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Des Teufels Werk und Gottes Beitrag

von nighty
GeschichteAllgemein / P12 / Gen
06.12.2014
06.12.2014
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Des Teufels Werk und Gottes Beitrag

„Es ist wieder einmal soweit!“, seufzte Gott und sah ratlos vor sich hin. Heute war der 23. Dezember und er hatte immer noch nicht alle Geschenke zusammen. Für jeden in seinem Himmelreich hatte er ein passendes Geschenk gefunden. „Was schenke ich dem Fürsten der Hölle zu Weihnachten?“, überlegte er laut in die Runde der Erzengel, die vor ihm stand.

Petrus, der Hüter der Himmelspforte, trat einen Schritt vor. „Eine Seele?“, schlug er sanft vor.

„Ach Petrus, solch ein Geschenk habe ich Luzifer vor 65 Jahren gemacht.“, winkte Gott resignierend ab und stützte seinen Kopf auf die Hand und blies Trübsal.

Raphael, Gabriel und Michael schwiegen und überlegten angestrengt, als ein zartes Stimmchen ihre Überlegungen unterbrach. „Lasst mich durch!“, verlangte es energisch.

Alle drehten sich nach der Stimme um und sahen wie ein Engel versuchte, an den Engelwachen vorbei zu kommen, aber leider war ihm kein Erfolg beschieden, aber es gab nicht auf und rief wieder. „Gott, ich brauche deine Hilfe!“

Gott, dessen Neugierde geweckt war, winkte den Engel zu, worauf diese den Störenfried durchließen. Der Störenfried entpuppte sich ein Engel auf Probe, ein Mensch, der durch eine besonders gute Tat seinen Weg in den Himmel gefunden hatte. Der Engel auf Probe blieb vor den Thron Gottes stehen und machte einen höflichen Knicks. Respektvoll wartete der junge Engel bis Gott das Wort an ihn richtete.

Freundlich musterte Gott den Engel, der rötliche Haare hatte, die ihm im Schein des göttlichen Lichts, einen goldenen Heiligenschein verlieh, der von dem langen, weißen Hemd, das es trug, noch unterstrichen wurde. „Wie ist dein Name, mein Kind?“

„Carolyn Fry.“, stellte sich die Frau vor.

„Ich erinnere mich an dich. An deine Tat.“ Gott lächelte wissend. „Du bist gestorben, um Riddick zu retten.“

Riddick, der Name löste erschreckte Ruhe aus. Jeder Engel des Himmels hielt den Atem an. Die Zeit stand für einen Moment still. Der Riddick war so gefürchtet, das er selbst Michael, dem Engel mit dem Flammenschwert, Magenflattern bescherte. Gott, dem allmächtigen Vater, war es bis heute nicht gelungen, für Riddick einen Schutzengel zu finden. Es war Michael, der mutig genug war, es auszusprechen. „Des Teufels Liebling.“

„Genau, Riddick ist das Problem.“, riss Engel Fry eifrig das Wort an sich. „Ich bin gestorben, damit er leben kann und ich war mit dem, was er bisher aus seinem Leben gemacht hatte, sehr zufrieden. Mein Tod hatte sich gelohnt. Er hat eine tolle Frau mit dem Namen Hope kennengelernt. Mit ihr an seiner Seite ist er nach Furya zurückgekehrt und ist nun dabei seine Heimat wiederaufzubauen. Wunderbar, er ist bereit, sich wieder der menschlichen Rasse anzuschließen.“ Ihre Worte überstürzten sich fast, als Fry berichtete, was sie von ihrer Wolke beobachtet hatte. „Alles lief wunderbar! Was macht der Sturkopf dann? Er will nicht mit Hope Weihnachten feiern.“, regte Fry auf. „Verflixt, ich habe als Festschmaus für diese Monster hergehalten, das hat wehgetan!“

„Riddick will nicht das Fest der Liebe feiern.“, fasste Gabriel zusammen. Niemand überraschte die Nachricht, die Fry vor Gott gebracht hatte.

„Das Fest der Liebe ist Gottes höchstes Fest.“, sinnierte Michael über Riddicks Beweggründe. „Riddick hasst unseren Herren.“

„Riddick ist für das Himmelreich verloren.“, beendete Raphael den Gedankengang.

„Verloren?“ Frys blasses Gesicht lief rot an, so wütend war sie auf die Aussagen der Erzengel. „Das glaube ich nicht. Ich habe gesehen, das er auch etwas anderes kann, als töten, das er sich ändern kann.“

„Riddick hat seinen Spitznamen nicht umsonst, des Teufels Liebling.“, widersprach Michael sanft.

Fry war immer noch nicht bereit aufzugeben und wandte sich direkt an Gott. „Er braucht nur einen Tritt in den Hintern oder auch meinetwegen, was auf die Nuss. Ihm muss gezeigt werden, wie es richtig ist, denn er kennt es nicht anders.“

„Wiederhole das!“, verlangte Gott unvermittelt.

„Was? Tritt in den Hintern, auf die Nuss geben.“, wiederholte Fry.

„Nein, das was danach kam.“

„Man muss es Riddick zeigen?“

„Das ist die Lösung.“ Zufrieden lehnte sich Gott auf dem Thron zurück. „Wie wir Riddick retten und dem Teufel ein Weihnachtsgeschenk machen. Ich bin sicher, dass Gevatter Tod in seinem Bewährungsprogramm drei geeignete Kandidaten hat, die Riddick die Weihnachtsbotschaft bringen wollen. Gevatter Tod hat ein sehr gutes Verhältnis zu Riddick. Der Teufel wird mit Vergnügen darauf eingehen. Niemals, wird er fest glauben, das die Kandidaten Riddick überzeugen werden und das er ihre Seelen, wenn sie bei Riddick versagen, damit für immer gewinnt, aber die Aussicht auf das Himmelreich überzeugt fast jeden, sich anzustrengen. Vielleicht, aber nur vielleicht retten wir Riddick.“ Verschmitzt lächelte Gott. Riddick vermutete zu Recht, das Gott über viel Humor verfügte.

Gott sah Fry an und sagte. „Mein Kind, kehre beruhigt zurück auf deine Wolke.“

Fry machte einen anmutigen Knicks und eilte davon. Gott und die Engel sahen Fry hinter her, als Gott mit ein weisen Lächeln noch anmerkte. „Ich glaube, ich habe endlich einen Schutzengel für Riddick gefunden.“

Die Erzengel erwiderten sein Lächel, wobei das von Michael ein wenig schief geriet.
 
 
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