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Eine andere Welt

von HilLiz
GeschichteFantasy, Liebesgeschichte / P16 / MaleSlash
Mio Akiyama Ritsu Tainaka
07.12.2014
07.10.2017
25
58.371
4
Alle Kapitel
30 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
26.12.2015 2.759
 
Moin moin,

ich melde mich mal wieder mit nem neuen Kapitel zurück (hat ja lange genug gedauert).
Viel Spaß beim lesen, man liest sich c:

Bis dahin
Lg HilLiz

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„Ritsu?“
Nur verschwommen nahm ich meinen Namen war, denn ich war immer noch ziemlich verpennt.
„Ritsu?!“
Jetzt rüttelte mich etwas an meiner Schulter und ich öffnete halb meine Augen.
Durch meine halb geschlossenen Augen konnte ich nur eine Silhouette wahrnehmen, die neben mir im Bett lag und sich leicht über mich gebeugt hatte. Eine warme Hand legte sich auf meine Wange.
„Es wird Zeit, wir sind doch heute mit den anderen zum Frühstück verabredet.“
„Kann sein“, nuschelte ich und drehte mich auf die Seite.

Der gestrige Tag war ganz schön Kräfte zerrend gewesen. Ich hatte von 5 Uhr in der Früh bis 6 Uhr Abends Unterricht. Als wäre das nicht schon genug, wurde meine Klasse dann auch noch zu einem halbstündigen Sporttest gerufen. Nach diesem Test war der Tag für mich gelaufen. Ich hatte es gerade noch so ins Bett geschafft, bevor ich ins Land der Träume abdriften konnte.
Als Entschädigung dafür, dass wir gestern so einen langen Unterrichtstag hatten, mussten wir heute erst gegen 16 Uhr im Klassenzimmer aufschlagen. Zuerst dachte ich, ich könnte in ruhe ausschlafen, aber dann fiel mir ein, dass wir uns ja mit Yui & Co zum Frühstück im Speisesaal verabredet hatten. Aus der Traum vom ausschlafen.

Doch davon wollte ich mich nicht beirren lassen und schloss die Augen. Die Matratze wurde um eine Last leichter, als Mio aufstand.
„Dann eben nicht, da muss ich halt alleine duschen gehen.“
Schon schloss sich die angrenzende Badezimmertür. Erst, als das Rauschen von Wasser an meine Ohren drang, realisierte ich, was Mio da gerade gesagt hatte. Wie vom Blitz getroffen, wirbelte ich herum. Im Bett sitzend, sah ich zu der Glaswand hinüber, die die Dusche vom Schlafzimmer trennte. Durch die angelaufene Scheibe konnte ich nur die Konturen ihres Körpers ausmachen. Doch diese reichten schon aus um mich aus der Fassung zu bringen.

Ich schwang mich aus dem Bett, schlich mich zu der Badezimmertür. Leise öffnete und schloss ich diese, um ja nicht von Mio gehört zu werden. Was ich, aber bezweifelte, denn schließlich war sie ein Reinblüter und es war bekannt das Vampire ein gutes Gehör hatten. Umso mehr war ich überrascht, als mich die Schwarzhaarige nicht zu bemerken schien.
Nun hatte ich eine perfekte Sicht auf ihren Körper, da die Dusche mit dem Rest des Badezimmers stimmig in einander überging.

Ich musste mir mal wieder eingestehen, dass es mir die Sprache verschlug, als Mio, den Rücken zu mir, in der Dusche stand. Den Kopf leicht angehoben, strich sie sich das nasse Haar aus dem Gesicht, während sie unter der Regendusche das Wasser auf sich herab prasseln ließ.
Meine Augen wanderten ihren Körper auf und ab. Es war nicht das erste Mal, dass ich sie so sah. Wir hatten schon vorher das ein oder andere Bad zusammen genommen, dennoch musste ich aufpassen, dass ich nicht anfing zu sabbern.

