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Eine andere Welt

von HilLiz
GeschichteFantasy, Liebesgeschichte / P16 / MaleSlash
Mio Akiyama Ritsu Tainaka
07.12.2014
07.10.2017
25
58.371
4
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Dieses Kapitel
3 Reviews
 
16.05.2015 3.721
 
Hallöchen,

3 Wochen sind um und ich bin wieder Daheim gelandet c:
Man, waren das anstrengende Wochen. Die viele Arbeit und dann war ich auch noch auf dem geilsten Konzert des Jahres. AC/DC in Dresden, das war ein Erlebnis kann ich euch sagen. Hammer!
Aber genug geschwärmt :D

Ich wünsche euch viel Spaß mit dem Kapitel.

Bis dahin

Lg HilLiz

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Ich schaute auf den Wecker, der neben dem Bett auf einem Nachtisch stand. 7:35 Uhr. Meine Fresse, ich hatte mehr, als 10 Stunden geschlafen. Und dadurch das ich gestern kein Abendbrot gegessen hatte, hatte ich jetzt einen Mordshunger.
Ich stand vom Bett auf und ging in das angrenzende Bad, um mich frisch zumachen. Als ich fertig war, lief ich aus meinem Zimmer, leise den Flur entlang und die Treppe hinunter. So wie es aussah schlief Mio noch, denn ihre Jacke hing und ihre Schuhe standen noch im Flur.

Meine nackten Füßen patschten auf den hellen, teure aussehenden Laminat zur Küche. Ich streckte mich, um an den Hängeschrank über den Herd zu gelangen. Meine Hand griff nach einer Tasse. Ein stechender Schmerz jagte urplötzlich durch meinen Kopf und ich ließ die blaue Tasse fallen. Sie zerschmetterte auf dem Küchenboden, während ich mich mit der linken Hand am Herd abstützte und mit der anderen an meinen Kopf griff. Alles fing sich an zu drehen und ich dachte ich müsste mich jeden Moment übergeben.

Was war denn auf einmal los mit mir? Vor zwei Minuten ging es mir noch richtig gut und jetzt so was.

Durch den Krach war wahrscheinlich Mio aufgewacht, denn die Schwarzhaarige kam gerade die Treppe hinunter.
„Was machst du denn für ein Lärm“, sagte sie müde und streckte sich.
„Sorry“, murmelte ich.
„Alles okay bei dir?“
Mit Leichtigkeit umging sie die Scherben und kam auf mich zu.
„Vielleicht solltest du dich wieder ins Bett legen.“
„Du hast wahrscheinlich recht.“
Ich schlich aus der Küche und schleppte mich die Treppe hinauf.

Am Bett angekommen, schlüpfte ich unter die warme Decke und verschränkte meine Arme hinter dem Kopf.

Was für ein Scheiß Start in den Tag!

Ein Klopfen ertönte an meiner Tür und ich setzte mich im Bett auf.
„Ja“, bat ich herein.
Mio öffnete die Tür und hielt ein Tablett in der Hand.
„Ich dachte du hättest Hunger“, meinte sie und lächelte mich an.
„Und wie“, grinste ich.

Sie stellte das Tablett neben mir auf dem Bett ab. Man sah das lecker aus!
„Danke.“
„Nichts zu danken. Du hast ja gestern zum Abend schon nichts gegessen, vielleicht ist dir deshalb so komisch.“
„Eine Kaffee am Morgen und schon fühlt man sich besser“, sagte ich und nippte an der Tasse.
Mio setzte sich mit auf das Bett und schaute sich im Zimmer um.
„Ich hoffe, es reicht dir aus und entspricht deinem Geschmack.“
„Klar, ich finde das Zimmer super.“
„Das ist schön.“
Sie wandte sich zu mir und lächelte. Mich durchströmte ein warmes Gefühl und die Schmetterlinge in meinem Bauch hörten gar nicht mehr auf, wie wild auf und ab zu flattern. Ihr Lächeln war so bezaubernd und stellte alles andere in den Schatten.

