllen würde. Ich beugte mich vor, legte den Stapel Papier auf den Tisch und las mir die erste Seite durch

Name, Geburtstag, Geburtsort, dass übliche halt.
Die nächste Seite hingegen wurde interessanter: Datum der 2. Geburt, Name des Meisters/ der Meisterin und so weiter.

Nachdem ich die zwei Seiten ausgefüllt hatte, beschloss ich ins Bett zugehen.

~~~


Am nächsten Tag wurde ich, durch ein Klopfen, unsanft aus dem Schlaf geholt. Ich schaute auf den Wecker, der auf dem Nachttisch, neben meinem Bett stand. Es war kurz vor 6. Wer konnte den von mir um dieser Uhrzeit was wollen.

Ich stand vom Bett auf und schlenderte zur Tür. Nur in Boxershorts und weißem T-Shirt, machte ich die Tür auf und streckte mich.
„Oh, guten Morgen Azusa, Yui“, gab ich verschlafen von mir und gähnte.
„Na endlich! Du musst dich sofort anziehen, der Unterricht beginnt in einer halben Stunde“, sagte die Schwarzhaarige und stürmte an mir vorbei, in meine Wohnung.

„Kein guten Morgen“, fragte ich zu mir selbst.
Derweile kramte Azusa in meinem großen Kleiderschrank und warf ein paar Sachen auf mein Bett, dann kam sie wieder zu mir.
„Zieh dass an, wir warten draußen und beeile dich!“
Sie schloss hinter sich die Tür und ließ mich alleine.

Warum sollte ich mich nochmal beeilen?
Unterricht, hallte es mir durch den Kopf.

Wie vom Blitz getroffen, rannte ich zu meinem Bett, zog das T-Shirt und die Shorts aus und schlüpfte in die Sachen, die vor kurzem noch auf dem Bett lagen.
Ein letzter Check im Spiegel und ich bemerkte, dass ich die schwarz-rote Uniform an hatte, wie der Typ von gestern, bloß ohne Waffen.
Ein erneutes Klopfen, ließ mich aus meinen Gedanken schrecken und ich eilte zur Tür.
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