Sie schien meine Blicke zu spüren, denn sie drehte ihren Kopf und schaute über ihre Schulter zu mir herüber. Die Schwarzhaarige hob ihren Zeigefinger und winkte mich zu ihr. Ohne länger nach zudenken, ging ich auf sie zu. Immer noch in Schlafklamotten stellte ich mich direkt hinter sie. Meine Arme schlang ich um ihre Taille und bettete mein Kinn auf ihre linke Schulter. Das warme Wasser prasselte nun auf uns zwei nieder und ich genoss es. Zu einem das Prickeln, was die kleinen Wassertropfen auf meiner Haut verursachten, zum anderen die Nähe zu meiner Freundin.

Ich liebkoste ihren Hals, was sie wohlig aufseufzen ließ. Dann drehte sie sich plötzlich um und stand, wie Gott sie geschaffen hatte, vor mir.
„Pass auf, dass dir deine Augen nicht heraus fallen“, kicherte sie.
Ein Lächeln zierte meine Lippen, während Mio´s Hände zu dem Saum meines weißen, mittlerweile durchnässten, T-Shirts wanderten. Sie zog es mir über den Kopf, warf es achtlos in die Ecke. Mein Herz schlug so stark, dass ich befürchtete das es Mio hören könnte. Doch, als ihre rechte Hand sich auf meine Wange legte, verdrängte ich den Gedanken und schaute in ihre Augen. In ihre tief grauen Augen. Ich mochte sie so sehr. Sie nahmen mich gefangen und ich irrte ziellos durch das Labyrinth aus grauen Wänden.
Ich schluckte, als sich ihre Hand von meiner Wange löste, über meinen Hals und zwischen meinen Brüsten entlang fuhr, schlussendlich auf meinem Bauch zum stehen kam.

Das alles war so erregend für mich, dass ich sie gegen die kühlen schwarzen Fließen drängte und meinen halbnackten Körper gegen ihren presste. Wir schauten uns weiter in die Augen. Mio hatte ihre Hände in meinen Haaren vergruben und zog mich näher an ihr Gesicht. So dauerte es nicht lange, dass wir in einen leidenschaftlichen Kuss versanken. Meine Finger wanderten über ihre weiche Haut, was sie abermals aufseufzen ließ. Ihr Griff verstärkte sich, zog mich noch näher zu ihr. Ich ließ meine Hände weiter abwärts gleiten und blieb bei ihrem Po hängen. Sanft hob ich sie an und reflexartig schlang sie ihre Beine um meine Hüfte.

Ein Schauer breitete sich auf unseren Körpern aus und wir waren so vertieft in unserem Vorhaben, dass wir nicht bemerkten, wie jemand die Wohnung betrat.
„Ach du meine Güte!“
Blitzschnell fuhren wir auseinander und schauten durch die Glasscheibe in das hochrote Gesicht einer Blondhaarigen.
„Tut mir Leid“, sagte sie und drehte sich so, dass wir auf ihren Rücken blickten.
„Mugi, was zum...was machst du hier?“, fragte Mio, stieg aus der Dusche und wickelte sich ein Handtuch um ihren Körper. Bevor sie aus dem Badezimmer lief, warf sie mir ebenfalls ein weißes Handtuch entgegen.

„Hätte ich gewusst...ich konnte ja nicht ahnen....oh man, es tut mir so Leid“, stammelte Mugi vor sich hin, was schon irgendwie süß war.
Nun kannte sie das offene Geheimnis über unsere Beziehung. Auf der einen Seite war ich froh darüber, auf der anderen Seite hätte ich mir gewünscht, sie hätte es anders erfahren. Aber nun konnte man es nicht mehr rückgängig machen.
Nach einer kleinen Pause, wandte sie sich zu uns um. Wir hatten uns in den weißen Handtüchern sicher eingepackt und standen nah beieinander.
„Sagt mal, wie lange geht das schon zwischen euch?“, fragte die Blonde neugierig.
„Seit einigen Tagen“, gab Mio von sich und schmiegte sich an mich.
Mugi grinste über beide Ohren und schien sich für uns zu freuen.
„Das ist toll! Endlich habt ihr es eingesehen. Es war nur eine Frage der Zeit.“
„Ach, Mugi.“