„Du hast bestimmt auch Hunger“, sagte ich und nahm mir eine Erdbeere, die auf einem kleinen Teller lag, und streckte diese zu ihr hin. Ohne zu widersprechen, beugte sich Mio zu mir herüber und nahm die Erdbeere in den Mund. Ihre Lippen streiften meinen Daumen- und Zeigefinger und ich musste schlucken.

Wie kann man nur so sexy sein!

Langsam ließ ich meine Hand sinken und mein Blick ruhte auf ihrem Mund. Sie kaute und schluckte dann die Erdbeere hinunter. Danach stand sie auf.
„Ich lass dich jetzt mal in ruhe“, sagte sie und ging aus dem Zimmer.
Es dauerte eine Weile bis ich mich wieder gefangen hatte. Ich nahm das Tablett und stellte es auf meinem Nachttisch ab und ließ mich dann in die Kissen nieder.

~~~


Mittlerweile war es schon Abends, als ich das Zimmer verließ. In meiner Hand hielt ich das Tablett. Ich ging die Treppe hinunter und sah Mio, die in einem Buch vertieft war. Sie schien nicht zu bemerken, wie ich zur Küche ging, das Tablett abstellte und mich hinter die Schwarzhaarige, die auf der Couch saß und ihre Beine angewinkelt hatte, stellte.
„Na, was ließt du so“, fragte ich und legte meine Arme auf die Lehne.
Mio zuckte zusammen und drehte sich zu mir um. Sie hatte mich tatsächlich nicht bemerkt und seit wann hat sie...
„Schicke Brille“, sagte ich zu ihr und musste wirklich zugeben, dass sie mit ihrer schwarzen Brille umwerfend aussah.
„Wenn ich lese, trage ich immer eine“, meinte sie und legte das Buch aus der Hand.

„Mugi war vorhin da.“
„Was wollte sie denn“, fragte ich.
„Sie hat uns zum Essen eingeladen, morgen Abend.“
„Ist doch toll.“
„Ja, und es wird getanzt.“
„Getanzt?“
Ich sah sie ungläubig an.
„Ja, das ist jeden Mittwoch so. Kannst du etwa nicht tanzen?“
„Nun ja, also...sagen wir es so; ich habe es nie gebraucht.“
„Also, nein“, sagte sie und schmunzelte.
„Nicht wirklich, nein.“
Verlegen kratzte ich mir an den Hinterkopf. Mio stand auf, setzte ihre Brille ab und trat auf mich zu.
„Na dann, wird es mal Zeit, dass du es lernst.“

Oh,oh. Warum hatte ich plötzlich so ein ungutes Gefühl?

„I...Ich bin doch noch befreit, da darf ich doch nicht zu einer Veranstaltung, wenn ich doch eigentlich genesen soll“, versuchte ich mich heraus zureden.
„Kneifst du etwa?“
„Nein!“
„Na dann, los“, meinte sie und schaute mich mit einem herausforderndem Blick an.
„Ich möchte bloß nicht, das du morgen mit blauen Zehen zum Essen gehen musst.“
„Deine Ausreden machen mich langsam krank.“

Und mit einem Ruck zog sie mich zu sich. Nur wenige Millimeter trennten unsere Gesichter, von denen unsere Oberkörper nur träumen konnten, denn diese pressten sich nahtlos aneinander. Ich konnte spüren wie ihr Brustkorb sich hob und senkte. Mein Herz schlug wie wild und ich hoffte sie bekam es nicht mit.

„Gut, dann leg mal deinen rechten Arm auf die Hüfte.“
Ich tat wie gesagt und sie legte ihre auf meine rechte Schulter. Die jeweils freie Hand von uns legten wir ineinander. Mio schritt etwas nach hinten, so dass wieder Platz zwischen unseren Körpern war.
„Den Walzer wirst du wohl kennen.“
Ich nickte.
„Und jetzt mach dich mal etwas locker und steh nicht so stocksteif da.“
„Ach, jetzt eine auf strenge Lehrerin machen“, sagte ich und grinste, bekam darauf hin einen leichten Tritt ins Schienbein.
„Hey!“
„Lockere Haltung“, ermahnte sie mich.
Nun war sie es, die mich an grinste.

Wohin das noch hinführen würde? Das grenzte ja schon fast an necken und wie sagt man so schön; was sich neckt, dass liebt sich.

Ich schaute in ihre Augen und wurde nur wenige Sekunden später aus meinen Gedanken Gerissen.
„Du führst.“