Wir lachten und als ich Mio ansah, wurde uns Beiden klar, dass heute der richtige Tag war um es all unseren Freunden zusagen.

~~~


Zusammen mit der blonden Reinblüterin gingen wir Richtung Speisesaal, wo uns schon unsere Freunde erwarteten. Immer noch etwas rot um die Nase, begrüßen wir sie und setzten uns an den langen Tisch. Natürlich saßen Mio und ich neben einander, während Yui und Azusa gegenüber von uns Platz nahmen. Außerdem waren noch Ui und Jun anwesend, den Gefährten von Mugi nicht zu vergessen. Dieser setzte sich allerdings nicht zu uns, sondern stand, genau wie damals, hinter der Blonden. So saßen Azusa, Jun und ich in unserer Gefährtenuniform da, während die Vampire ihre Freizeitklamotten an hatten. Was mir nicht entgangen war, war die Tatsache, dass ich die einzige Gefährtin am Tisch war, die noch keine Waffe trug.
Azusa hatte erst vor kurzen ihre Wurfmesser erhalten, zwölf an der Zahl. Sie trug sie an ihrem Gürtel, um die Hüfte verteilt.
Jun war schon etwas länger hier, weshalb sie im 4. Jahrgang untergebracht war. Was man auch an ihrer Ausrüstung sah und an den vier weißen Streifen auf ihren Schultern. An ihrem rechten Bein hing ein Tomahawk in einer Schlaufe. Unzählige kleine Taschen schmückten ihre Hose und die Jacke. Der Ansatz einer Pistole ragte aus einer der Taschen hervor.
Ich empfand das schon ziemlich cool, hoffentlich würde ich auch bald eine Waffe bei mir tragen.

Während wir auf unsere Miso-Suppen warteten, unterhielten wir uns über alltägliche Dinge. Dass Yui mit ihren Gedanken ganz wo anders war, bemerkte nicht nur ich.
„Ist alles okay bei dir?“, fragte Azusa an die Braunhaarige gewandt.
„D...d...da“, stotterte sie und blanke Panik spiegelte sich in ihren Augen.
Wir schauten sie alle fragend an. Sie hob ihren Zeigefinger und zeigte auf einen Mann der nur wenige Tische hinter mir stand.
„Das ist er.“
„Wer?“, fragte nun ihre Schwester.
Und eh wir begreifen konnten was vor sich ging, zog der Typ plötzlich eine Pistole aus seiner Jackentasche.
„BEREUT!“, schrie er und schoss wild um sich.
Dann ging alles ganz schnell.

Beschützend stellte ich mich vor Mio, hoffte das mich keine Kugel treffen würde. Yui wurde von Azusa nach unten gedrückt, Jun und Mugi´s Gefährte stürmten auf dem Mann zu. Die Braunhaarige mit den zwei Zöpfen kam allerdings nicht weit. Sie war gerade über den Tisch, der hinter uns stand, gesprungen, als sie eine Kugel erwischte und sie mit schmerzverzerrten Gesicht und sich die linke Seite haltend, auf den Tisch krachte.
„OH MEIN GOTT!“, kam es von Ui, wollte zu der Verletzten eilen, doch Yui hielt sie zurück und drückte, ihre mittlerweile in Tränen ausgebrochene kleine Schwester, an sich.

Nach einigen Minuten, die mir wie Tage vorkamen, wurde der Typ überwältigt und zu Boden gedrückt. Verzweifelte Schreie, bitterliches Weinen und hektische Schritte hallten durch den Saal.
Yui hockte immer noch auf dem Boden, zitterte wie Espenlaub. Azusa versuchte sie zu beruhigen, in dem sie die Braunhaarige in die Arme nahm und leicht hin und her wiegte. Ui ist währenddessen
zu Jun gerannt, die schon von drei Leuten verarztet wurde.
Ich stand hingegen regungslos im Raum, hatte noch nicht wirklich begriffen, was sich gerade eben abgespielt hatte. Allerdings wurde ich aus meiner Starre gerissen, als sich Mio in meine Arme warf.
„Zum Glück ist dir nichts passiert...“, sie hob ihren Kopf und schaute mir in die Augen, „...und Danke.“

Es war doch selbstverständlich, dass ich mich vor sie gestellt hatte um sie zu beschützen. Noch hinzu kam das sie nicht nur meine Meisterin war, sondern auch meine Freundin, für die ich durch die Hölle gehen würde.
Ich drückte sie fester an mich und vernahm plötzlich einen intensiven Geruch. Es war Blut, frisches Blut.
„Riechst du das auch?“, fragte ich meine Freundin.
Diese blickte nur stumm nach rechts. Ich tat es ihr gleich und mir blieb die Luft weg. Nur wenige Meter neben uns lag eine Person um die sich schon eine Blutlache gebildet hatte. Um sie herum lagen Scherben und Essensreste. Sie war die Kellnerin, die uns unser Essen bringen sollte. Sie lag regungslos auf dem Boden und ein Mann der sich neben sie gekniet hatte schüttelte nur bedauernd den Kopf.
Es war schon schlimm genug, dass man wusste das diese Person tot war, aber es war noch viel schlimmer, wenn man sie kannte.
Haruka war tot und ich fühlte mich einfach nur schlecht, denn ich hatte mich immer noch nicht mit ihr ausgesprochen.