Somit begann die "Unterrichtsstunde". Und ich stellte mich halbwegs gut an. Na ja, wie man es nahm. Ich trat mehr, als genug auf Mio´s Füßen, worauf hin ich mich, natürlich, entschuldigte. Ab und an bekam ich mal einen Tadel, den Takt zu halten und nicht ständig auf unsere Füße zu starren.

Eine gefühlte Ewigkeit tanzten wir, mehr oder weniger, im Wohnzimmer und langsam machte es mir sogar Spaß. Und mittlerweile hatte ich den dreh auch raus.
„Geht doch“, lobte Mio und lächelte mich an.
Das brachte mich total aus dem Konzept und ich stolperte über meine eigenen Beine. Halte suchend packte ich Mio´s Arm und zog sie mit mir mit. Unsanft fielen wir zu Boden, besser gesagt ich, denn die Schwarzhaarige landete auf mich drauf.

Verdattert schaute sie mich an und ich musste anfangen zu lachen. Dieser Blick war ein Bild für die Götter.

Mein Lachen verstummte, als sie ein paar Strähnen aus meinem Gesicht strich. Sofort war ich wieder in ihren Bann gezogen worden. Ich konnte meinen Blick nicht von ihrem makellosen Gesicht abwenden. Ihre Hand wanderte von meiner Schläfe über meinem Kiefer und blieben auf meinen Lippen stehen. Mio fuhr sanft über diese und keiner von uns Beiden wagte zusprechen. Sie schien zu überlegen, einen inneren Konflikt mit sich selbst zu bestreiten. Und automatisch hob ich meine rechte Hand und legte die auf ihre Wange. Leicht streichelte ich diese und die Schwarzhaarige holte tief Luft.
Sie beugte sich weiter zu mir herunter, so das ihr Pony meine Stirn berührte und leicht kitzelte. Ich hielt die Luft an. Wir waren uns zwar in letzter Zeit etwas näher gekommen, aber dass sie jetzt auf mir lag, war schon etwas anderes. Und dass ihr linkes Bein gefährlich zwischen meinen lag, machte es nicht besser.
Ich konnte ihren Atem auf meinen Lippen spüren und wiedermal fingen die Schmetterlinge in meinem Bauch an zu tanzen.

Dass alles hier ging verdächtig in die Richtung Kuss. Und verdammt nochmal, dass wollte ich! Ich wollte sie küssen, jetzt und hier!
Und ehe ich meine Gedanken und Gefühle ordnen konnte, lagen ihre Lippen schon auf meinen.

Mio vergrub ihre Hände in meine Haare und ich legte meine auf ihren Rücken. Immer mehr pressten wir uns aneinander und ich konnte es nicht fassen, dass wir das gerade wirklich taten.
Wir stöhnten auf, als sich unsere Zungen berührten und diese einen wilden Kampf austrugen. Ich krallte mich immer mehr in den rauen Stoff ihres Oberteils. Mio´s Hände lagen mittlerweile auf meinen Wangen.
Und, als wir uns lösten, schauten wir uns tief in die Augen. Der Blickkontakt wurde allerdings unterbrochen, als die Schwarzhaarige ihr Gesicht auf meinen Brustkorb bettete, ihre Hände legte sie mit dazu.

„Sorry.“
„Wofür“, fragte ich und versuchte meine Atmung wieder unter Kontrolle zubringen.
„Deswegen. Ich hätte das nicht machen dürfen.“
„Also, ich bereue nichts“, sagte ich und schlang meine Arme um Mio´s Oberkörper.
Fest drückte ich sie an mich und wollte ihr damit Geborgenheit vermitteln.
„Ich bin eine Reinblüterin und du...du bist mein Gefährte“, sie seufzte.
„Na und, ich weiß nicht wo das Problem liegt. Mugi und Sawako sind auch ein Paar.“
„Ja schon, aber ich bin die letzte meines Clans. Ich muss ihn erhalten. Tut mir leid.“
Mit diesen Worten wandte sie sich aus meinen Armen, schlüpfte in ihre Schuhe und ging aus der Wohnung.

Oh man, dass tat mehr weh, als der Schlag in mein Gesicht. Hoffnung verpufft.
„Fuck“, schrie ich und raufte mir die Haare.
Das konnte doch nicht wahr sein! Warum machte sie erst so etwas, wenn es am Ende eh nicht klappen würde?!
Das machte mich fertig, richtig fertig. Ich war ja sonst nicht so nah am Wasser gebaut, aber am liebsten würde ich jetzt losheulen, mich in mein Zimmer verkriechen und nie wieder da heraus gehen.

Ich setzte mich auf und trottete langsam auf die Treppe zu.