Mio drehte mein Gesicht wieder zu ihr und sagte: „Ritsu, bitte lass uns gehen. Ich halte das hier nicht länger aus.“
Ich nickte nur und zusammen sammelten wir unsere Freunde ein. Ui wollte noch bei Jun bleiben, weshalb wir ohne sie gingen. Auf den Gängen war die Höhle los. Überall bewaffnete Gefährten, die keine Spielzeuge von Waffen in den Händen hielten, sondern hochqualitative Sturmgewehre.
Die Verletzten wurden mit Tragen aus dem Saal befördert, und Angehörige versammelten sich um diese. Entweder hörte man erleichterte Seufzer oder unaufhaltsame Schluchzer.

Allesamt gingen wir in den Trakt der Reinblüter und fanden uns nur wenig später in der, nicht gerade kleinen, Wohnung von Mugi wieder. Dort sah ich auch zum ersten Mal ihren Vater. Er war ein netter, zuvorkommender Mann und liebte seine Familie über alles. Doch lange blieb er nicht in der Wohnung. Er musste zu einer Versammlung, da er das Oberhaupt von Vampiren und Gefährten war. Eine Entscheidung musste her, was nach dem Drama passieren sollte.
Eines Tages würde Mugi diese Rolle einnehmen, wenn ihr Vater das Amt niederlegen oder versterben sollte.

Nun saßen wir in dem geräumigen Wohnzimmer und keiner sagte ein Wort. Abwesend schaute ich auf meine Hände, musste immer noch realisieren was sich vor ein paar Minuten abgespielt hatte. Der Unterricht würde wahrscheinlich heute nicht stattfinden.
Dennoch mussten wir nicht lange warten, da stand plötzlich ein Mann vor der Tür und forderte uns Gefährten auf ihm zu folgen.

Azusa und ich waren nicht die einzigen, die von ihm abgeholt wurden. Mittlerweile waren wir eine Gruppe von 20-30 Gefährten. Während wir dem Schwarzhaarigen hinterher gingen, unterhielt ich mich mit Azusa.
„Was geht hier vor?“
„Selber habe ich es noch nicht miterlebt, aber die Gefährten aller Jahrgänge werden zu einer Versammlung gerufen. Was genau dann besprochen wird, kann ich dir nicht sagen“, meinte sie.
„Oh, ach so.“

Eine Weile verging, ehe wir vor einer hölzernen Flügeltür stehen blieben. Mit einem knarrenden Geräusch öffnete sie sich und wir betraten einen überdimensionalen Raum. Er war so groß, dass ich nicht mal die andere Seite sehen konnte, abgesehen von den vielen Gefährten, die mir die Sicht versperrten.
„Das ist ja Wahnsinn!“, staunte ich.
„Ja, die Halle wird bloß für wichtige Anlässe benutzt.“

Dann trennten sich unsere Wege. Azusa wurde zu ihrem und ich zu meinem Jahrgang gebracht. Da ich im 1. Jahrgang war, stand ich ziemlich weit vorne und konnte ein Podest ausmachen. Darauf stand ein Pult mit einem kleinen Mikrofon.
Urplötzlich wurde es still und ein Mann betrat das Podest. Es war Mugi´s Vater, den ich vor kurzem erst kennengelernt hatte.

„Vor Ihnen unter diesen Umständen zustehen, bedaure ich sehr. Ich werde alles tun, was in meiner Macht liegt um die Verbliebenden der Opfer zu unterstützen. Vor einigen Minuten hatte ich mit dem engsten Rat eine Besprechung und wir sind zu einem Entschluss gekommen, einige neue Regel aufzustellen. Das dies eine ernste Sache ist, möchte ich alle Gefährten dazu aufrufen noch aufmerksamer zu sein. Wir können uns nicht nochmal so ein Drama leisten. Das es unsere Schuld war, was heute passiert ist, können wir nicht abstreiten. Außerdem haben wir beschlossen, bis auf weiteres, eine Ausgangssperre in die Menschenwelt zu veranlassen. Da wir nicht ausschließen können, dass der Täter von den Menschen stammt. Bitte bleibt wachsam und arbeitet hart an euch, damit wir gemeinsam unser Volk schützen können. Danke für Ihre Aufmerksamkeit.“

Mit diesen Worten verbeugte er sich, wir taten es ihm gleich und Mugi´s Vater stieg von dem Podest herunter. Danach lösten sich die Massen von Gefährten nach und nach auf, bis nur noch vereinzelte Gruppen in dem großen Raum standen und sich angeregt zu unterhalten schienen.
Azusa wartete an der Tür auf mich. Gemeinsam machten wir uns wieder auf dem Weg zum Trakt der Reinblüter.
„So wie ich Mio kenne, wird sie sich nicht gerade freuen, wenn sie hört, dass eine Ausgangssperre verhängt wurde“, fing die Dunkelhaarige an ein Gespräch aufzubauen.
„Da stimme ich dir zu. Sie liebt die Menschenwelt.“
„Würde mich nicht wundern wenn sie diese Regel bricht.“
Ein schmunzeln huschte über meine Lippen.
„Mag sein, aber das werde ich zu verhindern wissen. Ich möchte nicht das ihr was passiert“, meinte ich.
„Du bist ja sehr besorgt um Mio.“
„Natürlich, schließlich ist sie meine Meisterin.“
Azusa schaute mich mit einem, für mich, undefinierbaren Blick an und grinste daraufhin.

~~~


Mittlerweile war ich mit Mio wieder in ihrer Wohnung, immer noch betrübt über das Verbot in die Menschenwelt zu gehen, zog sie sich die Schuhe aus. Und kuschelte sich sogleich in die flauschige Decke, die auf der Couch lag. Währenddessen machte ich uns einen Tee.
Immer wieder blitzte das Bild von Haruka, wie sie da regungslos auf dem Boden gelegen hatte, vor meinen inneren Augen auf.
So passierte es, dass ich mich an dem heißen Teewasser verbrühte.
„Alles okay?“, fragte mich Mio von der Couch aus.
Ich bejahte nur und hielt meine rechte Hand unter das kalte Wasser, was aus dem Wasserhahn der Spüle floss. Mein ganzer Handrücken glühte, ganz zu schweigen von dem Rot, was sich auf diesem ausbreitete.
Mit der Kanne Tee und zwei Tassen machte ich mich auf zu Mio. Behutsam stellte ich das Service auf dem Tisch ab. Ich reichte ihr eine Tasse Tee, doch stellte sie diese wieder auf dem Tisch ab und griff stattdessen nach meiner rechten Hand.
„Zeig mal her.“
Vorsichtig besah sie sich meine verbrühte Hand, bevor sie sanfte Küsse auf meinen Handrücken hauchte.
„Besser?“
„Besser!“
Wir grinsten uns an und Mio legte ihren Kopf auf meine Schulter. Den Tee vergaßen wir komplett und während Mio langsam ein döste, schossen mir abermals die Bilder von heute früh durch den Kopf.
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