~~~


Es war schon gegen 22 Uhr. Ich lag in der Badewanne und entspannte mich im warmen Wasser. Mio war immer noch nicht zurück. Was sie wohl so lange macht? Vielleicht ist sie ja bei Freunden oder in die Menschenwelt gegangen.
Den Clan erhalten, dass hatte sie gesagt. Stimmt, so etwas würde mit mir nicht funktionieren, biologisch gesehen. Außerdem bin ich ein Gefährte und dazu noch eine Frau.
Ich glitt weiter ins Wasser hinein, so das ab der Nase alles verschwand. Warum musste alles so kompliziert sein.

Mit der Zeit wurde das Wasser immer kälter und ich beschloss aus der Wanne zu steigen. Ich trocknete mich ab und zog mir ein gelbes T-Shirt und eine weiße Shorts mit blauen Seitenstreifen an. Obwohl ich die meiste Zeit,die ich bei Mio war, geschlafen hatte, war ich müde. Also legte ich mich in das Bett und kuschelte mich in die gemütliche Decke. Langsam fielen mir die Augen zu und ich driftete ins Land der Träume ab.

~~~


Der nächste Tag war angebrochen und ich saß mit einer Tasse heißen Kaffee am Küchentisch. Während ich an der Tasse nippte, schaute ich mir die Bilderwand an. Die paar Tage, die ich jetzt schon hier war, reichten einfach nicht aus, um sich alle Bilder in ruhe anzusehen.

Dass heute das Essen plus Tanzen stattfand, verdrängte ich in die hinterste Ecke meines Gehirns. Daran wollte ich gerade nicht denken, auch nicht, was gestern mit Mio und mir passiert war.
Doch daran dachte ich schon die ganze Zeit. Da half auch nicht die Wand, die mich eigentlich ablenken sollte. Mein Griff um die Tasse wurde fester. Immer wieder schossen mir die Bilder in meinen Kopf, wie sie mich angesehen hatte, wie wir uns geküsst hatten, wie sie aus der Wohnung gestürmt war.

Ein Morgen schallte aus der Richtung der Treppe zu mir herüber. Mio ging diese gerade herunter und hatte nur ein schwarzes T-Shirt an, das ihr knapp über den Po ging. Was sie unter dem Stoff hatte konnte man nur erahnen. Ihre Haare hatte sie zu einem Pferdeschwanz gebunden, der leicht hin und her schwang, als sie auf mich zu kam. Ich konnte meinen Blick nicht von ihr abwenden. Immer wieder huschten meine Augen über ihre langen, schlanken Beine.
Barfuß lief sie an mir vorbei und ich murmelte ein Guten Morgen zurück.
„Ist noch Kaffee übrig?“
„Ja“, antwortete ich und blickte über meine Schulter geradewegs auf ihren Hintern.

Warum musste sie auch so freizügig herumlaufen. Nicht das mir dass was ausmachte, aber...

Mio drehte sich zu mir um und ich wandte verschämt mein Gesicht ab. Man war das peinlich. Ich starrte sie an, als wäre ich ein notgeiler Sack. Fehlte nur noch der Speichel, der mir aus dem Mundwinkel tropfte, dann wäre das Bild perfekt.

„Ich bin dann mal wieder in meinem Zimmer, falls du mich suchen solltest“, sagte Mio und ging mit einer Tasse Kaffee an mir vorbei, die Treppe hoch.

„Als wäre nichts passiert“, murmelte ich, zog die Beine an mich und bettete meinen Kopf darauf.
Sie tut so, als wäre nichts. Als hätten wir uns gestern nicht geküsst.

Deprimierend!

Ich spürte regelrecht, wie wir uns wieder voneinander entfernten. Das tat so weh.
Liebeskummer ist ein Arschloch!

Eine Träne rollte die Wange hinunter und ich schlang meine Arme fester um meine Beine. Ich verharrte eine Weile in dieser Position und versuchte an gar nichts mehr zudenken. Tief holte ich Luft und kämpfte gegen weitere Tränen an. Ein Schluchzen entkam mir.

Hätte ich Mio bloß nie kennen gelernt...

~~~


„...tsu...itsu...Ritsu...“
Eine Stimme holte mich aus meinem Schlaf und ich blickte verschlafen auf. Ich sah Mio´s Gesicht vor mir, die mich ungläubig ansah.
„Es wird Zeit sich fertig zu machen. Wir müssen bald los, sind doch zum Essen eingeladen.“
Ich blickte mich um und stellte fest, dass ich immer noch auf dem Stuhl saß.

Mein Gott, wie lange war ich weg genickt?

„Ist alles okay bei dir? Deine Augen sind ganz rot“, fragte mich die Schwarzhaarige.
„Es ist nichts.“
Ich drehte mein Gesicht von ihr weg und stand auf.
„Wie lange haben wir denn noch“, fragte ich sie und ging auf die Treppe zu.
„Eine Stunde. Ich habe dir was zum Anziehen auf dein Bett gelegt. Beeile dich!“

Ich eilte die Treppe hinauf und öffnete die Tür zu meinem Zimmer. Auf dem Bett lag ein schwarzer Smoking. Doch bevor ich diesen anzog, huschte ich noch schnell in das Bad und wusch mein Gesicht mit kaltem Wasser. Hoffentlich sah man später meine geröteten Augen nicht mehr auf den ersten Blick.
Ich zog mir den Smoking an und versuchte irgendwie eine Fliege hinzu bekommen. Doch das schlug fehl. Deshalb legte ich das Band einfach um meinen Hals und trat aus dem Zimmer. Als ich die Treppe wieder hinunter ging, sah ich Mio die in einem wundervollen, trägerlosen Kleid auf mich wartete.
Sie sah atemberaubend aus.

Die Schwarzhaarige drehte sich zu mir um und lächelte mich an.
„Können wir dann?“
„Ja, aber ich bräuchte Hilfe. Weißt du wie man eine Fliege bindet?“

Mio schmunzelte und kam auf mich zu. Ihre Absatzschuhe hallten in dem Raum wieder und das Klacken verstummte, als sie vor mir stehen blieb.
Sie nahm das Band und fing an mir eine Fliege zubinden. In wenigen Sekunden war sie fertig und strich mir nochmal kurz über den Smoking.
„Ich hoffen sie ist nicht zu fest.“
„Nein, ist perfekt“, sagte ich.

Wir gingen aus der Wohnung und schlugen die Richtung zu dem Restaurant ein, in dem wir schon einmal mit Mugi verabredet waren.
Diesmal war viel mehr los, als letztes mal. Alle Tische waren besetzt und einige musste sogar stehen, wobei diese mehr mit tanzen beschäftigt waren, als mit essen. Ich ging Mio einfach hinterher und gemeinsam gingen wir auf einen Tisch zu. Dieser war schon von bekannten Gesichtern besetzt.
„Da seit ihr ja“, sagte Mugi und lächelte uns Beide an.
Nun drehten sich auch die anderen, in unsere Richtung. Nacheinander begrüßten, Mio und ich, die am Tisch sitzenden. Zuerst Sawako, die neben Mugi saß, dann Ui und Jun, sogar Nodoka war da und, als letztes Mugi´s Gefährte, der gerade an den Tisch trat. Wie ich mir gedacht hatte, waren Yui und Azusa nicht da. Die Hirasawa durfte wahrscheinlich noch nicht den Krankentrakt verlassen.

„Setzt euch doch“, sagte nun die Blonde und zeigte auf zwei Stühle.
Ich setzte mich hin, rechts neben mir saß Ui und links von mir nahm Mio platz. Ich seufzte leise auf. Man, war ich froh das Haruka nicht hier war.
„Wie geht’s dir, Ritsu? Hab gehört, dass du einen ziemlich auf den Deckel bekommen hast“, meinte Jun zu mir.
„Mir geht’s wieder besser. Hatte zwar am Anfang Kopfschmerzen und Übelkeit, doch die sind zum Glück weg.“
„Das hört man doch gerne“, kam es von Ui.

Wir unterhielten uns noch eine ganze Weile bevor das Essen kam. Ich wollte gerade anfangen zu essen, als eine Stimme hinter mir ertönte.
„Da sind wir gerade nochmal rechtzeitig gekommen.“
Der gesamte Tisch wandte sich zu der Quelle um.
„Azusa, Yui. Seit ihr doch noch hergekommen.“
„Ja, wir mussten zwar den Doktor etwas betteln, aber es hat geklappt. Ich bin entlassen“, sagte Yui und trat mit ihrer Verlobten näher zu uns an den Tisch.
„Ich hol mal zwei Stühle“, meinte Mugi´s Gefährte und entfernte sich von uns.
„Jetzt kann die Feier richtig beginnen.“

~~~
 

„Das war lecker“, sagte Yui und wir mussten anfangen zu lachen.
Wie ich das vermisst hatte. Als ich in das Gefährtentraining eingestiegen war, hatte ich für so was gar keine Zeit mehr gehabt. Und um Azusa und Yui zu besuchen, war auch keine Zeit übrig. Um so mehr freute ich mich, hier zu sitzen und mit meinen Freunden zuqautschen.

„Darf ich bitten.“
Plötzlich verstummten unsere Gespräche. Ich schaute links neben mir und sah einen jungen Mann. Er hatte seine Haare nach hinten gegelt und ein 3-Tage Bart schmückte sein Gesicht. Er streckte seine Hand in Richtung Mio aus und verbeugte sich hochachtungsvoll.
„Wenn Sie erlauben“, sprach er erneut.
Mio nickte nur und stand von ihrem Stuhl auf.

Ich sah ihr und dem Typen hinter her, wie sie sich Richtung Tanzfläche bewegten. Zurzeit spielte ein kleines Orchester. Die sanfte, leichte Musik hallte durch das Restaurant und ich sah wie dieser Kerl seine Hand an Mio´s Hüfte legte. Und schon fingen sie an sich zu bewegen. Elegant tanzten die Beiden und ich musste mir eingestehen, dass ich gegen ihn keine Chancen hatte.

„Alles okay bei dir“, fragte mich Mugi.
Ich drehte meinen Kopf zu ihr.
„Ja“, log ich.
„Sicher?“
Hat sie es mir etwa angesehen, dass meine Stimmung gerade den Bach runter ging?
„Ich...ich würde gerne mal mit dir reden, alleine“, sagte ich, als ich realisiert hatte, dass ich jemanden brauchte der mir zuhört.
„Klar.“
Die Blonde stand auf und ich folgte ihr, aus dem Tumult der Leute zu einem etwas ruhigeren Plätzen. Wir standen in einer kleinen Ecke. Ich lehnte mich an die Wand, während sich Mugi neben mich stellte und mich erwartungsvoll ansah.  
„Erzähl, ich bin ganz Ohr.“
Sie verfolgte meinen Blick, der auf Mio und diesen , mir unsympathischen, Typen.
„Nein, nein. Lass mich raten; es geht um Mio, richtig?“
Ich nickte und drehte mich dann zu ihr.
„Ja, ähm...also gestern...da...da haben wir uns geküsst und danach ist sie weggegangen. Ich hab Gefühle für Mio und sie ist einfach abgehauen. Und heute Morgen hat sie so getan, als wäre nichts passiert. Nichts! Ich weiß einfach nicht was ich tun soll. Das macht mich alles total fertig.“

Mugi schmunzelte und ich verstand nicht recht.
„Was ist daran so lustig?“
„Nichts, nur das Mio gestern zu mir kam und mir fast das gleiche erzählt hat.“
„Was hat sie gesagt“, fragte ich und stellte mich genau gegenüber von ihr hin.
„Ich kann nicht. Ich habe ihr versprochen niemanden davon zu erzählen. Außerdem solltet ihr selber darüber sprechen.“
„Wie denn, wenn diese Schmalzlocke die ganze Zeit an ihr klebt“, sagte ich etwas erzürnt und drehte mich wieder den beiden Tanzenden zu.
„Dann schiebe dich dazwischen. So wie Mio aussieht, hat sie nicht vor, noch lange mit ihm zu tanzen. Abgesehen davon, dass sie dir immer wieder Blicke zuwirft“, meinte Mugi und entfernte sich langsam von mir.

Ich überlegte nicht lange und schritt Richtung Mio. Sie unterbrachen ihren Tanz, als ich mich neben sie zum Stillstand kam.
„Danke für den Tanz, Daiki“, sagte Mio
„Ich hab zu danken.“
Er verbeugte sich und schaute hinterher, als wir uns von ihm wegbewegten.

„Hast du vielleicht Lust mit mir zu tanzen“, fragte Mio und drehte sich zu mir um.
„Ich glaube...ich will dich nicht blamieren.“
„Wirst du schon nicht.“
Sie zog mich an sich und automatisch legte ich meine Hand auf ihre Hüfte.

Wir tanzten eine Weile bis das Orchester aufhörte zuspielen. Sie verabschiedeten sich und gingen von der kleinen Bühne. Die Leute rundherum klatschten und begaben sich zu ihren Tischen.
„Siehst du, so schlecht hast du gar nicht getanzt“, meinte Mio zu mir uns setzte sich neben mich.
„Danke“, gab ich von mir.

Wir blieben noch lange im Restaurant, doch irgendwann war auch die Zeit gekommen zu gehen. Mio und ich verabschiedeten uns von den anderen und gingen zu ihrer Wohnung. Dort angekommen, schlug ich sofort die Richtung zum Zimmer ein. Ich müde und wollte einfach nur noch schlafen gehen.
Ich öffnete die Tür und wurde kurz darauf gehindert hinein zu gehen. Mio hatte mein Handgelenk gegriffen und ich drehte mich um.

Wir standen uns gegenüber. Sie hob ihre Hand und legte sie auf meine rechte Wange.
„Danke“, sagte sie und küsste mich auf meine andere Wange, bevor sie in ihrem Zimmer verschwand.

Ich zog meinen Smoking aus und meine Schlafsachen an. Danach schlüpfte ich unter die Bettdecke und schlief sofort ein.
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